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haGalil Fernsehtipps: Demnächst in diesem Theater

Vom 01.11. bis 15.11. 2009…

Mo, 2. Nov. 2009

· 06:00-06:45 · PHOENIX
Faszination Glaube
Budapest – Die Dohány-Synagoge

Die Dokumentation erklärt die jüdischen Essensregeln und beschreibt, was ein Gebetsriemen ist. Außerdem zeigt sie Timea und Alpar bei den Vorbereitungen für ihre traditionelle jüdische Hochzeit. Es wird demonstriert, welche Rolle der Rabbi dabei spielt und wie jemand Rabbi werden kann. Das prächtige Gebäude zeugt vom großen Reichtum der Budapester Jüdischen Gemeinde im 19. Jahrhundert. Anders als viele jüdische Gotteshäuser, die in unscheinbaren Seitenstraßen zu finden sind, steht die Dohány-Synagoge weithin sichtbar an einer der Hauptverkehrsadern der ungarischen Hauptstadt.
Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges lebten 740.000 Juden in Budapest, nur 140.000 von ihnen überlebten den Holocaust. Heute ist die Jüdische Gemeinde der ungarischen Metropole die viertgrößte in Europa. Wie sieht das Leben für die jüdischen Menschen im heutigen Budapest aus? Junge Juden drücken ihre Gefühle in hebräischem Hip-Hop aus und gehen an ungarische Regelschulen, um christlichen Schülern den jüdischen Glauben nahe zu bringen und auf humorvolle Art Vorurteilen entgegenzutreten. Es gibt aber auch eine jüdische Schule in Budapest, in der die Kinder nicht nur lernen und beten, sondern auch mit koscherem Mittagessen versorgt werden.

Di, 3. Nov

· 02:30-03:55 · HR
Der Jazzsänger

Seit vier Generationen sind die Rabinowitz‘ Kantoren ihrer jüdischen Gemeinde – und so ist es für Papa Rabinowitz, Kantor in New York, und seine Frau Sara eine Selbstverständlichkeit, dass ihr Sohn Jakie ebenfalls Kantor wird. Umso härter trifft sie die Nachricht ihres Freundes Moisha Yudelson, der Jakie in einer Bar in der Stadt gesehen hat, wo der 13-Jährige vor Publikum Jazz-Weisen singt. Papa holt ihn da raus und verprügelt ihn – und Jakie läuft fort. Jahre später: Jakie lebt in San Francisco und ist ein erfolgreicher Nachtclub-Sänger. Seinen Namen hat er inzwischen in „Jack Robin“ geändert. Im Nachtclub lernt er die Tänzerin Mary Dale kennen und ein bisschen lieben – allerdings trennen sich die Wege der beiden bald darauf, da Mary ein Engagement in New York annimmt. Jack wird in San Francisco zum Star – gleichzeitig sorgt Mary aber dafür, dass man auch in New York auf ihn aufmerksam wird. Er wird für eine Broadway-Show engagiert. Der Broadway und New York sind für Jack gleichzeitig die Chance, Mary und seine Eltern wieder zu sehen – und ihnen zu beweisen, dass er es geschafft hat. Aber das Wiedersehen mit dem Vater verläuft anders, als er sich das vorgestellt hat…
Hintergrundinformationen: Drehbuch: Alfred A. Cohn (Zwischentitel) und Jack Jarmuth, nach dem Bühnenstück „Day of Atonement“ von Samson Raphaelson „Der Jazzsänger“ steht an der Schwelle vom Stummfilm zum Tonfilm – er gilt weithin als erster Tonfilm der Kinogeschichte, wenngleich sich der Ton nur auf die im Film vorgetragenen Songs beschränkt; die Dialoge werden weiterhin als Texttafeln eingeblendet. Aber auch das war für damalige Verhältnisse schon revolutionär und macht auch heute noch beim Zuschauen Spaß. Als Anerkennung gab es eine „reguläre“ „Oscar“-Nominierung bei der allerersten Verleihung 1929 – und dazu einen „Ehren-Oscar“ für die Produzenten des Films.

