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TV-Radar: haGalil Fernsehtipps

Vom 1. bis 15. September 2010 …

Mi, 1. Sep · 22:45-23:15 · RBB
„Mein Himmel ist voller Musik …“ – Die israelische Komponistin Ella Milch-Sheriff
 
Ella Milch-Sheriff wuchs in Israel mit dem Schweigen ihres Vaters auf. Erst als sie sein Tagebuch liest, erfährt sie von seinem grausamen Geheimnis. „Der Himmel ist leer“ hatte Baruch Milch 1942 in Polen geschrieben. Sie übersetzt seine Geschichte in ihre Sprache: die Musik.  Ein Schlager plätschert aus den Lautsprechern am Strand von Tel Aviv. Lachende, Ball spielende, flirtende junge Menschen. Eine mädchenhafte blonde Frau spaziert am Meer. Eine harsche Melodie verdrängt den Schlager. Es ist die Musik, die sie in ihrem Kopf hört. Es ist das Lied, das sie für ihren Vater geschrieben hat.  „Der Himmel ist leer“ hatte der verzweifelte Baruch Milch in sein Tagebuch gekritzelt, 1942, nachdem die Deutschen seine junge Frau und seinen kleinen Sohn ermordet hatten. Das Leben des erfolgreichen jungen Arztes in Ostpolen war zu Ende – er hat überlebt, nicht gelebt. Er wurde ein Anderer. Dieser Überlebende gründete in Israel eine neue Familie. Aber er sprach nicht über das was geschehen war. Seine Tochter Ella wuchs mit seinem Schweigen und der vermeintlichen Kälte der Eltern auf, die sie nicht verstand, bis Dr. Milch seiner 13-jährigen Tochter sein Tagebuch in die Hand drückte.  Ella erfährt von seiner ersten Familie und von dem unvorstellbaren Grauen, das er durchlebte. Sie erfährt von seinem Geheimnis und sie gibt schließlich diesem schwierigen, schweigenden Vater eine Stimme: in der Sprache, die die heute 56-Jährige am besten beherrscht: der Musik! Mit der Oper „Baruchs Schweigen“ hat sie seine Geschichte und ihre Kindheit verwoben und in Musik übersetzt.  Die Filmemacherin Aneta Panek hat die Künstlerin begleitet: in Tel Aviv, nach Braunschweig zur Uraufführung von „Baruchs Schweigen“, nach Ostpolen, auf den Spuren ihres Vaters. Für die Geschichte der Musikerin hat sie assoziative und poetische Bilder gefunden, Film und Musik entfalten eine Sogwirkung.  Ella Milch-Sheriff ist eine „Sabra“: Die in Israel Geborenen nennen sich nach der Kakteen-Frucht – außen stachelig und innen süß. In Israel ist die Musikerin und Komponistin von Konzerten, Kantaten, Opern, sehr bekannt. Sie hat u. a. in Berlin studiert, und Deutsch ist eine der vielen Sprachen, die sie spricht. Mit den jungen Sängerinnen und Sängern in Braunschweig probt sie die Szene, in der ihr Vater die „10 Gebote“ formuliert: So hat er sie in sein Tagebuch notiert, als er vom Massaker an seiner Familie erfuhr. Sie singen mit Geisterstimmen: „Du sollst keinen anderen Gott haben als dich selbst“, „Tu nur, was dir selbst nutzt“, „Vertraue keinem“ und: „Glaube nicht – der Himmel ist leer!“. Bei der Premiere verwandelt sich die Braunschweiger Bühne in das polnische Totenhaus von 1942. Was Historiker oder Publizisten häufig als „unfassbar“ beschreiben, hat an diesem Abend die Köpfe und Herzen der Zuschauer erreicht. „Mein Himmel ist nicht leer, mein Himmel ist voller Musik“, sagt Ella Milch-Sheriff in Tel Aviv, am Grab ihrer Eltern. Und lächelt. Versöhnt.

