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TV-Radar: haGalil Fernsehtipps

Vom 01.02. bis 15.02.2010 …

Mo, 1. Feb · 23:30-01:25 · HR
Der letzte Zug

Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová schildern in ihrem authentischen und intensiven Holocaust-Drama die erschütternde Todesfahrt von 688 Juden in das Konzentrationslager Auschwitz. Mit Sibel Kekilli, Gedeon Burkhard, Lena Beyerling und Juraj Kukura. Um dem Führer eine Freude zu bereiten, deportieren Nazischergen am Vorabend von Hitlers Geburtstag die letzten 688 Berliner Juden. Männer, Frauen und Kinder werden mit erbarmungsloser Gewalt in Viehwaggons gepfercht.Unter ihnen befinden sich ein Boxer und seine Frau, ein Intellektueller, ein Kabarettist, ein Arzt und Mütter mit ihren Säuglingen auf dem Arm. Noch keimt in ihnen die Hoffnung, doch fast alle Fluchtversuche scheitern. Ohne Verpflegung und Wasser wird die Fahrt im verriegelten Waggon zur unmenschlichen Qual. Als die Strapazen immer mehr Opfer fordern, wird den Deportierten endgültig klar, dass ihre Reise in den Tod führt …

Di, 2. Feb · 00:45-01:15 · PHOENIX
Hochzeit im Niemandsland zwischen Syrien und Israel

 
„Für die Liebe, für meinen Mann gebe ich alles auf.“ Die Eltern, die Freundinnen, den Job als Kindergärtnerin. Der Tag ihrer Hochzeit ist für die 25jährige Drusin Arwad auch der Tag, an dem es kein „zurück“ mehr in ihr Heimatdorf gibt.  „Für die Liebe, für meinen Mann gebe ich alles auf.“ Die Eltern, die Freundinnen, den Job als Kindergärtnerin. Der Tag ihrer Hochzeit ist für die 25jährige Drusin Arwad auch der Tag, an dem es kein „zurück“ mehr in ihr Heimatdorf gibt. Israel und Syrien leben noch immer wie im Krieg. Es gibt keine Verbindung zwischen den beiden Ländern. Das internationale Rote Kreuz hat den bürokratischen Weg für diese Hochzeit in Israel und Syrien geebnet. Peter Dudzik war mit der Kamera dabei.

Di, 2. Feb · 01:25-03:00 · HR
Leo und Claire

Nürnberg in den dreißiger Jahren: Der lebenslustige, geschäftlich erfolgreiche Schuhhändler Leo Katzenberger gehört mit seiner Frau Claire zu den angesehenen Bürgern der Stadt. Doch die Mieter seiner Hinterhofwohnungen, die fast alle zu seinen Angestellten zählen, beneiden ihren Patron.  Missgunst, Verrat und Ressentiments gegenüber dem „Schuhjuden“ werden aber erst vom Rassenwahn der Nazis so richtig entfacht. Als Leo sich anscheinend auf eine Affäre mit der hübschen Fotografin Irene einlässt, denunzieren die Angestellten ihren Arbeitgeber, der daraufhin vor Gericht gestellt und wegen „Rassenschande“ zum Tode verurteilt wird.

Di, 2. Feb · 22:00-22:30 · WDR
Die Gottesfürchtigen auf dem Vormarsch – Eine Reise in ein unbekanntes Israel

 
Selten hat es in einer israelischen Regierung so viele Hardliner, Fromme und Extremisten gegeben wie in der neuen Regierung Netanjahu. Wie konnte das kommen? Was ist in Israel geschehen? Wieso entwickelt sich eine westlich orientierte Demokratie allmählich zu einem orientalisch geprägten Land, das sich zunehmend verschanzt? Ein starker Glaube und eine starke Armee scheinen das einzige zu sein, auf das die meisten Israelis noch vertrauen. Wagenburg-Mentalität macht sich breit. Die modernen, weltoffenen Israelis verzweifeln, haben in der Knesset, dem israelischen Parlament, kaum noch eine Stimme.  Unserem Korrespondent Richard C. Schneider ist es gelungen, radikale Siedler bei ihrem „Katz und Maus“ – Spiel mit der israelischen Armee zu begleiten. Menschen, wie Daniela Weiss, eine Siedlerin der ersten Stunde und noch heute eine Ikone der radikalen Siedlerbewegung. Heute hilft sie jungen Israelis beim Aufbau ihrer illegalen Außenposten. Der Vormarsch der Gottesfürchtigen hat dramatische Konsequenzen für die israelische Gesellschaft: „Weltweit“ zeigt eine spannende Reportage mit exklusiven Einblicken in einen streng abgeschotteten Teil der israelischen Gesellschaft.