Di, 3. Nov · 04:00-05:30 · arte
Der Weg nach Mekka

Der Dokumentarfilm folgt dem Lebensweg des Österreichers Leopold Weiss alias Muhammad Asad von den Randgebieten der ehemaligen Donaumonarchie bis nach Israel, Palästina, Saudi-Arabien, Pakistan und New York. Dass der Österreicher Leopold Weiss alias Muhammad Asad der Schlüssel zu einem besseren Verständnis der konträren Welten Orient und Okzident hätte werden können, überrascht. Doch Muhammad Asad war ein Visionär, dessen Gedankengut ihn beinahe zu einem Martin Luther des Islam werden ließ.
Ein vergessener Autor, Philosoph, Träumer sowie Gründervater und UN-Botschafter Pakistans. Neben seinen Schriften über das Weltbild, das Recht und über die Philosophie des Islam hat er mit seiner Koranübersetzung das moderne theologische Denken dieser Religion immens beeinflusst. Das Filmteam um Georg Misch tritt in Asads Fußstapfen und trifft auf einem rekonstruierten Lebenspfad Menschen aus seinem nahen Umfeld: Familie und Freunde, Experten und Wissenschaftler, Verehrer seines Werks sowie zahlreiche Zufallsbekanntschaften, die von dem in Vergessenheit geratenen Reformisten viel, noch nichts oder nur wenig wissen. Asads Gedankengut immer im Hintergrund, räumt der Film mit tief verwurzelten Vorurteilen auf und veranschaulicht, wie weit sich fundamentalistische, terroristische Kräfte vom grundsätzlich höchst menschlichen Islam entfernt haben.

Di, 3. Nov · 07:45-09:00 · EinsExtra
Schlimmer als Krieg
Völkermord verstehen und verhindern – mit Daniel Jonah Goldhagen

In „Hitlers willige Vollstrecker“ vertritt Daniel Goldhagen u.a. die These, dass die große Mehrheit der Deutschen die Ermordung der Juden unterstützte. Das Buch löste eine breite Diskussion aus. Jetzt erforscht Goldhagen Genozide weltweit.  Immer wieder steht die Weltöffentlichkeit fassungslos vor brutalen Mordkampagnen, die in verschiedenen Erdteilen verübt werden. Die Opferzahl der vergangenen Jahre liegt bei mehr als 100 Millionen Menschen, mehr als durch Kriege in hundert Jahren umkamen. Türken ermordeten über eine Million Armenier, Deutsche sechs Millionen Juden. In den 30er- und 40er-Jahren mordeten Japaner viele Millionen in Asien, Millionen starben auch durch den stalinistischen Terror in der Sowjetunion. Die Liste lässt fortsetzen bis in unsere Tage: Bosnien, Ruanda, Darfur. Wie kommt es zu diesen Taten, fragt sich Daniel Goldhagen.
Was bringt Menschen dazu, ihre Nachbarn – Männer, Frauen und Kinder – zu töten? Wie beginnt das Morden? Wie hört es wieder auf? Warum sehen wir tatenlos zu, wenn wieder irgendwo ein Völkermord stattfindet? Von Berlin aus unternimmt Goldhagen mit einem Filmteam eine Reise um die Welt. Er spricht mit Tätern und überlebenden Opfern, mit Ermittlern, Diplomaten, Polizisten, Politikern. „Leute in Stücke zu hacken ist leichter, als einen Baum zu fällen“, erzählt ihm der Mörder Elie Ngarambe in einer ruandischen Strafkolonie. Goldhagen kommt zu dem Ergebnis, dass Völkermorde nicht aus Massenhysterie oder spontan und unkontrolliert entstehen. Sie sind immer das Ergebnis bewusster Entscheidungen. Politische Führer beschließen das Töten und schaffen das Klima, diese Entscheidung umzusetzen, den Opfern das Mensch-Sein abzusprechen und sie als Bedrohung darzustellen. Ganz normale Bürger machen dann mit und töten ihre Nachbarn. Die das Töten verhindern könnten, entscheiden sich dafür, nichts zu tun.

