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KoLang: Lernen mit Marcel Lang

Knapp drei Jahre nach dem Tod des Schweizer Kantors Marcel Lang wurde in diesem Monat eine neue Website mit dem Namen Kolang aufgeschaltet. Auf ihr werden Lernenden autodidaktische Inhalte des Lehrers Marcel Lang zur Verfügung gestellt und Aufnahmen des Künstlers als Andenken publiziert…

Von Valerie Wendenburg , 8. Juni 2012

Das Wort Kolang setzt sich aus dem hebräischen «kol» (Stimme), «kolan» (Stimmgabel) und dem Familiennamen des Künstlers Marcel Lang zusammen und steht somit sinnbildlich für die musikalische Orientierungshilfe, die die Website www.kolang.ch interessierten Juden für ihre Gebete und Traditionen bieten möchte. Marcel Langs Tochter, Dalit Jäckel, erinnert sich: «Nach dem Tod meines Vater war meine Mutter mit seinem sehr umfangreichen musikalischen Nachlass konfrontiert, und wir haben überlegt, wie wir am Besten mit den zahlreichen Aufnahmen und Dokumenten umgehen».


Ein grosser Künstler und Lehrer Der vor drei Jahren verstorbene Chasan Marcel Lang

Musikerfreunde des Kantors und Kenner jüdischer Musik sortierten den Nachlass und kamen zu dem Schluss, dass gerade das didaktische Material einzigartig sei und der Nachwelt zur Verfügung gestellt werden solle. «Noten und CDs kann man überall kaufen», so Jäckel, «aber die persönlichen didaktischen Aufnahmen meines Vaters können nun auf der Website gratis für alle Menschen, die liturgisch interessiert sind, heruntergeladen werden».

Der am 27. Juni 2009 verstorbene Marcel Lang betreute stets eine Anzahl Schüler, denen er die Kunst des Vorbetens und Thora-Lesens beibrachte. Er gab dem Schüler jeweils das Lernstück auf einem Tonträger mit nach Hause, damit dieser es üben konnte. Da es kaum Noten zu den Melodien der jüdischen Gebete gibt, stellen diese Aufnahmen von Marcel Lang wertvolles Lernmaterial für künftige Generationen dar. In der Rubrik «Marcel Lang, der Lehrer» wird durch die Website Kolang ermöglicht, dass die Melodien des jüdischen Gebets erlernt werden können. Unter dem Botton «Das jüdische Jahr» können bestimmte Anlässe und Feiertage angewählt werden – und somit werden die Nutzer auf der klar und übersichtlich strukturierten Website schnell fündig.

Die zweite Rubrik nennt sich «Marcel Lang, der Künster»: Hier sind zahlreiche Aufnahmen des bekannten Chasans zu hören, der viele seiner Konzerte selber aufzeichnete, um sie später zu Hause erneut analysieren zu können. «Unter diesen zahlreichen Aufnahmen sind einige wunderbare Aufnahmen und Raritäten jüdischer Musik und Chasanut», so Jäckel. Kolang habe diese wertvolle Dokumentation jüdischer Kultur aufbereitet – auch wenn die Aufnahmequalität sicher nicht dem professionellem Anspruch ihres Vaters für eine Veröffentlichung genügt hätte. Sie betont: «Die Tondateien wurden aber technisch so weit wie möglich bearbeitet und dennoch publiziert, da wir überzeugt sind, dass sie für Schüler und Liebhaber jüdischer Musik von grossem Wert sind».
www.kolang.org…

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