Di, 2. Feb · 22:45-23:30 · HR
Die Narren und die Nazis

 
Die Geschichte von Karneval und Fastnacht im Nationalsozialismus gehört zu den verdrängten Kapiteln der Vergangenheit. Das ist erklärlich: Das Verhalten der meisten Vereine ab 1933 ist alles andere als ein Ruhmesblatt.  Zivilcourage gegen das neue braune Denken findet man nur selten, dafür aber viele Fälle von eiliger Anpassung und freiwilliger Unterwerfung. Seit dem Machtantritt Adolf Hitlers unternahmen die Nationalsozialisten allerhand, um den Karneval ideologisch für ihre Zwecke nutzen zu können. Protest – etwa gegen die vielen judenfeindlichen Maßnahmen – gab es kaum, Selbstbehauptung erfolgte im Regelfall nur dort, wo es um den Erhalt der organisatorischen Selbstbestimmung des Karnevals ging. Ansonsten biederten sich die Karnevalisten nicht selten an die neuen Herren im Land an, wenn nicht sogar Konsens und gegenseitiges Einvernehmen herrschte. Die Dokumentation von Frank Gutermuth und Sebastian Kuhn begibt sich auf Spurensuche in den Karnevalshochburgen Köln und Mainz, findet aber auch bemerkenswerte Geschichten von leisem Widerstand in einem Dorf am Rande von Frankfurt und von „echt nationalsozialistischem“ Frohsinn in Nürnberg, der Stadt der Reichsparteitage. Zeitzeugen und Dokumente erinnern an wenige mutige Heldentaten und viele Momente, bei denen das Lachen im Halse stecken bleibt.