Mi, 4. Nov

· 08:15-11:25 · MGM
Exodus
1947 versuchen Juden aus aller Welt, in Palästina eine neue Heimat zu finden. Per Schiff begeben sich 600 Heimatlose in das gelobte Land, werden jedoch von den Briten auf Zypern festgehalten. Ari Ben Kanaan (Paul Newman) will die Weiterfahrt des Schiffes „Exodus“ erzwingen. – Monumentales Meisterwerk, Oscar für die beste Filmmusik.

Do, 5. Nov

· 00:00-01:45 · SWR RP
L.A. Crash

„L.A. Crash“ spielt innerhalb von 24 Stunden in der multikulturellen Metropole Los Angeles und verwebt zahlreiche Handlungsstränge zum Porträt einer Gesellschaft, die auf allen Ebenen von Vorurteilen und Ressentiments durchdrungen ist.  Da gibt es den rassistischen Polizisten Ryan, der seine Macht als Polizist ausnutzt, um bei einer Verkehrskontrolle das gut situierte afroamerikanische Ehepaar Cameron und Christine Thayer zu schikanieren und Christine sexuell zu belästigen – der aber am nächsten Tag sein Leben riskiert, um Christine aus einem brennenden Auto zu retten. Anders liegt der Fall bei Ryans Kollegen Hansen: Hansen ist jung, weiß und idealistisch, Ryans rassistisches Treiben beobachtet er voller Abscheu und lässt sich versetzen. Später erschießt er im Affekt einen jungen Schwarzen und vertuscht sein Verbrechen.
Der iranische Ladenbesitzer Farhad wurde schon mehrfach ausgeraubt und nach einem neuerlichen Überfall will er sich an dem vermeintlich Schuldigen rächen – dem Latino Daniel, der angeblich Farhads Ladentür nicht ordentlich repariert hat. Daniel, der quasi rund um die Uhr arbeitet, damit seine Tochter in einer sicheren Gegend aufwachsen kann, wird nun ausgerechnet von dem gutherzigen, aber blindwütigen Farhad mit der Waffe bedroht. In einer ganz anderen Welt lebt die Politikergattin Jean, aus der immer wieder rassistische Vorurteile herausbrechen, die schließlich aber erkennt, dass die Latina-Haushälterin ihre einzige echte Freundin ist. Die Wege dieser und weiterer Menschen kreuzen sich im Verlauf eines Tages und einer Nacht, was zu immer neuen, mitunter tödlichen Missverständnissen führt.  Hintergrundinformationen: In seinem ebenso intelligenten wie aufwühlenden Regiedebüt „L.A. Crash“ thematisiert Paul Haggis den ganz alltäglichen Rassismus in Amerika. Dabei gelingt ihm das Kunststück, ein hochbrisantes Thema auf packende Weise zu vermitteln. Nicht zuletzt für diese Leistung wurde Haggis‘ Film bei der Oscar-Verleihung 2006 mit drei Academy Awards ausgezeichnet: für das beste Drehbuch, den besten Schnitt und für den besten Film.

Do, 5. Nov · 15:05-15:50 · Discovery Channel
Hochverrat!
Mordechai Vanunu – Skandal um die israelische Bombe

In Israel gilt er als Verräter, doch viele halten ihn für einen Helden: Mordechai Vanunu ging 1985 mit der Nachricht an die Öffentlichkeit, dass Israel im Besitz atomarer Waffen ist. Kurz darauf wurde er vom Mossad gefangen genommen und saß 18 Jahre wegen Landesverrats und Spionage im Gefängnis, allein elf davon in Isolationshaft. Diese Episode der Dokumentarserie schildert seine Lebensgeschichte.

