Mehr Fernsehtipps für März

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Vom 16. bis 31. März 2012…

Fr, 16. Mrz · 08:20-10:05 · MGM
Ein Engel namens Levin

Morris Mishkin (Zero Mostel) ist ein älterer jüdischer Schneider, der in schlechten Verhältnissen lebt: Seine Frau ist krank, seine Tochter hat eine andere Religion angenommen. Eines Tages steht ihm ein Schwarzer (Harry Belafonte) gegenüber, der sich als Engel namens Levin ausgibt und ihm helfen will. Doch Mishkin ist skeptisch.

Sa, 17. Mrz · 16:00-16:30 · Das Erste (ARD)
Israels viertes Meer –  Eine Reise rund um den See Genezareth

Seit biblischen Zeiten ist der See Genezareth bekannt. Schließlich wandelte schon Jesus über den See. Das Kamerateam begibt sich auf eine Reise um den See herum, um den Zuschauern Land und Leute in einer der schönsten Regionen des Heiligen Landes vorzustellen. Richard C. Schneider besucht das Benediktinerkloster Tabgha, eine christliche Pilgerstätte, die unmittelbar mit dem Wirken Jesu in Verbindung gebracht wird. Die Klosterkirche heißt „Brotvermehrungskirche“, da sie als Ort der „Speisung der Fünftausend“ gilt. In Tabgha leben seit 1939 Benediktinermönche. Mönche und deutsche Volontäre arbeiten gemeinsam in der Jugend- und Behindertenbegegnungsstätte Beit Noah, einem Teil des Komplexes aus Brotvermehrungskirche und Kloster. Die nächste Station ist Tiberias, eine Stadt am See, die von Herodes Antipas im Jahre 17 n. Chr. errichtet wurde. Nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. wurde die Stadt bald das geistige und religiöse Zentrum der Juden. Im Jahr 637 haben muslimische Araber sie erobert, dennoch wurde sie weiterhin von Juden bewohnt. 1099 eroberten die Kreuzritter die Stadt, die sie, nach der Befestigung durch eine Stadtmauer, als Stützpunkt nutzten. Tiberias bildete das Zentrum des Fürstentums Galiläa innerhalb des Königreichs Jerusalem. Auch ein Fischer wird im Film vorgestellt, der darüber klagt, dass es kaum noch Fische im See Genezareth gibt.

Sa, 17. Mrz · 21:45-22:30 · PHOENIX
Zerrissene Herzen: Juden zwischen Israel und Deutschland

Sie überlebten den Naziterror, aber sie wussten nicht wohin: 220.000 Juden im Westen Deutschlands ? befreit, vertrieben, heimatlos. In Flüchtlingslagern für sogenannte ?displaced persons?, wie die entwurzelten Menschen im Fachjargon hießen, fanden sie eine erste Bleibe. Früher oder später mussten sich die Überlebenden entscheiden: Sollten sie im Land der Täter bleiben oder besser nach Amerika oder Palästina auswandern? Viele Juden entschieden sich fürs Gehen und folgten damit der Aufforderung jüdischer Organisationen, Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen. Doch dauerte es wegen der strengen Einreisegesetze in Amerika und Israel oft Jahre, bis es soweit war. Zeit, die von der jüdischen Untergrundorganisation Hagana für ein geheimes Kommandounternehmen genutzt wurde: Ausreisewillige Männer und Frauen konnten sich in einem sechswöchigen Lehrgang zu Offizieren für den Kampf gegen Palästina ausbilden lassen.?Wir wollten auswandern, wir wollten einen eigenen Staat. Wir wollten uns selbst verteidigen, damit es nicht noch einmal zu einem Holocaust kommen kann,? erinnert sich Gad Willmann, ein ehemaliger Ausbilder. In Israel, in der fremden neuen Heimat, sahen die Emigranten einer ungewissen Zukunft entgegen. Aber auch in Deutschland war der Neuanfang schwer. Die neu gegründeten jüdischen Gemeinden sahen ihre Existenz jahrzehntelang bedroht, weil die Zahl ihrer meist älteren Mitglieder zurückging. Das änderte sich erst nach dem Zerfall des Ostblocks, als über 200.000 russische Juden nach Deutschland strömten. Was nach dem Krieg niemand für möglich gehalten hatte, ist heute Realität: Juden haben wieder eine Heimat in Deutschland. Die Dokumentation von Dietmar Schulz zeigt, welche Wege die Überlebenden gingen und wie verzweifelt sie auf der Suche nach einer neuen Heimat waren. Bisher unveröffentlichte Filmaufnahmen geben ungewöhnliche Einblicke in das Alltagsleben in den Lagern. Zeitzeugen berichten von ihren Erlebnissen, aber auch von ihrer Zerrissenheit ?

So, 18. Mrz · 13:00-13:45 · BR-alpha
Lauter schwierige Patienten – Marcel Reich-Ranicki über Anna Seghers

In dieser Folge geht es um die deutsche Schriftstellerin jüdischer Abstammung Anna Seghers (1900 – 1983). Die frühen Werke Anna Seghers‘ können der Neuen Sachlichkeit zugeordnet werden. Als Organisatorin spielte sie in der Exilliteratur eine wichtige Rolle und schrieb mit „Transit“ und „Das siebte Kreuz“ zwei der literarisch bedeutendsten Romane dieser Zeit. Ihre späteren, in der DDR erschienenen Romane gehören dem Sozialistischen Realismus an.