Mi, 3. Feb · 00:20-02:05 · Das Erste (ARD)
Joe and Max – Rivalen im Ring

Der als Außenseiter geltende Boxer Max Schmeling gewinnt 1936 überraschend gegen den bislang ungeschlagenen, haushohen Favoriten Joe Louis. Schmeling schreibt Boxgeschichte, doch sein legendärer Sieg kommt auch den Nazis sehr gelegen, die seinen sportlichen Erfolg propagandawirksam als Überlegenheit der weißen Rasse über „den Neger“ auslegen. Zwei Jahre später kommt es zwischen dem schwarzen Amerikaner und dem „weißen Übermenschen“ zum Rückkampf, der zum ideologischen Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Nazi-Deutschland aufgebauscht wird. Von der Öffentlichkeit unbemerkt, entsteht jedoch zwischen den beiden Konkurrenten eine tiefe und lebenslange Freundschaft. „Joe and Max – Rivalen im Ring“ erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte der beiden Boxlegenden Max Schmeling und Joe Louis, die in den 1930er Jahren ihren legendären Kampf um den Weltmeistertitel im Schwergewicht austrugen. Mit Til Schweiger und Leonard Roberts. Das Erste widmet diesen Film Max Schmeling, dessen Todestag sich am 2. Februar zum fünften Mal jährt. Am 19. Juni 1936 steigt der deutsche Box-Europameister Max Schmeling (Til Schweiger) gegen den Afroamerikaner Joe Louis (Leonard Roberts) in den Ring. Das amerikanische Publikum gibt keinen Pfifferling auf das „importierte Fallobst“ aus Deutschland, denn der „braune Bomber“ Louis hat bislang keinen einzigen Kampf verloren. Obwohl Schmeling neun Jahre älter ist als sein Kontrahent, gelingt dem Deutschen das Unmögliche: Er steckt die Schläge des hart kämpfenden Louis weg und schickt ihn in der zwölften Runde sogar auf die Bretter: acht, neun, aus! Eine Sensation. Ganz Amerika ist geschockt, und Louis stürzt nach der bitteren Niederlage in eine tiefe Krise. In Deutschland wird der smarte Max Schmeling unterdessen als strahlender Held gefeiert. Die NS-Führung stilisiert Schmelings sportlichen Erfolg zum propagandawirksamen Sinnbild „arischer Überlegenheit“ über „den Neger“ hoch. Man legt Schmeling nahe, sich von der tschechischen Filmdiva Anny Ondra (Peta Wilson) scheiden zu lassen und sich von seinem jüdischen Boxpromoter Joe Jacobs (David Paymer) zu trennen. Schmeling widersetzt sich und versteckt sogar während der Reichspogromnacht den befreundeten jüdischen Schneider David Lewin (August Zirner) vor den Nazi-Schergen. Als es 1938 in New York endlich zum Rückkampf kommt, ist Joe Louis inzwischen Weltmeister im Schwergewicht, und der „deutsche Übermensch“ gilt in den Augen der Amerikaner als Stellvertreter Hitlers. Diesmal schlägt Louis den Deutschen schon nach 124 Sekunden k.o. Während die jubelnden Amerikaner den symbolischen Sieg über den „Nazi“ feiern, besucht Louis seinen übel zugerichteten Gegner im Krankenhaus. Die beiden Ausnahmeboxer, die in der Öffentlichkeit als erbitterte Feinde gelten, werden Freunde fürs Leben. Nach dem Zweiten Weltkrieg können beide nicht mehr an ihren sportlichen Triumph anknüpfen. Doch während Louis alles verliert und 1981 verarmt stirbt, startet Schmeling eine erfolgreiche Karriere als Geschäftsmann. Mit „Joe and Max – Rivalen im Ring“ inszenierte Steve James („Flüchtiger Ruhm“) einen spannenden und anrührenden Film über die politisch-ideologischen Hintergründe eines der bekanntesten Boxduelle der Sportgeschichte. Der größtenteils in Potsdam-Babelsberg entstandene Sportlerfilm überzeugt durch packende Kampfszenen und ein sorgfältiges Produktionsdesign. Schmeling-Darsteller Til Schweiger bereitete sich durch intensives Boxtraining auf seine Rolle vor. Sein Gegner wird von Leonard Roberts gespielt, und „Shaft“-Darsteller Richard Roundtree verkörpert Louis‘ Trainer Jack.

Mi, 3. Feb · 20:15-21:05 · arte
Liberty Lily

 
Die Dokufiktion erzählt die Geschichte der gefährlichen Einsätze des US-amerikanischen B-17-Bombers „Liberty Lily“ im Zweiten Weltkrieg.  1943 stellt der amerikanische Generalstab fest, dass sich die Kampfmoral der jungen Rekruten im Zweiten Weltkrieg verschlechtert hat, vor allem aufgrund der großen Verluste unter den Besatzungen der Bomberflugzeuge. Um dem abzuhelfen, wendet sich der Stab an John Derek, Propagandaoffizier der Air Force. Derek schlägt vor, eine Mannschaft auszuwählen, in der die ganze Vielfalt der US-Bevölkerung vertreten sei, und mit diesen jungen Soldaten einen Film zu drehen, der dem Luftkrieg ein heroisches Bild verleihen sollte. Nach diesem Plan wird das Team zusammengestellt. Der Pilot Gary hat das typische Leben eines verwöhnten Kindes der Ostküste geführt. Navigator Sam Friedman entstammt einer jüdischen Familie aus Berlin. Mechaniker Tony wuchs in den Straßen von „Little Italy“ in Manhattan auf. „Bomben-Werfer“ Jim ist ein Landwirt aus Oklahoma, der in den Jahren des „Dust Bowl“ vor den verheerenden Sandstürmen nach Kalifornien floh. Und Bordschütze Jan Kowalski arbeitet mit seinen polnischen Landsleuten in den Chicagoer Schlachthöfen. In Europa fliegt die Besatzung in dichter Folge die ersten Bombereinsätze, und die Kamera ist immer dabei. Doch entstand an Bord des B-17-Bombers „Liberty Lily“ ein wirklichkeitsgetreues Filmdokument, oder schlug die propagandistische Absicht durch?