Do, 5. Nov · 23:35-00:20 · RBB Brandenburg
Transit Berlin – Heimatlose Juden in der Stunde Null
Das zerstörte Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit war ein bedeutender Flucht- und Sammelort der überlebenden Juden Ost-Europas. Ab Anfang 1946 gelangten täglich über 200 Heimatlose „illegal“ in die Westsektoren der Stadt. Die schnell von den Besatzungsmächten errichteten Transitlager entwickelten sich in kurzer Zeit zu jüdischen Stettels mit Schulen, Theatertruppen und Zionistischen Gruppierungen jeder Couleur. Bis zur Auflösung im Sommer 1948 durchliefen über 120.000 Menschen die drei Lager Berlins. Diese kurze, aber bedeutende Epoche ostjüdischen Lebens inmitten der noch traumatisierten Deutschen ist völlig in Vergessenheit geraten. Der Filmautor Gabriel Heim lässt diese Vergangenheit in einem packenden Film wieder aufleben, mit Zeitzeugen, historischem Filmmaterial und vielfältigen fotografischen Dokumenten.

Fr, 6. Nov

· 21:15-23:05 · PHOENIX
Spanien unter dem Halbmond

1207 n.Chr. erklärt der Papst das maurische Spanien zum Ziel eines Kreuzzuges und ruft die Heere des ganzen christlichen Europas auf, sich anzuschließen. Mit dem Schlachtruf „Gott will es“ kommt das Kreuzfahrerheer nach Spanien. In ihren Augen kann Gott nichts anderes als ein rein christliches Spanien wollen.
Die Dokumentation erzählt die wechselvolle Geschichte der arabischen Kultur in Spanien von der Eroberung Andalusiens, al Andalus, im Jahre 756 bis zur Vertreibung der letzten Muslime und Juden im Jahre 1614. Dazwischen liegen zahllose Kriege und Kämpfe mit den Westgoten, die bis dahin Spanien beherrschten, den Berbern, die den arabischen Eindringlingen ihre Eroberung streitig machen wollten, und den christlichen Königen im Norden des Landes, die vom Papst aufgehetzt, nicht hinnehmen konnten, dass Mauren Spanien beherrschten.

Sa, 7. Nov

· 03:05-04:40 · MGM
Paß des Todes
Zweiter Weltkrieg: Ein baskischer Schafhirte (Anthony Quinn) begleitet den jüdischen Wissenschaftler Bergson (James Mason) und dessen Familie von Frankreich nach Spanien. Aus der anfänglichen Antipathie des Helfers entwickelt sich bald Achtung und Verständnis. Doch der sie verfolgende fanatische SS-Offizier von Berkow (Malcolm McDowell) rückt immer näher. – Starbesetztes Kriegsabenteuer von J. Lee Thompson („Ein Köder für die Bestie“).

Sa, 7. Nov · 08:15-09:50 · MGM
The Cold Room
Gemeinsam mit ihrem Vater (George Segal) reist die junge Engländerin Carla (Amanda Pays) nach Ostberlin. Als sie von der Geliebten ihres Vaters erfährt, schließt sich Carla in ihrem altmodischen Hotel ein. Sie lernt eine junge Frau kennen, die ihren jüdischen Freund während des Krieges in einem Kühlraum dieses Hauses versteckt hielt. – Psychologischer Thriller, bei dem geschickt die Ebenen zwischen Traum und Realität verwischen.

