Budapester ‚Marsch des Lebens‘

28
65

Am 11. April fand der erste Durchgang der Wahlen zum ungarischen  Parlament statt, der mit einem eindeutigen Sieg der „national-konservativen“ Fidesz und dem Einzug der Jobbik ins Parlament endete. Eine Woche vor der zweiten Runde der Wahlen nahmen ungefähr  20.000 Menschen am „Marsch des Lebens“ in Budapest teil… 

Von Karl Pfeifer

Heuer fand diese Gedenkveranstaltung an die Opfer des Holocaust zum 18. Mal statt und noch nie zuvor waren soviel Teilnehmer gekommen. Bei den links-liberalen-antifaschistischen Demonstrationen der letzten Jahre kamen nie mehr als 500 Menschen zusammen. Diese kraftvolle Demonstration an der nicht nur links-liberale Politiker sondern auch solche der Fidesz teilnahmen, zeigt, dass es in der ungarischen Gesellschaft doch Kräfte gibt, die sich gegen den Vormarsch von Jobbik wenden.

1979 gründete Pastor Sándor Németh in Budapest die kleine christliche Pfingstgemeinde Versammlung der Gläubigen (Hit Gyülekezete), Grund dafür war das fast totale Scheitern des ungarischen Christentums während der Zwischenkriegszeit und insbesondere 1944 nach der deutschen Besatzung, als binnen sechs Wochen mehr als eine halbe Million jüdischer Ungarn mit tatkräftiger Hilfe der Administration unter Reichsverweser Horthy nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde.  

Das Kádárregime versuchte diese Gemeinde zu destruieren. Im Laufe der Jahre entwickelte sich diese jedoch zur viert größten Glaubensgemeinschaft Ungarns und stellt sich immer wieder an die Seite der von Antisemiten angegriffenen Juden Ungarns.

Am 18. April hielt Pastor Sándor Németh eine bemerkenswerte Rede, die aufzeigt, dass es Christen in Ungarn gibt, die nicht mit zwei Zungen sprechen, die sich nicht begnügen bei solchen Gelegenheiten Gemeinplätze zu artikulieren, um dann in ihren Kirchen jedoch explizite und öfter noch implizite Judenhetze zu dulden. Er betonte, dass es einen Punkt gibt, an dem man konfrontieren muss:

„Man muss es aussprechen, dass es heute nicht mehr genügt, die nazistischen, pfeilkreuzlerischen Schandtaten und Mörder anzuprangern, dass es nicht genügt nur an die Opfer zu erinnern. Die Jobbik[partei] hat mit offener antisemitischer und gegen Roma gerichteter Rhetorik fast 17 Prozent der Wählerstimmen erhalten und zieht in das Parlament ein, dessen Sitzungsräume bereits vor dem Zweiten Weltkrieg mit dem Einbringen von rassistischen, judenfeindlichen Gesetzen beschmutzt wurden.

Diese Bewegung nützt die Möglichkeiten der Demokratie, leugnet aber deren Wesensart und Normen. Sie stellt jeden anständigen ungarischen Menschen vor eine schwierige moralische und spirituelle Herausforderung. Sich dieser Herausforderung nicht zu stellen oder Gleichgültigkeit ist eine schädliche und schändliche Haltung.

Unsere Erinnerung wird nur dann authentisch, wenn wir auch an Werktagen, den Kampf aufnehmen. Wenn wir es in unserer nächsten und weiteren Umgebung eindeutig artikulieren: Wir dulden die Hetze der aggressiven Nationalisten nicht, die dem Beispiel der Nazi folgen und das Herz und den Geist unserer Nation vergiften.

Die Botschaft Jesu an die Heuchler, die die Gräber der Propheten schmücken, ist eindeutig: Wir können die Falle der Heuchelei nur dann vermeiden, wenn wir gleichzeitig die Genozide der Vergangenheit und die Mörder verurteilen und die Hand der potentiellen Mörder niederhalten, und die zum Hass Hetzenden zum Schweigen bringen.

Der Mord beginnt nämlich mit Menschen- und Völkerhass. Laut dem Apostel Johannes, ist ein Mörder, wer seinen Mitmenschen hasst. Die Katastrophenzeit der Nazi und der Pfeilkreuzler lehrt, dass man die Organisationen ernst nehmen muss, die mit Hilfe von Hass gegen Ethnien und religiösen Gemeinschaften die Macht ergreifen wollen. Dieses pathologische Phänomen kann man nicht verharmlosen, denn wie schon ein biblisches Prinzip mahnt: „ein wenig Hefe lässt den Teig aufgehen“.