Do, 2. Sep · 00:40-01:25 · ZDF
Jerusalem am Rhein

Sie gelten als das Jerusalem am Rhein. Bei Juden in aller Welt sind sie als Schum-Städte bekannt. Die rheinischen Metropolen Mainz, Worms und Speyer hatten im Mittelalter die wichtigsten Talmudschulen des Abendlandes. Sie waren das Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit und später ähnlich bedeutsam wie Jerusalem. Bis heute prägen die vor tausend Jahren von Schum-Gelehrten verfassten Verordnungen, Gebete und Klagelieder das europäische Judentum. Ein Weltkulturerbe, das auf die Anerkennung durch die UNESCO wartet. Die ZDF-Dokumentation von Dietmar Schulz folgt den Spuren der jüdischen Gelehrten im Rheinland. Neue Computer-Technik und intensive Bauforschung ermöglichen Darmstädter Experten, auf dem Bildschirm 3-D-Rekonstruktionen der mittelalterlichen Syna-gogen von Speyer und Worms entstehen zu lassen. Ein neuartiger Streifenlicht-Scanner hilft einem Duisburger Wissenschaftler beim Enträtseln von kaum noch lesbaren Inschriften auf jahrhundertealten Grabsteinen des jüdischen Friedhofs in Worms. Wenig bekannte Malereien in mittelalterlichen Gebetssammlungen in Mainz und Worms vermitteln überraschende Einblicke ins Alltagsleben der damaligen jüdischen Gemeinden im Rheinland. Mit dem Bau neuer Synagogen wollen die Schum-Städte Mainz und Speyer an ihre Jahrhunderte lange Tradition anknüpfen. „Von unseren Lehrern in Mainz, Worms und Speyer ist die Lehre ausgegangen für ganz Israel und darüber hinaus“, lobte ein Jerusalemer Rabbiner damals die Schum-Gelehrten. Ihr Wirken wurde Ende des 11. Jahrhunderts unterbrochen, als der damalige Papst zum ersten Kreuzzug gen Jerusalem aufrief. Mit dem Schlachtruf „Taufe oder Tod“ zogen christliche Fanatiker durchs Rheinland, bevor sie sich auf den Weg ins Heilige Land machten. Viele Juden in den Schum-Städten weigerten sich, zum Christentum überzutreten und gingen in den Freitod, um nicht in die Hände des aufgehetzten Mobs zu fallen.

Do, 2. Sep · 16:00-16:45 · HR
Budapest – Gesichter einer Stadt

Die Perle der Donau ist reich an touristischen Highlights – die romantische Fischerbastei, der Burgpalast oder die berühmte Matthiaskirche sind nur einige davon. Richtig spannend wird Budapest aber dort, wo man auf Entdeckungsreise geht: etwa im Jüdischen Viertel, wo die Filmautorin Julia Leiendecker den Rabbiner Polnauer einen Tag lang begleitet, oder im einzigen staatlichen Zirkus von Europa, der das ganze Jahr über geöffnet hat. Im historischen Café Central trifft Julia Leiendecker zwei der bekanntesten ungarischen Autoren. Tag für Tag diskutieren sie hier das Weltgeschehen – so wie sie es schon vor über fünfzig Jahren getan haben. Julia Leiendecker erfährt, warum die Ungarn schon um sechs Uhr morgens vor den Heilbädern Schlange stehen und dass es keine bessere Medizin gibt, um jung zu bleiben. Zu sehen sind die schönsten Jugendstilbauten der Stadt, und der Film lädt ein mitzufeiern, wenn auf der Kettenbrücke so richtig fetziger Jazz geboten wird. Es ist ein bunter Streifzug durch eine der spannendsten Städte Europas, die sich trotz vieler Veränderungen ihre nostalgischen Seiten bewahrt hat.