So, 8. Nov

· 09:35-10:35 · HR
Wir wollen Licht – Juden und deutsche Musik

Der Film befasst sich mit der fruchtbaren und dennoch komplexen Beziehung zwischen jüdischer und deutscher Musik; eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Einfluss von Felix Mendelssohn Bartholdy und Gustav Mahler zu. Er geht den Fragen nach, die das Auftreten Richard Wagners und die Veröffentlichung seines Pamphlets „Das Judentum in der Musik“ im Jahr 1850 aufwarf – eine der aggressivsten antisemitischen Schriften in der Geschichte der deutschen Musik. Er zeigt ebenso die hohe Ebene der Integration der Juden in das deutsche kulturelle Leben während des späten 19. Jahrhunderts bis 1933, die Rolle Moses Mendelssohns und die Entwicklung seines Traums von einer fruchtbaren, unbelasteten Aufnahme der Juden in die deutsche Gesellschaft.
Schließlich folgt er dem Einfluss von Richard Wagner auf das Gedankengut des „Dritten Reichs“ und der herausragenden Bedeutung von Musik in den Konzentrationslagern der Nazis, belegt durch eindrucksvolle Zeugnisse Überlebender von Birkenau, Auschwitz und Theresienstadt. Zu hören ist Musik von Mahler, Johann Sebastian Bach, Arnold Schönberg, Max Bruch, Felix Mendelssohn Bartholdy, Wagner, Robert Schumann, Franz Schubert und Franz Waxmann, dessen „Song of Terezin“ auf Gedichten basiert, die Kinder in Theresienstadt verfasst haben. Das Gürzenich Orchester, der Chor der Kölner Oper und der Kinderchor des Kölner Doms musizieren unter der Leitung von Vladimir Ashkenazy.

Mo, 9. Nov

· 22:30-23:15 · BR
Die zweite Hinrichtung des Georg Elser
Der schwierige Umgang mit einem Aufrechten

Die Dokumentation geht der Frage nach, warum das Attentat vom Bürgerbräukeller bis heute diskreditiert und geschmäht wird, warum der Widerstand eines einfachen Mannes über Jahrzehnte totgeschwiegen oder anders bewertet wurde als der Widerstand der Offiziere. „Ich habe den Krieg verhindern wollen“, sagt Georg Elser beim Verhör durch die Gestapo. Am 8. November 1939 hat der schwäbische Kunstschreiner versucht, Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller mit einer Bombe zu töten. Das Attentat misslingt, Georg Elser wird an der Schweizer Grenze festgenommen und gesteht die Tat.
Die Führungsclique um Hitler ist erschüttert, als klar wird, dass Elser als Einzeltäter gehandelt hat. Hitler persönlich vermutet den britischen Geheimdienst hinter dem Anschlag. So wird Elser für einen Schauprozess nach dem Krieg in KZ-Haft genommen. Kurz vor Kriegsende wird der Attentäter im Konzentrationslager Dachau ermordet. Warum aber hat dieser Widerstandskämpfer bis heute keinen Eingang in die kollektive deutsche Erinnerungskultur gefunden? Nach Kriegsende beginnt eine unwürdige Debatte um die Tat des aufrechten Schwaben. Ihm wird unterstellt, für die Nazis gearbeitet zu haben. Dieses Gerücht verbreitet u.a. der langjährige KZ-Häftling und spätere Kirchenpräsident Martin Niemöller. Er erklärt, sein Mithäftling Elser sei ein Mann der SS gewesen. Weitere Gerüchte über Elsers Hintermänner kursieren.
Als 1964 die Verhörprotokolle entdeckt werden, ergibt sich eindeutig, dass Elser als Einzeltäter gehandelt hat. Doch es dauert Jahrzehnte, bis das Opfer einer Rufmordkampagne in der Öffentlichkeit rehabilitiert wird. 1999 spricht ihm ein Politologe in seiner Antrittsvorlesung die Legitimation zu einem Attentat gegen Hitler ab und der Streit um Elser bricht von Neuem aus.

