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Der Krieg gegen die Opfer

Düsseldorfer Behörde verweigert der Witwe eines Auschwitz-Überlebenden die Rente…

Eine unglaubliche Meldung: Die Bezirksregierung Düsseldorf verweigert der Witwe eines Auschwitz-Überlebenden aus fadenscheinigen Gründen die Rente – 67 Jahre nach dem Holocaust. Im Nachhinein, so berichten Spiegel-online und die taz, stellt die Düsseldorfer Behörde den krankheitsbedingten Anspruch des Sinto Anton B. in Frage – ein Vorgang, der an den zwei Jahre zurück liegenden Hungerstreik des Kölner Schriftstellers und Überlebenden Peter Finkelgruen erinnert.

Der 1924 in Herne geborene Anton B. überlebte als einziges von elf Geschwistern Auschwitz. Ihm wurde aufgrund verfolgungsbedingter Gesundheitsschäden eine Opferrente zuerkannt. 2009 verstarb Anton B. Nach seinem Tod stellte die Behörde die verfolgungsbedingten gesundheitlichen Schädigungen in Frage.

„Die verlorene Ehre der Familie B.“ titelt die taz in ihrem Hintergrundbericht und zitiert Romani Rose:

„Das ist 67 Jahre nach dem Holocaust ein unglaublicher und nicht hinnehmbarer Vorgang. (…) Wir werden diese Herabsetzung der Auschwitz-Opfer nicht zulassen.´ Romani Rose ist aber nicht nur wegen des Vorgehens der nordrhein-westfälischen Behörden empört; sondern auch, weil er eine „skandalöse Ungleichbehandlung“ gegenüber den Hinterbliebenen von ehemaligen Wehrmachtssoldaten und SS-Leuten sieht, die im Krieg verletzt oder getötet wurden. Von einer „zynischen Missachtung der Opfer gegenüber den Tätern“ ist in seinem Brief an Hannelore Kraft die Rede.“

Seit drei Jahren prozessiert die Witwe von Anton B. gegen die Sturheit der Düsseldorfer Behörde. Das Urteil des Gerichts wird im August erwartet. Proteste gegen die behördliche Willkür sind notwendig.