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Groove, Glaube, Hoffnung: Matisyahu kommt nach Berlin

Fragen des Glaubens, die Suche nach dem „richtigen Lebensweg“ und Musik, die berührt und bewegt: Das sind die drei Säulen, auf denen die Kunst des US-Künstlers Matisyahu steht. Noch immer sind viele überrascht, wenn orthodoxes Judentum sich in einer Mischung aus HipHop, Reggae und Dub-Zutaten präsentiert…

Exklusives Showcase am 11. Oktober in Berlin zum neuen Album „Light“ …

Matisyahu jedenfalls, scheint der Spagat zwischen Lebensweisheit und innovativer, bemerkenswert erfolgreicher Musik zu gelingen. Warum auch nicht? Zahlreiche Ehrungen wie die Grammy-Nominierung 2007 für sein zweites Album „Youth“ unterstreichen dies nur. Ende August erschien nun sein drittes Werk „Light“, das er am 11. Oktober erstmals im Rahmen eines exklusiven Showcase im Berliner ColumbiaClub live in Deutschland präsentieren wird.

Bisher war Matisyahus Lebensweg, geboren am 30.06.1979 in West Chester, Pennsylvania, ist geprägt von Zufällen, überraschenden Erkenntnissen und plötzlichen Wendungen. Der Sohn jüdischer Eltern wurde zwar früh auf eine jüdische Schule geschickt – damals verweigerte er die Auseinandersetzung mit dem Glauben jedoch. Attraktiver fand er mit 14 den Lebensstil der Hippies. Damals machte er auch erste Erfahrungen als Rapper. Unter dem Namen MC Truth wirkte er bei der MC Mystic’s Soulfari Band mit.

matisyahuDoch ein Campingausflug nach Colorado kam einer Erweckung gleich, so Matisyahu. Die Schönheit der Landschaft ließ ihn über sein Leben, seine Ziele und die Inhalte seiner künstlerischen Beschäftigung nachdenken. Eine weitere Reise, diesmal nach Israel, ließ seine Suche nach einer spirituellen Kraft, die das Wirken und Leben sinnvoll bestimmen könnte, endgültig zu einem neuen Lebensmittelpunkt werden. In Jerusalem begann seine Auseinandersetzung mit dem Judentum und der Frage nach Glaube und Lebenssinn.

Zurück in den USA verließ er die Schule und studierte, nun freiwillig, in einer Jeschiwah, einer Talmud-Torah-Schule, die Lehre des jüdischen Glaubens. Erfahrungen als Musiker und Schauspieler am Theater sowie die Auseinandersetzung mit Rabbis der unterschiedlichsten jüdischen Glaubensrichtungen festigten ihn als Menschen und Künstler. In der Chabad-Bewegung, einer mystisch-chassidischen Gruppierung, fand er schlussendlich eine stimmige Heimat. Diese Glaubensrichtung engagiert sich stark für die Verbreitung ultraorthodoxer Werte auch unter weniger religiösen Juden. In Israel bemüht sich Chabad um eine Stärkung der fundamentalistischen und nationalistischen Kräfte. Viele Anhänger der Bewegung sind der Ansicht der Messias sei bereits erschienen und zwar in Gestalt des vor einigen Jahren verstorbenen Mendel Schneerson, dem bisher letzen Rebben der chassidischen Dynastie.

Als Plattform für seine Message fand er die Musik, eine Verbindung von HipHop, Reggae und Dub, in der er auf Englisch, Hebräisch und Jiddisch rappt und singt. Zwei Alben – „Shake off the Dust… Arise” von 2003 sowie „Youth” von 2007 – genügten ihm, um sich fest in der amerikanischen Musikszene zu verorten. Große Artikel im ‚Time Magazine’ oder dem ‚Wall Street Journal’, eine Grammy-Nominierung und zahlreiche weitere Ehrungen verhalfen ihm zu einer Öffentlichkeit, die Matisyahu seither im Dienste seiner Mission nutzt. Dabei weiss er, dass sich heute viele nach Emotion, Aufrichtigkeit und menschlicher Wärme sehnen. Wer ein Konzert des fantastischen Vokalisten besucht hat, versteht diesen Ansatz: Matisyahu schafft eine Nähe und Intensität zum Publikum, bei der Skepsis und Irrglaube nahezu unmöglich scheinen. Mit seinem dritten Album „Light“ schickt er sich nun an, die Welt zu erobern – mit „Tiefe, Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit, die in der heutigen Musik selten geworden ist“, wie seine Agentur ankündigt.

MATISYAHU im Berliner ColumbiaClub
(Beginn 21.00, Einlass 20.00;  VVK: 17,50  Euro Tickethotline: 030 780 99 810,
www.trinityconcerts.de ) + DUB TRIO