Di, 10. Nov

· 01:50-03:20 · Das Erste (ARD)
Ein Richter für Berlin

Im Jahre 1978 entführt der DDR-Bürger Helmut Thiele ein polnisches Flugzeug, um sich in den Westen abzusetzen. Die Verhandlung gegen ihn und seine Begleiterin Sigrid Radke wird zum Politikum: Während die US-Administration entschlossen ist, eine Verurteilung zu erwirken, beharrt der zuständige Richter Herbert J. Stern auf einem verfassungskonformen Verfahren. Martin Sheen, Heinz Hoenig, Jutta Speidel und Sean Penn sind in diesem historisch aufschlussreichen, straff inszenierten Doku-Drama des bekannten TV-Regisseurs Leo Penn zu sehen, das Das Erste zum 20. Jahrestag des Berliner Mauerfalls zeigt. Ostberlin, 1978. Helmut Thiele (Heinz Hoenig) und Sigrid Radke (Jutta Speidel) wollen dem Staat der Arbeiter und Bauern den Rücken kehren. Helmut hat zwei Söhne auf der anderen Seite der Mauer; Sigrid ist mit Hans Schuster (Max Volkert Martens) liiert, einem Westberliner, dem sein Job freien Zugang zum Osten gestattet. Hans ist es denn auch, der die Flucht organisiert. Er beschafft Pässe für die Erwachsenen und Sigrids Tochter Marina (Nora Chmiel), wird aber im polnischen Gdansk, wo die Übergabe stattfinden sollte, verhaftet. Die Zurückgebliebenen besteigen ein polnisches Flugzeug, und Helmut trifft eine dramatische Entscheidung: Er zwingt die Maschine zur Landung in Berlin-Tempelhof, wo die Flüchtlinge von der amerikanischen Besatzungsbehörde in Empfang genommen werden. Die menschliche Komponente der Entführung interessiert die US-Administration weniger als die Frage nach der Luftsicherheit.
Der Fall soll vor einem Besatzungsgericht verhandelt werden, und wegen der Brisanz der Angelegenheit wird eigens ein Richter aus den USA geholt – der 42-jährige Herbert J. Stern (Martin Sheen), dessen jüdische Familie dem Holocaust zum Opfer gefallen ist. Stern hat klare politische Direktiven, ist aber entschlossen, sich an die Verfassung zu halten. Während seine Frau Marsha (Cristine Rose) aus ihrer Abneigung gegen die Deutschen keinen Hehl macht, beginnt Stern, sich in die Motive der Angeklagten einzufühlen. Der erste Teil des Prozesses läuft günstig für die Flüchtlinge: Der brillante Verteidiger Bernard Hellring (Sam Wanamaker) erreicht einen Freispruch für Sigrid. Aber dann steht Helmuts komplizierterer Fall zur Verhandlung an. Sein Schicksal hängt von der Aussage eines jungen Mannes (Sean Penn) ab, der an Bord der entführten Maschine war und die Gelegenheit ergriffen hat, sich mit seiner Familie in den Westen abzusetzen. In Anlehnung an die Erinnerungen des amerikanischen Richters Herbert J. Stern inszenierte der Schauspieler und TV-Regisseur Leo Penn („Columbo“, „Magnum“) ein komplexes Gerichtsdrama, das aus einem historischen Fall Fragen nach dem Verhältnis von Politik, Justiz und allgemeinen Menschenrechten ableitet. Mit Martin Sheen, Sean Penn, Heinz Hoenig und Jutta Speidel prägen ganz unterschiedliche „Hochverräter“ den auch in dieser Hinsicht spannenden Film.

Di, 10. Nov · 07:00-07:45 · arte
Magisches Klezmer

Seit einigen Jahren erfreut sich Klezmer, die traditionelle jüdische Fest , Tanz- und Hochzeitsmusik, einer immer größeren Beliebtheit in ganz Europa. Die mitreißende Musik einer Budapester Klezmer-Band steht im Mittelpunkt des Films. Vor allem im Osten Europas, aber beispielsweise auch in Deutschland, ist Klezmer in den letzten Jahren ein regelrechter Markt-Faktor geworden. Kein Wunder, denn immer mehr Musiker entdecken diese Musik und machen sie sich zueigen. Eine der Hochburgen des Klezmer ist Ungarn, die bekannteste und beliebteste Band dort ist die Budapest Klezmer Band. Ihren Erfolg verdanken die Musiker nicht zuletzt dem Konzept, die traditionelle Musik von innen heraus zu modernisieren: Die Melodien bleiben die alten, die Spielweise ist eine moderne, an Klassik und Pop angelehnt – doch die Musik bleibt Klezmer durch und durch, mit der Klarinette als herausragendem Melodieinstrument. „In Osteuropa ist Klezmer so etwas wie der Blues des 21. Jahrhunderts“ sagt Ferenc Javori, der musikalische Kopf des Ensembles. Eine Aussage, die deutlich macht, wie sehr Klezmer mittlerweile zu einer offenen musikalischen Sprache geworden ist. Der Ursprung von Klezmer liegt in Osteuropa; Ende des 18. Jahrhunderts gelangte er mit den europäischen Auswanderern nach Amerika. Dort blieb die Musik auch über die Schrecken der Judenverfolgung hinweg erhalten und öffnete sich anderen Musikformen, wie zum Beispiel dem Musical oder dem Jazz. In einer globalisierten Welt ist die Rückkehr des Klezmer nach Europa kein Wunder. Hier knüpft er an alte Wurzeln an und trifft auf eine lebendige Musikkultur. Das klingende Ergebnis ist „magisches Klezmer“.

