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Arbeitsplätze in den deutschen Werften: Israels Marine braucht neue Schiffe

Netanjahu und Merkel sprachen in Berlin über den Kauf von zwei U-Booten und zwei deutschen Korvetten für insgesamt ca. eine Milliarde Euro…

In haArez berichten Anshel Pfeffer und Assaf Uni von einem geplanten Millaiardenauftrag der israelischen Marine an deutsche Werften

Im letzten Jahrzehnt wurde Deutschland zum Hauptlieferanten der israelischen Marine. Drei Dolphin U-Boote befinden sich bereits seit zehn Jahren im Einsatz, und ausländischen Stellen zufolge haben diese U-Boote das Potenzial, nukleare Sprengköpfe zu tragen. Jetzt baut Deutschland zwei weitere Dolphin U-Boote, die der israelischen Marine in den nächsten zwei Jahren geliefert werden. In den letzten Monaten beraten Deutschland und Israel über die Lieferung eines sechsten U-Boots und zwei Korvetten. In den vergangenen drei Monaten waren sowohl Generalstabschef Gabi Ashkenazi als auch der scheidende Generaldirektor des Verteidigungsministeriums Pinchas Buchris in Deutschland, um über den Kauf der UBoote und der Korvetten zu beraten.

Die Korrespondentin von „Defense News“ in Israel, Barbara Opel-Rom, teilt mit, das Geschäft sei auch bei der gemeinsamen Kabinettssitzung in Berlin zur Sprache gekommen, an der neben der Kanzlerin und dem Premier auch die Verteidigungsminister der beiden Staaten teilnahmen.

Zwei der Dolphin U-Boote lieferte Deutschland der israelischen Marine kostenlos, und bei den anderen drei beteiligte sich Deutschland an der Finanzierung. Auch bei dem Kauf des sechsten U-Boots wird Israel die deutsche Regierung um Hilfe bei der Finanzierung bitten. Stellen in Berlin sagten, Deutschland werde wahrscheinlich zustimmen, unter anderem da dies israelische Forderungen nach einer Erhöhung der Zahlungen für Holocaustüberlebende von der Tagesordnung streichen würde und auch, da diese Geschäfte Arbeitsplätze in den deutschen Werften garantieren.

Der Kauf deutscher Korvetten anstatt wie bisher amerikanischer resultiert aus der Tatsache, dass die militärischen Hilfsgelder aus den USA, mit welchen nur amerikanische Produkte gekauft werden können, in den nächsten zehn Jahren für den Kauf von modernen Kampfflugzeugen vom Modell F-35 verwendet werden. Jede Korvette wird ca. 300.000 Euro kosten, inklusive zahlreicher technologischer Anlagen und Raketen, die in Israel hergestellt werden. Israel wird Deutschland auch um eine Beteiligung an der Finanzierung der Korvetten bitten.

Abschreckung aus der Tiefe des Meeres

In M’ariw berichtet Igal Avidan von Israels Absicht ein in Deutschland hergestelltes modernes U-Boot permanent im persischen Golf zu stationieren: Die deutsche Zeitung „Tagesspiegel“ habe am Sonntag außerdem gemeldet, Israel werde Deutschland um Hilfe bei der Finanzierung eines sechsten Dolphin U-Boots für die israelische Marine bitten.

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Dr. Bernd Pfaffenbach, teilte mit, die deutsche Regierung habe nicht über das Thema beraten, wahrscheinlich deshalb, da Israel noch Verhandlungen mit dem deutschen Hersteller über die Kosten des Geschäfts führt. Seit 1991 finanziert Deutschland fünf Dolphin UBoote für Israel. Die Kosten beliefen sich auf ca. 900 Millionen Euro. Darüber hinaus verstärkte die Bundeswehr auch ihre Einkäufe in Israel. Die Bundesregierung genehmigte den Bau des sechsten U-Boots für Israel bereits im Jahr 2006. Die Zeitung fügt hinzu, in Berlin befürchte man, dass Israel die deutschen U-Boote mit nuklearen Sprengköpfen ausrüsten wird. Eine weitere Befürchtung bezieht sich auf die Möglichkeit, dass Israel die U-Boote bei einem Angriff auf die iranischen Atomanlagen einsetzen wird. Im Sommer durchquerte ein Dolphin U-Boot den Suezkanal für ein Manöver im Roten Meer.

Israel beabsichtigt allem Anschein nach auch, zwei Kampfschiffe der Hamburger Werft „Blohm und Voss“ zu kaufen.