So, 18. Mrz · 21:30-22:30 · BR-alpha
Fred Zinnemann – Der Mann, der „High Noon“ machte

„Zwölf Uhr mittags“, „Verdammt in alle Ewigkeit“ – zwei Filme, die jeder kennt, die Allgemeingut sind, auch wenn der Name des Regisseurs nicht so geläufig ist: Fred Zinnemann. Fred Zinnemann kam 1907 in Wien als Sohn jüdischer Eltern zur Welt. In seiner Jugend in Wien war er eng mit dem späteren Hollywood-Regisseur Billy Wilder befreundet, mit dem er ein Leben lang Kontakt hielt. Er studierte zunächst Rechtswissenschaften, ehe er 1927 in Paris eine Kameraausbildung begann. 1929 ging er in die USA und arbeitete dort als Regieassistent und Kurzfilmregisseur. 1936 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Für seinen Kurzfilm „That mothers might live“ erhielt er seinen ersten Oscar. Weitere Oscars erhielt er 1953 für „Verdammt in alle Ewigkeit“ und 1966 für „Ein Mann zu jeder Jahreszeit“ als bester Regisseur und Produzent. Zinnemann starb 1997 in London an einem Herzanfall. Eckhart Schmidts 60-Minuten-Film ist kein Porträt im herkömmlichen Sinn, sondern eine spannende Annäherung an den Menschen und Filmemacher Zinnemann. Sein wichtigster Zeuge ist Zinnemanns Sohn Tim, aber auch Zinnemann-Stars wie Omar Sharif oder Eva Marie Saint kommen zu Wort. Im Zentrum aber steht der Klassiker „Zwölf Uhr mittags“, sein Entstehen und seine Wirkung.

Mo, 19. Mrz · 20:15-21:45 · ZDF
München 72 – Das Attentat

Die dramatische Geiselnahme einer Gruppe von israelischen Sportlern während der Olympischen Spiele 1972 in München gerät zu einem Desaster. In einer noch nie dagewesenen Situation kämpfen die Verantwortlichen und Sicherheitskräfte verzweifelt um Rettung. „München 72“ ist die Stunde Null des internationalen Terrorismus. Mit der Bildung der Spezialeinheit GSG 9 werden später die notwendigen Konsequenzen gezogen.  Anna Gerbers, eine junge, engagierte Polizistin aus dem Ruhrgebiet, gehört zu den glücklichen Auserwählten, die bei den Olympischen Sommerspielen als Ordnerin fungieren dürfen. Die Spiele sollen der Welt ein ganz neues, ein anderes Deutschland zeigen: den Geist von München – weltoffen, locker und frei. Als Anna dem Hubschrauberpiloten Michael Bruckner begegnet, scheint dieser Geist endgültig auch in ihrem Leben angekommen zu sein. Dann geschieht das Unfassbare:  In den frühen Morgenstunden des 5. September dringen palästinensische Terroristen in das Olympische Dorf ein und stürmen die Quartiere des israelischen Teams. Kurz darauf finden Sicherheitskräfte einen toten Israeli. Dessen Landsleute sind nun Geiseln in den Händen von Männern, die offenbar nichts zu verlieren haben. Als der Anführer des Terrorkommandos nach einem Verhand-lungspartner verlangt, meldet sich Anna freiwillig. Die Forderungen der Palästi-nenser sind ebenso eindeutig wie unerfüllbar: die Befreiung von 200 Kampf-genossen sowie freien Abzug. In einem verzweifelten Wettlauf gegen die Zeit und um das Leben der Geiseln gelingt es Anna mehrmals, die Kidnapper zum Aufschub ihres Ultimatums zu bewegen – während Michael den Befreiungs-versuch vorbereitet.  Zwischen Krisenstab, einer immer verzweifelter werdenden Lage der Geiseln  und dem internationalen Verhandlungstisch kommen beide an ihre Grenzen.  Sie wissen, dass dies die Stunde ist, um Verantwortung zu übernehmen. Doch müssen sie auch erkennen, dass sie es mit Terroristen zu tun haben, die ihre Tat minutiös vorausgeplant haben. Die Ereignisse enden tragisch – und werden doch Leben retten: Unmittelbar nach den Erfahrungen von München werden Anna Gerbers und Michael Bruckner zu einer neuen Spezialeinheit berufen. Es ist die GSG 9, die fünf Jahre später in Mogadischu sämtliche Passagiere an Bord der „Landshut“ befreien wird.