Di, 10. Nov · 16:15-17:00 · NDR
Das verschwiegene Volk- Die Drusen im Libanon

Sie sind die geheimnisvollste, verschwiegenste Religionsgemeinschaft des Nahen Ostens: die Drusen im Libanon, Syrien, Jordanien und Israel. Dreihundert- bis vierhunderttausend sollen im Libanon leben. Vornehmlich in der Mittelgebirgslandschaft des Schuf und im Hermanongebirge. Viele Generationen hindurch lebten die Drusen aus Angst vor Verfolgung und Vertreibung isoliert in den Bergen und mieden möglichst alle Fremden. Sie entwickelten ein ausgeprägtes Selbstvertrauen sowie eine Art nationalistischen Zusammenhalt. Auch wenn sie sich gerade in den letzten Jahren mehr und mehr, nicht zuletzt durch äußeren und inneren Druck, langsam öffnen mussten, um mit ihren Traditionen zu überleben. Die Geheimhaltung ihres Glaubens bleibt ein zwingendes Gebot. Sie haben uns trotzdem ihre heiligsten Stätten geöffnet, und wir konnten erleben, dass die Drusen einen einfachen Glauben der Liebe und Wahrheit leben und lehren. Sie streben danach, ihre Herzen zu Gott zu erheben. Sie gewähren keinem Fremden Einblick in ihr wirkliches Seelenleben. Niemand kann in ihre Glaubensgemeinschaft eintreten, so verteidigen sie ihre spirituelle Freiheit. Wir haben ein geheimnisvolles Volk erlebt, deren oberstes Ziel Gastfreundschaft ist. Dafür sind wir dankbar. Sie haben uns einige Türen geöffnet, die bisher verschlossen waren, aber eben nicht alle. Dafür haben wir Verständnis.

