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Die aktuellen Fernsehtipps

Vom 01.10. bis 15.10.2010 …

Fr, 1. Okt · 11:10-14:05 · MGM
Anatevka

Russland, vor der Oktoberrevolution: Der jüdische Milchmann Tevje (Chaim Topol) lebt mit Frau und Töchtern im beschaulichen ukrainischen Dorf Anatevka. Nicht nur die üblichen Probleme des „Schtetl“-Lebens machen Tevje zu schaffen. Die zaristischen Machthaber wollen die Bewohner aus ihrer Stadt vertreiben. – Verfilmung des berühmten Broadway-Musicals mit Oscar-gekrönter Musik. An der Violine: Isaac Stern!

Fr, 1. Okt · 14:15-15:00 · BR-alpha
Ein deutsches Kindertagebuch in Bildern

 
Gretel Bechtold begann als 10-jährige 1933 ein Tagebuch zu führen. In der Zeit von 1933 bis 1945 hielt das junge Mädchen in teils spöttischen, teils depressiven und visionären Bildern ihre Erlebnisse und Eindrücke während der Nazi-Zeit fest.  1997 erschien in einem Freiburger Verlag dieses einzigartige Dokument – ein deutsches Kindertagebuch in Bildern.

Fr, 1. Okt · 18:05-18:20 · WDR
hier und heute: Alles koscher

Mitten in einem Düsseldorfer Hinterhof steht eine kleine Bretterbude. Rabbiner Haim Barkan höchstpersönlich hat sie gebaut. Es ist die traditionelle jüdische Sukka – eine Hütte ohne Dach. Hier will der Rabbiner mit seinen Gästen Erntedankfest feiern, auf jüdisch. Das heißt: Es muss unter freiem Himmel gegessen werden – höchstens geschützt durch etwas Bambus. Das soll an die Zeit erinnern, in der das jüdische Volk durch die Wüste zog und in behelfsmäßigen Behausungen wohnte. Doch in der Wüste gibt es keinen deutschen Regen. In Düsseldorf sollen die nächsten Tage ziemlich nass und kalt werden. Was, wenn es in die Laubhütte rein regnet? Für den Rabbiner ist das kein Problem. Im Gegenteil: Es muss rein regnen, meint er, sonst ist die Sukka nicht koscher. Da kann man nur hoffen, dass das Wetter hält! Für Reporterin Maria Kümpel war aber klar, wenn sie eine Einladung zu diesem Fest bekommt, dann geht sie auf jeden Fall hin – auch bei schlechtem Wetter.

Sa, 2. Okt · 02:15-02:45 · arte
Pinhas und seine Nachbarn

Der neunjährige Pinhas und seine allein erziehende Mutter leben als russische Einwanderer in Jerusalem. Mit ihren Nachtschichten als Kassiererin eines 24-Stunden-Supermarktes hält die Mutter den Haushalt nur mit Not über Wasser. Wenn ihr Sohn nachmittags aus der Schule kommt, liegt sie noch übermüdet im Bett, die restliche Zeit verbringt sie mit ihrem verheirateten Liebhaber. Als Pinhas im Treppenhaus die gleichaltrige Nachbarstochter und deren erwachsenen Bruder Shimon kennenlernt, ändert sich sein Leben. Der einsame Junge fühlt sich von der Wärme und dem Zusammenhalt, den die religiöse jüdische Familie ausstrahlt, magisch angezogen. Shimon wird für Pinhas zu einer Art Mentor und macht ihn mit den Schriften der Tora vertraut. Dabei ist dem jungen Mann nicht bewusst, wie wörtlich der kleine Junge die religiösen Erzählungen nimmt…

Sa, 2. Okt · 15:30-17:05 · arte
White Terror

 
Der Dokumentarfilm ist der letzte Teil einer Trilogie über Skinheads, Hass und Rassismus. Mehr als zwei Jahre dauerte die Untersuchung über die aktivsten Extremistengruppen.  Im Laufe der letzten fünf Jahre hat sich innerhalb der radikalen Gruppen der Rechtsextremisten eine bedeutende Wandlung vollzogen. Die Veteranen sind entweder zu alt für den politischen Kampf geworden oder inzwischen verstorben. Neue Ideologen tauchen überall in Europa, Nordamerika und Russland auf. Sie haben nicht immer einen kahl rasierten Schädel und sie haben Unternehmen, Vertriebsfirmen, Musikclubs, Zeitschriften, Verlage oder auch Internetseiten gegründet und alte Symbole durch neue ersetzt.  Als Ergebnis einer zunehmenden Globalisierung, der Auflösung klarer Grenzen und einer rasanten Verbreitung neuer Technologien mussten die USA und Schweden schockiert feststellen, dass ihre Jugend zu rassistischer Gewalt anstachelt, dass diese zunehmend die ganze westliche Welt, aber auch Russland und seine Nachbarländer angesteckt hat. Die über das Internet und eine zunehmende Zahl von Büchern, Pamphleten, Zeitschriften, CDs, Audio- und Videokassetten verbreitete rassistische Propaganda gewinnt eine ständig wachsende Zuhörerschaft. In diesem Zusammenhang scheint die neonazistische Ideologie neue Territorien erobert und einen fruchtbaren Boden für ihre Propaganda gefunden zu haben.  Für ihre Jugend ist die Vergangenheit virtuelle Geschichte, in der das Reale nicht von seiner Nachahmung unterschieden werden kann. Ihre Vorstellungen von der Zukunft sind düster und bedrohlich. Nahezu 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die USA zur Hochburg des Neonazismus geworden.