Mo, 19. Mrz · 23:30-01:00 · SWR
Eichmanns Ende

1950 setzt sich Eichmann wie viele Nazis nach Argentinien ab und holt 1952 seine Frau und drei Söhne nach. Auch Lothar Hermann, KZ-Überlebender, hat sich 1942 dort in Sicherheit gebracht. Seine Tochter verliebt sich in Eichmanns Sohn… Eichmann hatte in Buenos Aires Willem Sassen kennengelernt, einen niederländischen SS-Mann, ehemaligen Kriegsberichterstatter und überzeugten Nationalsozialisten. Sassen interessiert sich für das, was Eichmann zu erzählen hat, und gewinnt ihn für umfangreiche Tonbandinterviews. Bei diesen Gesprächen sind zum Teil illustre Gäste anwesend, alte NS-Kameraden, um Eichmann über seine Tätigkeit als Referatsleiter für „Judenangelegenheiten“ reden zu hören, über sein Verständnis von Befehl und Gehorsam, totalem Krieg und „Judenpolitik“. Man diskutiert über vergangene Zeiten, die Ideen des Nationalsozialismus und ihre Zukunft. Eichmanns Ansichten schockieren sogar die Sassen-Runde, die den Massenmord an Juden für „undeutsch“ und als Teil einer „Weltverschwörung“ gegen Deutschland hält. Während Sassen sich bemüht, die Opferzahlen klein zu rechnen, prahlt Eichmann mit seinen „Leistungen“ und reklamiert für sich viel ehrgeizigere Ziele als „nur“ sechs Millionen, nämlich die totale Vernichtung des jüdischen Volkes. Die „alten Kameraden“ sind sich alles andere als einig. Nick begegnet in der Wohnung seiner Freundin Silvia ihrem Vater. Der fast erblindete Lothar Hermann erfährt, dass der Vater des jungen Mannes an einem Buch über seine Tätigkeit im „Dritten Reich“ arbeitet. Für den Juden, der nach „Schutzhaft“ und Misshandlungen in Dachau rechtzeitig entkommen war, klingt das allzu vertraut. Alarmiert nimmt er Kontakt zum Hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer auf, der sich in Deutschland für die strafrechtliche Verfolgung ehemaliger Nazis engagiert – ein schwieriges Unterfangen in dem Land, in dem viele Täter schon wieder im Staatsdienst arbeiten. Bauer entscheidet sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er informiert die Israelis, weil er der deutschen Polizei und Justiz nicht traut. Um Hermanns Informationen zu überprüfen, beordert der israelische Geheimdienst Mossad einen Agenten nach Argentinien. Der kann nicht glauben, dass ein NS-Funktionär wie Adolf Eichmann in so bescheidenen Verhältnissen lebt, und bricht die Nachforschungen ab. Doch Fritz Bauer ist von der Zuverlässigkeit seines Informanten überzeugt und drängt den Mossad, einen weiteren Agenten direkt zu Hermann zu schicken. Doch auch nachdem der Herrmann kennengelernt hat, bleibt der Zweifel, dass ein Blinder den gesuchten Eichmann finden konnte. Daraufhin schickt Lothar Hermann seine Tochter noch einmal zu Nick, um einen endgültigen Beweis zu finden. Silvia hatte die Verbindung zu Eichmanns Sohn mittlerweile beendet, doch sie klingelt an Eichmanns Tür und identifiziert Nicks Vater zweifelsfrei als den Kriegsverbrecher Adolf Eichmann. Damit ist Eichmanns Schicksal besiegelt. Am 11. Mai 1960 entführt der Mossad Eichmann nach Israel, wo er 1962 nach einem weltweit aufsehenerregenden Prozess hingerichtet wird. SS-Kamerad Willem Sassen hatte sein Eichmann-Material zwischenzeitlich weltweit vermarktet.

Di, 20. Mrz · 22:00-22:30 · WDR
Vietnam, wir kommen! Eine Mission mit Hindernissen

Nur noch ein paar Stunden Zeit, der Countdown läuft. Wird der Container mit den dringend benötigten Lebensmitteln rechtzeitig zum großen Fest ankommen? Menachem und Racheli, ein junges Ehepaar aus Israel zieht nach Vietnam um. Für immer. Sie gehören der Chabad-Bewegung an, ein orthodoxer Zweig des Judentums. Die Mission der Bewegung ist es, überall auf der Welt Gebets- und Begegnungshäuser für Juden zu gründen. Menachem und Racheli kommen mit ihrem kleinen Sohn einige Tage vor dem jüdischen Neujahrsfest Rosh Hashanah in der wuseligen Metropole Ho-Chi-Minh Stadt an. Sie warten dringend auf ihren Container mit den koscheren Lebensmitteln für das Fest. Feiern wollen sie mit den wenigen Juden, die in Vietnam leben. Mit dem vietnamesischen Alltag klarzukommen ist für Racheli und Menachem als orthodoxe Juden gar nicht so einfach. Denn nach den strengen jüdischen Regeln zu leben heißt auch, keine Teddy-Bettwäsche für ihr Baby kaufen zu können oder aber die neue Küche mit einem Bügeleisen koscher zu machen. Weltweit begleitet die junge Familie bei ihrer Mission. Das Aufeinanderprallen der beiden Kulturen ist komisch, anrührend, befremdend und lehrreich. Werden Menachem und Racheli es schaffen, in Vietnam heimisch zu werden?