Sa, 4. Sep · 23:30-03:00 · WDR
Exodus

Monumentales, aktionsreiches Breitwand-Epos mit großer Star-Besetzung über den Freiheitskampf jüdischer Flüchtlinge auf Zypern und in Palästina, nach dem Bestseller von Leon Uris. Zypern 1947. Die Briten halten Tausende von jüdischen Flüchtlingen aus vielen europäischen Ländern auf der Insel fest, die illegal nach Palästina einreisen wollen, um dort eine neue Heimat zu finden. Als die amerikanische Krankenschwester Kitty Fremont nach Zypern kommt, ist die Insel zu einem großen Internierungslager geworden. Ungefähr 30.000 jüdische Emigranten sitzen dort hinter Stacheldraht. Kitty entschließt sich, in einem Lager zu helfen. So lernt sie viele Menschen kennen, deren Schicksal sie in den nächsten Monaten teilen wird. Zu ihnen gehören der junge Dov Landau, der furchtbare Erlebnisse im Warschauer Ghetto hinter sich hat, und die hübsche Karen Hansen; sie hofft in Palästina ihren Vater wiederzufinden. Ari Ben Kanaan, einem Mitglied der jüdischen Selbstschutz-Organisation Hagenah, gelingt es, als britischer Offizier verkleidet einige hundert Insassen aus dem Lager herauszuholen und auf ein Schiff zu bringen, das er „Exodus“ nennt. Nach einem mehrtägigen Hungerstreik dürfen sie auslaufen. Kitty, an Bord gekommen, um die Kinder zu betreuen, fährt mit ihnen nach Haifa. In Palästina stehen sich unter den Juden zwei politische Richtungen gegenüber: die Haganah, die eine Autonomie durch friedliche Verhandlungen zu erreichen hofft, und die radikale Irgun, sie setzt auf Aktionen. Bald werden die Neuankömmlinge in ihre Auseinandersetzungen mit den Briten und den Arabern hineingezogen und erleben die Höhen und Tiefen auf dem Wege zu einem unabhängigen Staat Israel auf dramatische Weise mit. Regisseur Otto Preminger hat Leon Uris‘ Buchvorlage in ein spannendes Epos mit vielen Stars umgesetzt. Die anschauliche Darstellung persönlicher Schicksale verbindet sich in diesem Film zu einem Bild leidvoller jüngerer Vergangenheit, aus der der heutige Staat Israel erwuchs. Der Film erhielt einen „Oscar“ für die beste Musik (Ernest Gold).

So, 5. Sep · 04:00-06:55 · MGM
Anatevka

Russland, vor der Oktoberrevolution: Der jüdische Milchmann Tevje (Chaim Topol) lebt mit Frau und Töchtern im beschaulichen ukrainischen Dorf Anatevka. Nicht nur die üblichen Probleme des „Schtetl“-Lebens machen Tevje zu schaffen. Die zaristischen Machthaber wollen die Bewohner aus ihrer Stadt vertreiben. – Verfilmung des berühmten Broadway-Musicals mit Oscar-gekrönter Musik. An der Violine: Isaac Stern!

So, 5. Sep · 16:30-17:15 · arte
Joann Sfar (Zeichnungen)

Joann Sfar zeichnet ohne Unterlass. Unaufhaltsam bringt er seine Ideen und Geschichten in kleinen und großen Comicstrips zum Ausdruck und hat so bisher schon mehr als 150 Bände veröffentlicht. 1971 geboren, zählt er zu den produktivsten und brillantesten französischen Autoren der jungen Generation. Er studierte in seiner Geburtsstadt Nizza Philosophie und später in Paris Kunst und Morphologie. Intellektualität und Zeichentalent gehen in seinen Comics eine unvergleichlich fruchtbare Verbindung ein. In der berühmten Reihe „Die Katze des Rabbiners“, die derzeit verfilmt wird, thematisiert Joann Sfar die Situation des Judentums im Maghreb, aber auch das Zusammenleben der arabischen und jüdischen Bevölkerung, die sich einer französischen Kolonialmacht gegenübersehen. Die Katze erweist sich dabei als eine sehr jüdische Katze, die nicht aufhört, ihren Rabbiner und die Grundsätze des Glaubens infrage zu stellen. Joann Sfars Gespür für tiefgründige Unterhaltung, sein Humor und die philosophische Verbindung von beidem geben dabei seinem Werk ihren spezifischen Charakter. Unter den zahlreichen Figuren, die seiner Fantasie entsprangen, finden sich ein gutmütiger Rabbiner, eine temperamentvolle Jiddischsängerin, ein Vampir, der sich für Klezmermusik begeistert, und natürlich die sprechende „Katze des Rabbiners“. Diese ist eine Art Alter Ego des Künstlers, das mit scharfer Beobachtungsgabe kritisch beäugt, was rundherum geschieht. Auch die anderen Figuren haben klar umrissene Profile, für die sich Sfar häufig aus seiner eigenen Biografie und durch seine jüdischen Vorfahren aus Nordafrika und Osteuropa inspirieren ließ. Wer Joann Sfar beim Zeichnen zuschaut, erlebt, wie unter seiner Feder eine Welt entsteht, „die der unseren ähnelt, aber von Gespenstern bevölkert wird“ (Time Magazine). Sfars Comics gehören zu den faszinierendsten Werken der letzten Jahre.

