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Neve Shalom/Wahat al Salam: Trauer über den Tod von Ahmad Hijazi

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod von Ahmad Hijazi erfahren, der durch einen tragischen Verkehrsunfall am 20. August 2012 aus dem Leben gerissen wurde. Der Direktor der Friedensschule war mit seiner Frau Maram und seinem Sohn Adam auf der Insel Sansibar im Urlaub. Bei dem Unfall kam auch der neunjährige Junge ums Leben, die Mutter überlebte den Unfall mit Verletzungen. Der achtzehnjährige Sohn Hissam war nicht mit nach Sansibar geflogen…

Ahmad war am 6. 2.1967 im Dorf Tamra in Westgaliläa geboren, wo er auch die Schule besuchte. 1985 kam er als Volontär in einer kleinen Gruppe arabischer und jüdischer Teenager, die zu Gruppenleitern ausgebildet wurden, für ein ganzes Jahr nach Neve Shalom. Sein Studium in Soziologie an der Hebräischen Universität Jerusalem schloss er 1991 ab. Auch seine Frau Maram hatte als Studentin an Seminaren der Friedensschule teilgenommen. Als sie 1992 heirateten, zogen sie ins Friedensdorf und Ahmad übernahm dort nach und nach wichtige Aufgaben, z. B: für Jugendbegegnungen in der überregionalen Bildungsstätte Friedensschule, in der Abteilung ,Kommunikation und Entwicklung‘, welche für die internationalen Beziehungen verantwortlich ist, usw. Von 1995 bis 1997 kümmerte er sich als Bürgermeister um die Entwicklung des Dorfes. Bei den jährlichen Konferenzen der internationalen Freundeskreise, die die „Oase des Friedens“ unterstützen, gab er klare Rechenschaft von der Arbeit der pädagogischen Einrichtungen. Für unsere Bruno-Hussar-Stiftung war er auch der Vermittler humanitärer Aktionen für palästinensische Opfer von Krieg und Besatzung. Wir haben einen wichtigen Partner in unserer Unterstützung der Friedensarbeit in der „Oase des Friedens“ und durch sie und von ihr ausgehend in und für Israel und Palästina verloren. Dies trifft nach dem plötzlichen Tod von Abdelsalam Najjar am 22. 3. 2012, von dem wir in unserem April-Rundbrief berichteten, als zweiter heftiger Verlust das Friedensdorf und seine internationale Gemeinschaft.

Ahmad war wiederholt in Deutschland, u. a. nahm er an einem Deutschkurs des IJAB für ausländische Mitarbeiter der Jugendhilfe teil. Bei Einladungen des Komitees für Grundrechte betreute er Gruppen von jüdischen und palästinensischen Jugendlichen aus Israel auf der Reise nach Deutschland und wirkte hier an den Programmen mit. Er kam zu Vorträgen in verschiedene Städte. In seinen unterschiedlichen Funktionen war er auch im Dorf ein beliebter Gesprächspartner für Delegationen und Besucher aus Deutschland.

Seine Frau Maram Massarwi M. A., Dozentin am David-Yellen-College für Sondererziehung, war vom 7.-8.Oktober 2005 als Referentin bei unserer Jahrestagung in Königswinter und referierte vorher und nachher noch in einigen Städten in Deutschland. Wir wünschen baldige Genesung. Ihr und ihrem Sohn Hissam gilt unser tiefes Mitgefühl in dieser schweren Zeit.

Die Beerdigung von Ahmad und Adam Hijazi wird am Donnerstag 23. August 2012 um 11 Uhr auf dem Friedhof von Neve Shalom/Wahat al Salam stattfinden. Anschließend werden Beileidsbekundungen empfangen.

Das Friedensdorf hat ein Fotoalbum über Ahmad und seinen Sohn Adam veröffentlicht: https://plus.google.com/photos/107602597228763455665/albums/5779001279494308993?banner=pwa

Hermann J. Sieben,
in Trauer als Vorsitzender des Vereins „Freunde von Neve Shalom/Wahat al Salam“ in Deutschland.

In der Oase des Friedens in Israel leben und arbeiten Juden, Muslime und Christen zusammen für Frieden und Gleichberechtigung. Mehr unter www.nswas.com .