Do, 4. Feb · 00:50-01:50 · MDR
Meine Mutter und die Nazis – Auf den Spuren einer Lebenslüge

 
Die Geschichte der Myriam Fuks: eine Geschichte voller Hingabe, Wahnsinn und Lügen, die ihr gesamtes Leben prägten. Sie beginnt zur Zeit des Holocaust und ist von Anbeginn geprägt von der Vergangenheit ihrer Mutter.  Frania Glassmann war eine außergewöhnlich attraktive und charismatische Frau. Wie sie ihren Töchtern später immer wieder erzählte, floh sie schwanger und als polnische Bäuerin verkleidet aus dem Warschauer Getto, nachdem ihr erster Ehemann dort erschossen worden war. Von der Gestapo aufgegriffen und verhört, wurde Frania in ein Konzentrationslager gebracht, wo sie in einem dunklen Keller ihre erste Tochter Annette zur Welt brachte. Monatelang versteckte sie das Baby, bis die Amerikaner kamen und das Lager befreiten. Nach dem Krieg ging sie nach Israel, fand einen neuen Mann und bekam dort ihre zweite Tochter, Myriam. Die Geschichte von Franias Mut und Courage begleitete und prägte Myriam. Frania dominierte Myriam, stets mahnend auf ihr eigenes Leid verweisend. Es entwickelte sich eine harsche Hass-Liebe zwischen Mutter und Tochter. Beide konnten nicht ohne einander leben. 1997 starb Frania. Der Tod der Mutter stürzt Myriam in eine Krise. Sie entschließt sich, Hilfe bei einer Therapeutin zu suchen. Diese zwingt Myriam dazu, Kindheitserinnerungen noch einmal zu durchleben. Erinnerungen, die sie eigentlich längst verdrängt hatte. In einer Sitzung erinnert sie sich plötzlich, wie ihr Vater beim Abendessen die Mutter anbrüllte: „Du hast mit einem Deutschen gevögelt!“ Ein Wendepunkt. Von diesem Moment an beginnt Myriam die Suche nach der wahren Geschichte ihrer Mutter. Eine Suche voller (böser) Überraschungen, bei der Myriam ein vergilbtes Foto aus dem Jahr 1944 entdeckt: Ihre Mutter sitzt in einem weißen Kleid auf einer Wiese nahe einem glasklaren Fluss mit Myriams Schwester auf den Knien. Auf der Rückseite des Fotos steht auf Deutsch in der Handschrift eines Mannes: „In Erinnerung an die glücklichen Tage in Bennshausen“. Bennshausen ist ein Dorf in Thüringen, im Herzen Deutschlands. Myriam tritt mit dem Bürgermeister der Stadt in Kontakt. Der vermittelt sie weiter an einen ehemaligen Fabrikbesitzer im Ort, an Alteingesessene und Weggezogene. Manche erinnern sich. Rasch wird klar: Ihre Mutter ist offenbar nie in einem Konzentrationslager gewesen, sie hat vielmehr friedlich in diesem kleinen Dorf gelebt, das vom Krieg verschont geblieben ist. Von allerlei „Geschäften“ ihrer Mutter ist die Rede und von vielen Männern … Der Dokumentarfilm über Myriam und Frania rekapituliert zunächst die immer erzählte Holocaust-Geschichte der Mutter. Dann begleitet die Kamera Myriam bei der Suche nach dem wahren Vorleben ihrer Mutter. Ein Film über eine Lüge. Ein Film über unausgesprochene Regeln, über den Druck auf überlebende Juden nach dem Krieg und über moralische Codes und Zwänge der Gegenwart.

a, 6. Feb · 06:30-06:45 · SWR
Meine Geschichte – Verfolgt von den Nazis: Volkmar Gabert

 
Volkmar Gabert war gerade 15 Jahre alt, als er mit seinen Eltern vor den Nazis aus dem Sudetenland floh. Das war kurz nach dem Zustandekommen des Münchner Abkommens, durch das sich Hitler 1938 – mit Zustimmung der Engländer und Franzosen – das Sudetenland einverleibte.  Volkmar Gabert kommt aus einer sozialdemokratisch engagierten Familie. Darum wusste der Vater, Lehrer und Aktivist in der „Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei“ in der Tschechoslowakei, was der Familie unter dem Hakenkreuz drohte. Deshalb sind die Gaberts dem Aufruf der Sozialdemokratischen Partei zum Verlassen der Heimat gefolgt. Volkmar Gabert arbeitete in England zunächst als Knecht auf dem Lande, schließlich wurde er Dreher. Nach 1945 blieb ihm die Heimat verschlossen. Alle Deutschen, darunter auch Gegner des Naziregimes, wurden aus der Tschechoslowakei vertrieben. Volkmar Gabert wurde zusammen mit vielen aus dem Sudetenland in Bayern heimisch. Er machte politische Karriere und wurde Landes- und Fraktionsvorsitzender der bayerischen SPD. Im Februar 2003 ist er im Alter von 79 Jahren gestorben.