Mi, 21. Mrz · 07:20-07:50 · WDR
Leben nach dem Überleben – Die Literatin Ruth Klüger

„Weiter leben. Eine Jugend“ – so hieß das erste Buch der aus Österreich stammenden amerikanischen Literaturwissenschafterin Ruth Klüger. 1992 erschien es auf dem deutschsprachigen Buchmarkt und war sofort ein Bestseller und gehört inzwischen zum Bildungskanon in Deutschland. Klüger erzählt in unpathetischer Weise darin ihre Geschichte. Die Geschichte eines jüdischen Kindes im Wien der 30er-Jahre, wo sie Heimat und Identität verliert. Im Alter von 11 Jahren wird sie deportiert – erst nach Theresienstadt, dann nach Auschwitz-Birkenau, zuletzt in das Lager Christianstadt, von wo sie im Februar 1945 gemeinsam mit ihrer Mutter flieht. Heute zählt Ruth Klüger zu den anerkanntesten Literaturwissenschaftlerinnen und Germanistinnen der USA, sie ist Professorin in Göttingen und aus dem Deutsch- und Geschichtsunterricht nicht mehr wegzudenken.

Mi, 21. Mrz · 09:15-10:45 · MDR
Reise nach Jerusalem

Auf einem Bahnhof in Sofia stehen 1940 zwei deutsche Kinder allein und orientierungslos inmitten vorübereilender Menschen, deren Sprache sie nicht verstehen. Sie sind Juden und zusammen mit ihrem Onkel auf dem Weg nach Palästina.  Der Onkel ist im Zugabteil an einem Herzinfarkt gestorben. Nun müssen David und Else allein den Weg nach Palästina in das Land der Rettung finden. Auf der anderen Seite des Bahnsteigs ist ein liebeswertes aber gerade etwas hektisches Artistentrio. Der Zauberer Dimi, die Sängerin Zarah und ihr Assistent Sami sind nach Sofia gekommen, in der Hoffnung, Arbeit zu finden. Zarah hat Mitleid mit den zwei Kindern und beschließt, die beiden mitzunehmen. Ganz zum Ärger von Dimi, den sie liebt, aber der für ihren Traum von einer Familie noch nie etwas übrig hatte.  Es beginnt ein langer gemeinsamer Weg auf den staubigen Straßen des Balkans. Es ist die „Reise nach Jerusalem“. Die bulgarische Polizei ist ihnen auf der Spur und bittet einen deutschen SS-Offizier um Hilfe. Lothar Straub ist jung und ambitioniert. Doch er erliegt Zarahs Schönheit. Den drei Zauberkünstlern sind die Kinder ans Herz gewachsen und sie kämpfen für ihre Rettung – die Ausreise mit einem der großen Schiffe von Varna nach Jerusalem. Mit Geschick gelingt es ihnen, die Kinder bis zum Schluss vor der Polizei zu bewahren.

Mi, 21. Mrz · 22:25-00:35 · 3sat
Fateless – Roman eines Schicksallosen

Budapest, 1944: Die jüdische Bevölkerung hofft auf ein baldiges Ende von Verfolgung und Krieg. Der 14-jährige György Köves beobachtet den Abtransport seines Vaters ins „Arbeitslager“, erduldet die Brandmarkung seiner Person und seiner Freunde durch den Judenstern und die quälende Frage nach dem „Warum“. Er kommt selbst in die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und Zeitz und erlebt dort Leid, Demütigung, Solidarität, Angst und Gleichgültigkeit – aber auch in den „Pausen zwischen den Qualen etwas, das dem Glück ähnlich war.“ Der Junge überlebt. Die Lager werden befreit, der Krieg geht zu Ende. György kehrt zurück nach Budapest. Dort werden vertraute Türen von Fremden geöffnet und schnell wieder geschlossen. Er kommt als Überlebender und als Fremder in seine Heimatstadt zurück. „Fateless“ ist die beeindruckende filmische Umsetzung vom „Roman eines Schicksallosen“ des Nobelpreisträgers Imre Kertész (2002), der auch das Drehbuch für diesen Film geschrieben hat. Kertész beschreibt aus kindlicher Perspektive die Grauen des Lagerlebens und den Verlust an Identität und Persönlichkeit, die er selbst erfuhr.

Fr, 23. Mrz · 14:55-16:45 · arte
Nylons und Zigaretten

1944 in der Normandie: In sogenannten „cigarette camps“ der US-Army werden junge Französinnen vorbereitet, um zu ihren neuen Ehemännern in die USA auszuwandern. Jeannette, Marie-Thérèse und Mireille sind drei solcher Frauen: Sie sind mit ihnen kaum bekannten GIs verheiratet und stehen kurz vor ihrer Überfahrt über den Atlantik. Just am Tag der Abreise bekommt Jeannette die Nachricht vom Unfalltod ihres Ehemanns, den die Army aber wie einen Tod im Gefecht aussehen lassen will. Sie muss ihre beiden Freundinnen ziehen lassen und bleibt mit ihren Eltern auf deren Bauernhof zurück. Marie-Thérèse und Mireille berichten der Freundin in Briefen von ihren Erlebnissen, ihren Ängsten und ihren Hoffnungen. Mireille lebt mit ihrem jüdischen Mann im neuen Land in Brooklyn, die Pariserin scheint dort ihr Glück gefunden zu haben. Marie-Thérèse und ihren fünfjährigen Sohn Philippe hingegen verschlägt es auf eine Farm in Alabama. Ihr amerikanischer Mann ist durch seine Kriegserlebnisse stark traumatisiert. Immer häufiger verschwindet er und kehrt erst nach Tagen oder Wochen völlig betrunken zurück. Unterdessen wird Jeannette ihre Heimat Frankreich fremd: Von den Männern im Dorf argwöhnisch als Soldatenfrau und Hure beschimpft, entschließt sie sich dazu, vom Sterbegeld ihres Ehemanns die Reise in die USA und zu ihren Freundinnen anzutreten. Es soll eine Reise ins Ungewisse werden.

