Muslimische Führer: Aufruf an Scheikh Salach zur Mäßigung

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Mehrere hochrangige Mitglieder der Islamischen Bewegung in Israel haben den Leiter der Organisation in Nordisrael, Scheich Ra´ad Salah, für seine hetzerischen Reden in den vergangenen Tagen kritisiert. Sie forderten ihn auf, seinen Ton zu mäßigen…

inn / m’ariw – Der Moslemführer war wegen Aufwiegelung am Dienstag für mehrere Stunden von der israelischen Polizei verhaftet worden. Salah hatte die Muslime dazu aufgerufen, in Massen zur Al-Aksa-Moschee zu kommen, um diese mit ihrem Leben zu verteidigen. Notfalls sollten sie sich auch zu Märtyrern machen lassen.

Scheich Haschem Abed al-Rahman, einer der Gründer der Bewegung, kritisierte Salah für den Ton in dessen Reden. „Die Schlachtrufe von Scheich Salah vertreten uns im Wesentlichen, aber sie können anders gesagt werden, in einem gemäßigteren Ton“, sagte Al-Rahman laut der Tageszeitung „Jediot Aharonot“.

Einem weiteren hochrangigen Mitglied zufolge war Salah am Dienstag vor seiner Festnahme von mehreren Führer der muslimischen Organisation herbeigerufen worden. Diese hätten ihn aufgefordert, seinen Kampf in Jerusalem aufzugeben und nach Hause zurückzukehren. „Wir haben verstanden, dass das unserer Bewegung auf irreparable Art und Weise schadet“, sagte der nicht namentlich genannte Vertreter der Islamischen Bewegung. Allerdings habe Salah nicht auf die Führer gehört.

Wenig später wurde Scheich Salah von der Polizei verhaftet. Nach einem Verhör wurde er noch in der Nacht zum Mittwoch wieder freigelassen, allerdings mit der Auflage, Jerusalem in den nächsten 30 Tagen nicht zu betreten.

Auch am Mittwoch trafen sich hochrangige Führer der Islamischen Bewegung mit Salah und forderten diesen erneut zur Mäßigung bei seinen Reden auf. „Die Islamische Bewegung ruft nicht nach einem Aufstand oder einer Intifada“, betonte Scheich Al-Rahman. „Die politischen Führer, unsere wie auch diejenigen in der Regierung, müssen die Flammen niedriger stellen und die Schlachtrufe mäßigen. Ich sage zu den Führern in der Regierung: ‚Hört auf, die Muslime zu verspotten und gebt uns volle Rechte an der Al-Aksa-Moschee'“, so Al-Rahman weiter.

In Israel wird derzeit das Laubhüttenfest gefeiert. An der Klagemauer halten sich in diesen Tagen besonders viele Juden auf. Nach den Aufforderungen Salahs hatte die Polizei aus Sicherheitsgründen den Tempelberg und damit die Al-Aksa-Moschee am Sonntag gesperrt. Seitdem dürfen nur muslimische Männer über 50 und Frauen mit israelischen Ausweisen den Platz betreten. Das hatte zu Unruhen von Seiten der Muslime in Israel und den Palästinensergebieten in den vergangenen Tagen geführt.

Soweit D. Nowak im inn

In M’ariw werden höhere Stellen im politischen Apparat zitiert, die befürchten, dass sich die Unruhen bis in die Gebiete ausbreiten könnten. Im Sicherheitsapparat geht man davon aus, dass ein Todesopfer oder ein Verletzter bei den Zusammenstößen ein allgemeines Feuer entfachen könnte. Vorläufig richten sich alle Blicke auf die Gebete am kommenden Freitag.

Dass PA-Präsident Abu Masen in der Lage sein wird einen Aufstand einzudämmen, wird allgemein bezweifelt, insbesondere nachdem Abu Masen (Machmud Abas), der schon von dem Dreiertreffen mit Obama und Netanyahu in New York angeschlagen heimkehrte, bei dem US-Präsident Obama von seiner ursprünglichen Forderung nach einem Baustop in den Westbank-Siedlungen abgerückt war, nun auch in der UNO einer von Israel und den USA verlangten Aufschiebung einer Sitzung zum Goldstone-Bericht zugestimmt hatte.

Nach dieser Demontage sollte man Abas wieder etwas entgegenkommen, meint man in Washington und fordert von Netanyahu etwas mehr Flexibilität im Umgang mit den Palästinensern. Die Verantwortung für das politische Überleben des Fatah-Vorsitzenden liege vor allem bei Israels Regierung.

* Palästinensischen Autonomiebehörde mit Sitz in Ramalla

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