So, 5. Sep · 22:20-00:00 · arte
Musik, mon amour

 
Daniela Schmidt-Langels und Günther Huesmann haben einen Film über drei außergewöhnliche und äußerst unterschiedliche Musiker und Musikerinnen gedreht, für die die Macht der Töne zum Schlüssel ihrer Existenz wurde.  Drei große Musiker schildern ihre große Liebe zur Welt der Klänge, die mit Glück aber auch Verzweiflung verbunden ist. Es sind intime und intensive Geschichten, die von Lust und Leid, von Freude und Ekstase, von Krisen und Kämpfen, Trauer und Schmerz handeln. Sie machen spürbar, dass Musik für diese Menschen einerseits zum Zufluchtsort, Schutzraum und zur Retterin wird, dass sie andererseits aber auch eine bedrohliche Macht ist, krank machen, zur Belastung werden und schwere Lebenskrisen auslösen kann. Eindringlich erzählt der Film, was die Protagonisten in langen und ausführlichen Gesprächen über ihre existenzielle und widersprüchliche Beziehung zur Musik offenbarten. „Musik, mon amour“ berührt und bewegt, wie die Macht der Töne, von der der Film spricht. In poetischen Bildern entfaltet sich eine intensive Studie von der transformativen Kraft der Musik. Getragen wird der Film von der Musik der Protagonisten selbst. Sie ist die Signatur ihrer Persönlichkeiten und tritt deshalb gleichwertig neben die spannenden biografischen Erzählungen.  Hintergrundinformationen: Ein Jahr lang haben Daniela Schmidt-Langels und Günther Huesmann die japanische Geigerin Midori, den deutschen Komponisten Helmut Oehring und die israelische Sängerin Yasmin Levy bei ihrer künstlerischen Arbeit in Los Angeles, München, Ulan-Bator, Paris, Jerusalem, Madrid, Dessau und Frankfurt/Oder begleitet.

So, 5. Sep · 23:30-00:15 · PHOENIX
Die jüdische Lobby

Die jüdische Lobby beherrscht die Wall Street. Sie kontrolliert die Filmindustrie Hollywoods, die internationalen Medien, und – am wichtigsten – sie zieht die Fäden der amerikanischen Weltpolitik. Die jüdische Lobby beherrscht die Wall Street. Sie kontrolliert die Filmindustrie Hollywoods, die internationalen Medien, und – am wichtigsten – sie zieht die Fäden der amerikanischen Weltpolitik. Über kaum etwas werden rund um den Globus mehr Mythen und Legenden gesponnen als über den Einfluss des Judentums. Der deutsch-israelische Journalist und Filmautor Uri Schneider zeigt, dass es sie wirklich gibt, die jüdische Lobby.

Mo, 6. Sep · 08:15-08:45 · SWR
Passe-partout: Wie hast du’s mit der Religion? / La religion

Die Nachbarländer weisen große Unterschiede auf, was Religion und Kirche angeht. Da in Frankreich Staat und Kirche getrennt sind, gibt es dort zum Beispiel weder Religionsunterricht an staatlichen Schulen noch eine Kirchensteuer. Um Genaueres zu erfahren, sucht die deutsche Journalistin einen katholischen Pfarrer in Lyon auf und befragt einen jungen Muslim. Die französische Journalistin dreht bei einer deutschen evangelischen Pfarrersfamilie und stattet der jüdischen Gemeinde in Berlin einen Besuch ab.