So, 3. Okt · 13:15-13:45 · NDR Hamburg
Der verlorene Sohn

 
Herta Wiersma will nicht sterben, bis sie ihrem Sohn erzählt hat, warum sie ihn 1948 in Medow bei Anklam zurückgelassen hat. Gemeinsam mit einem NDR-Team aus Mecklenburg-Vorpommern startet sie Suchaufrufe im NDR Fernsehen, im Radio und Internet.  Herta Wiersma wächst Ende der 1930er-Jahre in einem Kinderheim in Stettin auf. Sie und ihre drei Geschwister sind hierher eingewiesen worden. Ihr Vater, ein Linker, war von den Nazis ins KZ gesperrt, ihre Mutter bei einem Bauern in Medow bei Anklam zur Arbeit zwangsverpflichtet worden. Als 14-Jährige wurde auch Herta zur Arbeit verpflichtet. In Hohenschönau bei Naugard lernte sie den polnischen Zwangsarbeiter Henri kennen. Er war in Warschau von den Nazis verhaftet worden. Die beiden verliebten sich. Herta wurde als 19-Jährige schwanger, der sichere Tod für das Paar und ihr Kind. Nach der Geburt gaben sie es in ein Kinderheim. Mit dem Kriegsende wollten Herta und Henri nach Warschau ziehen. Doch die Deutsche durfte nicht in Polen bleiben, wurde von sowjetischen Soldaten schwer misshandelt und gelangte sechs Monate nach Kriegsende, von Vergewaltigungen traumatisiert, bei ihrer Mutter nach Medow. Sie fand sogar ihren Sohn Heinz-Dieter in einem Kinderheim auf der Insel Rügen. Doch das Glück blieb ihr nicht lange treu. Ihre Mutter erkrankte an Krebs. Quasi an deren Totenbett musste sie versprechen, sich um ihre drei Geschwister zu kümmern, erst danach um ihren eigenen Sohn. Die Versorgungslage war katastrophal. 1947 verließ sie mit ihren Geschwistern Vorpommern in Richtung Westen und ließ sich bei Köln nieder. Ihren Sohn wollte sie nachholen, wenn sie dort Fuß gefasst hatte. Heinz-Dieter blieb bei Pflegeeltern. Deren Spur verlor sie 1947. Als einzige Erinnerung bekam sie ein Passfoto des kleinen Heinz – per anonymer Amtspost aus dem Osten. Bis 2005 suchte sie in sämtlichen Archiven und Institutionen nach ihrem Kind, das mittlerweile über 60 Jahre alt sein musste. Als letzte Chance wendete sie sich 2007 an den NDR in Mecklenburg-Vorpommern. Nach den NDR Veröffentlichungen gab es keine brauchbare Spur, bis Pfingsten 2010. Da meldete sich ein Heinz-Dieter Nehls aus der Nähe von Schwerin, durch Zufall hatte er im Internet die Suchaufrufe gelesen. Er zeigte das kleine Passfoto vor, wie es nur noch seine leibliche Mutter besitzen konnte.  19. Juni 2010, Altenpflegeheim in Engelskirchen. Herta Wiersma sitzt in der Cafeteria. Besuch hat sich angemeldet. „Heute kommt mein Sohn!“ Sie sagt es jedem. Der NDR darf dabei sein, bei ihrem Wiedersehen nach 63 Jahren – für den letzten Film über die Mutter, die ihren verlorenen Sohn sucht.

So, 3. Okt · 16:30-17:00 · WDR
tag7 – Ich stand auf Schindlers Liste

 
„Ich wollte das alles verdrängen und vergessen“, sagt Michael Emge (80). Dass der gebürtige Pole seine unfassbare Geschichte in diesem Film nun doch zum ersten Mal vor der Kamera erzählt, ist einem zwölfjährigen Mädchen zu verdanken: Judith studiert im 4. Semester Geige an der Musikhochschule Köln. Im Förderprogramm für Hochbegabte. Als Judith und Emge sich begegnen, beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft: „Ich hörte Judith spielen und habe geweint“, erzählt Emge. Vor 70 Jahren im polnischen Krakau war auch er ein hoffnungsvoller Geiger – bis die Nazis kamen. 1943 deportierten die Deutschen den 14-Jährigen und seine Familie in das KZ Plaszow. Gerettet wurde er durch „Schindlers Liste“. Doch über seine eigene Rettung hat Emge sich niemals richtig freuen können. Die zwölfjährige Judith ist tief beeindruckt von Emges Schicksal und will mehr darüber wissen. Sie bittet Michael Emge, mit ihr nach Polen zu reisen. Zögernd sagt der alte Mann zu. Zum ersten Mal seit über 50 Jahren sieht er die Orte wieder, die sein Leben für immer verändert haben. Seinen Entlassungsschein aus Schindlers Fabrik hat Michael Emge heute noch. Doch den Namen „Emge“ sucht man auf Schindlers Liste vergeblich. Er hat so viele schlechte Erfahrungen gemacht, dass er seine wahre polnische Identität im Fernsehen nicht öffentlich preisgeben will.

 So, 3. Okt · 17:30-18:00 · BR-alpha
Ich bin raus – Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene

 
Zwei ehemalige Neonazis, Anführer von „Kameradschaften“, erzählen, wie sie in die „Szene“ kamen, was sie dort jahrelang faszinierte und wie sie den „Ausstieg“ schafften.  Sie sind jetzt um die 30 Jahre alt. Schon als Schüler gehörten sie zur rechtsextremen Szene. Sie bereiteten sich für das „Vierte Deutsche Reich“ vor, schlugen zu, verbreiteten Angst und versuchten mit Sozialarbeit und Lagerfeuerromantik neue Anhänger zu werben.  Bei dem Jungen aus Westdeutschland legte der Großvater mit seinen Heldengeschichten aus dem Zweiten Weltkrieg die Grundlage. Schon als Kinder war ihm somit das nationalsozialistische Denken vertraut. Dagegen bewegte den ehemaligen Jungpionier aus der ostdeutschen Provinz der Fall des „antifaschistischen Schutzwalls“ gegen die BRD zum Umdenken. Nun wollte er auch dazu gehören, zum Land der „Faschisten“. Übers Internet, über Musik und durch NPD-Zeitschriften und Schulungen erfuhr er, dass man der deutschen Demokratie nicht trauen dürfe. Die Alliierten hätten jeden Deutschen nach dem Krieg einer Gehirnwäsche unterzogen. Die Lehrer in der Schule – In Ost wie in West – setzten sich nicht mit den Jugendlichen auseinander, und so lebten sie mit ihren Kameraden in einer eigenen „deutschen“ Welt.  Durch die Hilfe der Aussteigerorganisation „EXIT“ haben es diese zwei langsam geschafft, sich von ihrem alten Leben zu lösen. Das ist nicht ungefährlich. Heute gehen sie in Schulen und erzählen von ihrer Neonazizeit, um aufzuklären und etwas von ihren Schuldgefühlen zu verlieren.

