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Tea-Party in Jerusalem: „In Israel gibt es mehr Mut als in ganz Europa“

Der amerikanische Moderator Glenn Beck will ein globales Netzwerk zur Unterstützung Israels aufbauen. Das kündigte er am Mittwochabend bei einer Solidaritätskundgebung in Jerusalem an. Über 1.000 Besucher hörten zu – hauptsächlich evangelikale Christen…

M. Breckner, inn

„In Israel gibt es mehr Mut in einer einzelnen Quadratmeile, als in ganz Europa zusammen. In einem einzigen israelischen Soldaten steckt mehr Tapferkeit, als in all den kalten Herzen der Bürokraten bei den Vereinten Nationen zusammen“, sagte Glenn Beck mit bebender Stimme bei seiner Kundgebung an der südlichen Mauer des Tempelberges in Jerusalem.

Die Veranstaltung war der Höhepunkt einer mehrtägigen Veranstaltungsreihe in der israelischen Hauptstadt, mit der Beck weltweit für Solidarität mit dem jüdischen Staat werben wollte. In den Tagen zuvor hatte Beck bereits der Opfer des Holocaust gedacht und eine Predigt zu dem Slogan „Den Mut zu lieben“ gehalten.
„In Israel trifft man Menschen, die gegen immense Widerstände und gegen die Meinung der ganzen Weltöffentlichkeit für das einstehen, was richtig, gerecht und gut ist“, so Beck. Die Weltgemeinschaft, allen voran die Vereinten Nationen, prangere immer wieder das demokratische Israel an, ignoriere aber weitgehend mörderische Diktaturen wie Libyen, Syrien und Nordkorea. Es sei fast schon zum Lachen, wie die so genannten „Menschenrechtler“ mit zweierlei Maß messen und ihre Kritik in erster Linie an die freie Welt richten würden.

Beck verabschiedete bei der Veranstaltung symbolisch eine „Erklärung der Rechte und Pflichten“ mit zehn Geboten, an die sich verantwortliche Bürger halten sollten. Dazu gehört die Gewährung der Meinungs- und Religionsfreiheit besonders auch für Minderheiten und Andersdenkende, Wohltätigkeit gegenüber Benachteiligten sowie Gott zu suchen und sein Leben an den zehn Geboten der Bibel auszurichten.

Heftige Kritik und begeisterte Unterstützung für Beck

Bei israelischen Politikern stieß die Solidaritätsdemo Becks auf ein geteiltes Echo. Der Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, sprach ein Grußwort bei der Kundgebung. Der Knesset-Abgeordnete Danny Danon (Likud) war ebenfalls zu Gast – er zählt zu Becks engsten Freunden in Israel. Er war es auch, der den Amerikaner zu einer Rede in die Knesset eingeladen hatte. Die Abgeordnete Anastassia Michaeli (Israel Beiteinu) wurde auf dem Weg zu der Kundgebung von linksgerichteten Gegendemonstranten aufgehalten. Unter anderen protestierte die linke Gruppe „Frieden jetzt“ gegen Beck. „Es ist peinlich, dass die israelische Regierung und die Stadt Jerusalem sich mit einem solchen Mann identifizieren und ihn herzlich empfangen“, sagte Etai Mizrav, ein Aktivist der Gruppe.

Obwohl Beck mormonischen Glaubens ist, kamen zu seiner Veranstaltung überwiegend evangelikale Christen – unter ihnen der prominente texanische Fernsehprediger und Gründer von „Christen gemeinsam für Israel“, John Hagee. Im Publikum saßen Repräsentanten der US-Bürgerbewegung „Tea Party“, der republikanische Präsidentschaftskandidaturanwärter Herman Cain sowie der Schauspieler Jon Voight. Israelischen Medienberichten zufolge waren auch Auftritte des Rocksängers Ted Nugent, des Schauspielers Chuck Norris sowie des parteilosen US-Senators Joe Lieberman geplant gewesen – Letzterer musste aus familiären Gründen absagen.

Nach seiner Israelreise hat Glenn Beck Auftritte in Südafrika und Südamerika geplant, bevor er in die USA zurückkehrt und dort am 12. September sein neues Internet-Fernsehprogramm „GBTV“ startet. Zusätzlich zu seiner sehr erfolgreichen Radiosendung will er dort täglich zwei Stunden aktuelle politische Entwicklungen kommentieren. Bis Ende Juni moderierte Beck mit teils hervorragenden Einschaltquoten eine Sendung auf „Fox News“, wo er mit seinen manchmal in Verschwörungstheorien abgleitenden politischen Vorträgen immer wieder für Kontroversen sorgte – unter anderem bezeichnete er Präsident Barack Obama als einen „Rassisten“. Im August folgten etwa 300.000 überwiegend konservative Amerikaner einer Einladung Becks nach Washington: Auf der Massenkundgebung wurde für Amerika gebetet und christliche Lieder gesungen.