Das heißt Ungarn wird nur dann einen entsprechenden Schwung nehmen und aus der Krise herauskommen, wenn es die „Hefe“ des antisemitischen, rassistischen und nationalistischen Hass ausschließt. Das müssen wir Ungarn tun, das fordert unser Gewissen, das erwartet die zivilisierte Welt – das wird niemand an unserer Stelle tun!

Diese Aufgabe ist nicht leicht. Jobbik und ihre Garde kann tiefe Konflikte zwischen Ungarn schaffen, sie kann das Verhältnis unserer Heimat und der Nachbarländer vergiften, es kann Ungarn in eine internationale politische, wirtschaftliche Isolation zwingen, neben deren negative Konsequenzen könnten unsere gegenwärtige Sorgen verschwinden. Um die Krankheit der ungarischen Gesellschaft zu bezwingen, müssen wir die nötige Impfung geben, wir, die wir konsequent und eindeutig gegenüber den faschistoiden Bestrebungen stehen. Wir möchten ein solches Ungarn, wo jeder die Gesetze respektierende Bürger – unabhängig von seiner Religions- oder ethnische Zugehörigkeit – respektiert wird.

Wir schätzen die mehr als ein Jahrtausend alte Kraftanstrengung für das Bestehen unserer Nation, für deren Erneuerung und Entwicklung. Die ungarische jüdische Gemeinschaft hat mit außerordentlichen Persönlichkeiten Ungarn und die Welt beglückt, an die wir uns mit Recht stolz erinnern.

Ich möchte auf die ständig stärker werdende Israelfeindlichkeit ihre Aufmerksamkeit lenken – auf diese neueste Form des Antisemitismus. Die Existenz Israels hat eine außerordentliche Bedeutung. Wir halten es für wichtig, dass Israel ein solch starker Staat bleibt, der die Sicherheit der dort und in der Diaspora lebenden Juden, die während der Geschichte in ihrer physischen Existenz bedroht wurden und ihren Schutz gegenüber der Vernichtungsabsicht ihrer Feinde garantiert. Als Christen sehen wir es als unsere Aufgabe an, die Werte der jüdisch-christlichen Zivilisation zu bewahren. […]

Die Antisemiten verhalten sich immer feindseliger gegenüber der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Ungarn und Israel. Regelmäßig beschuldigen sie mit aus islamistischen Kreisen stammenden Stereotypen Israel. Ihre liebste Lektüre sind Adolf Hitlers Mein Kampf oder die Protokolle der Weisen von Zion.. Die nukleare Bestrebung Irans ist eine Bedrohung der ganzen Welt, insbesondere Israels. Der iranische Präsident ist heute Israels größter Feind. Jobbik und seine Garde sind eine israelfeindliche Bewegung. Eine ihrer stärksten ausländischen Stützen ist anscheinend der seine eigene Opposition mit erbarmungsloser Grausamkeit unterdrückende iranische Präsident und sein Regime.

Die Politiker, die gegenüber der Bedrohung durch den Iran und seine Unterstützung für extremistische Bewegungen eine Taktik der Blindheit gewählt haben, begehen einen schweren Fehler. Ihre Verantwortung ähnelt der während der dreißiger Jahre führenden europäischen Politiker, die nicht bereit waren, den Gefahren, die von Hitler und dem Nazismus ausgingen, ins Auge zu schauen.

Wir Ungarn und Europäer möchten in Frieden leben mit den Israelis wie auch mit zahlreichen arabischen Ländern. Aber trotz Abhängigkeit vom Erdöl, können wir nicht außer acht lassen, dass während die führenden Persönlichkeiten der Welt über den Frieden und die Abrüstung reden, der Iran sich immer mehr dem Besitz der Atombombe nähert. Die religiösen und politischen Führer Persiens bekennen einheitlich, dass man Israel von der Weltkarte streichen muss. Das ist einer der triftigen Gründe für meine Teilnahme an diesem Marsch des Lebens. Wenn wir schon nicht die historische Vergangenheit ändern können, sollten wir alles daran setzen, dass wir wenigstens diese nicht wiederholen. Tun wir alles, dass Juden, Roma und zu anderen Minderheiten gehörende Mitbürger ohne Angst und frei in unsere Heimat leben können. Israel aber soll für die Juden nicht ein neueres Vernichtungslager, kein neueres Massengrab werden, sondern entsprechend dem uralten und für die Ewigkeit geltenden Versprechen “ein Land in dem Milch und Honig fließen” und eine freie, sichere Heimat sein.“

28 Kommentare

  1. Ich habe gerade in meinem obigen Artikel, dessen großer Teil eine Übersetzung ist, gewürdigt, dass bei dieser Demo 20.000 Menschen anwesend waren.

