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Westbank: Eigentlich gibt es nichts mehr zu verhandeln

In einem Leitartikel der „Jedioth achronoth“ negiert Eliyakim Haetzni, prominenter Sprecher der Siedlerbewegung, jeglichen Verhandlungsspielraum. Israel habe längst alles gegeben, was es geben könne. Gleichzeitig warnt er vor zum Sterben bereiten Gegnern eines Palästinensischen Staates in den seit 1967 von Israel besetzten Gebieten…

Wer ist der Herr im Haus?
WIR WOLLEN NICHT SELBSTMORD BEGEHEN

Laut Premier Netanjahu würde ein palästinensischer Staat die Existenz des jüdischen Staates gefährden, wenn folgende Bedingungen nicht erfüllt werden: Die Grenzen müssen von Israel besetzt bleiben, insbesondere das Jordantal, Siedlungsblöcke müssen annektiert werden, die Palästinenser müssen auf Ost-Jerusalem verzichten, außerdem sind Themen wie z.B. Entmilitarisierung, Überwachung von Luftraum und Wasserquellen zu klären.

Dabei muss man sich doch fragen, was es also noch zu Reden gibt. Alles was sie haben können, haben die Palästinenser doch schon bekommen: Die Palästinenserbehörde in Gaza herrscht über 1,2 Millionen Menschen, das ist ungefähr die Hälfte aller Araber aus Judäa, Samaria und Gaza. Hier fehlt nur noch der Status eines Staates. Die Behörde in Ramallah hat mit weiteren 1,5 Millionen die komplette Herrschaft über die Araber aus Judäa und Samaria, außer einer Handvoll aus dem C-Gebiet, die in Planungs- und Bauangelegenheiten der militärischen Verwaltung unterstehen.

Die PA herrscht also schon über 40% des beanspruchten Gebietes, wobei zu bedenken ist, dass der Großteil der 60%, die Israel unterstehen, aus der Wüste von Juda und dem Jordantal bestehen. Sie haben ein Parlament, eine Regierung, einen Präsidenten. Ebenso Justiz, Erziehungswesen, Soziales, Landwirtschaft, Handel und Industrie, Inneres, Radio, Fernsehen, Telefon, Internet, Verkehr, Innere Sicherheit, Botschafter, Vertreter in der UNO (auch wenn sie nicht abstimmen dürfen). Sie haben Geheimdienste, eine Post, eigene Briefmarken und Pässe.
Alles was ihnen noch fehlt ist die Vertreibung der Armee Israels (IDF), die Zerstörung des jüdischen Siedlungswerks und die Erlangung des Status eines Staates – also alles, was das Leben in Israel zur Hölle machen würde.

Und trotzdem wäre  die Gründung eines palästinensischen Staates der schwerste Schlag von allen. Heutzutage sind Judäa,  Samaria und Gaza die letzten Gebiete der Welt, die keinen Souverän haben. Es gibt laut internationalem Gesetz auf der Welt keinen Staat, der das „Recht auf Rückkehr“ nach Judäa, Samaria und Gaza hat: Die Jordanier sind hier 1948 einmarschiert und 1988 haben sie auf das Gebiet verzichtet. Auch das britische Mandat, das es vor ihnen gab, ist längst von der Welt verschwunden; die Türken haben im Vertrag von Lausanne ihr Recht aufgegeben, und die Mamelucken sind im Museum.

Was gültig bleibt, solange es keinen anderen Souverän gibt, ist das Dokument des Mandats, welches das historische Recht des jüdischen Volkes anerkennt, seine Nationalheimat erneut im Land Israel aufzubauen. Nur wenn Gott behüte, mit Israels Zustimmung, ein palästinensischer Staat entstehen würde, würde unser Grund als „der Boden von Palästina“ gelten. Danach werden wir immer gezwungen sein, zu gehen, auch wenn die Palästinenser die Abkommen brechen, und die IDF Nablus wieder einnehmen muss, wir werden immer gezwungen sein, abzuziehen, denn dann wird sich diese Erde zum „Boden Palästinas“ geworden sein.

Nazi-Deutschland wurde zerstört, aber es wurde durch ein „anderes Deutschland“ ersetzt, denn es ist „der Boden Deutschlands“, die deutsche Erde. Wehe dem jüdischen Anführer, dessen Name vor der Geschichte mit diesem Verzicht verknüpft sein wird! Wehe dem, der den Boden Israels zum Boden Palästinas gemacht hat.
Es gibt Juden, die es vorziehen würden, zu sterben, als bei so einer historischen Katastrophe mitzuwirken.

Wer wird Senator Mitchell (und unserem Premierminister) erklären, dass die Araber schon alles bekommen haben, was man geben kann, und was noch übrig ist  Israel nicht abgeben kann, ohne Selbstmord zu verüben?