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Der Automobilkonstruktuer André Citroën (1878 – 1935)

André Citroën, ein brillanter Unternehmer, Marktstratege und ein Verfechter sozialer Ideen steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die das Jüdische Museum Westfalen von Pfingstsonntag, dem 12. Juni 2011, an zeigt…

Ausstellungen gibt es regelmäßig im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten. Jüdische Geschichte und Gegenwart gehören zum Themenspektrum, aber auch Kunstausstellungen mit aktuellen Künstlern locken immer wieder Besucher in Haus. Hin und wieder versuchen sich die Ausstellungsmacher aber mit eher für dieses Museum ungewöhnlichen Themen. Im Herbst 2009 waren es etwa 80 Fotos der Fotografin und Musikerin Linda McCartney, der verstorbenen Ehefrau des Exbeatles Paul. Die in einer jüdisch-amerikanischen Familie geborene Linda Eastmann hatte als Fotografin in den späten 1960er Jahren Kontakte zu damaligen Rockstars wie Janis Joplin, Jimi Hendrix, den Doors mit Jim Morrissen und vielen anderen.

Mit der Ausstellung „André Citroën“ holen die Ausstellungsmacher erneut eine eher ungewöhnliche Ausstellung in das Jüdische Museum Westfalen. André Citroën war in vielerlei Hinsicht ein Genie. Von Beginn an wollte er erschwingliche und praktische Autos bauen und führte daher als erster in Europa die Fließbandproduktion ein. Früh erkannte er auch den Wert der Werbung und Markenbildung und machte aus dem Doppelwinkel des Zahnrades das Citroën-Logo. Zugleich führte er das 13. Monatsgehalt ein und stellte seinen Mitarbeitern Kinderkrippen zur Verfügung.


André Citroën (Quelle: Citroën Communication)

Das Jüdische Museum Westfalen zeigt eine von Dr. Frauke Dettmer konzipierte Ausstellung, die 2007 im Jüdischen Museum Rendsburg erstmals gezeigt wurde. Die Ausstellung zeigt das innovative Wirken des Autobauers, erzählt wie Citroën ab 1919 als erster Europäer Autos am Fließband produzieren lässt und die Autofirma zur innovativsten Marke des 20. Jahrhunderts macht. Sie zeigt aber auch die Herkunft des André Citroën und seiner Familie. Hatten seine jüdischen Vorfahren noch von Amsterdam aus mit Limonen – daher sein Nachname – gehandelt, so entschied er sich früh für die technische Laufbahn. Aus dem Zitronenhandel entstammt auch der Familienname.

Um 1811 mussten die Juden einen Familiennamen annehmen. Wie viele andere ließen sich auch die Ahnen von André Citroën von ihrem Beruf inspirieren und nannten sich Limoneman. Später änderten sie den Namen in Citroen (niederländisch für Zitrone). 1870 oder 1871 begann dann der französische Teil der Familiengeschichte. Fortan nannte sich dieser Zweig Citroën. Auch nach seinem Tod 1935 bleibt Citroën als Marke die Verkörperung der Avantgarde.


Fahrzeugschau vor einem Autohaus (Quelle: Citroën Communication)

Ergänzend zu den Bild- und Texttafeln werden auch Exponate ausgestellt, darunter historische Verkaufsbroschüren, Konstruktionspläne, Modelle und manches mehr. Im Garten des Museum werden in wechselnder Folge jeweils drei historische Fahrzeuge zu sehen sein: verschiedene Traction Avant, eine 2 CV Ente, eine 2 CV Kastenente und eine DS 23 Automatik sowie ein HY Transporter. Am Pfingstssonntag erwarten die Veranstalter eine Reihe von Citroën-Freunden mit ihren historischen Fahrzeugen am Museum.

Unterstützt wird die Ausstellung von Citroën Deutschland, einigen Citroën-Clubs sowie mehreren privaten Sammlern und Fahrzeugbesitzern. Die Ausstellung wird am Pfingstsonntag, dem 12. Juni, um 11:00 Uhr eröffnet und ist bis zum 31. Juli 2011 zu sehen.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 10:00 bis 12:30 Uhr und 15:00 bis 18:00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage von 14:00 bis 17:00 Uhr
Montag geschlossen

Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Straße 1
46282 Dorsten
02362-45279
www.jwm-dorsten.de