Nägel von Jesu Kreuz entdeckt?

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Zwei kleine römische Nägel, 1990 im Jerusalemer „Friedenspark“ südlich des Tempelbergs in einer Grabhöhle entdeckt, könnten jene Nägel sein, mit denen die Hände Jesu am Kreuz befestigt wurden. Das hat der bekannte „Journalist“ und Filmemacher Simcha Jacobovici bei einer gut besuchten Pressekonferenz in Jerusalem behauptet…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 12. April 2011

Die Aufsehen erregende Entdeckung wurde Journalisten schon zwei Tage zuvor per Email mitgeteilt, mit der strikten Anweisung, kein Wort darüber vor Beginn der Pressekonferenz zu veröffentlichen. Auf Anfrage, wieso sich die Zeitung Haaretz nicht an die Sperrfrist halten musste,  sagte einer der Veranstalter: „Kaum jemand kann doch Hebräisch lesen. Auf Englisch wurde nichts veröffentlicht.“ So war deutlich, dass die Vorstellung der Sensation vor allem eine ausgeklügelte PR-Aktion des Geschäftemachers Jacobovici war.

Die Nägel wurden in einer Grabhöhle in und neben einem Ossuarium (Knochenkasten) gefunden mit dem extrem seltenen eingeritzten Namen in althebräischer Schrift „Josef, Sohn des Kaiaphas“. Fast ohne Widerspruch folgen die meisten Wissenschaftler der These der Entdecker Zvi Grinhut und Ronni Reich, dass es sich hier um das Familiengrab des Hohepriesters Kaiaphas handelte. In den Jahren 18 bis 36 hielt Kaiaphas das höchste Amt eines Juden unter römischer Besatzung inne. Jesus von Nazareth bezeichnete sich als „König der Juden“, was die herrschende Priesterkaste als Revolte auffasste. Wie im Neuen Testament berichtet, konnte Kaiaphas den Jesus nicht selber verurteilen. Also übergab er den populären Revolutionär, der beim Tempel die Tische der Geldwechsler umgeworfen hatte, dem römischen Prokurator Pontius Pilatus. Der verurteilte Jesus zum Tode,  nachdem er sich „die Hände in Unschuld gewaschen“ hatte.

„Rechtzeitig zu Ostern“, so die Einladung zur Pressekonferenz, hat der kanadisch-israelische Filmemacher Jacobovici einen 45 Minuten langen und etwa 800.000 Dollar teuren Film über seine Suche nach den beiden Nägeln vom Kreuz Jesu gemacht. Der Film wird nun weltweit im Fernsehen gezeigt, sogar im israelischen Fernsehen.


Simcha Jacobovici mit den beiden Nägeln

Jacobovici hat schon einige fragwürdige Sensationsfilme über Jesus gemacht und sie erfolgreich weltweit vermarktet. Seine vermeintlichen „Entdeckungen“ gelten unter Wissenschaftlern als unseriöse Spekulationen. So hatte der Filmemacher vor zwei Jahren die christliche Welt aufgeschreckt mit der „Entdeckung“ des Grabes der kompletten Familie Jesu mitsamt Mutter Maria, Vater Josef, Jesus selber, seiner Ehefrau und einem Sohn, Die Geschichte der krummen Nägel, die Jacobovici vor der Presse hoch hielt, hat mehrere Haken. Denn die Archäologen haben tatsächlich zwei Nägel gefunden und ordentlich registriert, aber weder fotografiert noch aufbewahrt. Die Nägel blieben verschwunden. „Die israelische Antikenbehörde wollte einen wichtigen Fund verschwinden lassen, um sich nicht mit dem Christentum anzulegen“, spekulierte Jacobovici, während der ebenfalls anwesende Archäologe, Professor Gabriel Barkay von der Bar Ilan Universität widersprach: „So etwas hat es nie gegeben. Das Verschwinden der Nägel war eine schlimme Schlamperei, ein Fehler von Reich und Grinhut.“ Mit einem Filmteam machte sich Jacobovici auf die Suche nach dem Kaiaphas-Grab. Das wurde beim Bau einer Straße zufällig entdeckt, erforscht, versiegelt und zugeschüttet. Weil die Antikenbehörde sich weigerte, mit Jacobovici zu kooperieren, musste er im Park „neben einem Spielplatz“ das Grab suchen. Dabei half ihm eine Sitte orthodoxer Juden. Auch bei 2000 Jahre alten jüdischen Gräbern müssen die „Seelen“ mit dem Himmel kommunizieren können. In die Höhlendecke wird deshalb ein Loch gebohrt. Darein wird ein grünes Stahlrohr gesteckt, das dann etwas sinnlos aus dem Boden ragt. Jacobovici ließ eine Mini-Kamera in das Grab herab, „um die verschollenen Nägel zu suchen“. Natürlich erfolglos. Daraufhin besuchte er das Labor von Professor Israel Hershkowitz an der Universität Tel Aviv. Der hatte tatsächlich „ungefähr“ vor 18 Jahren zwei Nägel „aus Jerusalem“ erhalten. Darum sponn Jacobovici nun seine „Geschichte“. Die hat jedoch laut Professor Barkay „mit Archäologie und Wissenschaft“ nichts zu tun.