Di, 7. Sep · 00:30-02:25 · NDR
Das Haus der Lerchen

Die Avakians sind eine reiche armenische Familie. Während Aram, ein alteingesessener Großgrundbesitzer, in einer türkischen Kleinstadt lebt, hat sich sein Bruder Assadour als erfolgreicher Arzt in Venedig niedergelassen.  Die Brüder haben sich seit der Kindheit nicht gesehen, und so plant Assadour eine Reise in die türkische Heimat. Doch dazu kommt es nicht mehr, denn die politische Lage spitzt sich dramatisch zu. Seit die Jungtürken 1913 die Macht übernommen haben, gelten die Armenier als Sündenbock für die Niederlage der türkischen Truppen gegen die russische Armee. Die Stimmung gegen die meist wohlhabenden Kaufleute wird immer feindseliger. Der friedliebende Aram will davon nichts wahrhaben. Schließlich war sein gerade verstorbener Vater Hovannes ein hoch angesehener Soldat im türkischen Militär. Dass der türkische Oberst Arkan diesem die letzte Ehre erweist, missdeutet Aram als Geste der Versöhnung. Der junge türkische Offizier Egon kennt jedoch die grausamen Pläne der Regierung. Seit Jahren ist er heimlich in Arams bezaubernde Schwester Nunik verliebt. Er will desertieren und mit ihr das Land verlassen, wird jedoch verraten und an die russische Front strafversetzt. Gegen den Willen von Oberst Arkan, der viele Freunde unter den Armeniern hat, richtet der fanatische Offizier Isman unter den armenischen Männern ein Massaker an. Zusammen mit den Frauen und Kindern beginnt für Nunik ein mörderischer Gewaltmarsch in die Wüste östlich von Aleppo. Der junge türkische Soldat Youssouf will Nunik retten, kann sie aber der Spirale der Gewalt nicht entreißen. Der Völkermord an den Armeniern ist ein politisch brisantes Thema. Noch heute tut sich die türkische Regierung schwer damit, die Gräueltaten aus den Jahren 1915 bis 1917, bei denen unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Armenier umkamen, offiziell als Genozid zu bezeichnen.

Mi, 8. Sep · 21:00-21:45 · BR-alpha
Franz Werfel – Ein Weltfreund zwischen den Welten

 
Franz Werfel wurde 1890 in Prag als Sohn des wohlhabenden Handschuhfabrikanten Rudolf Werfel und dessen Frau Albine geboren.  Die Familie gehörte dem deutschböhmischen Judentum an. Am 7. August 1929 heiratete Werfel Alma Mahler, die von Walter Gropius geschieden worden war. Das Ehepaar emigrierte in die USA, nach Beverly Hills und Santa Barbara. Werfel erhielt 1941 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1943 wurde sein Roman „Das Lied von Bernadette“ mit Jennifer Jones in der Titelrolle mit großem Erfolg verfilmt. 1945 starb Werfel im Alter von 54 Jahren an einem Herzinfarkt. Kein anderer deutschsprachiger Autor war zu Lebzeiten so erfolgreich und beim Publikum so beliebt wie Franz Werfel. In Umfragen rangierte er noch vor Stefan Zweig, vor Hugo von Hoffmannsthal, und vor den anderen literarischen Größen der Zeit in der Publikumsgunst. Peter Stephan Jungk zeichnet in seinem Film die Wiener Jahre dieses Dichters nach, der auch durch seine Frau Alma Mahler-Werfel und deren Salon im Mittelpunkt der damaligen Wiener Gesellschaft stand. Zu Wort kommen in dieser Dokumentation auch die verstorbene Tochter Almas, Anna Mahler, und Milan Dubrovic, der mit Werfel eng befreundet war.

Mi, 8. Sep · 21:00-21:45 · RBB
Bauer sucht Kultur

In der Auftaktfolge der neuen Staffel von „Bauer sucht Kultur“ besucht Dieter Moor unter anderem den Schauspieler Michael Gwisdek, die Fotografin Angela Fensch und den Regisseur Dani Levy. Michael Gwisdek zeigt ihm sein selbstgebautes Blockhaus und erzählt von seiner Lust zu spielen und zu leben. Angela Fensch, einst Fotomodell in der DDR, heute bekannte Fotografin, nimmt Dieter Moor mit zum Porträtieren einer uckermärkischen Bauernfamilie. Abgeschieden im Haus am See – dort wo er seine Komödien schreibt – erklärt der Regisseur Dani Levy, was jüdischer und brandenburgischer Humor gemeinsam haben. Außerdem lernt Dieter Moor modernen Tanz in einer Landgemeinschaft in Stolzenhagen und traditionelles Fischen am Plessower See.

