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Giuseppe Marcone: Auf der Flucht vor Gewalttätern umgekommen

Giuseppe Marcone kam als Sohn italienischer und bulgarischer Immigranten in Deutschland zur Welt. Er war ein mehr als aufgeschlossener und toleranter Junge, welcher Freunde jeder Nationalität und Religionszugehörigkeit hatte. Da sein bester Freund jüdisch war, verbrachte Giuseppe häufiger den Schabbat mit ihm und seiner Familie und bekam so den ersten Einblick in die jüdische Kultur, die Religion und Tradition…

Nachruf auf einen Freund
von Yves Arievitch

Er begann sich selbst dafür zu interessieren und sich damit zu identifizieren. So kam es, dass er im Jahre 2007 in die Misgeret eintrat und damit der einzige Nichtjude war, der zusammen mit den israelischen Sicherheitsmännern deutsche Synagogen und andere jüdische Institutionen sicher hielt, indem er das Sicherheitspersonal unterstützte ein weiteres Paar Augen auf den näherliegenden Straßen zu haben und sogar Personenkontrollen durchführte.

Giuseppe war ein Träumer, der stets ehrgeizig und bemüht war seine Träume in die Tat umzusetzen. Sein größter Traum jedoch blieb ihm leider verwehrt – Der Eintritt in die israelische Armee, sowie den Umzug in das gelobte Land. Aus zeitlichen Gründen gelang es Giuseppe nicht, die Aufwendigkeiten eines Giur aufzubringen, obwohl er dies, wär ihm mehr Zeit geblieben, auf sich genommen hätte, da er Teil des jüdischen Volks sein wollte und nicht nur der Davidstern um seinen Hals dies bewiesen. Es war sein wachsendes Ínteresse an der jüdischen Kultur, seine Synagogengänge und Hausbesuche zu Pessach und Rosch haSchanah die sein Interesse untermauerten. Da die Armee sein Traum blieb schrieb er sich in der Bundeswehr ein und berichtete trotzdem, dass es sich anfühle, als wäre es die falsche Armee. Er freute sich trotzdem euphorisch auf seinen neuen, selbstständigen Lebensabschnitt, den er sicherlich ohne Probleme gemeistert hätte.

Giuseppe starb am Morgen des 17. Septembers, als er vor Angreifern flüchte und dabei von einem herannahenden Auto angefahren wurde. Er wird überlebt von seiner Familie, seinen Freunden und sehr vielen dankbaren Menschen,die das Glück hatten ihn gekannt zu haben.

Quelle: HP der Jüd. Gem. z. Berlin