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Hat der Mossad Agent in Dubai gemordet?

Gemäß unbestätigten arabischen Berichten, soll „Mr X“ (Ben Zygier) an der Ermordung des Hamas Waffenhändlers Mahmoud al-Mabhouh im Januar 2010 in Dubai teilgenommen haben. Ben Zygier, ein australischer Jude, der nach Israel ausgewandert worden war und für den Mossad arbeitete, war in Israel zunächst nur als „Mr X“ bekannt geworden. Er hatte sich im Dezember 2010 im Ajalon Gefängnis das Leben genommen…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 14. Februar 2013

Im Januar 2010 war eine Gruppe angeblicher Mossad-Agenten gefilmt worden, wie sie sich als Tennisspieler verkleidet zu dem Zimmer des Hamas-Mannes Mahmoud al-Mabhouh begab. Dort wurde der später tot aufgefunden.

Die Polizei von Dubai hatte später die echten oder gefälschten Pässe der vermeintlichen israelischen Agenten veröffentlicht, darunter auch deutsche, australische und neuseeländische Pässe.

Der israelische Nachrichtendienst Ynet beruft sich auf die Kuwaitische Zeitung Al-Jarida, die aus „westlichen Quellen“ erfahren haben will, dass Ben Zygier einer der Agenten in Dubai gewesen sei. Nach dem Mord an Mabhuh soll er sich den Behörden in Dubai gestellt und um Schutz ersucht haben. Im Gegenzug soll er Dubai die echten Namen der beteiligten israelischen Agenten verraten haben.

Weil dieser Verrat andere Mossad-Agenten akut gefährdet hätte, soll Israel gemäß dem Zeitungsbericht das Versteck von Zygier ausfindig gemacht haben. Ähnlich wie der Atomspion Mordechai Vaanunu, der nach seiner Entführung nach Israel zunächst auch als „Mr X“ im israelischen Gefängnis festgehalten worden war, sei Zygier gekidnapt und nach Israel gebracht worden.

Der Mord an Mabhuh, den Israel niemals offiziell eingestanden hat, führte 2010 zu erheblichen Spannungen zwischen dem Mossad und Geheimdiensten befreundeter westlicher Länder, darunter auch Australien, weil deren Pässe für eine Mission des Mossad verwendet worden sei, die mit einem Mord endete.

Ynet betonte, dass es keine Bestätigung aus anderer Quelle für diesen Hintergrund zu Zygier gebe.

In der Nacht zum Donnerstag ist in Israel ein richterliches Veröffentlichungsverbot aufgehoben worden, das den israelischen Medien jegliche Berichterstattung über diesen Fall unterbunden hatte, obgleich der Fall in Australien und im Internet längst Schlagzeilen machte.

Die Befehlshaberin der israelischen Militärzensur, Brigade Generalin Sima Vaknin, erklärte im Rundfunk, dass nicht die Zensur das Veröffentlichungsverbot ausgesprochen hätte. Es habe sich vielmehr um ein richterliches Verbot gehandelt, das für die gesamte Presse bindend war, ähnlich wie in anderen Ländern das Verbot, volle Namen oder Bilder von Verdächtigen zu publizieren.

Aus dem Bericht bei Ynet geht hervor, dass im Widerspruch zu manchen Medienberichten Zygier durchaus einem Richter vorgeführt worden war, jedoch unter strengster Geheimhaltung und dass er in Untersuchungshaft saß. Der bekannte Anwalt Amnon Zichroni, der Zygier noch einen Tag vor seinem Tod gesehen hatte, behauptete gegenüber Ynet, dass Zygier alle gegen ihn vorbrachten Beschuldigungen zurückgewiesen habe. Zichroni verriet nicht, welcher Vergehen Zygier verdächtigt worden ist.1

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

  1. http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4344995,00.html und http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4344849,00.html []