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Bulgarien: Terroranschlag auf israelischen Reisebus in Burgas

Jerusalem, 18. Juli 2012 – Bei einem Terroranschlag auf einen Reisebus am Flughafen Sarafovo in Burgas, Bulgarien, sind am Mittwoch mindestens sieben Menschen getötet und etwa 30 verletzt worden. Die meisten von ihnen sind israelische Staatsbürger. Einige Opfer schweben in Lebensgefahr, teilte das bulgarische Außenministerium mit…

tip – Die Reisenden kamen mit dem Flugzeug aus Tel Aviv und waren gerade in einen Bus umgestiegen, um in das Hotel Globus in Burgas zu fahren. Zum Zeitpunkt der Explosion (17.30 Uhr Ortszeit) waren insgesamt 44 Passagiere im Bus, teilten bulgarische Medien mit. Der Bus befand sich noch am Flughafen-Terminal.

Burgas‘ Bürgermeister Dimitar Nikolov sagte, der Sprengstoff habe sich im Kofferraum des Busses befunden.
Das israelische Außenministerium hat einen Krisenstab eingesetzt.

Ein israelischer Augenzeuge berichtete, wie der Bus mit den Urlaubern vor seinen Augen in Flammen aufging.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte die iranische Regierung für den Anschlag verantwortlich. „Alle Zeichen deuten auf den Iran hin“, sagte er. In den vergangenen Monaten habe es mehrere Versuche des Iran gegeben, Israelis in Thailand, Indien, Georgien, Kenia, Zypern und an anderen Orten anzugreifen. Netanjahu verwies weiter darauf, dass genau vor 18 Jahren ein schwerer Anschlag auf das Jüdische Gemeindezentrum in Argentinien verübt worden war. Damals starben 85 Menschen. Der Anschlag vom Mittwoch stehe in einer Reihe weltweiter iranischer Terroranschläge und Israel werde darauf entschieden reagieren.

Burgas ist die viertgrößte Stadt in Bulgarien und ein beliebtes Urlaubsziel am Schwarzen Meer. Als Industrie- und Hafenstadt ist sie das wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum des gesamten Südostens von Bulgarien.

Heute vor 18 Jahren hatten Terroristen das argentinische Jüdische Gemeindezentrum (AMIA) in Buenos Aires angegriffen. 85 Menschen wurden getötet und mehr als 600 verletzt. Es war der größte Terroranschlag in der Geschichte Argentiniens. Argentinische Staatsanwälte machten später die Regierung im Iran und die Hisbollah für das Attentat verantworlich.

Die Explosion am Mittwoch ereignete sich nur wenige Monate nach Anschlägen auf Mitarbeiter der israelischen Botschaft in Tiflis, Georgien und Indien. Am vergangenen Wochenende wurde ein Attentat auf israelische Ziele in Zypern vereitelt. Nach Angaben der Zeitung Times of Israel warnte das israelische Außenministerium bereits im Januar vor möglichen Anschlägen auf israelische Staatsbürger in Bulgarien.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle reagierte „entsetzt und bestürzt“ auf die Nachrichten aus Burgas. „Ich verurteile den tödlichen Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien auf das Schärfste. Die Täter müssen gefunden und für diese schreckliche Tat zur Rechenschaft gezogen werden“, erklärte Westerwelle in Berlin.