Fr, 23. Mrz · 23:15-00:00 · WDR
Plötzlich war ich Jüdin – Das unglaubliche Leben der Inge Deutschkron

Die Journalistin und Autorin Inge Deutschkron, die im August 90 Jahre alt wird, blickt auf ein höchst ungewöhnliches Leben zurück, auf dramatische Zeiten, in denen sie die schlimmsten Seiten Deutschlands, aber auch die besten Seiten einzelner mutiger Menschen kennengelernt hat. Bis heute legt sie von ihren Erfahrungen und Erlebnissen engagiert, meinungsstark und temperamentvoll Zeugnis ab. Der Filmautor Jürgen Bevers hat das Portrait einer außergewöhnlichen und außergewöhnlich starken Frau gezeichnet.  Als Zehnjährige wird Inge Deutschkron, Jahrgang 1922, in Berlin mit dem Rassenwahn der Nazis konfrontiert, in den folgenden 12 Jahren lebt sie in ständiger Angst vor Übergriffen und Verhaftung. Während der Vater nach England emigrieren kann, warten Inge und ihre Mutter vergeblich auf eine Möglichkeit nachzureisen. Als die Verfolgung der Juden immer brutaler wird, tauchen sie unter, wechseln immer wieder das Versteck, um dem Zugriff der Gestapo zu entgehen. Es sind politische Freunde oder einfach nur mitfühlende Menschen, die ihnen Unterschlupf bieten – „stille Helden“ wird sie Inge Deutschkron später voller Dankbarkeit nennen. Inge und ihrer Mutter gelingt es tatsächlich, Verfolgung und Krieg in Berlin zu überleben. Nach Kriegsende arbeitet Inge Deutschkron zunächst im Ostsektor Berlins, eckt dort aber bei der sowjetischen Besatzungsmacht an. 1946 geht sie nach London, 1955 kommt sie nach Bonn und berichtet über ihre Erlebnisse in Zeitungen und Hörfunk – es ist der Beginn einer Karriere als Journalistin, die sie als Deutschland-Korrespondentin der israelischen Zeitung „Ma’ariv“ fortsetzt. Im Bonn der Adenauer-Ära wird sie als Jüdin immer wieder mit der Verdrängung der Vergangenheit, aber auch mit den Überbleibseln nazistischen Gedankenguts in der Bevölkerung, aber auch in den hohen und höchsten Positionen der jungen Bundesrepublik konfrontiert.  Bis heute sieht Inge Deutschkron ihr Überleben im Krieg als Verpflichtung an, dafür zu kämpfen, dass die Erinnerung an den Holocaust, aber auch an die „stillen Helden“ des „anderen“ Deutschland lebendig bleibt. Ein Anliegen, das sie heute besonders Kindern und Jugendlichen vermitteln will. Und das gelingt ihr auch jetzt noch mit ihren lebendigen Schilderungen, den persönlichen Erinnerungen und nicht zuletzt ihrem Berliner Witz, den ihr – zum großen Glück – niemand austreiben konnte.

Sa, 24. Mrz · 00:00-00:45 · WDR
Eine Herzenssache – Marga Spiegel und ihre Retter

„Eine Herzenssache“ erzählt die Geschichte der Rettung der jüdischen Familie Spiegel, Sigmund und Marga mit Tochter Karin, durch fünf Münsterländer Bauernfamilien in den Jahren 1943 bis 1945. Damit gelang den Bauern, etwas scheinbar Unmögliches zu verwirklichen, die gesamte Familie zwei Jahre lang zu schützen und vor der Deportation zu retten. Eine einzigartige Geschichte. Marga Spiegel selbst sagt: „Wir sind die einzige jüdische Kleinfamilie in Deutschland, die als ganze gerettet wurde.“ Die Rahmenbedingungen waren gar nicht gut – die kleine Stadt Ahlen in Westfalen war damals stolz darauf, eine der ersten „judenreinen“ Städte zu sein. Die meisten Juden aus Ahlen haben die NS-Zeit nicht überlebt, auch 36 Mitglieder der Familie Spiegel sind in KZs umgekommen. Die erstaunliche Überlebensgeschichte von Marga Spiegel ist als Spielfilm unter dem Titel „Unter Bauern“ mit Veronica Ferres in der Hauptrolle verfilmt worden. Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen die mittlerweile 99jährige Marga Spiegel, ihre Retterin Anni Aschoff und viele Angehörige der übrigen beteiligten Bauernfamilien. Sie erzählen von zwei Jahren höchster Gefahr, von vielen Schwierigkeiten und immer neuen lebensrettenden Listen – und von einem für alle Beteiligten glücklichen Ende. Eine Geschichte von Verfolgung, Courage, Hoffnung und stillen Helden. Ihre eigene Rettung, vor allem aber die Weitergabe dieser Geschichte ist für Marga Spiegel „eine Herzenssache“.

