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Die Beziehungen zwischen Pakistan und dem Iran

Die Beziehungen zwischen Pakistan und dem Iran sind von großer strategischer Bedeutung für beide Länder. Grund dafür ist die geografische und strategische Nähe. [1] Pakistan und der Iran waren im Verlauf des Kalten Krieges, während der Islamischen Revolution und während des Bürgerkrieges in Afghanistan Verbündete…

Diana Gregor

Pakistan und China haben traditionell immer enge Beziehungen unterhalten; im Gegensatz dazu sind Pakistan und Indien seit der Teilung 1947 Erzfeinde. Pakistan und der Iran, die kulturelle, stammesmäßige und religiöse Bande miteinander teilen, unterzeichneten 1950 einen Freundschaftsvertrag. Pakistan wurde zum Partner des Iran, als Indien sich dazu entschloss, Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser zu unterstützen, der „danach strebte, eine pan-arabische Ideologie zu exportieren, die zahlreiche arabische Monarchien bedrohte”. [2] Der Iran und Pakistan, die beide in der Vergangenheit dem Westen nahe gestanden hatten, waren 1955 unter den ersten Mitgliedern der Allianz von Baghdad gewesen, einem Versuch des Westens zur Schaffung eines pro-westlichen Blocks gegen die Sowjets und Nasser in Ägypten.

Energieabkommen zwischen Pakistan und dem Iran

Pakistan ist gezwungen, sich mit einer ernsten Unterversorgung mit Energie auseinandersetzen. Im März 2010 unterzeichneten der Iran und Pakistan ein Abkommen über eine Gasleitung in Höhe $ 7,6 Milliarden, und Teheran teilte mit, dass die neuen Sanktionen der Vereinten Nationen die Implementierung dieses Vertrages nicht aufhalten könnten. [3] Der Iran bezeichnet diese Gasleitung, die von den Gasfeldern im südlichen Pars bis zur Grenze mit Pakistan führt, als „Pipeline des Friedens“. [4] Durch die Unterzeichnung des neuen Abkommens über die Gasleitung unterminiert Pakistan die Bemühungen der Vereinigten Staaten und Europas, den Iran zu isolieren. Das Geschäft würde es dem Iran gestatten, Pakistan mit bis zu 750 Kubikfuß an Gas pro Tag zu beliefern, beginnend im Jahre 2014. [5] Die „Pipeline des Friedens“ war bereits in den 1990er Jahren geplant worden und hatte sich ursprünglich von Pakistan bis nach Indien erstrecken sollen. [6] Im Oktober 2010 zog sich Indien unter dem Einfluss des internationalen Drucks aus dem Dreiländer-Abkommen (Indien, Iran, Pakistan) der Gasleitung zurück, während der Iran und Pakistan das Projekt weiter am Leben erhalten. [7]

Im Mai 2010 gab Islamabad bekannt, dass es seine bilateralen Beziehungen zum Iran auf dem Gebiet der Ölgewinnung und der Entwicklung von Energie weiter auszubauen wünscht. [8]

Pakistans Rolle im nuklearen Waffenprogramm des Iran

Pakistan weist heute das am schnellsten zunehmende nukleare Waffenarsenal der Welt auf und stellt eine bedeutende Triebkraft hinter den nuklearen Ambitionen des Iran dar. [9] Abdul Qadeer Khan, der Vater des nuklearen Pogramms in Pakistan ebenso wie der Atombombe, gab vor kurzem zu, dass in den 1990er Jahre Zentrifugen und Entwürfe für Bestandteile von fortschrittlichen Waffen in den Iran verkauft wurden. Er hat bekannt gegeben, dass er sich möglicherweise zur Wahl zum Präsidenten in Pakistan stellen werde. [10] Weiterhin sagte er, Pakistan habe dem Iran „Skizzen im Zusammenhang mit der Bombe, Graphen von Zentrifugen für die Klärung von Uran und eine geheime Liste von Lieferanten auf aller Welt übergeben.” Die Zentrifugen gründen sich zum größten Teil auf Modelle und Entwürfe, die das Land aus Pakistan erhielt. [11]

Im Oktober 2010 hatte Pakistan gesagt, der Iran habe keinerlei Rechtfertigung dafür, nach nuklearen Waffen zu streben. Pakistans Außenminister Shah Mehmood Qureshi sagte, er wolle „eine weitere größere Krise in der Region vermeiden,“ und hob dabei hervor: „Meiner Ansicht nach glaube ich nicht, dass sie eine Rechfertigung dafür haben, nuklear zu werden. […] Wer bedroht den Iran? Ich entdecke keine direkte Bedrohung für den Iran.“ [12]

Diplomatische Beziehungen

Pakistan ist die einzige muslimische Atommacht auf der Welt und teilt sich eine Grenze mit dem Iran. Der Iran ist ein überwiegend schiitisches Land, wohingegen Pakistan zum größten Teil sunnitisch geprägt ist. Pakistanische Taliban führen einen Krieg des Terrors gegen die pakistanischen Schiiten, dem sich der Iran widersetzt. [13] Die sunnitischen Belutschen, Gegner des islamischen Regimes im Iran, leben auf beiden Seiten der Grenze. Die Provinz Belutschistan erstreckt sich zwischen den beiden Staaten und wird immer wieder von Aufständen und sektiererischer Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten erschüttert. [14]

Der Iran hat angeboten, den Opfern der Flut in Pakistan zu helfen. Staatsminister Farzana Raja sagte: „Pakistan und der Iran genießen enge soziale, kulturelle und religiöse Beziehungen, und diese zeitlich angemessene Unterstützung spiegelt diese Verbindung wider.“ [15] Im September 2010 hatte der Iran den Flutopfern in Pakistan Hilfe in Höhe von $ 100 Millionen versprochen, bis heute eine der größten Zusagen humanitärer Hilfe von Seiten der iranischen Führungsspitze. [16]

Quellenangaben:

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