    Nun ja, dann ist der zentrale Punkt Eures Streites geklärt: Es gibt neben einer ganzen Anzahl von Aktionen auch bedeutende mit bis zu 10 bzw. 20 000 Menschen und Sie, Herr Pfeifer haben jetzt vielleicht die Möglichkeit, meiner Frage im Zusammenhang mit Federn doch noch nach zu kommen?

    Mit Dank im Voraus, jim.

  2. Ganz verkrampft sucht K. Rozsa Läuse. Er stürzt sich über einen Satz, der nicht präzise formuliert war. Also heuer gab es in Ungarn mit Ausnahme des Marsch des Lebens keine antifaschistische Demonstration mit mehr als 500 Teilnehmern.
    Ich weiß nicht, für wen Herr Rozsa tätig ist. Aber wenn er sich nur eine Minute Zeit nehmen würde, und meine Publikationen zu Ungarn anschauen würde, dann könnte er sich nicht mit einer derartigen Gehässigkeit auf einen Satz stürzen.
    Ich habe gerade in meinem obigen Artikel, dessen großer Teil eine Übersetzung ist, gewürdigt, dass bei dieser Demo 20.000 Menschen anwesend waren.
    Machen Sie Herr Rozsa weiter, verwenden Sie Ihre Energien darauf mich schlecht zu machen, mir vorzuwerfen, dass ich die Tätigkeit verschiedener kleiner Gruppen nicht entsprechend würdige. Damit werde ich leben können.
    Von jetzt an ist Schluss. Ich kann und will nicht einmal die fünf Minuten für eine weitere Diskussion mit Ihnen verschwenden.

  3. PS. Der Link von Karl.P. aus dem Népszava beweist, dass zwei weitere AntiFa-Demonstrationen stattgefunden haben in Budapest, von denen K.P. nichts wissen wollte und verschwiegen hat. (Ich habe diese in meinem 1. Post erwähnt, K.P. hat diese bestritten) Wobei es sich bei beiden (einmal mit 4000 Teilnehmern und bei letzterem mit „nur“ 500 um direkte und sehr wohl erfolgreiche Aktionen gegen Nazi-Aufmärsche handelte. Diesen Menschen, die direkten, mutigen Widerstand leisten, gehört unsere Unterstützung und Anerkennung! Nicht deren Niedermachen und Entmutigung, von wegen „Ihr seid eh nur wenige und könnt nichts ausrichten“ Herr Karl P.! (und andere)

  4. Offenbar hat Karl Pfeifer viel Zeit um sich jegliche Kritik weg zu reden: Falsche Beschuldigungen, absurde Vorwürfe und Ablenkungsmanöver, statt sich der Kritik stellen, und Fehler zugzugeben, scheint seine Spezialität zu sein. Ist doch interesseant, das K.P. ausgerechnet einem der Hauptorganistoren der ersten Antifa-Demo in Ungarn Fidesz-Nähe zu attestieren versucht. Langsam zweifle ich nicht nur am Wissen sondern auch an der Redlichkeit! In der Schweiz wurde ich wegen meiner AntiFa – Aktivitäten in den letzten 30 Jahren mehrmals tätlich angegriffen, von Nazis verprügelt, mein Haus mit Hakenkreuzen beschmiert. Und dieser Schreibtischtäter K.P. wir mir erklären, weshalb AntiFa dem Widerstand schadet?
    Nyiregyháza ist nur ein Beispiel, dass eben Widerstand NICHT auf Budapest beschränkt ist, sondern sich auch in kleineren Ortschaften breit macht, sogar dies will K.P. ummünzen und gegen den AntiFa benützen! Und dann kommt er noch mit ollen Kamellen aus den 80-ern, wo er offenbar ausgewiesn wurde, was hat das bitteschön mit dem heutigen Ungarn zu tun: Lässt K.P. seinen persönlichen Frust von damals heute aus? Die Tatsachen verdreht K.P. – ob aus Nichtwissen oder Unfähigkeit oder persönlichen Gründen bleibt dahingestellt. Ich berichte von vor Ort, aus dem Zentrum – K.P. jedenfalls vom Hören Sagen, vom Abschreiben aus beliebigen Quellen.