Jacobovici erzählte den kopfschüttelnden Journalisten von BBC, CNN, ZDF und dpa, dass im Judentum nur „Nägel von Gekreuzigten“ einem Toten als Grabbeigabe mitgegeben würden, weil sie Seelenheil in der Nachwelt versprächen. Barkay hingegen behauptete, dass Nägel in einem Zimmer, in dem ein Toter lag, „unrein“ seien, herausgenommen und mit dem Toten ins Grab geworfen wurden. Ebenso wurden mit Nägeln die Namen der Verblichenen auf die Knochenkästen geritzt.


Ossuarien im Magazin der Antikenbehörde

Für Kaiaphas seien laut Jacobovici das Verhör und die Übergabe Jesu an Pilatus die „wichtigste historische Tat“ seines Lebens gewesen. Kaiaphas habe seine Tat vor seinem Tod im Alter von 60 Jahren bereut und sei einer der ersten Gläubigen Jesu geworden. So der Filmschaffende unter Berufung auf ein obskures arabisches „Kaiaphas-Evangelium“ aus dem 6. Jahrhundert. Deshalb habe Kaiaphas nach seinem Tod die Nägel in seinen Knochenkasten legen lassen. Eine Journalistenfrage dazu beantwortete Barkay: „Wir haben Ossuarien mit den Knochen eines halben Menschen und andere mit anderthalb Toten gefunden. Nachdem das Fleisch verwest ist, haben wohl professionelle Totenarbeiter die sterblichen Überreste pietätlos zusammen mit Parfumflaschen, Münzen und was sonst in der Grabhöhle herumlag, in die Knochenkästen gepackt.“ Während die Wissenschaftler davon ausgehen, dass ein wunderbar steingemetzelter Knochenkasten mit der Aufschrift „Josef, Sohn des Kaiaphas“ die Knochen des berühmten Hohepriesters enthielt, hatte sich Jacobovici von der Antikenbehörde einen zweiten, wesentlich schlichteren Kalkstein-Kasten mit dem Namen „Kaffaa“ aus der gleichen Grabhöhle ausgeliehen und mitgebracht. Zwischen zwei Rosetten, die laut Barkay mit einem „Kompass“ eingeritzt und nur „Verzierung ohne Bedeutung“ seien, sieht man drei Stufen, eine Säule und sieben nach oben zeigende Pfeile. Jacobovici hatte dazu eine bedeutsame „Erklärung“: Michaelangelo hatte in der sixtinischen Kapelle im Vatikan eine Säule gemalt, die weggetragen wird. Also ist auch das eindeutig eine symbolische Abbildung des Kreuzes, knapp sechs Jahre nach der Kreuzigung Jesu auf die Breitseite eines Ossuariums geritzt. Und schließlich machte Jacobovici noch zwei „Nägel mit Köpfen“. Zwei kleine Kreise rechts und links der Rosetten identifizierte Jacobovici als „Nagelköpfe“. Barkay schmunzelte: „Die beiden Kreise sind reine Füller, bedeutungsloser Zierrat.“

