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Israelis und Jordanier bei gemeinsamer Erdbebenübung

Fast 200 Menschen haben im Jordantal an einer israelisch-jordanischen Notfallübung teilgenommen. Die Organisatoren wollten sich für ein mögliches Erdbeben in der Region wappnen…

Von E. Hausen, inn v. 20.03.2011

Wie die „Jerusalem Post“ am Sonntag berichtet, bauten die Teilnehmer ein Lager für Personen auf, die wegen einer Naturkatastrophe ihr Wohnhaus verlassen mussten. An dem Training beteiligten sich der Rote Davidstern (MDA), der Jordanische Rote Halbmond (JRC) und die Ben-Gurion-Universität (BGU) in der israelischen Wüstenstadt Be´er Scheva. Anlass war die 4. Konferenz des Forums für Entwicklung und Strategie (DSF), das vor etwa zwei Jahren als Plattform für regionale Zusammenarbeit gegründet wurde.

„Mit anzusehen, wie Mitglieder des JRC mit zwei BGU-Studenten ein Zelt aufbauen, als hätten sie schon immer zusammengearbeitet, gab mir ein enormes Gefühl der Zufriedenheit“, teilte Bruria Adini von der Abteilung für Notfallmedizin der Universität nach der Übung mit. „Es gab diese unglaubliche Energie, als sowohl Israelis als auch Jordanier eine gemeinsame Sprache fanden und zusammenarbeiteten. Die Kooperation war echt.“

Dagan Schwartz von der BGU verwies auf die israelische Stadt Eilat und die jordanische Stadt Akaba am Roten Meer: „Nicht durch Zufall befinden wir uns hier nahe der Partnerstädte Akaba und Eilat.“ Ihre geographische Nähe führe dazu, dass Rettungsmannschaften aus beide Ländern zusammenarbeiten müssten, falls nach einer Katastrophe eine schnelle und professionelle Reaktion nötig sei.

Jordanier: „Universität hat wichtigen Samen gesät“

Die Übung war lange vor dem verheerenden Erdbeben in Japan angesetzt worden. Der Jordanier Mohammed el-Hadid vom Roten Halbmond sagte, beim Vergleich von Japan und Haiti könne man „den Unterschied sehen, wenn ein Land vorbereitet ist“. Er lobte das Forum und die Rolle der israelischen Hochschule bei dessen Gründung: „Der Same, der hier durch die Ben-Gurion-Universität gepflanzt wurde, wächst zu einem Baum heran, der den Schatten bieten wird, unter dem wir sitzen können und der uns in Zukunft schützen wird.“

Auch MDA-Generaldirektor Eli Bin lobte die jordanisch-israelische Kooperation: „Das heutige Training ist entscheidend und spiegelt unsere langjährige Verbindung und Partnerschaft mit dem Roten Halbmond wider. Zusammenarbeit hilft uns, unsere gemeinsame Tagesordnung voranzubringen und die Grundlage für einen dauerhaften Frieden in der Region zu errichten.“

Während des Trainings waren auch Mitglieder des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes und der EU zugegen. Sie unterstützen das DSF seit seiner Gründung. Die BGU ist die einzige Universität in Israel, die einen akademischen Abschluss im Fach Notfallmedizin anbietet.