  5. Jim, freut mich, dass Ihnen diese Links genützt haben. In Ungarn ist bekannt, dass im Gegensatz zu Deutschland, wo es vorkommt, dass gegen ein paar Hundert Neonazi ein paar Tausend Antinazi demonstrieren. In Ungarn hingegen demonstrieren nur wenige gegen Jobbik und verschiedene Garden, die mehr Menschen mobilisieren können. Das sind Tatsachen, die Rozsa versucht zu leugnen oder zu relativieren.
    Ich versuche ein realistisches Bild von Ungarn zu zeichnen. Das war auch der Grund, warum ich aus der VR Ungarn zwischen 1980 und 1987 viermal ausgewiesen wurde und warum mich rechtsextremistische Journalisten wie István Lovas und Zsolt Bayer mit falschen Beschuldigungen angriffen.
    Wenn Rozsa mich versucht hat zu diskreditieren, dann vermutete ich, dass er ein Kampfposter ist.
    Ich habe übrigens auch solche Anfeindungen von österreichischen Stalinisten erfahren, weil ich nicht die These von Österreich das erste Opfer geschluckt habe, denn der Staat war zwar das erste Opfer, aber die überwiegende Mehrheit der österreichischen Gesellschaft nicht, da gab es viel zu viel Täter und der Rest schaute zu und im Verhältnis zu anderen Ländern gab es wenig Widerstand. Das ist heute auch Konsens unter österreichischen Historikern.
    Und bitte wenn Sie meine Angaben überprüfen wollen, dann googlen Sie Karl P f e i f e r (nur einige übelwollende Menschen schreiben meinen Namen mit drei f)

  6. Danke für die Links, Herr Pfeiffer.

    Die Phänomenologie, wie im zweiten Link beschrieben, ist, denke ich, relativ gut bekannt. In Hinblick auf den ersten Link aber möchte ich abschließend noch sagen – es würde mich nicht wundern, wenn ein, zB, Dettre Gábor und ein Klaus Rózsa miteinander bekannt, wenn nicht sogar befreundet wären.

    Alles Liebe, jim.

    PS: Nur nebenbei: Darf ich Sie erinnern?

    Es ist mir wichtig!

  7. Jim, Rozsa übertreibt die Bedeutung des Widerstands in Ungarn. Und damit schadet er den wenigen, die da aktiv sind.
    Ich helfe, wo ich kann, denen die in Ungarn sich gegen Rassisten und Antisemiten stellen und ich denke nicht von Ihnen oder von Herrn Rozsa belehrt werden müssen, wie es in Ungarn ausschaut.
    Wenn ich Zeit hätte, dann würde ich nachschauen, welche zuverlässige Quelle ich benützt habe, denn um was ging es, es hat heuer in Nyiregyháza eine antifaschistische Demo mit 500 Teilnehmern gegeben und darauf reagierte ein ungarischer Journalist mit der Bemerkung, dass da mehr Leute waren als in Budapest.
    Rozsa hat mich gleich am Anfang als unglaubwürdig hingestellt, was mich vermuten läßt, dass er eine Agenda hat.
    Ich habe mir immer die Mühe genommen, auf solche Beschuldigungen zu antworten. Aber es ist nicht zielführend, denn ich habe keine Zeit zu verschwenden.

  8. Also, mal ganz ehrlich, ich verstehe überhaupt nicht, warum der Rozsa hier so derartig angefeindet wird.

    Er streitet doch überhaupt nix ab, ich sehe auch keine Fidesz-Affinität, er ist offenbar bloß bemüht, einer pauschalen Generalverurteilung „der Ungarn“ per se eine Wirklichkeit entgegen zu halten, wie wir sie vielleicht, schockiert von den dortigen Ereignissen wie den Morden an Roma, dem offenen Antisemitismus, Jobbik und ihre Garde bis hin zum niederschmetternden Wahlergebnis nicht sehen können.

    Natürlich gibt es Widerstand, in Ungarn, und man sollte diesen nicht im Stich lassen. Es wird, denke ich, allerhöchste Zeit, dass sich Europa ein wenig intensiver um die Verhältnisse in Ungarn kümmert – und zwar – bevor die Lage eskaliert.

  9. @Klaus Rozsa@ Natürlich kann man immer alles mit allem vergleichen. Doch die Lage ist in Ungarn, wenn die Regierung diese Organisationen nicht auflöst brandgefährlich.
    Und die kleinen antifaschistischen Gruppen und Grüppchen erreichen nicht die Masse der Ungarn und vor allem nicht die Jugend. Auch wenn Sie das Gegenteil hier vorgeben.

