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Wo ist der Aufschrei gegen arabische Apartheid?

Der 11jährige palästinensische Junge Mohammed Nabil Taha, ist diese Woche am Eingang eines libanesischen Spitals gestorben, nachdem sich die Ärzte weigerten, ihm zu helfen, weil seine Familie eine medizinische Behandlung nicht bezahlen konnte…

Khaled Abu Toameh
Übersetzt von Karl Pfeifer

Der tragische Fall von Taha wirft ein Licht auf die Notlage von Tausenden Palästinensern, die in armseligen Flüchtlingslagern im Libanon leben und die Opfer eines Apartheidsystems sind, das ihnen den Zugang zu Arbeit, Erziehung und medizinischer Versorgung verweigert.

Ironischerweise erfolgte der Tod des Jungen gleichzeitig mit der Israel Apartheid Woche, eine Kampagne des Hasses und der Hetze, organisiert von antiisraelischen Aktivisten auf Universitätsgeländen in den USA, Kanada und in anderen Ländern.

Höchst unwahrscheinlich, dass die Leute hinter dieser Kampagne den Fall von Taha kennen. Auf Grund von Erfahrung ist es auch höchst unwahrscheinlich, dass sie solch einen Fall publizieren würden, nachdem ihnen dieser bekannt wurde.

Warum sollte sich jemand um einen palästinensischen Jungen kümmern, dem man medizinische Behandlung in einem arabischen Spital verweigerte? Diese Geschichte hat doch keinen antiisraelischen Aspekt.
Kann irgendjemand sich vorstellen, was passiert wäre, wenn ein israelisches Spital einen Jungen hätte am Parkplatz sterben lassen weil sein Vater nicht die 1.500 Dollar für seine Behandlung gehabt hat?

Der UNO Sicherheitsrat würde eine dringliche Sitzung halten und Israel würde man verurteilen und verantwortlich machen für den Tod des Jungen.

Das alles geschieht zu einer Zeit, in der Zehntausenden palästinensischen Patienten die Behandlung in israelischen Spitälern hilft.

Allein 2010 sind 180.000 Palästinenser aus der Westbank und Gaza nach Israel eingereist, um medizinisch versorgt zu werden. Viele von ihnen wurden behandelt obwohl sie nicht genug Geld hatten, um die Rechnung zu bezahlen. Sogar Selbstmordattentäter die – nur! – verwundet wurden, während sie versuchten Juden zu ermorden, sind berechtigt die beste medizinische Behandlung zu erhalten. Und es gibt viele Fälle, in denen Palästinenser, die während eines Angriffs gegen Israel verwundet wurden in einigen der besten israelischen Spitäler endeten.

Übrigens ist Libanon nicht das einzige arabische Land, das offiziell Apartheidgesetze gegen Palästinenser einsetzt und ihnen richtige medizinische Behandlung und das Recht auf Eigentum verweigert.

Erst letzte Woche wurde bekannt, dass ein medizinisches Zentrum in Jordanien den Beschluss gefasst hat palästinensische Krebspatienten nicht mehr zu behandeln, weil die palästinensische Autorität nicht ihre Schulden an das Zentrum bezahlte.

Andere arabische Länder machen Palästinensern ebenfalls große Schwierigkeiten eine medizinische Behandlung zu erhalten.

Es ist skandalös, dass während Israel palästinensische Patienten in den Spitälern behandelt, arabische Spitäler ihnen medizinische Behandlung aus verschiedenen – inklusive finanziellen – Gründen eine Behandlung verweigern. Aber dann erinnern wir uns, dass arabische Diktatoren sich nicht um ihr eigenes Volk kümmern, warum also sollten sie aufmerksam werden auf einen 11jährigen Jungen der am Spitalseingang stirbt, weil sein Vater keine 1.500 Dollar bei sich hatte?

Aber da der Tod in einem arabischen Land geschah – und das Opfer ein Araber ist – warum sollte sich jemand um ihn kümmern? Wo ist der Aufschrei gegen arabische Apartheid?

Quelle: http://www.hudson-ny.org/1953/arab-apartheid