So, 7. Feb · 11:30-12:00 · arte
Klassikarchiv

 
Isaac Stern (1920- 2001) war einer der bedeutendsten Violinisten des 20. Jahrhunderts: „Klassikarchiv“ hat in alten Archiven gestöbert und bedeutende Aufnahmen aus den 60er und 70er Jahren wieder ans Licht geholt.  Heute ehrt „Klassikarchiv“ den Geiger (1920-2001). Zuerst mit einem Konzert aus dem Jahr 1965, als Stern auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand: In Begleitung des Pianisten Alexander Zakin spielt er mit den „Jeunesses Musicales de France“ Kreislers „Schön Rosmarin“ und ein kaum bekanntes Stück von Francesco Geminiani. Es folgen Adagio und Fuge aus Bachs erster Sonate für Violine solo. Die zweite Aufzeichnung stammt aus dem Jahr 1975. Darin interpretiert Stern mit dem Kammerorchester von Radio France unter der Leitung von Alexander Schneider das Adagio KV 261 von Mozart.  Hintergrundinformationen: In den 40er Jahren avancierte er zu einem der bedeutendsten Violinisten der Welt: . Stern ist ukrainisch-jüdischer Herkunft. Seine Eltern wanderten nach Amerika aus, als er noch kein Jahr alt war. Er wuchs in San Francisco auf, wo er auch seine musikalische Ausbildung erhielt. Bereits als 15-Jähriger gab er sein Debüt als Violinist mit dem Symphonieorchester von San Francisco unter der musikalischen Leitung von Willem Van den Berg. Auf dem Programm stand das Violinkonzert Nr. 3 von Saint-Saëns. Nur zwei Jahre später, 1938, erlebte er den ersten Höhepunkt seiner Karriere: Er spielte erstmals in der New Yorker Carnegie Hall, deren Leiter er später für 40 Jahre werden sollte. Hierbei gab er 200 Konzerte pro Jahr. Sein Repertoire reichte über die gesamte Klassik bis hin zur zeitgenössischen Moderne. Seit Mitte der 60er Jahre engagierte sich , für den kulturellen Austausch zwischen den USA und Israel. Nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 führte Stern Mendelssohns Violinkonzert auf dem Gipfel des Jerusalemer Skopusberges mit dem Israel Philharmonic unter der Leitung von Leonard Bernstein auf, ein Gedenkkonzert, das in den Film „A Journey to Jerusalem“ eingearbeitet wurde. 1973 rief das Jerusalem Music Centre ins Leben. Für seine musikalischen und gesellschaftlichen Verdienste wurde mehrfach geehrt, unter anderem mit der höchsten zivilen Auszeichnung der Vereinigten Staaten: der Presidential Medal of Freedom.

So, 7. Feb · 15:30-16:15 · PHOENIX
Als die Synagogen brannten

 
Mehr als 70 Jahre sind vergangen seit den Novemberpogromen 1938. Sie sind eine der zentralen Wegmarken des Völkermords.  Mehr als 70 Jahre sind vergangen seit den Novemberpogromen 1938. Sie sind eine der zentralen Wegmarken des Völkermords. Während die Juden in Deutschland seit der Machtübernahme bereits systematisch ausgegrenzt und ausgeplündert wurden, so zeigte sich in der so genannten Kristallnacht offen das mörderische Gesicht der Hitlerdiktatur. Autor und Regisseur Michael Kloft hat für seine Dokumentation kaum bekanntes Material und Fotos gefunden, außerdem hat er Zeitzeugen befragt, die heute noch die schrecklichen Ereignisse vor Augen haben.