    Wir werden ja sehen, wie sich Fidesz verhalten wird. Ich behaupte, sie werden versuchen im Ausland ihr Image zu verbessern – auch mittels Kampfpostern wie Sie – und im Inland weiter den Jobbik-Anhängern und ihren eigenen Antisemiten signalisieren, dass sie mit ihnen doch – im großen und ganzen – einverstanden sind.

  10. Das wird ja immer wirrer! Wenn Sie meinen Post gelesen hätten oder ihn wenigstens verstehen würden dann müssten Sie sehen, dass ich „von schlimmen Verhältnissen“ schreibe, dass ich von „Deutschland und Italien“ schreibe, explizit nicht von Oesterreich, obschon es da wohl auch einige braune, tiefbraune Flecken gibt! Und wenn ich, Herr Schlickewitz, schreibe, dass die FIDESZ mit der CDU/CSU beste Verbindungen hat, und Sie dies bestätigen, wie kommen Sie dann auf die absurde Behauptung, ich würde damit die FIDESZ „reinwaschen“ wohl eher das Gegenteil, aber eher verharmlosen Sie und Karl P. damit die deutschen Verhältnissen. Karl P. wettert nur in seinen fixen Ideen herum: Sachlich hat er kein einziges meiner Argumente und Fakten widerlegt!

  11. Also Herr Rózsa jetzt endlich wissen die Leser von Hagalil, dass doch in Ungarn alles paletti ist, wenn Sie Ihnen glauben könnten.
    Sie sind bereit auch krasse Unwahrheiten zu behaupten, um für Fidesz Propaganda zu machen.
    Zur ihrer Kenntnis es gibt in Österreich im Gegensatz zu Ihrer Behauptung keine uniformierte paramilitärische Organisation. Dagegen haben wir hier Gesetze.
    Jede weitere Diskussion mit Verharmlosern – wie Sie es sind – ist Zeitverschwendung.
    Auch finden sie in der Regel in unseren konservativen Medien keine antisemitische Hetze wie in Fidesznahen Medien sie Zsolt Bayer und Ferenc Szaniszló betreiben.

  12. „FIDESZ ist bestens befreundet mit CDU/CSU und mit anderen rechtsbürgerlichen Parteien in Europa.“

    FIDESZ ist vor allem befreundet mit der CSU, schon aus alter (unseliger) Tradition. Um was für eine zweifelhafte Partei es sich bei dieser „rechtsbürgerlichen“ bayerischen Partei handelt, können Sie einem von mir rezensierten Buch entnehmen. Siehe der Link unten.

    Außerdem: Die CSU ist verantwortlich dafür, dass den Bayern bis vor Kurzem Märchenbücher als Geschichtsbücher vorgelegt wurden, dass unpopuläre Tatsachen, vor allem solche zur Kirchengeschichte und zu Bayerns unrühmlicher NS-Geschichte bzw. NS-Vorgeschichte vorenthalten blieben.
    Keine gute Referenz also, wenn Sie die FIDESZ reinwaschen wollen, werter Klaus Rozsa!

    http://buecher.hagalil.com/2009/12/schloetterer/

  13. Lieber Herr Pfeifer! Offenbar sind Sie wirklich nicht in der Lage, zu akzeptieren, dass nicht alles so ist, wie Sie es sehen wollen:
    Nochmals: Sie schreiben in Ihrem Artikel: „Bei den links-liberalen-antifaschistischen Demonstrationen der letzten Jahre kamen nie mehr als 500 Menschen zusammen“. Ich habe Ihnen bewiesen, dass diese Aussage falsch ist. Stehen Sie doch dazu!
    Ich beschönige nichts, auch das schreibe ich in allen Posts deutlich, ich bestehe aber darauf, Ungarn nicht schlechter zu machen, als es ist!
    Die Garde, die Sie ansprechen, ist in Ungarn verboten worden. Aehliche Organisationen gibt es auch in Deutschland und Italien, dort sind sie nicht verboten. In Budapest wurden nach dem Verbot Aufmärsche der Garde von der Polizei aufgelöst. In kleineren Ortschaften wütet die Garde weiter, wobei es meines Wissens einmal zu einem Polizeieinsatz kam, und Gardisten dabei festgenommen wurden. Der Rechtsstaat in Ungarn funktioniert nicht schlechter als in anderen europäischen Ländern. Dass das nach den Wahlen so bleibt, daran arbeiten zahlreiche Menschen, denen gehört unsere Unterstützung!! und nicht deren Diskreditierung.