Mo, 4. Okt · 00:15-01:55 · Das Erste (ARD)
Ein Leben für ein Leben – Adam Hundesohn

Um im KZ zu überleben, muss der gefeierte Berliner Clown Adam Stein für den sadistischen Lagerkommandanten Klein einen Hund spielen. So entgeht Adam der Tötungsmaschinerie, doch das entwürdigende Erlebnis hält ihn 20 Jahre später noch im Würgegriff. Gemeinsam mit anderen Überlebenden des Holocausts versucht er, in einem israelischen Spezialsanatorium mit der Vergangenheit fertig zu werden. An die Befreiung von seinen inneren Dämonen glaubt Adam nicht – bis ein zwölfjähriger Junge eingeliefert wird, der sich für einen Hund hält. Die Psychiater sind ratlos, doch Adam kann sich dem Jungen auf seine Art annähern. Für beide beginnt eine schmerzliche Rückkehr ins Leben. In nie gesehener Radikalität erzählt „Mishima“-Regisseur Paul Schrader die Geschichte eines jüdischen Clowns, der den Gaskammern entkommt, dafür aber zeitlebens von qualvollen Erinnerungen heimgesucht wird. Das verstörend-surreale Drama ist glänzend besetzt mit Jeff Goldblum, Willem Dafoe, Joachim Król, Moritz Bleibtreu und Veronica Ferres.

Mo, 4. Okt · 10:25-11:20 · arte
Istanbul war ein Märchen

Kamil Taylan setzt sich mit der politischen Vergangenheit und Gegenwart Istanbuls und der Türkei auseinander – endet aber erneut mit einer Liebeserklärung: „Ich komme immer wieder in diese Stadt zurück, weil ich immer noch an Istanbul glaube.“ In diesem Jahr wird die türkische Metropole Istanbul als Europäische Kulturhauptstadt gefeiert. Doch schon die Kandidatur der Stadt hatte in Europa eine Debatte ausgelöst, denn wie bei der seit Jahren anhaltenden Diskussion über einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union wurde auch hier die Frage gestellt, ob diese Stadt denn tatsächlich zu Europa gehöre? „Ja“, sagen die bekannten Künstler und Literaten in der Stadt, und „Ja“ sagt der Autor Kamil Taylan, ein gebürtiger Istanbuler, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt und den es doch immer wieder in diese Stadt zurückzieht – mit sehr unterschiedlichen Gefühlen. Die sehr persönliche Dokumentation ist eine ebenso historische wie autobiografische Stadtbegehung dieser uralten wunderbaren Metropole, die einst kulturell so reich und kosmopolitisch war wie kaum eine Zweite und der der türkische Nationalismus so viele Wunden schlug. Und dennoch ist sie so vital und aufregend, dass sie immer noch das Zentrum der türkischen Künstler und Schriftsteller der Türkei schlechthin geblieben ist. Kaum einer versagt ihr seine Liebeserklärung, und fast alle schöpfen aus ihr: Orhan Pamuk, Literaturnobelpreisträger und leidenschaftlicher Istanbuler; die junge und erfolgreiche Autorin Elif Safak, die in ihren Romanen nicht wenige Tabubrüche begeht und deren Bücher riesige Auflagen erreichen oder der türkisch-jüdische Schriftsteller Mario Levi, dessen Romanfiguren in dieser Stadt ihre Wurzeln haben und der von der untergegangenen jüdischen Welt Istanbuls erzählt. Sie alle hat der Autor getroffen, auch den griechischen Schriftsteller Petros Markaris, gebürtig aus Istanbul, dessen Familie den schrecklichen Pogrom des 6./7. September 1955 erlebt hat, bei dem die armenische und griechische Minderheit brutal vertrieben werden sollte.

Mo, 4. Okt · 23:00-00:30 · NDR
Die Rückkehr des Tanzlehrers

Der jüdische Emigrant Fernando Hereira hört bei einem Spaziergang in Buenos Aires durch das offene Fenster eines Konzertsaales eine alte, selten gespielte Tangomelodie. Sie versetzt ihn augenblicklich in das Berlin der 1930er-Jahre zurück. Damals musste er als Kind mit ansehen, wie sein Vater von seinem Tanzschüler, dem fanatischen jungen SS-Mann Molin, erdrosselt und zu einem tödlichen Tango vergewaltigt wurde. Über den in Buenos Aires gastierenden schwedischen Geiger Jonas Andersson findet Hereira die Spur zu dem Mörder seines Vaters, der in der nordschwedischen Kleinstadt Sveg untergetaucht ist, und kann endlich Rache üben. Doch kurz darauf wird auch der Geiger Jonas Andersson, der Molins Nachbar war, auf brutale Weise ermordet. Um dem Verdacht entgegenzuwirken, dass er auch etwas mit diesem Mord zu tun haben könnte, macht sich Hereira auf die Suche nach den wahren Übeltätern. Er vermutet sie unter den Gesinnungsfreunden von Molin. Zunächst bringt er Molins Freundin Elsa Berggren in seine Gewalt und will sie zwingen, ihm den Namen von Anderssons Mörder zu nennen. Dabei wird er jedoch von Stefan Lindman gestört. Der an Zungenkrebs erkrankte Kommissar ist auf derselben Spur: Unter einer losen Diele in Molins Haus ist er auf Unterlagen gestoßen, die Molins Verbindungen zu Emil Wetterstedt und seiner rechtsradikalen Organisation „Für Schwedens Wohl“ belegen, zu der einflussreiche Politiker und Juristen gehören. Lindman hat sich in Molins Tochter Veronica verliebt, als ihm der schreckliche Verdacht kommt, dass auch sie zu Wetterstedt gehört – der inzwischen den Killer Magnus auf den lästigen Schnüffler angesetzt hat. Ihn kann Lindman in einem Kampf auf Leben und Tod überwältigen. Dann aber steht er dem alten Argentinier Hereira gegenüber, der von der Polizei als Doppelmörder gejagt wird. Ihre Unterredung wird jäh gestört von Veronica, die ebenfalls nur einen Gedanken kennt: ihren Vater zu rächen.