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

4 Kommentare

  1. Ich will nicht zynisch werden, aber Nägelfunde „vom Kreuz Jesu“ lösen bei mir Unbehagen aus. Denn mit solchen Nägeln wie auch mit dem angeblich „originalen Kreuz Jesu“, welches laut römisch-katholischer Ãœberlieferung die Kaiserinnenwitwe und Kaisermutter (Konstantins), Helena, gefunden haben soll, haben frühe Devotionalienhändler über Jahrhunderte hinweg so erstklassige Geschäfte gemacht, dass in der Region des einstigen und des heutigen Israel eigentlich kein Stück mehr vorhanden sein kann. Die Geschäfte liefen so gut, weil sich immer wieder Bischöfe und noch höherrangigere Kirchenfürsten fanden, die gegen Geld ihre Unterschrift samt Siegel unter die angeblich „amtlichen Echtheits-Urkunden“ setzten. Das hat zur Folge, dass zum Beispiel allein in Niederbayern etwa acht „Nägel vom Kreuze Jesu“ in Kirchensammlungen verwahrt werden, Kreuzesteile natürlich auch. Heute ist das auch manchen katholischen Priestern peinlich. Denn je nach Art der Nagelung waren es ja maximal vier Nägel gewesen, mit denen Jesus aus Nazareth ans (römische!) Kreuz geschlagen wurde! Mich tröstet, dass es original römische Nägel nicht gar so selten gibt: So fanden sich solche auch im einstigen Kastell Quintana, der heutigen Gemeinde Künzing unweit  der Donau im erwähnten Niederbayern. Es gibt dort ein Museum mit hohem fachlichen Ansehen und vielen Römer-, noch älteren und mittelalterlichen bajuwarischen Funden.  Ãœbrigens: als sich im „Heiligen Land“ keine „Windel Jesu“, kein blutiges „Schweißtuch“ und keine sonstigen angeblich „echten“ Gegenstände mehr fanden, die Jesus oder seiner Mutter zugeschrieben werden konnten, begannen die ‚Devotionalienhändler einen schwunghaften Handel mit oft mumifizierten oder bis aufs Skelett verfaulten Leichen aus den Katakomben Roms. Da wurde vorausgesertzt, dass es sich bei allen Begräbnissen dort um jene von Märtyrern des katholischen Glaubens gehandelt habe. Und es wurde geschwindelt wie zuvor schon: So liegen im niederbayerischen Deggendorf und im oberbayerischen Pfaffenhofen identische, und gleichartig fantastisch geschmückte Ãœberreste eines „heiligen Felix“ mit identischen Verehrungstagen in Glasvitrinen auf Seitenaltären der jeweiligen Pfarrkirche. Nein, ich kann Funde auch in Jerusalem, die mit dem Ziel einer öffentlichen Aufmerksamkeit so scheinbar beiläufig dahergeredet, mit Jesus in Verbindung gebracht werden, nicht ernst nehmen!

  2. Danke, mfb, für diese wertvolle Gegenüberstellung, die uns noch deutlicher belegt, wie schrecklich rückständig ‚man‘ heute im Iran, in Jemen, in Saudi Arabien, im Sudan und in den VAE ist. Was andere bereits vor nahezu 2000 Jahren abgelegt haben, praktizieren diese Staaten heute noch bzw. wollen darauf nicht verzichten. Ein Kontrast wie er schärfer nicht ausfallen könnte.
     
    Sie entwickeln sich, mfb, scheinen gelernt zu haben, sind auf dem Wege vom Saulus zum Paulus, brav!