    Auch Ihre Angaben zu der Fidesz und anderen europäischen Ländern ist nicht richtig: In Ungarn ist die Jobbik nicht an der Regierung beteiligt, wie es die rechtsextremen in Österreich zumindest waren und in Italien sind.
    Die Fidesz ist ein rechtsbürgerliches Sammelbecken mit Ausläufern nach Rechts und nach Links. Ich sehe zZt. nicht worin sie sich beispielsweise von einer SVP in der Schweiz unterscheiden soll. FIDESZ ist bestens befreundet mit CDU/CSU und mit anderen rechtsbürgerlichen Parteien in Europa. Sie verlieren immer noch – wohl weislich kein Wort zum Erfolg der LMP. Und schauen Sie sich doch die Stimmenverhältnisse in Europa an: Selbst in der Schweiz sind 70% des Parlamentes fest in rechtsbürgerlicher Hand!
    Stellen Sie doch nicht das ganze ungarische Volk als Halbnazis dar!
    So, das wäre das Wichtigste – alles andere, und auch schon dies, sprengt eine Gratis-Mitarbeit für eine private Webseite bei weitem!
    Freundliche Grüsse
    Klaus Rózsa

  14. Klaus Rozsa,
    das ist alles sehr positiv was da geschieht, nur ändert es nichts an der Tatsache dass die zum Teil völkische Fidesz und die offen antisemitische und rassistische Jobbik fast 70% der Stimmen erhielten.
    Ich weiß nicht wozu das dienen soll, diese katastrophale Situation zu beschönigen.
    Und am meisten ärgert Ihre Argumentation anderswo schaut es nicht besser aus, was natürlich nicht stimmt. Gibt es außer Ungarn noch ein Land in Mitteleuropa wo paramilitärische Gruppen in Städten und kleinen Ortschaften marschieren? Wenn ja wo?
    Bei Makep sehe ich dass eine private Presseagentur ist. Auch wenn sie lobenswerte Tätigkeiten dokumentiert, aber das wesentliche bleibt, die Rechten haben die Hegemonie und der Widerstand gegen diese ist schwach.

  15. Zum ersten Mal gab es am 1. Mai eine antirassistische und antifaschistische Bühne und Zelt in Budapest im Stadtpark – Widerstand formiert sich weiter.
    „2010. majálisi antirasszista programunk keménymagja…..mi ellenálltunk a szélsÅ‘jobbal szemben!….. volt szájkarate, dulakodás, egymás fotózása, két pofon….(Å‘k kapták) …aztán elmentek a Jobbik majálisra… Fényképalbum a Civilek a szélsÅ‘jobb ellen csoportnál és a Jobbik? Nem! csoportnál….
    Gyertek a következÅ‘ eseményünkre május 14-én!“

  16. Also jetzt machen es Sie sich verdammt einfach und beweisen Ihre Unprofessionalität!
    1. In meinem ersten Post habe ich von 2008 bis heute berichtet, Sie haben Fakten verlangt, ich hab sie geliefert. Und Sie wollen sie nicht zur Kenntnis nehmen.
    2. makep media ist nicht irgend eine „private Firma“ sondern eine Presseagentur die über diese Ereignisse berichtet, mit Fotos, die meine Angaben beweisen, sie ignorieren diese.
    3. „Von kleinen Gruppen“ zu sprechen diskreditiert einmal mehr von Ihrer Seite diejenigen die etwas tun, und, bei rund 30 Organisationen, die zur Demo „Tarka Magyar“ „Buntes Ungarn“ mit über 10Tausend Teilnehmern aufrief, von „kleine Gruppe“ zu reden ist ignorant und böswillig!
    4. In Budapest hat die neue, eben erst gegründete LMP-Grüne 23% der Stimmen erhalten die Jobbik 7,5% das verschweigen Sie, weshalb?
    Nochmals: Ich weiss nicht, wozu es gut sein soll, eine an sich schlimme Situation schlechter zu machen als sie ist. Wenn Sie europäische Länder vergleichen, sollten Sie eigentlich merken, dass ein Rechtsrutsch ein europäisches Phänomen ist, nicht ein ungarisches!