Mo, 4. Okt · 23:15-00:40 · WDR
Die Unwertigen

 
Streiche in der Schule, Spiel und Sport mit Freunden, die erste Liebe – Elfriede Schreyer, Richard Sucker, Waltraut Richard und Günter Discher haben eine unbeschwerte Jugend nicht erlebt. Ihre Zeit in Kinderheim oder Jugend-KZ war voller Demütigungen, Schläge und Hunger, geprägt von der Angst um das bloße Leben. Denn viele ihrer Leidensgenossen wurden von den Nationalsozialisten in Heimen oder Vernichtungslagern ermordet. „Die Unwertigen“ erzählt die Geschichte von vier Menschen, die überlebt haben, aber bis heute von den traumatischen Erlebnissen der verlorenen Jahre geprägt sind. Während die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in den NS-Jugendorganisationen „gleichgeschaltet“ wurde, hatte man diejenigen, die sich nicht in das System fügten, zu „Unwertigen“ erklärt.  Auch nach dem Ende der Diktatur, in der jungen Bundesrepublik, änderte sich zunächst wenig. Elfriede Schreyer blieb weiterhin im „Kalmenhof“, einem sogenannten „Erziehungsheim“. Als Kind mit Schreib- und Leseschwäche war sie Jahre zuvor von den Nazis dort eingewiesen worden, mit der absurden Diagnose „mittlerer Schwachsinn“. So stigmatisiert verbrachte Elfriede Schreyer über dreißig Jahre im „Kalmenhof“. Erst 1972 erreichte eine engagierte Psychologin ihre Entlassung. Bis heute ist sie nicht angemessen entschädigt worden.

Di, 5. Okt · 23:15-01:20 · MGM
Unternehmen Rosebud

 
Eine Luxusyacht wird vom palästinensischen Terrorkommando „Schwarzer September“ gekapert. CIA-Mann Martin (Peter O’Toole), sein deutscher Kollege Schloss (Klaus Löwitsch) und der israelische Spion Hamlekh (Cliff Gorman) nehmen die Spur der Entführer auf. – Actionreicher Spionagethriller von Meisterregisseur Otto Preminger („Exodus“).

Mi, 6. Okt · 06:30-07:00 · BR
Nablus – Schulalltag im besetzten Westjordanland

 
Gezeigt wird der Alltag zweier Schulen in der Stadt Nablus, im Norden des Westjordanlandes.  Völlig überfüllte Klassenräume, regelmäßige israelische Militärinvasionen und Lehrer, die seit Monaten ohne Gehalt arbeiten, gehören zum Alltag des palästinensischen Schulsystems. Und mittendrin die Kinder der Intifada, die trotz aller Schwierigkeiten nach einer guten Schulausbildung streben.

Mi, 6. Okt · 14:45-16:10 · arte
Die Elsässer

1927-1940: Zu der Zeit zwischen den Kriegen haben die Elsässer mehr denn je um ihre Eigenart zu kämpfen. Die exzessiv deutschfeindliche französische Politik züchtet geradezu eine Widerstandsbewegung heran. Nachdem er im neuen französischen Elsass nicht mehr erwünscht ist, geht Louis Kempf mit seiner Frau in die Schweiz. Sohn Edouard übernimmt die Fabrik Kempf in Alsheim, die zum Ausgangspunkt einer deutschen Unabhängigkeitsbewegung wird. Im Jahr 1927: Albert Laugel, Enkel des Alsheimer Wirts, hat mit Unterstützung von Baronin Mathilde studiert und wurde Arzt. Er entzog sich einst der Einberufung durch die Deutschen, ging heimlich nach Frankreich und kämpfte für die französische Armee. Nach seiner Rückkehr eröffnet er eine eigene Arztpraxis, ist später Bürgermeister und schließlich katholischer Abgeordneter. Er heiratet eine junge Waise, das Mädchen Katel, die sein Vater, der Wirt, als Kellnerin zusammen mit ihrem Bruder Anselme anstellt. Albert und Katel bekommen eine Tochter, Odile. Aber um die Ehe steht es nicht gut: Die launische Katel nimmt sich den Generalsekretär der Präfektur Straßburg zum Liebhaber und es kommt zum Eklat. Sie trennen sich und Katel geht nach Paris. Die Elsässer sind von Frankreich enttäuscht. Die neue französische Administration hat auf ungeschickte und brutale Art und Weise jeglichen Gebrauch der deutschen Sprache verboten, den Religionsunterricht in den Schulen abgeschafft und radikal-sozialistische Lehrer aus dem Südwesten Frankreichs in die Schulen geschickt. Eine Unabhängigkeitsbewegung entsteht: der „Heimatbund“. Er setzt sich aus überzeugten Elsässern wie Albert Laugel zusammen, ist aber auch mit Anhängern eines reichsdeutschen Elsass unterwandert, wie René Imhof, dem Enkel von Schlosswildhüter Franzl. Am Weihnachtstag des Jahres 1927 lässt der Straßburger Präfekt den Bürgermeister und Abgeordneten Albert Laugel und weiteres Führungspersonal des „Heimatbundes“ verhaften. Laugel wird in Colmar vor Gericht gestellt und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, während René Imhof nach Deutschland flüchtet. Im Jahr 1936 kommen jüdische Flüchtlinge auf der Flucht vor der Verfolgung durch das Naziregime nach Straßburg. Unter ihnen befindet sich die Ärztin Rachel Bernstein. Albert Laugel stellt sie als seine Assistentin ein und sie wird seine Geliebte. Als Odile von der Affäre ihres Vaters erfährt, geht sie nach Paris zu ihrer Mutter Katel. Diese lebt dort mit einem Journalisten zusammen, einem militanten Gegner des Münchener Abkommens von 1938 und der Appeasementpolitik. Alexandra hat schließlich doch Edouard de la Tour geheiratet, so wie sie es ihrer Großmutter Mathilde am Sterbebett versprochen hatte. Edouard leitet die Fabrik. Sein Sohn, der 17-jährige Louis-Charles ist von dem „neuen Deutschland“ ganz eingenommen: von der Organisation der Jugend, den sportlichen Erfolgen und der Wehrertüchtigung sowie der militärischen Stärke. Er bewundert und beneidet seinen deutschen Vetter Manfred von Wismar, der in der Hitlerjugend ist und später als Flieger ausgebildet wird. René Imhof, Mitglied der nationalsozialistischen „fünften Kolonne“, kehrt aus Deutschland zurück und eröffnet im Dorf ein Kino, wo er nationalsozialistische Propagandafilme zeigt. 1940: Wieder ist Krieg, und ein weiteres Mal muss Frankreich eine vernichtende Niederlage hinnehmen. Alexandra de la Tour, die sich mit ihren zwei Kindern in Paris weit von den Geschehnissen entfernt hatte, kehrt jetzt ins Elsass zurück, wo ihr Mann Edouard geblieben war. Hitler hat das Elsass annektiert. Am Bahnhof steht René Imhof in der Uniform der NSDAP und empfängt diejenigen, die „heim ins Reich“ kommen. Albert Laugel, der Arzt und Abgeordnete, und Anselme Wahl, Katels Bruder, der Rechtsanwalt geworden ist, werden in die französische Armee eingezogen und geraten schließlich in deutsche Gefangenschaft. Da sie Elsässer sind, werden sie durch Hitler wieder freigelassen. Laugel findet seine Assistentin und Geliebte Rachel in einem Kloster wieder, wo sie sich versteckt hält. Das Kloster ist zu einem Stützpunkt der Résistance geworden. Edouard de la Tour und Albert Laugel beschließen, eine Widerstandsgruppe zu gründen.

