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Fundsache: Exodus aus Ägypten

Wenige Tage vor dem jüdischen Passahfest, an dem des Exodus der Kinder Israel unter der Führung des Moses aus Ägypten gedacht wird, hat die Antikenbehörde die Entdeckung von zwei bunt bemalten und gut erhaltenen ägyptischen Sakrophagdeckeln in Jerusalem bekannt gegeben…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 3. April 2012

Inspektoren der Behörde hatten den aus Palmholz hergestellten Sargdeckeln bei einem arabischen Antiquitätenhändler in der Altsstadt Jerusalems gefunden und beschlagnahmt. Mit der C-14 Methode wurden ein Sargdeckel für authentisch befunden und auf die Periode zwischen dem 8. und 10. vorchristlichen Jahrhundert datiert. Der zweite Sargdeckel stammt sogar aus dem 16. vorchristlichen Jahrhundert, ist also etwa 3600 Jahre alt. Auf dem Holz war eine Gipsschicht aufgetragen und dann in bunten Farben mit dem Abbild des Verblichenen und ägyptischen Hieroglyphen bedeckt worden. Die hölzernen Sarkophagdeckel blieben dank des trocknen Klimas in Ägypten erhalten und werden derzeit in einem klimatisierten Raum der Antikenbehörde aufbewahrt.

Mitarbeiter der Abteilung für Antikenraub der Behörde vermuten, dass Grabräuber Gräber aus der Pharaonenzeit in der westlichen Wüste Ägyptens geplündert haben und die gefundenen Sargdeckel nach Dubai schmuggeln ließen. Von dort wurden sie mutmaßlich über Europa nach Israel gebracht. Dass die zwei Meter langen Deckel geschmuggelt worden sind, schließen die Beamten daraus, dass sie durchgesägt worden sind, um sie zu verkürzen und leichter zu transportieren. Nichts ist über den Verbleib der einbalsamierten Mumien und der Sarkophage bekannt.

Die Antiquitätenhändler nutzten Schlupflöcher in den israelischen Gesetzen, um geraubte antike Funde zu „waschen“, ähnlich der Geldwäsche. Aus dem ganzen Nahen Osten wurden Antiquitäten nach Israel gebracht, mit ordentlichen Dokumenten versehen und so legalisiert zum Weiterverkauf wieder ins Ausland gebracht. Die Händler geben dann an, dass selbst aus Ägypten stammende Sarkophage „made in Israel“ seien.

Ab dem 20. April werde dieser Kreislauf des Antiquitätenschmuggels durchbrochen werden. Die Antikenbehörde hat zusammen mit dem Zoll neue Regeln ausgearbeitet, wonach jede Antiquität beim Import von einer offiziellen Zollerklärung begleitet sein und zunächst der Antikenbehörde zur Überprüfung übergeben werden müsse. Das sei Israels Beitrag zum internationalen Kampf gegen Antikenraub.

Inzwischen hat Ägypten den Antrag gestellt, die in Jerusalem „entdeckten“ Sarkophage in ihre alte Heimat zu „repatriieren“. Nach Angaben der Antikenbehörde wolle Israel dem Wunsch entsprechen, sowie die die dafür notwendigen bürokratischen Schritte erledigt seien.

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com