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Israelische Militärs und Diplomaten: Die 1967er-Grenzen sind durchaus zu verteidigen

Eine Gruppe früherer israelischer Armeeoffizielle und Diplomaten besuchten Ende Juli Washington. Sie behaupteten, dass ein Friedensabkommen mit den Palästinensern dringend sei, trotz und wegen des regionalen Aufruhrs – und im Gegensatz zu dem, was Ministerpräsident Netanyahu behauptet, seien die 1967er-Grenzen sind tatsächlich zu verteidigen…

Natasha Mozgovaya Наташа Мозговая נטשה מוזגוביה
Übersetzt von Ellen Rohlfs

… „Wir sind hier, weil wir das Gefühl haben, dass uns die Zeit davon rennt und dass es keinen Status quo gibt,“ so Generalmajor Nathan Sharoni zu Haaretz am 25-07-2011. „Die Dynamik ist derart, dass wir schnell handeln müssen, dass wir uns nicht in eine Situation bringen, aus der wir nicht wieder heraus kommen, die nicht wieder korrigiert werden kann.“

„Wir sind hier, weil wir uns darüber Sorgen machen, dass der jüdische Staat nicht jüdisch und demokratisch bleiben wird. In 30Jahren werden die Juden ein Drittel der Bevölkerung zwischen Jordan und dem Meer sein. Und die sich in dieser Zeit in Israel entwickelnde Kultur deutet darauf hin, dass dieses eine Drittel die zwei anderen Drittel kontrollieren soll“, sagte er.

Der zweite Punkt, der der Gruppe Sorgen bereitet, ist, dass es kein glaubwürdiger Kritiker gewagt hat, der Behauptung Netanyahus zu widersprechen, dass die Grenzen von 1967 zu verteidigen sind.

„Es ist schon in das israelisch politische Lexikon als unbeweisbarer Grundsatz hineingeraten“, sagte Sharoni. „Wir denken, das führt in die Irre. Die Grenzen von 1967 sind zu verteidigen, wir müssen sie nur definieren – gegen was zu verteidigen? Es stimmt, dass sie gegen Raketen aus dem Iran nicht zu verteidigen sind, aber so ist es auch mit dem ganzen Gebiet von Eretz Israel.
Sie sind auch nicht zu verteidigen gegen den Terror und gegen Hisbollah-Raketen,“ fügte er hinzu. Aber zu sagen, dass die strategische Tiefe des Jordantals Israel retten wird, das ist eine Täuschung.“

Sharoni sagte, dass das, was traditionell die „östliche Front“ gegen Israel ausmachte, so jetzt nicht mehr existiert. ….
„Brauchen wir tatsächlich die Kontrolle über das Jordantal, um diesen Bedrohungen zu begegnen? Um ein oder zwei IDF-Divisionen zu bewegen, um die Kontrolle über das Tal zu bekommen, brauchen wir höchstens 36 Stunden. Mit unserer Abschreckung und Beweglichkeit ist das gar kein Problem. Wenn es eine entmilitarisierte Zone sein wird, ist genug Zeit, um dorthin zu kommen, sollte je etwas geschehen.

„Und die Palästinenser benötigen das Jordantal, um einen lebensfähigen Staat aufzubauen, besonders wenn sie Flüchtlinge aufnehmen wollen. Die IDF kann alle Grenzen schützen – es ist nur eine Frage, die richtige Strategie zu entwickeln“, fuhr Sharoni fort. „Es ist töricht, die strategische Tiefe nach weiteren 1000km zu messen, wenn unser ganzes Land keine strategische Tiefe hat, und ehrlich gesagt – ich denke, dass dies kein Land in der Welt gegen die augenblicklichen Bedrohungen hat“… Was uns erschreckt, ist, dass unsere augenblickliche Führung nicht den Mut hat und nicht den notwendigen Pragmatismus, mit den Herausforderungen fertig zu werden…

Wenn es nach mir ginge, so hätte ich auch gern das ganze Land mit Nablus und Hebron. Aber wir müssen den Unterschied verstehen zwischen einer Grenze, die man verteidigen kann und einer lebensfähigen Grenze“, sagte Gazit.“ Wenn der palästinensische Staat nicht lebensfähig ist – schießen wir uns selbst in den Fuß.“

Hier wurde die Quelle: http://www.haaretz.com, 25/07/2011, für das Übersetzernetzwerk Tlaxcala übersetzt (Ellen Rohlfs): http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=5439.