Do, 7. Okt · 20:15-22:10 · arte
Sophie Scholl – Die letzten Tage

Februar 1943: Die Schlacht um Stalingrad ist entschieden und in München überziehen die Mitglieder der „Weißen Rose“ die Stadt mit immer neuen Anti-Hitler-Aktionen und Parolen. Als Sophie und Hans Scholl in der Aula der Münchner Universität Flugblätter verteilen, werden sie beobachtet und kurz darauf verhaftet. Sophie gibt sich in den Verhören ahnungslos. Sie kämpft um ihre Freiheit und die ihres Bruders. Sie ahnt, dass sie die Todesstrafe erwartet und stellt sich doch schützend vor ihren Bruder und die anderen Widerstandskämpfer. Der Gestapo-Mann Mohr ist von Sophies Entschlossenheit beeindruckt. Er wäre bereit, ihr zu helfen, würde sie sich als Mitläuferin darstellen. Der Chef des Volksgerichtshofes Roland Freisler wird von Berlin nach München geschickt, um einen Schauprozess gegen die Studenten zu führen. Obwohl das Urteil schon vorher feststeht, zeigt die 21-Jährige unerwartete Standfestigkeit und gewinnt durch ihre unerschütterliche Haltung im Prozess sogar die Zustimmung der anwesenden Nationalsozialisten. Mit ihrem Widerwort gegen Freisler: „Heute hängt ihr uns, und morgen werdet ihr es sein, deren Köpfe rollen!“ bleibt sie sich bis zum Schluss treu.

Sa, 9. Okt · 12:05-12:35 · HR
Wunder sind eingeplant – Die Hightech-Revolution in Israel

 
Schon in den fünfziger Jahren richtete die israelische Armee eine eigene Wissenschaftsabteilung ein. Sie sollte Technologien entwickeln, um im Kampf gegen die arabischen Nachbarn militärisch bestehen zu können.  Heute zählt Israel zu den Global Playern im Hightech-Bereich. Pro Jahr meldet das kleine Land 6.000 Patente an. Zum Vergleich: In den USA sind es 8.000 Patente. Yossi Vardi, der Hightech-Guru Israels, veranstaltet „Nicht-Konferenzen“. Dabei dürfen sich die jungen Menschen austoben, physisch, aber vor allem auch geistig. Die interessantesten Ideen finanziert Vardi mit Hunderttausenden Dollars und gibt so jungen Leuten die Möglichkeit, ihr eigenes Startup-Unternehmen zu gründen. Rund 75 israelische Startup-Unternehmen sind an der New Yorker Börse im Nasdaq verzeichnet. Ein Startup-Unternehmen, das ist eine Idee, die mit wenig Aufwand, aber viel Geld entwickelt wird. Wenn die Idee als Software ausgereift ist, wird sie eine große Firma verkauft – für viel Geld. Startups – das ist Israels Stärke. Eine entscheidende Rolle für Israels Vormachtstellung in der Hightechbranche spielt die Armee. Denn technologische Überlegenheit ist in Israel eine Grundvoraussetzung für militärische Überlegenheit. Die besten Mathematiker, Physiker und Technikfreaks bekommen beim Militär eine der besten technologischen Ausbildungen der Welt. Die Leute werden auf bedingungslose Lösungsorientierung trainiert. Mit diesem Selbstbewusstsein werden sie dann später Unternehmer und Geschäftsleute. In den achtziger und neunziger Jahren wurden israelische Hightech-Startups zu Garanten für Qualität, Innovation und Ideenreichtum. Die Global Player in diesem Geschäft wurden schnell darauf aufmerksam und eröffneten in Israel so genannte Forschungs- und Entwicklungszentren. Die gesamten Chipgenerationen vom 386er bis zum Pentium sind israelische Entwicklungen, ebenso Instant messaging wie ICQ und die Vorschlagssoftware bei der Suchmaschine Google. Für internationale Firmen hat es sich ausgezahlt, in Israel zu investieren. Microsoft hat in Israel sein größtes Forschungs-Center außerhalb der USA errichtet. Hunderte von Erfindungen, die jedermann beim Gebrauch der Microsoft-Software benutzt, wurden in Israel gemacht.

So, 10. Okt · 08:45-09:30 · PHOENIX
Das verschwiegene Volk – Die Drusen im Libanon

Sie sind die geheimnisvollste und verschwiegenste Religionsgemeinschaft des Nahen Ostens: die Drusen im Libanon, in Syrien, Jordanien und Israel. Dreihundert- bis vierhunderttausend sollen im Libanon leben. Vornehmlich in der Mittelgebirgslandschaft des Schuf und im Hermanongebirge. Viele Generationen hindurch lebten sie aus Angst vor Verfolgung und Vertreibung isoliert in den Bergen.