Mo, 8. Feb · 10:20-12:20 · arte
Vom Kristall zum Rauch

 
ARTE zeigt das auf historischen Gesprächsprotokollen basierende Theaterstück von Jacques Attali in einer dokumentarischen Inszenierung von Daniel Mesguich. Eine Produktion des Pariser Théâtre du Rond-Point aus der Spielzeit 2008/2009.  Berlin, 12. November 1938: An einem Konferenztisch sitzen Göring, Goebbels, Himmler, Heydrich, Wörmann, Krosigk, Kehrl und Funk sowie Hilgard, Leiter der Reichsgruppe Versicherung. Sie beraten darüber, wie mit den aus der sogenannten Kristallnacht vom 9. November entstandenen Schäden umgegangen und wie die Isolation, wirtschaftliche Drangsalierung und Vertreibung der Juden fortgeführt werden solle.  Am 12. November 1938, drei Tage nach der Kristallnacht, treten hochrangige Vertreter des Naziregimes zusammen, um über die Beraubung und Enteignung der Juden zu beraten. Zunächst wird diskutiert, ob man für die in der Pogromnacht entstandenen Schäden an jüdischen Geschäften aufkommen muss und ob gegebenenfalls die Versicherungen eingeschaltet werden sollen.  Unter Görings Leitung steuert die scheinbar prosaische Diskussion immer klarer auf die physische Vernichtung der Juden zu. In der Banalisierung des Bösen durch scheinbare Sachzwänge liegt die unheimliche Kraft des Stückes.  Daniel Mesguichs Aufbereitung des Stückes ist weder eine Inszenierung noch ein Reenactment. Es ist vielmehr der Versuch, eine unglaubliche, aber dennoch reale Situation wiederzugeben. Die besondere Aufgabe der Darsteller besteht darin, die Worte wiedererstehen zu lassen, mit denen die Katastrophe ihren Anfang nahm. Erinnerungsarbeit vor unseren Augen – ein Prozess, dem man sich nicht entziehen kann.  Der französische Wirtschaftswissenschaftler Jacques Attali war Mitglied des französischen Staatsrates und von 1981 bis 1991 Sonderberater von François Mitterrand. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, Romane, Essays und Theaterstücke. Den Stoff des Theaterstücks liefert ein geheimes Sitzungsprotokoll. Zudem recherchierte Jacques Attali anhand von Goebbels‘ Memoiren sowie der Niederschriften der Nürnberger Prozesse.

Mo, 8. Feb · 23:15-00:00 · WDR
WDR-dok: Die Narren und die Nazis

 
Die Geschichte von Karneval und Fastnacht im Nationalsozialismus gehört zu den verdrängten Kapiteln der Vergangenheit. Das ist erklärlich: Das Verhalten der meisten Vereine ab 1933 ist alles andere als ein Ruhmesblatt. Zivilcourage gegen das neue braune Denken findet man nur selten, dafür aber viele Fälle von eiliger Anpassung und freiwilliger Unterwerfung. Seit dem Machtantritt Hitlers unternehmen die Nationalsozialisten allerhand, um den Karneval ideologisch für ihre Zwecke nutzen zu können. Protest – etwa gegen die vielen judenfeindlichen Maßnahmen – gibt es kaum, Selbstbehauptung erfolgt im Regelfall nur dort, wo es um den Erhalt der organisatorischen Selbstbestimmung des Karnevals geht. Ansonsten biedern sich die Karnevalisten nicht selten an die neuen Herren im Land an, wenn nicht sogar Konsens und gegenseitiges Einvernehmen herrscht. Die Dokumentation von Frank Gutermuth und Sebastian Kuhn begibt sich auf Spurensuche in den Karnevalshochburgen Köln und Mainz, findet aber auch bemerkenswerte Geschichten von leisem Widerstand in einem Dorf am Rande von Frankfurt und von „echt nationalsozialistischem“ Frohsinn in Nürnberg, der Stadt der Reichsparteitage. Zeitzeugen und Dokumente erinnern an wenige mutige Heldentaten und viele Momente, bei denen das Lachen im Halse stecken bleibt.