  3. In diesem Zusammenhang ebensowenig von Interesse wie der Auszug von Herrn Schlickewitz (Zitat, Wikipedia)


    Judentum [Bearbeiten]
    Tanach [Bearbeiten]
    In der Tora war nicht die Kreuzigung, sondern die Steinigung als Todesstrafe für als todeswürdig geltende Vergehen vorgesehen. Das „Aufhängen“ wurde nicht gefordert und galt, wo es geschah, als Zeichen für den Ausschluss aus Gottes erwähltem Volk: Verflucht ist, wer am Holz hängt (Dtn 21,22f EU). Darin spiegelte sich ein Wissen um die ausländische Herkunft dieser Todesart und ihre Absicht, den Hingerichteten zu entehren und die Zuschauer abzuschrecken.
    Das Judentum übernahm nur das Aufhängen, nicht jedoch das Annageln von den umgebenden Völkern und wandte es selber nur gegen Fremdherrscher oder bei extremen religiösen Vergehen wie Gotteslästerung an. Man ließ den Verendeten nur bis zum Abend nach seinem Tod zur Abschreckung hängen und begrub ihn dann, um das Land nicht im religiösen Sinn zu verunreinigen. Dies zeigen Notizen über ausländische Herrscher (Gen 40,18f; Esr 6,11; Est 9,13ff) ebenso wie über Hinrichtungen in Israel (Jos 8,29 EU).[8]
    Geschichte [Bearbeiten]
    Das jüdische Königsgeschlecht der Hasmonäer jedoch war vom Hellenismus beeinflusst und übernahm von Makedonen und später von Römern auch deren Kreuzigungsstrafe. Um 267 v. Chr. etwa ließ der damalige König Judäas, Alexander Jannäus, 800 seiner innerjüdischen Gegner auf einmal kreuzigen (Flavius Josephus, Antiquitates Iudaeos XIII 13,5-14,2). Darin zeigte sich für diese deutlich seine Abhängigkeit von ausländischen Herrschern und deren Bräuchen.[9] Texte der Schriftrollen vom Toten Meer (200-100 v. Chr.) passten Dtn 21,22f der damaligen Praxis an und deuteten es als Verflucht ist, wer gekreuzigt wird. Das Kreuz (Holz) selber, nicht das Aufgehängtwerden daran, war zum Zeichen des Gottesfluchs geworden.
    Zwischen 200 v. Chr. und 135 n. Chr. waren jüdische Aufstandsversuche gegen Fremdherrscher und von ihnen abhängige Vasallenkönige häufig; daher waren jüdische Aufständische oft Opfer von Kreuzigungen. Doch bisher wurden nur einmal (1968) Überreste eines gekreuzigten Juden in einem Jerusalemer Massengrab mit 30 Skeletten gefunden.[10] Dass er nicht abgesondert von den übrigen Toten bestattet wurde, gilt als Zeichen dafür, dass die Kreuzigung damals nicht mehr als Gottesfluch aufgefasst wurde: jedenfalls nicht, wenn sie als Todesmarter für Lebende, zumal gegen aufständische Juden, verhängt worden war.[11]
    Auch Könige aus der Herodes-Dynastie, darunter der Herrscher Judäas um die Zeitenwende, Herodes Archelaus, und der Herrscher Galiläas zur Zeit Jesu, Herodes Antipas, ließen ihre Gegner mitunter kreuzigen. Nachdem Galiläa mit Judäa direkt der römischen Präfektur unterstellt worden war, fiel die Exekution von Kapitalverbrechern jedoch in römische Kompetenz.
    Nach dem Ende der Eigenstaatlichkeit Israels und nachdem die unter Alexander Jannai verfolgten Pharisäer zur Führungsgruppe des Judentums aufgestiegen waren, verbot der Talmud (Traktat Sanhedrin 46b) das Hängen und damit das Kreuzigen als Hinrichtungsmethode und ließ nur das symbolische Aufhängen des bereits Getöteten zur befristeten Abschreckung zu, um der Toravorschrift zu genügen.“

    an gleicher Stelle 😉

  4. In diesem Zusammenhang von Interesse – die in Teilen der islamischen Welt, besonders bei unseren lieben iranischen Freunden, immer noch hochaktuelle Hinrichtungsart, das Kreuzigen (Zitat, Wikipedia):
     
