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Neues aus der Budge-Stiftung

Eröffnungsfeier des Kooperations-Projektes…

Die Feier zur Eröffnung des Kooperationsprojektes Betreutes Wohnen für jüdische Menschen mit Behinderung fand am 22. März im Rosl-und-Paul-Arnsberg-Saal der Budge-Stiftung statt. Es ist ein deutschlandweit einzigartiges Projekt, welches in Frankfurt durch die ZWST (Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland) und den IB (Internationaler Bund, Freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e.V.) realisiert wurde.

In der Henry und Emma Budge-Stiftung leben diese Familien, hier können sie am jüdischen Alltagsleben teilhaben und die hauseigene Synagoge besuchen. Besonders qualifizierte Mitarbeiter mit jüdisch-kulturellem Hintergrund und russischen Sprachkenntnissen gestalten die pädagogische Arbeit. Die jüdische Gemeinde in Frankfurt dient als wertvoller Partner und Unterstützer der jüdischen Menschen mit Behinderung, die aus den ehemaligen GUS-Staaten als Kontingentflüchtlinge gekommen sind. Für dieses Projekt war eigens die Satzung der Budge-Stiftung geändert worden.


Herr Benjamin Bloch bei seiner Begrüßung.

Benjamin Bloch, Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle, begrüßte die Vertreter der ZWST, des IB, der Jüdischen Gemeinde, der Aktion Mensch, den Stadtdekan Johannes zu Eltz, die Stadtverordnete Renate Wolter-Brandecker, Friederike Schlegel, den Ortsvorsteher Werner Skypalle, Claudia Korenke von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sowie den Geschäftsführer der Budge-Stiftung, Heinz Rauber. Grußworte sprachen Thiemo Fojkar, Vorstandsmitglied des IB, Frau Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, Sozialdezernentin der Stadt Frankfurt, Dr. Dieter Graumann, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Frau Susanne Messner-Spang, Vorstandsvertretung von Aktion Mensch, Thomas Knierim, Regionalmanager des Landeswohlfahrtsverbandes Wiesbaden und Ebi Lehrer, Vorstandsvorsitzender der ZWST.


Herr Thimo Fojkar, Vorstandmitglied des IB.

Die Presseerklärung der ZWST und des IB steht unter der Überschrift „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch“. Inklusion – die Einbindung jedes einzelnen mit seinen Eigenheiten – war der meistgenannte Begriff an diesem Vormittag. Die UN-Behindertenrechtskonvention gibt dazu klare Ziele vor. Mehrfach wurde auch das Grundgesetz zitiert mit Blick auf das Recht von Menschen mit Behinderung, in diesem Fall von jüdischen Menschen mit Behinderung, auf ein selbstbestimmtes Leben. Siebenundsechzig Jahre nach dem Holocaust ist dies möglich geworden.


Herr Ebi Lehrer, Vorsitzender der ZWST.

Für das Kooperationsprojekt Betreutes Wohnen für jüdische Menschen mit Behinderung wurde über Jahre hinweg ein Vertrauensverhältnis zu den Familien mit jüdischen Wurzeln aufgebaut. In den Wohnungen der Familien sind schon die ersten Mesusen angebracht worden. Dieses jüdisches Türpfostensymbol, eine Kapsel, enthält auf Pergament die ersten zwei Abschnitte des jüdischen Glaubensbekenntnisses.

Thiemo Fojkar wünschte dem Projekt „Ssimcha“, Freude. Die Veranstaltung klang aus mit Liedern aus dem hebräischen, russischen und jiddischen Sprachraum, vorgetragen von Boris Chauskin, und einem koscheren Buffet für die Gäste.

Weitere Informationen: http://www.budge-stiftung.de