Mi, 10. Feb · 18:10-20:15 · MGM
Verraten

 
Ein jüdischer Radiomoderator ist ermordet worden. Die Täter werden im Umfeld des rechtsradikalen Farmers Gary Simmons (Tom Berenger) vermutet. FBI-Agentin Cathy Weaver (Debra Winger) lässt sie sich als Erntehelferin auf dessen Farm anheuern und verliebt sich in ihn. – Packender Politthriller von Costa-Gavras.

Mi, 10. Feb · 23:35-00:35 · MDR
Überleben im Versteck – Jüdische Kinder und ihre Retter

 
Fred Taucher war in Berlin versteckt. Die Frauen, die seiner Mutter, dem Bruder Henry und ihm beim Untertauchen halfen, waren eng mit Hitler verbunden.  In dem Berliner Naherholungsgebiet „Bürger-Ablage“ lebte die jüdische Familie versteckt in einem Gartenhaus mitten unter hochrangigen Nazis. Fünf Jahre war Lore Baer alt, als ihre Eltern sie bei holländischen Bauern versteckten und untertauchten. Nach dem Krieg waren ihr die Eltern fremd geworden. Eva Kuper erzählt vom Wiedersehen mit ihrer Retterin. Eine Nonne hatte sie im Alter von drei Jahren in einem Kloster bei Warschau versteckt. Durch Zufall fand Eva die heute 96-Jährige Schwester Klara wieder, die ihr ganzes Leben lang auf ihre kleine „Evunia“ gewartet hatte.

Do, 11. Feb · 10:00-10:15 · HR
Der Nahostkonflikt – Eine Chronik der Gewalt

 
Selbstmordattentate, Raketen und Militärschläge – der arabisch-israelische Konflikt im Nahen Osten begleitet die Menschen seit vielen Jahrzehnten.  In vielen Jahren blutiger Feindschaft zwischen den Völkern des heiligen Landes haben sich viele ungelöste Fragen angehäuft: Was geschieht etwa mit den Millionen palästinensischen Flüchtlingen und was mit den jüdischen Siedlern? Kann es überhaupt eine ernsthafte Lösung für den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern geben? Die Sendung beleuchtet die konträren Standpunkte der beiden Seiten und erklärt die Ursprünge und Knackpunkte des schier unendlichen Nahostkonflikts.

Sa, 13. Feb · 20:15-21:00 · PHOENIX
Im Swing gegen den Gleichschritt

 
In den dreißiger und vierziger Jahren entschieden sich europaweit Tausende Jugendliche für den Swing. Eine Lebenshaltung, die im krassen Gegensatz zu den Idealen des nationalsozialistischen Regimes stand. Der Film schildert die Geschichte des Swings in Köln, Hamburg, Berlin, Krefeld und Düsseldorf, der Wiener „Schlurfs“, der Swing-Anhänger in Warschau und Paris. Ein Film über Jugendliche, die sich auch unter der Nazidiktatur nicht beugen wollten.

So, 14. Feb · 19:30-20:15 · arte
Hommage an Yehudi Menuhin

 
Yehudi Menuhin wurde 1916 in New York geboren und war einer der größten Geigenvirtuosen des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich nicht nur für die Musik ein, sondern auf für Frieden und Völkerverständigung.  Auf dem Programm steht heute Abend das Violinkonzert Nr. 1 von Max Bruch. Yehudi Menuhin wird begleitet vom Radio-Symphonieorchester Berlin unter Ferenc Fricsay. Das Konzert wurde 1961 von der BBC aufgezeichnet. Anschließend interpretiert Menuhin das „Moderato malinconio“ aus der Sonate für Violine und Klavier Nr. 3, op. 25 seines geliebten Lehrmeisters Georges Enescu. Den Klavierpart übernimmt in dieser Aufzeichnung von 1973 seine Schwester Hephzibah. Zuletzt erlebt man ihn noch einmal als Solist im Finale von Beethovens Violinkonzert op. 61 von 1962. Sir Colin Davis dirigiert das London Symphony Orchestra. Yehudi Menuhin wurde 1916 in New York geboren und war einer der größten Geigenvirtuosen des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich nicht nur für die Musik ein, sondern auf für Frieden und Völkerverständigung. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er – obwohl jüdischer Herkunft – einer der ersten Amerikaner, die in Deutschland mit deutschen Orchestern auftraten, und der erste Musiker überhaupt, der Werke deutscher Komponisten in Israel spielte.

