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Sürpriz, Sürpriz: Die „Dignité al Karame“ im Vogtland

Die Überraschung könnte größer nicht sein: Nachdem nun die „„Dignité al Karame“, eine kleine Yacht, die unterwegs nach Gaza war, um die Seeblockade zu brechen, von der israelischen Armee gestoppt wurde, haben die im griechischen Hafen zurückgehaltenen Aktivisten eine Kursänderung vorgenommen. Kurzerhand hat man die Logbücher zugeschlagen und die Schiffe verlassen…

Achtung: satirische Vision
von Ramona Ambs

Die Gazaflottilisten räumten ihre Fracht und ihre Pace-Fahnen aus dem Schiff und verluden diese in kleine Lastwagen. Sie wollen nun ihren Protest gegen unmenschliche Blockadepolitik in ihren jeweils eigenen Ländern fortsetzen. Die deutsche Delegation ist bereits am Dienstag Abend mit zwei halbbeladenen Lastwagen von der griechischen Küste in Richtung Deutschland aufgebrochen. Gefragt nach ihrem neuen Einsatzort beschrieben die Aktivisten ein Gebiet im Osten der Republik, der als „national befreite Zone“ bekannt sei. Auch dort hätten Palästinenser keinen Zutritt. Andernfalls drohe ihnen raue Gewalt von einem schlagenden Mob. Das aber verstoße ja gegen jede Menschenrechtskonvention.

Die mit an Bord genommenen Vorräte wolle man nun selbst verwenden, um einen längeren Aufenthalt im dortigen Krisengebiet durchzuhalten. „Wir wollen, dass Palästinenser und andere Migranten nicht mehr von diesem Gebiet ausgeschlossen sind. Sie sollen sich hier frei bewegen können,“ erklärte ein Sprecher der deutschen Delegation. Es sei außerdem von Vorteil, dass der Verhaltensleitfaden* für die Flotten-Teilnehmer nun hinfällig sei: „Das generelle Sexverbot fällt weg“. Ganz im Gegenteil könne man hier Sex als gelebte Völkerverständigung praktizieren, ohne zum Beispiel von Repressalien, die selbstverständlich „vor dem kulturellen Hintergrund der ursprünglich anvisierten Region respektiert werden müsse“, bedroht zu sein.

Zweifelsohne jedoch war auch die Langeweile im griechischen Hafen ein Grund für den Sinneswandel. Eine Aktivistin erklärt dazu: „Eigentlich wollten wir ja schon lieber Piraten spielen und auf hoher See für unsere Überzeugungen kämpfen, aber nachdem wir das nun nicht durchsetzen konnten, hingen wir hier fest. Wir haben dann vor Ort versucht Leute für unser Anliegen zu begeistern, aber die Griechen interessieren sich garnicht weiter dafür. Die machen grad ihre eigene Revolution. Naja, und inzwischen kennen wir alle Hafenkneipen und haben hier nun echt nix mehr zu tun.“ Mittlerweile sind die beiden Lastwagen bereits in Österreich gesichtet worden. Es ist also damit zu rechnen, dass spätestens ab morgen mit dem Durchbruch in eine „national befreite Zone“ zu rechnen sein wird. Wir halten Sie auf dem laufenden…

*) http://www.neues-deutschland.de/artikel/200927.html berichtet, vom Verhaltensleitfaden für die Flotten-Teilnehmer. Dort heißt es: »Es ist während der gesamten Reise verboten, mit Teilnehmern oder mit Palästinensern im Gaza-Streifen Sex zu haben«. Jean-Claude Canoine, ein Passagier auf dem europäischen Schiff, schüttelt mit dem Kopf: »Diese Regel passt nicht zu dieser Aktion. Sex ist doch das beste Mittel zur Völkerverständigung.«