Sa, 24. Mrz · 15:25-17:00 · arte
Das Meer am Morgen

Frankreich, 1941: Der 17-jährige Guy Môquet ist in der Bretagne in einem Straflager interniert, als in Nantes ein deutscher Offizier erschossen wird. Zur Vergeltung ordnet Hitler die Exekution von 150 französischen Geiseln an.  Nachdem die deutschen Truppen ein Jahr lang wie „Gott in Frankreich“ lebten, wird in Nantes ein deutscher Offizier auf offener Straße erschossen. Die Attentäter können unerkannt entkommen. Der Führer in Berlin ordnet umgehend die Exekution von 150 französischen Geiseln als Vergeltung an. In der deutschen Kommandantur im Pariser Hotel Majestic werden der Schriftsteller Ernst Jünger und der General Otto von Stülpnagel mit der Sache befasst.  Die hinzurichtenden Geiseln sollen auch aus dem Internierungslager Choisel in der Bretagne ausgewählt werden. Dort wird unter anderem der 17-jährige Guy Môquet festgehalten: er hatte in einem Kino Flugblätter verteilt. Gemeinsam mit 26 Mithäftlingen steht Guy auf der Liste der zu Exekutierenden in Châteaubriant. Am Atlantikwall wird der junge Wehrmachtssoldat Heinrich zu Schießübungen mit scharfer Munition verpflichtet.

So, 25. Mrz · 10:15-11:00 · BR
In Erwartung des Messias – Israel und seine Siedler

Sie sind überzeugt von ihrem Auftrag: Das Land, das Gott den Juden verheißen hat, zu besiedeln und zu bebauen, um es auf die Ankunft des Messias vorzubereiten. Die Siedler im Westjordanland erscheinen regelmäßig in den Nachrichten und Kommentaren als eines der Haupthindernisse für den Frieden im Heiligen Land. Entstanden ist der harte Kern der Siedler aus der „Gush Emunim“-Bewegung der 60er- und 70er-Jahre (Gush Emunim – Der Block der Getreuen). In ihrer religiösen Überzeugung sind diese Gruppen immer radikaler geworden. Die Jüngeren sehen sich häufig nicht mehr als Staatsbürger Israels. In ihren Augen ist Israel kein jüdischer Staat mehr, sondern ein Staat von „Israelis“, der nur noch den Interessen der Araber diene. Nur sich selbst sehen sie als echte Juden an, als die wahren Besitzer des Landes. Nicht einmal vom israelischen Obersten Gericht lassen sie sich dieses Recht nehmen.

So, 25. Mrz · 13:30-14:00 · 3sat
Jaffa – Geschichten aus der ältesten Hafenstadt der Welt

Jaffa ist eine uralte Stadt. Es ist kaum zu beschreiben, wer sie alles erobert und verloren hat. Vor allem wegen ihres Hafens, dessen Geschichte 4.000 Jahre zurückreicht. Archäologen versuchen heute, herauszufinden, wo er lag – denn dort, wo heute ein Segel- und Fischerhafen ist, war er keinesfalls. Gerd Helbig stellt in „Jaffa – Geschichten aus der ältesten Hafenstadt“ die Stadt und ihre Bewohner vor, die versuchen, die christlichen, jüdischen und moslemischen Elemente zu bewahren.

Mo, 26. Mrz · 22:45-23:30 · Das Erste (ARD)
Propaganda, Hass, Mord

Zehn Morde der Zwickauer Neonazi-Zelle – der Aufschrei ist schnell verklungen, die Gesellschaft längst wieder im Alltag angekommen. Doch wie konnte es soweit kommen? Die Dokumentation rekonstruiert, wie die Blutspur des neonazistischen Terrors vor mehr als 30 Jahren gelegt wurde. 26. September 1980: Auf dem Oktoberfest explodiert eine Bombe. Die Bilanz: 13 Tote, 200 Schwerverletzte. Der Täter stammt aus der „Wehrsportgruppe Hoffmann“, einer Schmiede von Rechtsterroristen. Ein Einzeltäter? Bis heute gibt es Zweifel. 19. Dezember 1980: Das jüdische Verlegerpaar Lewi wird kaltblütig erschossen, der erste antisemitische Mord seit Kriegsende. Wenige Tage zuvor sind in Hamburg zwei Vietnamesen bei einem Brandanschlag umgekommen. Spuren – keine Beweise – führen zu Manfred Roeder, einem Terrorist und Ausschwitzleugner. Das Jahr 1980 ist ein Dammbruch – es gibt weitere rechtsextremistisch motivierte Morde, z. T. aus dem Untergrund. Terror von rechts! Dann die politische Wende in der DDR. Was im Westen weithin unbekannt ist: Auch hinter der Mauer gibt es gewaltbereite Rechtsradikale. So kommt es mit der deutschen Einheit auch zur Vereinigung von Neonazis aus Ost und West. Braune Führer aus dem Westen wie Michael Kühnen, Christian Worch oder Friedhelm Busse werden zu „Brandbeschleunigern“ im Osten. In Hoyerswerda oder Rostock-Lichtenhagen kommt es zu Pogromen, die Terror-Welle erreicht auch den Westen. In Solingen und Mölln sterben Menschen qualvoll. Der Staat reagiert hart, verbietet in den 90er Jahren zahlreiche rechtsextreme Vereine und Gruppierungen. Doch die Szene ändert die Taktik. Sie bildet Kameradschaften, scheinbar lose Gruppierungen, ohne festen Ort, nur noch durch Internet und Handy verbunden. Die Sicherheitsbehörden sind dieser Taktik – trotz moderner Überwachungstechnik – anscheinend nicht gewachsen. Auch die NPD will ihre Schlagkraft auf der Straße erhöhen. Sie öffnet sich, lässt bekannte Neonazi-Größen mit ans Ruder und verschärft ihren demokratiefeindlichen Kurs. Ein Verbotsverfahren scheitert. Das ist der Nährboden, auf dem Gruppierungen wie die so genannten „Freien Kameradschaften“ oder der Thüringer Heimatschutz entstehen. Hier beginnt die Mordserie der „Zwickauer Zelle“. Die Dokumentation zeichnet die Geschichte rechtsextremer Gewalt seit den 1980er Jahren in der Bundesrepublik, der DDR und dem vereinten Deutschland nach. Der Blick zurück schockiert, denn es wird offenbar, dass der rechte Terror von der Politik über Jahrzehnte hinweg unterschätzt wurde.