Mi, 8. Sep · 22:45-23:15 · RBB
Museums-Check: Jüdisches Museum Berlin

In der ersten Folge besucht Markus Brock das Jüdische Museum Berlin. Der Neubau von Daniel Libeskind – der in seiner Architektur an einen geborstenen Davidstern erinnert – wurde schon kurz nach seiner Eröffnung 2001 zu einem Besuchermagnet. 2.000 Jahre deutsch-jüdische Geschichte werden interaktiv präsentiert, zum Mitmachen und Staunen. Markus Brock setzt sich Kopfhörer auf, um Sängern und Kabarettisten des alten Berlin der 1920er Jahren zu lauschen. Er zieht Schubladen auf und entdeckt darin alte Fotografien, und er aktiviert ein Video, das den Synagogenbrand im badischen Bühl zeigt. Das einzigartige Zeitdokument war erst vor rund zehn Jahren aufgetaucht. Das Jüdische Museum ist aber nicht nur ein Ort der Besinnung, sondern auch der Begegnungen mit Menschen aller Nationalitäten und Religionen. Markus Brock fragt Schüler nach ihren Eindrücken und darf mit Museumsmitarbeitern hinter die Kulissen des gigantischen Ausstellungsbetriebs schauen. Als prominenten Gast begrüßt er den berühmten Schauspieler und Synchronsprecher Ulrich Matthes, selbst Berliner und ein bekennender Museumsfan. Mit ihm redet Markus Brock über ganz persönliche Erfahrungen mit der jüdischen Kultur und Geschichte und lässt sich dessen Lieblingsstücke zeigen.

Do, 9. Sep · 22:45-23:30 · RBB
Trotzki

St. Petersburg, 7. November 1917 – ein Wendepunkt in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Mit einem Streich erobert Leo Trotzki die Macht für die Kommunisten in Russland. Trotzki ist neben Lenin der Manager der Oktoberrevolution. Bald darauf, als oberster Kriegsherr, führt Trotzki die von ihm gegründete Rote Armee in den blutigen Bürgerkrieg. Ihm gelingt das Unmögliche, die junge Sowjetunion überlebt. Für die Kommunisten ist Trotzki der Held der russischen Revolution und wird verehrt wie ein Heiliger. Aber für ihn sind Oktoberrevolution und Bürgerkrieg nur Etappen auf dem Weg zu seinem eigentlichen Ziel: der Weltrevolution. Doch aus dem Gefeierten wird ein Gejagter. Sein erbitterter Gegenspieler Stalin, den er lange unterschätzt hat, nimmt ihm Stück für Stück die Macht und er verbannt ihn aus der Geschichte der Revolution. Was ist dran am Mythos Trotzki? Die Rolle Trotzkis ist bis heute umstritten; in Russland ist er immer noch die große Unperson. Bis heute schlägt ihm von vielen Seiten grenzenloser Hass entgegen. Trotzki gilt als „moralisches Monster“ und als Massenmörder. Trotzki – verehrt und verteufelt, geliebt, gehasst, gefürchtet. Auf den Tag genau 38 Jahre vor der Oktoberrevolution geboren, gelingt dem jüdischen Bauernkind Lew Bronstein unter dem Pseudonym Trotzki ein kometenhafter Aufstieg. Es folgt der tiefe Fall in Verbannung und Exil. Fast seine gesamte Familie wird von Stalins Geheimdienst ermordet. Hunderttausende seiner Anhänger werden als „Trotzkisten“ gebrandmarkt, verbannt und ermordet. Am Ende wird der Held der Oktoberrevolution selbst brutal erschlagen, mit einem Eispickel. Die Dokumentation zeichnet die historische Person und den Menschen Leo Trotzki nach. Ergänzt, hinterfragt und gebrochen wird die Filmbiographie durch exzellente „Kommentatoren“ wie Anne Applebaum, Gerd Koenen, Jean-Jacques Marie und Alexander Watlin. Der Film zeigt Lebensstationen und Fluchtpunkte Trotzkis: St. Petersburg, Moskau, Paris, Wien, Istanbul, Mexiko-City.

Mo, 13. Sep · 23:50-00:20 · arte
Pinhas und seine Nachbarn

Der neunjährige Pinhas und seine allein erziehende Mutter leben als russische Einwanderer in Jerusalem. Mit ihren Nachtschichten als Kassiererin eines 24-Stunden-Supermarktes hält die Mutter den Haushalt nur mit Not über Wasser. Wenn ihr Sohn nachmittags aus der Schule kommt, liegt sie noch übermüdet im Bett, die restliche Zeit verbringt sie mit ihrem verheirateten Liebhaber. Als Pinhas im Treppenhaus die gleichaltrige Nachbarstochter und deren erwachsenen Bruder Shimon kennenlernt, ändert sich sein Leben. Der einsame Junge fühlt sich von der Wärme und dem Zusammenhalt, den die religiöse jüdische Familie ausstrahlt, magisch angezogen. Shimon wird für Pinhas zu einer Art Mentor und macht ihn mit den Schriften der Tora vertraut. Dabei ist dem jungen Mann nicht bewusst, wie wörtlich der kleine Junge die religiösen Erzählungen nimmt…