  17. Also ich gehe nicht zurück in das Jahr 2008. 2010 waren in Nyiregyháza 500 Demonstranten und ich las in Népszava, so glaube ich, dass es in Budapest nicht so viel Demonstranten gab.
    Ich habe über einen erfolgreichen Aufmarsch berichtet.
    Wenn auch kleine Gruppen den Eindruck erwecken wollen, ihre Aufmärsche seien erfolgreich kann ich das nicht bestätigen, die Rechten und Rechtsextremen beherrschen das Straßenbild
    in Ungarn. Ein Blick auf die Autos mit den Karten von Großungarn genügt.
    Also niemand diskreditiert die Arbeit derjenigen, die etwas tun gegen die extrem Rechten in Ungarn, aber es sind nur wenige und in keinem Verhältnis zu Jobbik und der Ungarischen Garde und anderer paramilitärischer Organisationen.
    Das sind die traurigen Fakten und beschönigen nützt nicht.
    Und noch etwas. ich halte es für seltsam wenn Sie für eine Privatfirma „makep“ Reklame machen.
    Fakt ist nach 40 Jahren „Sozialismus“ und staatlichen Antifaschismus, gibt es keine breite Bewegung gegen Jobbik.
    Wenn Sie das leugnen, dann leugnen Sie die traurige Realität. Jobbik hat fast soviel Stimmen erhalten wie die MSZP, schon das spricht Bände.

  18. Lieber Herr Pfeifer, offenbar gabs jetzt grad Schwierigkeiten mit dem Server, jedenfalls schein mein ausführlicher Brief nicht übermittelt worden zu sein. Nochmals in Kürze halt: Es liegt mir fern, Sie zu diskreditieren. Ich bleib überhaupt nicht allgemein, ich habe sogar die Daten der wichtigsten Demos angegeben, etwas recherchieren sollten Sie schon selber, Sie sind der Berichterstatter…
    Nochmals, ich verstehe nicht, weshalb die Arbeit derjenigen diskreditiert wird – durch nicht erwähnen – die unter grosser Aufopferung sehr viel gegen Faschismus und Antisemitismus in Ungarn tun. Zu den Daten: April 2008 zwei Gegendemos gegen rechtsradikale Anschläge einmal mit 400 drei Tage später mit 4000 Leuten an der Hollán utca. Im Oktober Demo für ein buntes Ungarn mit über 10 Tausend Teilnehmern!
    Letztes Jahr Verhinderung des „Rudolf Hess Gedenkmarsches“ durch Budapest, dieses Jahr im Februar Verhinderung und Demo gegen Naziaufmarsch auf dem Heldenplatz. (Für beide Anlässe wurde in Deutschland und der Schweiz mobilisiert. Das ist nur einen Auswahl, es gibt – erfolgreichen Widerstand! – weshalb wird dieser verschwiegen? Wem nützt das?
    Die Dokumentation (mit Bilder) der meisten Aktionen auf http://www.makep.hu

  19. Klaus Rozsa
    bitte belegen Sie doch Ihre Behauptungen. wann und wo in Ungarn 2009 solche Demonstrationen stattgefunden haben.
    Denn Sie bleiben sehr allgemein, und ich habe das Gefühl, dass Sie es darauf anlegen mich zu diskreditieren.

  20. @ Will: In Ungarn gibt es tatsächlich kaum Muslime und bedeuten auch nicht das geringste Problem. Aber es gibt – in völligen Widerspruch zu Ihrer Behauptung – ein sehr intensives und fröhliches jüdisches Leben in Budapest, wahrscheinlich das intensivste in ganz Europa!

    @ Karl P. „Bei den links-liberalen-antifaschistischen Demonstrationen der letzten Jahre kamen nie mehr als 500 Menschen zusammen“

    Im April 2008 mehrere Demos, 1x Demo mit 4000 Leuten, im Oktober Demo mit über 10000 Leuten, im 2009 mehrere Demos mit 1000-2000 Leuten, im Februar 2010 Demo mit über 1000 Leuten.

    Bei so geballter Fehlinformation im ersten Satz, mag ich nicht mehr weiter lesen.

  21. Ziona, was hat Ihr Text über die guten Rechten und die bösen Linken mit Ungarn zu tun? Wenig.
    Und was wissen Sie über die Geschichte Israels? wenig.
    Denn 1948 hätte der Staat Israel ohne Waffenlieferungen aus der Republik Tschechoslowakei nicht bestehen können.
    Vielleicht können Sie zurückfinden zum Thema meines Artikels oder wollen Sie hier nur posten, um ihre Emotionen gegen Linke loszuwerden?
    Willow, es gibt an die 15.000 Mitglieder von jüdischen Gemeinden in Ungarn und man schätzt dass es noch 80.000 Menschen gibt, die von der ungarischen Gesellschaft als Juden qualifiziert werden.