So, 14. Feb · 23:40-01:30 · MDR
Mogadischu

 
Am 13. Oktober 1977 bringen vier palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine „Landshut“ auf ihrem planmäßigen Flug von Mallorca nach Frankfurt in ihre Gewalt.  Die noch junge Bundesrepublik erlebt im Herbst 1977 ihre schwerste Bewährungsprobe. Während die Terroristen Baader, Ensslin und Raspe in Stammheim inhaftiert sind, bereitet die zweite Generation der RAF die Befreiung der Kampfgenossen vor. Unter Aufsicht des palästinensischen Terror-Paten Dr. Wadi Haddad lassen sich Peter-Jürgen Boock und seine Mitverschwörer im Jemen für bewaffnete Anschläge ausbilden. Zurück in Deutschland, richten Boock und seine Komplizen ein Blutbad an, bei dem sie Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer in ihre Gewalt bringen. Anders als im Fall der Entführung des Berliner CDU Spitzen-Politikers Peter Lorenz im Februar 1975, geht Bundeskanzler Schmidt diesmal nicht auf die Forderung nach Freilassung der RAF-Terroristen ein. Boock und Mohnhaupt wenden sich erneut an Haddad, der mit Unterstützung des KGB eine spektakuläre Aktion einfädelt: Angeführt von „Kapitän“ Mahmud, bringen vier palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine „Landshut“ in ihre Gewalt. Auch Mahmud fordert nun die Freilassung von Baader, Ensslin und Raspe. Während Kanzler Schmidt sich mit Hans-Jürgen Wischnewski berät, leiten die Entführer die mit 82 Passagieren und fünf Crewmitgliedern besetzte Maschine über Rom, Larnaka, Bahrain bis nach Dubai weiter. Kapitän Jürgen Schumann kann unbemerkt die Anzahl der Kidnapper nach draußen melden. Mit viel Geschick gewinnt er das Vertrauen des sadistischen Mahmud und bringt ihn so davon ab, eine jüdische Passagierin zu ermorden. Während die hygienischen Zustände an Bord unerträglich werden, fliegt die Maschine weiter nach Aden im damaligen Südjemen. Die dortige Regierung will nicht in den Konflikt verwickelt werden und lässt das Rollfeld mit Panzern blockieren. Aufgrund des Treibstoffmangels ist Schumann zu einer Notlandung auf einem Sandstreifen neben dem Rollfeld gezwungen. Der Kapitän inspiziert das ramponierte Fahrwerk und nutzt die Chance, sich von der Maschine zu entfernen. Schumann kontaktiert Scheich Ahmed, Kommandeur der südjemenitischen Sondereinheit vor Ort. Er fleht ihn an, das offenbar beschädigte Flugzeug um das Leben der Passagiere willen nicht mehr starten zu lassen. Als Ahmed ablehnt, kehrt Schumann zurück, in banger Gewissheit, was nun geschieht: Rasend vor Wut erschießt Mahmud den Kapitän. Kopilot Jürgen Vietor fliegt die Maschine weiter nach Mogadischu. Wischnewski, der dem entführten Flugzeug bis hierhin gefolgt ist, überzeugt mit diplomatischem Geschick Präsident Siad Barre, einem Einsatz deutscher Elitetruppen auf somalischem Boden zuzustimmen. Oberstleutnant Ulrich Wegener erhält daraufhin den Befehl, die Maschine mit der GSG 9 zu stürmen, die durch diese Aktion internationale Berühmtheit erlangt. Nach 105 bangen Stunden ist die Geiselnahme beendet. Am 13. Oktober 1977 bringen vier palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine „Landshut“ auf ihrem planmäßigen Flug von Mallorca nach Frankfurt in ihre Gewalt. Anders als bei der Lorenz-Entführung geht Bundeskanzler Schmidt nicht auf die Forderung der Geiselnehmer nach Freilassung inhaftierter RAF-Terroristen ein. Während Kapitän Schumann durch seinen Einsatz das Leben der Passagiere schützt, wird das Flugzeug über dramatische Zwischenstopps nach Mogadischu entführt. Dank des diplomatischen Geschicks von Minister Wischnewski wird hier schließlich der GSG-9-Einsatz auf somalischem Boden bewilligt.