Mi, 15. Sep · 21:00-21:30 · BR-alpha
A bissele Glik

Was genau steckt in diesem „bissele Glik“, das in jüdischen Liedern, oft zu den rhythmischen Klängen der frommen Chassidim, so gerne besungen wird? Der Film sucht Antworten auf diese Frage bei jüdischen Musikern aus drei Generationen. Beim 87-jährigen Arkadij Gendler, der Naziherrschaft und Stalinismus überlebt hat – wie er sagt nur dank der jüdischen Musik. Beim 47-jährigen Roman Grinberg: In der Sowjetunion und Israel aufgewachsen, lebt er jetzt in Wien. Sein einziges Zuhause ist die Klezmermusik, sagt er, denn eine andere Heimat hat er nicht. Und bei Dora Napadensky und Emilia Blufstein, bekannt als“Belzer Sisters“, die sich in den schlimmsten Momenten ihres Lebens immer wieder mit jiddischen Liedern aufrichten, manchmal sogar am Telefon. Und schließlich beim 25-jährigen Georg Demmer, einem erfolgreichen Geschäftsmann, der seine Freizeit damit verbringt, Musik aus dem osteuropäischen Shtetl zu singen. Singen macht glücklich, sagen Wissenschafter heute. Dass die melodische Schwingung der Stimmbänder helfen kann, Schmerz und schlimme Erfahrungen zu verarbeiten, das wissen Menschen aus allen Kulturen und Religionen schon seit Jahrhunderten. „Singen nimmt uns die Angst von der Seele“, ist der 87-jährige Arkadij Gendler überzeugt. Er hat durch die Shoah seine gesamte Familie verloren. Und seine Muttersprache Jiddisch war in der Sowjetunion, wo Gendler den Großteil seines Lebens verbracht hat, verboten. Dennoch hat der Chemieingenieur ein halbes Jahrhundert lang heimlich unzählige jiddische Lieder gesammelt, aufgeschrieben und vor der Auslöschung gerettet. Lieder, die von Schustern und Tischlern geschrieben wurden, von Verfolgten und Exilanten. Traurige und fröhliche Lieder, in denen es um Liebe und Schmerz geht – und immer wieder ums Glück. „Ich kann zwischen der Musik und mir selbst oft nicht unterscheiden“, beschreibt Gendler seine Gefühle beim Singen. Glücklich macht ihn, dass er diese Schätze an die nächste Generation weitergeben kann. „Viele mächtige Völker sind untergegangen. Wir haben überlebt – weil wir gelacht und gesungen haben!“ Christian Schüller hat den Liedersammler, Sänger und Komponisten Arkadij Gendler in der ostukrainischen Stadt Zaporozhye besucht. Sein Film zeigt auch Menschen verschiedener Generationen, die von Gendler lernen wollen. Der Sänger und Pianist Roman Grinberg stammt so wie sein Vorbild Gendler aus der ehemaligen Sowjetrepublik Moldawien. In Wien leitet Grinberg seit fünf Jahren den Jüdischen Chor. Auch dort zählen Gendlers Lieder zum fixen Repertoire. Die Sänger sind ausschließlich Amateure, und – worauf Roman Grinberg besonderen Wert legt: Viele der Choristen sind keine Juden. „Nur wenn man jeden Menschen, egal woher er kommt, als Menschen sieht, kann man im Leben glücklich werden“, ist Grinberg überzeugt. Eine Weisheit, die man übrigens im Talmud ebenso finden kann wie bei allen großen Philosophen der Antike. Auch Dora Napadensky singt mit Begeisterung im Wiener Jüdischen Chor. Vor ihrer Emigration nach Österreich war sie Cellistin. Die große Musikkarriere musste sie hinter sich lassen. Heute kocht Dora für Jugendliche in einem Schulbuffet. Ihr Glück findet sie bei ihren Kindern und Enkelkindern. Emilia Blufstein hat schlimme Zeiten hinter sich. Vor zwei Jahren starb ihr Mann nach schwerer Krankheit. Das Einzige, was Emilia in dieser Zeit half, war Singen. Auch wenn Musik sie derzeit oft zum Weinen bringt. Georg Demmer gehört schon zu einer anderen Generation von Sängern. Der Jungunternehmer ist im Wohlstand aufgewachsen und kennt die Not, die in vielen jiddischen Liedern beschrieben wird, nur vom Hörensagen. Und doch ist er von dieser Musik fasziniert, besonders von der schnellen Abfolge von traurigen und fröhlichen Tönen. Auch der sogenannte „krechz“ hat es ihm angetan, jenes urtümliche Geräusch der Klezmermusik, das wie ein Seufzen klingt, aus Schmerz oder aus Freude. Und das in den jiddischen Liedern oft mit der Silbe „Oj“ ausgedrückt wird. Ob dieses „Oj“ traurig oder fröhlich gesungen wird – es hilft. Denn schließlich ist Singen, wie Arkadij Gendler sagt, die beste Therapie.