    Koran
    Der Koran erwähnt das Kreuzigen an sechs Stellen. In Sure 7:124, 20:71 und 26:49 droht der Pharao seinen Hofzauberern schwere Strafen, darunter das Kreuzigen, dafür an, dass sie sich angesichts der Machtdemonstration des Mose von den vielen Göttern Ägyptens zum einen Schöpfergott bekehrt und diesem gehuldigt haben. Damit erscheint Kreuzigung in der koranischen Version der biblischen Exoduserzählung (Ex 1ff EU) als ungerechte Strafe eines Ungläubigen.
    In Sure 5:33 heißt es:
    Der Lohn derer, die gegen Gott und seinen Gesandten Krieg führen und (überall) im Land eifrig auf Unheil bedacht sind (?), soll darin bestehen, daß sie umgebracht oder gekreuzigt werden, oder daß ihnen wechselweise (rechts und links) Hand und Fuß abgehauen wird, oder daß sie des Landes verwiesen werden. Das kommt ihnen als Schande im Diesseits zu. Und im Jenseits haben sie (überdies) eine gewaltige Strafe zu erwarten.
    Hier ist Kreuzigung als Strafe für diejenigen Muslime oder Nichtmuslime vorgesehen, die den Islam aktiv bekämpfen oder gefährden. Gemäß Sure 5:34 sind diejenigen nicht zu bestrafen,
    …die umkehren, (noch) bevor ihr Gewalt über sie habt. Ihr müßt wissen, daß Gott barmherzig ist und bereit zu vergeben.

    Hadith
    Die klassischen Hadithsammlungen berichten, dass Mohammed in einem Fall die Kreuzigung von Mördern und Kameldieben anordnete. Anderen Traditionen zufolge hingegen wurden die Täter geblendet, und Mohammed ließ ihnen Hände und Füße abschlagen.
    Geschichte
    Islamische Rechtsgelehrte haben Sure 5:33 meist auf Hadd-Vergehen wie Mord, Raubmord, Diebstahl bezogen. Umstritten blieb, ob auch Apostasie zu den Hadd-Vergehen zählt und ob Sure 5:33 für jedes Vergehen eine bestimmte Strafe fordert oder aber der jeweilige Herrscher oder Richter diese aus den hier angebotenen Strafarten auswählen soll. Letzteres vertraten zum Beispiel Ibn ‚Abbās, Ḥasan al-Baá¹£rÄ« und Sa’Ä«d ibn al-Musayyab. Die meisten Rechtsgelehrten, zum Beispiel Shafi’Ä«, stellten dagegen einen Strafkatalog auf, der bestimmten Vergehen bestimmte Strafen zuordnete und dann die Kreuzigung als Strafe für „Töten und Rauben“, also Raubmord oder Raub mit Todesfolge (Totschlag), vorsah.
    In der Geschichte des Islam wurden aber auch als Apostaten Verurteilte gekreuzigt, etwa unter dem dritten Kalifen ‚Umar II. Der Mystiker Mansur al-Halladsch wurde 922 in Bagdad als Ketzer verurteilt und gekreuzigt.
    Das heutige Strafrecht des Iran (eingeführt 1991) sieht Kreuzigung nach Artikel 190 als zweite von vier möglichen Hadd-Strafen für die gegen Gott und seinen Gesandten Krieg führen und (überall) im Land eifrig auf Unheil bedacht sind, vor. Artikel 195 legt fest, dass der Verurteilte nicht an am Kreuz sterben werden darf. Im Todesfall muss er abgenommen, im Überlebensfall darf er nicht anderweitig hingerichtet werden.
    Der Jemen, Saudi-Arabien, Sudan und die Vereinigten Arabischen Emirate lassen Verurteilte, die bereits enthauptet, gehängt oder gesteinigt wurden, anschließend an ein Kreuz hängen, um sie so einen Tag lang zur Schau zu stellen. Bekanntgewordene Fälle dieser Art werden etwa durch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International zum Anlass für Proteste gegen die Todesstrafe in diesen Ländern genommen. Nach neueren Länderberichten Amnestys werden mit Kreuzigung verbundene besonders grausame Todesurteile heute jedoch oft nicht mehr vollstreckt, sondern in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzigung

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