Mi, 28. Mrz · 00:00-01:30 · NDR
Cato – Ein kurzes Leben im Widerstand

„Cato“ erzählt das kurze und doch so volle Leben einer jungen und außergewöhnlichen Frau, die sich höchst riskant im Widerstand gegen Hitler engagierte.  Der Film von Dagmar Brendecke erzählt von Cato van Beek, ihrer Schwester Mietje und ihrem Bruder Tim, berichtet von einer jungen Frau, die seit Jahrzehnten tot ist – und in ihrer Familie doch gegenwärtig.  Geboren 1920 in Fischerhude, bei Bremen, als Tochter der Ausdruckstänzerin Olga Breling und des Keramikers Jan Bontjes van Beek, erlebt Cato mit ihren Geschwistern Tim und Mietje eine unbeschwerte Kindheit. Die Freiheit dieses Lebens, ihre Bücher, die Diskussionen im Künstler-Haus machen sie zu einer selbstbewussten jungen Frau. Ihre große Leidenschaft war das Segelfliegen. 1938 zieht sie nach Berlin. Sie genießt die Großstadt, ist immer unterwegs, doch sie registriert auch Veränderungen. Als der Krieg beginnt wird sie aktiv. Mit ihrer Schwester hilft sie Kriegsgefangenen, die in S-Bahnzügen durch die Stadt gebracht werden. Die jungen Frauen stecken den Männern Zigaretten, Seife und Medikamente zu. Sie lernt Libertas Schulze-Boysen kennen. Diese und ihr Mann Harro sind Mitglieder einer „Widerstandsgruppe“, der später so genannten „Roten Kapelle“.  Im Herbst 1942 wird Cato Bontjes van Beek, zusammen mit vielen anderen Mitgliedern der „Roten Kapelle“ verhaftet, vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Am 5. August 1943 wird sie in Berlin-Plötzensee enthauptet.

Do, 29. Mrz · 10:35-12:05 · arte
Unsere algerische Geschichte

Von November 1954 bis März 1962 dauerte der Krieg um die Unabhängigkeit Algeriens. Das nordafrikanische Land galt den Franzosen nicht als Kolonie, sondern als Bestandteil des Mutterlandes. Die kriegerischen Auseinandersetzungen wurden mit äußerster Brutalität geführt. Die Entscheidung des damaligen französischen Staatspräsidenten General Charles de Gaulle, letztlich der Unabhängigkeit Algeriens zuzustimmen, wurde von einigen Generälen als Verrat aufgefasst. Im April 1961 putschten die Generäle, Frankreich stand am Rand eines Bürgerkrieges. Eingeleitet wurde das Ende Französisch-Algeriens (1830-1962) im Januar 1960 mit dem „Barrikadenputsch“ in Algier. Dieser Aufstand nationalistischer französischer Offiziere gegen die eigene Staatsmacht mündete am 1. Februar 1960 in die Kapitulation der Putschisten. Am 22. April 1961 folgte der Putsch von vier hochrangigen Generälen gegen den sogenannten „Verrat“ des damaligen französischen Staatspräsidenten General Charles de Gaulle, der bereit war, Algerien in die Unabhängigkeit zu entlassen. Die putschenden Generäle standen der OAS, der „Organisation armée secrète“ (Organisation der geheimen Armee) nahe, einer französischen Untergrundbewegung, die den Status Algeriens als französisches Department – de facto als Kolonie – mit allen Mitteln aufrechterhalten wollte und während der Endphase des Algerienkrieges für zahlreiche Anschläge verantwortlich war. Einige Tage lang stand nicht nur Algerien, sondern auch Frankreich am Rand eines Abgrundes. Doch auch dieser Putsch schlug fehl, da er von vielen jungen Offizieren nicht mitgetragen wurde. Aber er bedeutete das Ende der traditionellen Armee und den Anfang eines Jahres der Verzweiflung und Gewalt. Blindwütige OAS-Anschläge, letztes Aufbäumen der Algerienfranzosen, Sprengstoffanschläge, gegenseitige Unterwanderung durch Geheimagenten und Killer, Gefahr eines Bürgerkrieges in Frankreich und schließlich die schmerzhafte Flucht der Algerienfranzosen ins Mutterland charakterisieren die Endphase des Algerienkonflikts. 50 Jahre später zeichnen der Filmemacher Jean-Michel Meurice und der Historiker Benjamin Stora diese Geschichte nach.