Mi, 15. Sep · 21:45-23:15 · BR
Alles auf Zucker!

Der jüdische Sportreporter und Lebemann Jaeckie Zucker hat Probleme: Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau Marlene mit Scheidung. Mit einem Sieg beim Billardturnier will er sich aus der Bredouille retten – da stirbt seine Mutter. Jakob Zuckermann ein Jude? „Mit dem Club habe ich nichts zu tun,“ verkündet Jaeckie Zucker voller Inbrunst. Doch da irrt er sich. Denn dem zu DDR-Zeiten beliebten Sportreporter und Lebemann steht das Wasser bis zum Hals: Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau Marlene mit Scheidung. Für den gewitzten Billardspieler gibt es nur noch eine Hoffnung: das mit 100.000 Euro dotierte European Pool Turnier. Doch unmittelbar vor Turnierbeginn stirbt Jaeckies Mutter. Und Mammes Testament hält eine besondere Überraschung parat: Das Erbe fällt ihnen nur dann zu, wenn sich die seit über 40 Jahren verfeindeten Söhne Samuel und Jakob versöhnen – und wenn sie samt ihrer Familien das jüdische Gesetz einhalten und sieben Tage strengste Totenwache halten. Während Marlene einen Crashkurs in Sachen jüdischer Tradition absolviert und die orthodoxe Verwandtschaft mit koscheren Häppchen versorgt, gibt es für Jaeckie ein ganz anderes Problem – das Billardturnier wurde soeben eröffnet…

Mi, 15. Sep · 23:40-01:10 · BR
BR-Kurzfilmnacht

Die BR-Kurzfilmnacht zeigt poetisch bis humorvoll, dass Israel nicht nur aus Nahost-Konflikt besteht. * 6,5 Minuten in Tel Aviv, von Mirey Brantz * Himnon, von Elad Keidan * Du sollst lieben, von Chaim Elbaum * I’m Ready, von Esther Siton  * 6,5 Minuten in Tel Aviv, von Mirey Brantz Was geschieht, wenn sich ein Mikrokosmos aus Bewohnern des Mittleren Ostens für einige intensive Minuten in einem überfüllten Bus in Tel-Aviv versammelt? Am Purim-Fest 2006 treffen im Bus ein arabischer Mann (Ziad Bakri) und eine israelische Frau (Nicole Veronica) aufeinander. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Paranoia, von der die übrigen Fahrgäste nichts ahnen…  * Himnon, von Elad Keidan Amnon (Ilan Hazan) wohnt in einem belebten Viertel von Jerusalem. Als er an einem Freitagnachmittag kurz vor Beginn des Sabbats merkt, dass er keine Milch mehr hat, geht er in den kleinen Lebensmittelladen um die Ecke… Ein Film über das ganz normale Leben in Jerusalem – mit Charme, Witz und Poesie erzählt.  * Du sollst lieben, von Chaim Elbaum Ohad (Ori Lachmi) studiert in dem speziellen „Hesder“-Programm für orthodoxe Soldaten der israelischen Armee. Er verbirgt vor den anderen, dass er homosexuell ist. Einsam wendet er sich an eine Telefonseelsorge, die ihm rät seine sexuelle Orientierung zu ändern. Doch dann kehrt sein Freund zurück…  * I’m Ready, von Esther Siton Die besondere Beziehung, die ein in die Jahre gekommener Vater (Avinoam Mor Chaim) zu seinem Sohn (Moshe Gottleib) hat, der unter dem Down-Syndrom leidet, zerbricht, als der Vater an Alzheimer erkrankt und sein Gedächtnis zunehmend versagt. Das Ende ihres stabilen und glücklichen Alltagslebens zwingt die zwei zu einer schmerzlichen Problemlösung.