So, 10. Okt · 10:15-11:05 · arte
Leonard Bernstein, Reflections

Zahlreiche Interviews mit dem charismatischen Musiker aus dem Jahr 1978 werden ergänzt durch Archivmaterial und Aufnahmen von Proben zu Bernsteins dritter Symphonie „Kaddish“ mit dem Israel Philharmonic Orchestra. „Leonard Bernstein, Reflections“ zeigt Bilder von der ersten Bernstein-Retrospektive 1977 in Tel Aviv, von Boston und der Carnegie Hall in New York. Dort sprang der junge Bernstein 1943 für den erkrankten Bruno Walter ein und wurde schlagartig berühmt. Er selbst erzählt die unglaubliche Geschichte. Bernstein war ein passionierter Menschenfreund, der sowohl vom Publikum als auch von seinen Musikern gleichermaßen geschätzt und geliebt wurde. In Peter Rosens Porträt erzählte er erstmals Geschichten über seine Bostoner Jugend, seine musikalische Entwicklung in Harvard und am Curtis Institute und er würdigt seine großen Lehrer, insbesondere Reiner, Mitropoulos und Kussewitzky. Eine ausführliche Sequenz ist auch einem seiner Steckenpferde gewidmet, der Musikpädagogik: mit Ausschnitten aus seinen berühmten „Young Peoples Concerts“. Außerdem werden Ausschnitte aus Bernsteins großen populären Werken wie „Wonderful Town“, “ Candide“, „West Side Story“ und „Trouble in Tahiti“ gezeigt.

So, 10. Okt · 11:00-12:15 · Das Erste (ARD)
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: Verleihung an David Grossman

Der 61. Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2010 geht an den israelischen Schriftsteller David Grossmann. Der 56-Jährige wird für sein Engagement für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern geehrt. „David Grossman gibt dem schwierigen Zusammenleben eine literarische Stimme, die in der Welt gehört wird. Seine Bücher zeigen, dass die Spirale von Gewalt, Hass und Vertreibung im Nahen Osten nur durch Zuhören, Zurückhaltung und die Kraft des Wortes beendet werden kann“, erklärte der Stiftungsrat in seiner Begründung. David Grossman, geboren 1954 in Jerusalem, zählt zu den einflussreichsten Schriftstellern und Journalisten Israels. In seinen Romanen und Erzählungen, Essays und Kinderbüchern, die in mehr als 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden, setzt er sich vor allem mit der Identität seines Landes und dem israelisch-palästinensischen Konflikt auseinander. Er beteiligt sich zudem aktiv an der politischen Debatte um eine friedliche Lösung im Nahen Osten. David Grossman hat für sein schriftstellerisches Werk und sein politisches Engagement zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Nelly-Sachs-Preis (1991), Premio Mondello (Italien, 1996), Manès Sperber-Preis (2002), Bialik Prize (Israel, 2004), Emet-Prize (Israel, 2007), Geschwister-Scholl-Preis (2008) und den Albatros-Preis (2010). Er lebt in Mevaseret Zion, einem Vorort von Jerusalem. Traditionsgemäß findet die Verleihung in der Frankfurter Paulskirche am Buchmessen-Sonntag statt. Laudator ist der deutsche Bürgerrechtler und ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Joachim Gauck. Übertragung aus der Frankfurter Paulskirche

Mo, 11. Okt · 00:30-02:35 · Das Erste (ARD)
Rosenstraße

Ende Februar 1943 werden Tausende jüdischer Berliner, die in sogenannten Mischehen leben, überraschend verhaftet, um ins KZ deportiert zu werden. Vor einem Gebäude in der Berliner Rosenstraße, wo die Internierten auf ihren Abtransport in die Gaskammer warten, versammeln sich tagelang „arische“ Angehörige, hauptsächlich Ehefrauen, und protestieren zuerst stumm, dann immer lauter: „Ich will meinen Mann wiederhaben“. Auch die preußische Adelige Lena, glücklich mit dem jüdischen Musiker Fabian verheiratet, lässt nichts unversucht, um die drohende Deportation ihres Mannes zu verhindern. Die mehrfach preisgekrönte Regisseurin Margarethe von Trotta erzählt diese authentische Geschichte über Zivilcourage mit einem beeindruckenden Starensemble, darunter Katja Riemann, Maria Schrader, Martin Feifel, Jürgen Vogel, Hans Peter Hallwachs, Gaby Dohm, Lena Stolze und Jutta Lampe. Die New Yorkerin Ruth Weinstein (Jutta Lampe) trauert um ihren kürzlich verstorbenen Mann. In ihrem Schmerz besinnt sie sich ganz auf ihre jüdisch-orthodoxe Religion und lehnt daher auch die Heirat ihrer Tochter Hannah (Maria Schrader) mit dem Südamerikaner Luis (Fedja van Huêt) ab. Hannah will ihre Mutter verstehen und fragt eine Cousine nach der Vergangenheit, über die Ruth nie ein Wort verloren hat. So erfährt Hannah, dass Ruth 1943 in Berlin von einer Frau namens Lena Fischer (Katja Riemann) durchgebracht wurde. Um mehr über ihre Mutter herauszufinden, sucht Hannah die greise Lena auf und hört von ihr eine erschütternde Geschichte: Im Kriegsjahr 1943 ist die preußische Adelige Lena glücklich mit dem jüdischen Musiker Fabian (Martin Feifel) verheiratet. Als dieser von den Nazis verhaftet wird, harrt Lena zusammen mit immer mehr Angehörigen bei Regen und Schnee vor dem Gefängnis in der Rosenstraße aus. Dabei nimmt sie sich der damals achtjährigen Ruth an, deren jüdische Mutter Miriam (Lena Stolze) ebenfalls hierher verschleppt wurde. Die couragierte Lena setzt unterdessen alle Hebel in Bewegung, um Fabian zu befreien, und durchläuft, als „Judenhure“ gedemütigt, die gesamte nationalsozialistische Bürokratie. Ihr Bruder (Jürgen Vogel) verschafft ihr sogar eine Einladung zu einer Bonzenparty mit Goebbels (Martin Wuttke). Irgendwann geschieht dann das Unglaubliche: Die Gefängnistore öffnen sich, und die Männer, unter ihnen Fabian, sind frei. Nur Ruths Mutter bleibt verschwunden, und so kümmert Lena sich um die Kleine, die schließlich in die USA auswandert.