Do, 29. Mrz · 23:10-00:05 · arte
Und wenn’s ein Junge ist?

Danae ist überrascht, als Philip ihr Baby, wenn es ein Junge wird, unbedingt beschneiden lassen will, wie seine eigenen Eltern es mit ihm getan haben. Filmemacherin Danae Elon macht sich auf eine Reise, um den Sinn der Beschneidung zu ergründen. Beschneiden oder nicht? Das ist die Frage dieses sehr persönlichen, witzigen und sensiblen Films. Während der Vorbereitung auf die Geburt des ersten – und später des zweiten Kindes – reist die Filmemacherin Danae Elon – sie und ihr Mann sind zwar jüdischer Herkunft, aber nicht gläubig – nach Washington D. C., Israel und Großbritannien und wieder zurück nach New York. Unterwegs konsultiert sie einen Rabbiner, einen Priester, einen Psychoanalytiker, ihre Eltern, besucht eine Demonstration von Beschneidungsgegnern vor dem Kapitol in Washington und diskutiert mit ihrem Geburtshelfer. In nie versiegender Neugier begegnet sie eingefleischten Freudianern, nimmt an einer „Sex-and-the-City-Tour“ durch New York teil und spricht mit einem Mohel – dem jüdischen Beschneidungsspezialisten -, der mit pikanten Enthüllungen über die britische Königsfamilie aufwartet. Hinter all diesen skurrilen Situationen und Begegnungen steht jedoch die künftige Bewährungsprobe, mit der sich die Eltern aufrichtig auseinandersetzen. Warum will ich die Beschneidung meines Sohnes beziehungsweise warum lehne ich sie ab? Diese Probe symbolisiert die Liebe und die Opfer, durch die eine Familie zusammenwächst.

Do, 29. Mrz · 23:40-00:40 · BR
Irgendwo auf der Welt: Dagmar Manzel entdeckt Werner Richard Heymann

Alle Welt kann seine Lieder mitsummen, aber kaum jemand weiß, wer sie komponiert hat. „Sie kennen mich nicht, aber Sie haben schon viel von mir gehört“ – so pflegte sich Werner Richard Heymann gern vorzustellen, bevor er sich ans Klavier setzte und eine seiner berühmten Melodien spielte. „Ein Freund, ein guter Freund“ – jeder kennt dieses Lied, ebenso wie die großen Erfolge „Das gibt’s nur einmal“ oder „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“. Lilian Harvey und Willi Fritsch haben sie gesungen, die Comedian Harmonists, Hans Albers und Hildegard Knef. Diese unvergesslichen Melodien stammen allesamt aus der Feder des mit Abstand erfolgreichsten Schlager- und Filmkomponisten der UFA-Zeit, Werner Richard Heymann, dessen Todestag sich 2011 zum 50. Mal jährte. Protagonisten des Films sind, neben Heymann selbst, die Tochter Elisabeth Heymann und die Schauspielerin und Sängerin Dagmar Manzel. Am 8. September 2011 eröffnete sie in der Synagoge Rykestraße die Jüdischen Kulturtage mit einem Programm, das ausschließlich Werner Richard Heymann gewidmet war. Das Filmteam begleitete Dagmar Manzel bei der Erarbeitung dieser Lieder bis hin zum Konzert. Durch Ausschnitte aus den alten Spielfilmen wie „Die Drei von der Tankstelle“, „Bomben auf Monte Carlo“, „Der Kongress tanzt“, „Ninotschka“ u. wird immer wieder der Ursprung der Lieder deutlich. Die bewegte Biografie Heymanns wird dem Zuschauer durch Gespräche zwischen Dagmar Manzel und Elisabeth Heymann und eine gemeinsame Spurensuche in Berlin nahegebracht.

Sa, 31. Mrz · 00:20-00:50 · arte
Schummeln für Jesus

Der neunjährige Nizar, ein palästinischer Junge, ist eher Einzelgänger und wird von Gleichaltrigen gemieden. Zum diesjährigen Osterfest entscheidet Nizar, dass er es mit den Dorfkindern im traditionellen Ostereierspiel aufnehmen will…  Sein Ziel ist es, so viele Eier wie möglich zu gewinnen und diese dann in der Dorfkirche Jesus zu opfern. Aber das Ei von Nizar ist „Mashmaa“, ein getürktes Ei, das er entgegen den Spielregeln im Innern mit Wachs gefüllt hat. Nur er und Jesus kennen das Geheimnis. Ob sein Plan gelingt?