  22. In Ungarn gibt es praktisch weder Muslime noch Juden – es gibt jedoch jede Menge Korruption, Vetternwirtschaft und Unfähigkeit der politischen Kaste. Da Selbstkritik seeeehr schwer ist, geben erschreckend viele Ungarn die Schuld „den Juden“ (die angeblich das Land kontrollieren) und natürlich „den Zigeunern“ (wobei ausgeblendet wird, daß deren Situation tatsächlich die Folge jahrhundertelanger Diskriminierung ist).

    Die Vergleiche zu Westeuropa hinken doch gar zu sehr…

  23. Ach immer diese Linken Gutmenschlein, die meinen vor den PÖSEN Onkelz, den Rechten warnen zu müssen. Achmadidummfatz will die Shao zu ende führen. Nicht Fidez. Wann wacht igr auf. Die Linke verkauft Europa. Seht wie es nach Linker Herrschaft zugeht. In Norwegen ist kein Jude mehr sicher, vor Nachstellungen der lieben Muslime. Für sie ist Islam der Frieden?
    Die Rechte war immer ein besserer Partner Israels als die Linke.

  24. Michelis, sie scheinen sich auch festbeissen zu wollen an der Muslim Einwanderung. Eine solche hat es in Ungarn nicht gegeben.
    Was ich interessant finde. Ich zitiere einen Pastor, der sich gegen Rassismus und Antisemitismus wendet. Und dazu haben Sie überhaupt nichts zu sagen. Sie freuen sich nur über einen Wahlsieg der zum Teil völkischen Fidesz in Ungarn.
    Und bitte was sind das für klare Europäische Werte, von denen sie da schreiben. Ist es der Nationalismus von Fidesz, entspricht die antisemitische Hetze in fidesznahen Medien den „klaren europäischen Werten“, wenn ja, warum jubeln sie so sehr, wenn aber die europäischen Werte antisemitische Hetze beinhalten, dann sind das vielleicht keine europäischen Werte, sondern nur diejenigen von durchgeknalltgen Rechtsextremisten?

  25. Sie befürchten irgendwann könne das Zeiger wieder nach Links ausschlagen. Das wollen wir natürlich nicht hoffen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür beten, das dieses nicht geschieht. Die windelweich Politik der Linken hat überall abgehalftert und zur Verwässerung klarer Europäischer Werte geführt. In Ungarn, der Schweiz, Holland, überall das gleiche. Blair wollte sogar mit Muslim-Einwanderung das Monopol der Labour errichten.

  26. ConCon wo bitte gibt es in Ungarn einen steigenden Anteil der Muslime?

    Und was halten Sie von den fast 17 % Wähler der rassistischen, antisemitischen und homophoben Jobbik?
    Die Frage ist auch, ist Fidesz wirklich eine konservative Volkspartei wie die CDU/CSU? Nur weil sie sich selbst so definiert ist sie es noch nicht.
    Und es ist sehr sehr fraglich, ob Fidesz Ungarn aus der wirtschafltichen und politischen Sackgasse herausführen kann.
    In Ungarn ist die MSZP tatsächlich gescheitert, und es mag schon sein, dass in Europa die Pendel nach rechts schlägt, doch dann könnte es wieder nach links schlagen.

  27. Konservative in Ungarn vor Zwei-Drittel-Mehrheit
    Die zweite Runde der Parlamentswahl in Ungarn hat den konservativen Kurs bestätigt. Nachdem der Sozialismus das Land fast zu Grunde gerichtet hat, u. a. mit steigendem Anteil der Muslime, hat nun auch in Ungarn ein Umdenken begonnen. Die Neokonservative Fidesz-Partei hat eine Zwei-Drittel-Mehrheit angesteuert.

    Mit dieser Mehrheit könnte die Partei des bisherigen Oppositionsführers Viktor Orban künftig auch Verfassungsänderungen durchsetzen. In der ersten Runde am 11. April hatte sich die Fidesz-Partei bereits 52,8 Prozent der Stimmen gesichert und damit 206 der insgesamt 386 Sitze des neuen Parlaments errungen.
    Die Linken haben noch 19,3 Prozent und wurden abgestraft. Vielleicht hat Europa noch eine Chance, gegen Islam und Sozialismus!

Kommentarfunktion ist geschlossen.