Mo, 11. Okt · 14:45-16:45 · arte
Sophie Scholl – Die letzten Tage

Februar 1943: Die Schlacht um Stalingrad ist entschieden und in München überziehen die Mitglieder der „Weißen Rose“ die Stadt mit immer neuen Anti-Hitler-Aktionen und Parolen. Als Sophie und Hans Scholl in der Aula der Münchner Universität Flugblätter verteilen, werden sie beobachtet und kurz darauf verhaftet. Sophie gibt sich in den Verhören ahnungslos. Sie kämpft um ihre Freiheit und die ihres Bruders. Sie ahnt, dass sie die Todesstrafe erwartet und stellt sich doch schützend vor ihren Bruder und die anderen Widerstandskämpfer. Der Gestapo-Mann Mohr ist von Sophies Entschlossenheit beeindruckt. Er wäre bereit, ihr zu helfen, würde sie sich als Mitläuferin darstellen. Der Chef des Volksgerichtshofes Roland Freisler wird von Berlin nach München geschickt, um einen Schauprozess gegen die Studenten zu führen. Obwohl das Urteil schon vorher feststeht, zeigt die 21-Jährige unerwartete Standfestigkeit und gewinnt durch ihre unerschütterliche Haltung im Prozess sogar die Zustimmung der anwesenden Nationalsozialisten. Mit ihrem Widerwort gegen Freisler: „Heute hängt ihr uns, und morgen werdet ihr es sein, deren Köpfe rollen!“ bleibt sie sich bis zum Schluss treu.

Mo, 11. Okt · 21:55-22:45 · arte
Leonard Bernstein: The Making of „West Side Story“

Leonard Bernstein war Pianist, Komponist und einer der größten Dirigenten, die Amerika hervorgebracht hat. Die Erfolgsgeschichte der „West Side Story“ begann 1957 in New York. Die Idee zu einer zeitgenössischen Adaption des „Romeo-und-Julia“-Stoffes hatten Leonard Bernstein und Jerome Robbins. Die Arbeit des Komponisten mit Arthur Laurents (Buch) und Stephen Sondheim (Gesangstexte) brachte ein mitreißendes Stück modernen Musiktheaters hervor, in dem Drama, Gesang und Ballett eine neuartige künstlerische Verbindung eingingen. 1961 gewann die Kinofassung von Robert Wise mit Natalie Wood und Richard Beymer in den Hauptrollen zehn Oscars, und die Geschichte von Maria und Tony begann ihren Siegeszug rund um die Welt. 1985, über 20 Jahre nach dem Erfolg des Films von Robert Wise und Jerome Robbins, spielte Leonard Bernstein eine Opernfassung seines Werkes ein. Die neuseeländische Sopranistin Kiri Te Kanawa sang die Maria, der katalanische Tenor José Carreras schlüpfte ins Kostüm des Tony, und die griechisch-amerikanische Mezzosopranistin Tatiana Troyanos übernahm den Part der temperamentvollen Anita. Als Gast kam Marilyn Horne mit der Interpretation von „Somewhere“ hinzu. Das „Making of“ zeichnet die viertägige Zusammenarbeit der Künstler von den ersten Proben bis zur endgültigen Plattenaufnahme nach. Die Dokumentation gibt einzigartige Einblicke hinter die Kulissen des Musikbetriebes und bringt dem Zuschauer nahe, wie eine meisterhafte Einspielung entsteht.

Mo, 11. Okt · 22:45-23:40 · arte
Literaturland Israel

Die Literatur eines Landes spiegelt auch immer dessen politische Lage und gesellschaftliche Situation wider. Das gilt sicher auch für die Werke israelischer Schriftsteller.  Die Dokumentation zeigt in Begegnungen und Gesprächen mit Verlegern, Autoren und Journalisten, mit welcher Vielfalt literarischer Strömungen das kleine Land Israel aufwarten kann.  Literatur entführt den Leser in unbekannte Regionen. Oft bereitet sie besser auf ferne Länder vor als jeder Reiseführer, denn sie schärft die Sinne für Stimmungen und ordnet Landschaften und Bräuche in Zusammenhänge ein, so dass die Vorstellungskraft die Wirklichkeit zu beschwören vermag. Die Dokumentation nähert sich der Literatur des Landes Israel über Schriftsteller, Journalisten und Verleger. In Gesprächen vor Ort erläutern sie Wurzeln und Inspirationsquellen des literarischen Schaffens, das einen eigenen Schlüssel zur Kenntnis ihres Landes liefert. Israel ist ein kleines Land von erstaunlicher Komplexität. Dies gilt für seine Politik ebenso wie für seine Literatur, die die bewegte Geschichte und die gesellschaftliche Vielfalt des Landes widerspiegelt. In Israel wird Hebräisch gesprochen. Doch ist das die einzige Schriftsprache des Landes? Allein die Vielfalt der Herkunft der Israelis, die auch verschiedenen Religionen angehören, lässt vermuten, dass es in diesem Land verschiedene literarische Strömungen gibt. Treiben einen arabischen Israeli die gleichen Fragen um wie einen aschkenasischen Juden der zweiten Generation? Sprechen die in Israel geborenen Schriftsteller die gleiche Sprache wie die Literaten der Diaspora, die durch die Einwanderung geprägt sind? Ist die Politik zentrales Thema und Dekor der Literatur oder kann man ihr trotz ihrer Allgegenwart entfliehen? Und wie grenzt sich die Literatur vom Journalismus ab?

Di, 12. Okt · 23:00-00:45 · SWR
Mogadischu

‚Mogadischu‘ ist die emotional packende, hochdramatische Rekonstruktion der ‚Landshut‘- Entführung vor dem Hintergrund des Deutschen Herbstes 1977. Die noch junge Bundesrepublik erlebt im Herbst 1977 ihre schwerste Bewährungsprobe. Während die Terroristen Baader, Ensslin und Raspe in Stammheim inhaftiert sind, bereitet die zweite Generation der RAF die Befreiung der Kampfgenossen vor. Unter Aufsicht des palästinensischen Terror-Paten Dr. Wadi Haddad (Youssef Hamid) lassen sich Peter-Jürgen Boock (Franz Dinda) und seine Mitverschwörer im Jemen für bewaffnete Anschläge ausbilden. Zurück in Deutschland, richten Boock und seine Komplizen ein Blutbad an, bei dem sie Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer (Gernot Kunert) in ihre Gewalt bringen. Anders als im Fall der Entführung des Berliner CDU Spitzen-Politikers Peter Lorenz im Februar 1975 geht Bundeskanzler Schmidt (Christian Berkel) diesmal nicht auf die Forderung nach Freilassung der RAF-Terroristen ein. Boock und Mohnhaupt (Bettina Hoppe) wenden sich erneut an Haddad, der mit Unterstützung des KGB eine spektakuläre Aktion einfädelt: Angeführt von ‚Kapitän‘ Mahmut (Saïd Taghmaoui), bringen vier palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine ‚Landshut‘ in ihre Gewalt. Auch Mahmut fordert nun die Freilassung von Baader, Ensslin und Raspe. Während Kanzler Schmidt (Christian Berkel) sich mit Hans-Jürgen Wischnewski (Jürgen Tarrach) berät, leiten die Entführer die mit 82 Passagieren und fünf Crewmitgliedern besetzte Maschine über Rom, Larnaka, Bahrain bis nach Dubai weiter. Kapitän Jürgen Schumann (Thomas Kretschmann) kann unbemerkt die Anzahl der Kidnapper nach draußen melden. Mit viel Geschick gewinnt er das Vertrauen des sadistischen Mahmut und bringt ihn so davon ab, eine jüdische Passagierin (Valerie Niehaus) zu ermorden. Während die hygienischen Zustände an Bord unerträglich werden, fliegt die Maschine weiter nach Aden im damaligen Südjemen. Die dortige Regierung will nicht in den Konflikt verwickelt werden und lässt das Rollfeld mit Panzern blockieren. Aufgrund von Treibstoffmangel ist Schumann zu einer Notlandung auf einem Sandstreifen neben dem Rollfeld gezwungen. Der Kapitän inspiziert das ramponierte Fahrwerk und nutzt die Chance, sich von der Maschine zu entfernen. Schumann kontaktiert Scheich Ahmed (Abdellatif Chaouki), Kommandeur der südjemenitischen Sondereinheit vor Ort. Er fleht ihn an, das offenbar beschädigte Flugzeug um des Lebens der Passagiere willen, nicht mehr starten zu lassen. Als Achmed ablehnt, kehrt Schumann zurück, in banger Gewissheit, was nun geschieht: Rasend vor Wut erschießt Mahmut den Kapitän. Kopilot Jürgen Vietor (Simon Verhoeven) fliegt die Maschine weiter nach Mogadischu. Wischnewski, der dem entführten Flugzeug bis hierhin gefolgt ist, überzeugt mit diplomatischem Geschick Präsident Siad Barre (Sofi Mohamed), einem Einsatz deutscher Elitetruppen auf somalischem Boden zuzustimmen. Oberstleutnant Ulrich Wegener (Herbert Knaup) erhält daraufhin den Befehl, die Maschine mit der GSG 9 zu stürmen, die durch diese Aktion internationale Berühmtheit erlangt. Nach 105 bangen Stunden ist die Geiselnahme beendet. Basierend auf den Recherchen des renommierten Dokumentarfilmers Maurice-Philip Remy (‚Offiziere gegen Hitler‘), rückt der Film die Verquickung mit dem KGB und das heldenhafte Schicksal des Piloten Jürgen Schumann ins Zentrum, durch dessen Tod das Überleben der restlichen Geiseln möglich wurde. Hollywoodstar Thomas Kretschmann (‚King Kong‘) zeigt eine der besten Leistungen seiner Karriere. Auch die weiteren Rollen sind hochkarätig besetzt. Gedreht wurde in Bonn, Berlin und Casablanca.

Mi, 13. Okt · 06:30-07:00 · BR
Nadavs kleines Stück Frieden in Jerusalem

 
Der Film beschreibt eine persönliche Friedensinitiative israelischer Schüler, die als Bewegung zwar scheitert, aber zumindest einige persönliche Kontakte zwischen israelischen und palästinensischen Schülern stiftet. Der sehr persönliche Blickwinkel macht den großen politischen Konflikt begreifbar, der häufig die Nachrichten bestimmt. Dass Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt stehen, dürfte für die Schüler zusätzlich motivierend sein. „Nadavs kleines Stück Frieden in Jerusalem“ ist auch geeignet, um grundsätzlich Friedens- und Konfliktlösungen zu reflektieren und zu veranschaulichen wie schwierig Verständigung in Konfliktregionen sein kann und wie wichtig es ist, nicht nur auf politische Initiativen von offizieller Seite zu warten. Gerade wenn die politische Situation so verfahren ist wie im Nahen Osten, ist bürgerschaftliches Engagement besonders wichtig.

Mi, 13. Okt · 23:30-00:30 · Das Erste (ARD)
Lieber Onkel Hitler – Briefe an den Führer

 
Film von Michael Kloft „Hochverehrter Führer, bitte schützen Sie sich gut vor Erkältungen, es ist zur Zeit so kalt in Nürnberg.“ „… wir wollten Dich so gerne sehen. Ich habe Dich so lieb. Schreibe mir. Deine Gina.“ „So gestalten sich immer wieder die Verhältnisse in dem von Ihnen regierten Reich. So wird immer mehr und mehr das Recht mit Füßen getreten … Ich weiß, dass meine Schreiben an Sie nichts fruchten …“ Kaum ein historisches Dokument bringt einem die Geschichte des Dritten Reichs lebendiger nahe als die persönlichen, privaten Briefe eines Volkes an „seinen“ Diktator. Ein Schatz von mehr als 100.000 solcher Botschaften wurde erst vor kurzem geborgen. In einem Moskauer Spezialarchiv hatte die Post der Deutschen an ihren Führer sechs Jahrzehnte unbemerkt überdauert. 1945 von der sogenannten „Trophäen-Kommission“ aus Hitlers Privatkanzlei nach Moskau gebracht, schlummerten die Briefe unerkannt in den Kellern der Dokumentensammlung. Deren Inhalt zeigt unzensiert die damalige Volksseele: persönliche Offenbarungen der Absender an den Empfänger, konservierte Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste, Liebesbriefe, Treuebekundungen, Geburtstagsgrüße, Bitten und selten auch Worte des Aufbegehrens. Die „Fanpost“ erlaubt einen tiefen Einblick in die Herzen und Gedanken der Deutschen während der nationalsozialistischen Herrschaft.