Mi, 11. Nov

· 15:00-15:55 · arte
Trotzki

Der Bauernsohn Lew Bronstein, bekannt unter dem Namen Leo Trotzki, ist neben Lenin der eigentliche Motor der Russischen Revolution von 1917.  Petrograd, 7. November 1917: Mit einem Geniestreich erobert Leo Trotzki die Macht für die Bolschewiki in Russland. Der brillante Redner ist neben Lenin die wahre Triebkraft der Oktoberrevolution. Bald darauf führt Trotzki als oberster Kriegsherr die von ihm gegründete Rote Armee in einen blutigen Bürgerkrieg. Ihm gelingt das Unmögliche, die junge Sowjetrepublik überlebt. Und Trotzki wird als Held der Russischen Revolution wie ein Heiliger verehrt. Für ihn sind Oktoberrevolution und Bürgerkrieg nur Etappen zum eigentlichen Ziel: die Weltrevolution. Doch aus dem Gefeierten wird ein Gejagter.
Sein erbitterter Gegenspieler Stalin, den er sein Leben lang unterschätzt hat, nimmt ihm Stück für Stück die Macht und verbannt ihn aus der Geschichte der Revolution. Trotzkis Rolle in der Geschichte ist bis heute umstritten. In Russland ist er nach wie vor die große Unperson. Von vielen Seiten schlägt ihm grenzenloser Hass entgegen. So gilt Trotzki als „moralisches Monster, als Massenmörder, der die Welt mit einem Schlag und ein für alle Mal unterwerfen wollte“. Zu Recht oder zu Unrecht? Das Leben des Revolutionärs Trotzki – verehrt und verteufelt, geliebt, gehasst, gefürchtet – gleicht einer griechischen Tragödie. Auf den Tag genau 38 Jahre vor der Oktoberrevolution geboren, gelingt dem jüdischen Bauernkind Lew Bronstein unter dem Pseudonym Trotzki ein kometenhafter Aufstieg. Es folgt der tiefe Fall in Verbannung und Exil. Fast seine gesamte Familie wird von Stalins Geheimdienst ermordet. Hunderttausende seiner Anhänger werden als „Trotzkisten“ gebrandmarkt, verbannt und erschossen. Am Ende wird der Held der Oktoberrevolution selbst brutal mit einem Eispickel erschlagen.
Hintergrundinformationen: Mit Archivmaterial aus aller Welt, Zitaten und neu gedrehten Aufnahmen schafft die Dokumentation Nähe zur historischen Person und zum Menschen Leo Trotzki. Gezeigt werden Lebensstationen und Fluchtpunkte Trotzkis: Sankt Petersburg, Moskau, Paris, Wien, Istanbul und Mexiko-Stadt. Ergänzt, hinterfragt und gebrochen wird die Filmbiografie durch Kommentare von Anne Applebaum, Gerd Koenen, Jean-Jacques Marie, Nicolas Werth, Alexander Watlin, Volodymyr Panchenko und Estaban Wolkow. Die beiden Berliner Autoren Jürgen und Daniel Ast – Vater und Sohn – erhielten für die ARTE/RBB-Produktion „Abrechnung mit Stalin. Das Jahr 1956“ den Bayerischen Fernsehpreis 2006.

Mi, 11. Nov · 23:20-23:40 · arte
Spielzeugland
Deutschland, 1942: Die nahende Deportation des jüdischen Nachbarsjungen David Silberstein und seiner Familie kann der kleine Heinrich nicht verstehen.  Deutschland, 1942: Wie soll Marianne Meißner ihrem Sohn Heinrich die bevorstehende Deportation des jüdischen Nachbarsjungen David Silberstein und seiner Familie erklären? Als ihr die Idee kommt, ihrem Sohn zu erzählen, dass David nur ins „Spielzeugland“ fahre, ist Heinrich am nächsten Morgen verschwunden. Entschlossen, seinem besten Freund ins Land der Spielzeuge und Riesenteddys zu folgen, hat Heinrich sich davongeschlichen. Die fieberhafte Suche von Frau Meißner führt sie zum Bahnhof, wo der Zug mit den Deportierten noch steht. Als ihr zwei SS-Männer den Waggon öffnen, in denen die Silbersteins eingepfercht sind, ist Heinrich nicht zu finden. Mit großen Augen schaut sie jedoch der kleine David an … Der Film „Spielzeugland“ von Regisseur Jochen Alexander Freydank wurde 2009 unter anderem mit dem Oscar für den besten Kurzfilm ausgezeichnet.  Hintergrundinformationen: Regisseur Jochen Alexander Freydank wurde 1967 in Ostberlin geboren. Nach mehreren erfolglosen Bewerbungen für Filmhochschulen arbeitete er zunächst als Cutter, Regieassistent und Drehbuchautor. Anschließend gründete er seine eigene Produktionsfirma „Mephisto Film“. „Spielzeugland“ ist bereits Freydanks vierter Kurzfilm. Zwei Jahre hat er gebraucht, um das Geld für sein Projekt zu sammeln. Mit einem Budget von gerade 30.000 Euro drehte er fünf Tage an Originalschauplätzen in Berlin und Brandenburg. Sein oscarprämierter Film wurde mit 17 nationalen und internationalen Preisen bedacht.

Mi, 11. Nov · 21:45-22:45 · MDR
Die Spur der Ahnen – Jede Familie hat ein Geheimnis
Diese „Spur der Ahnen“ führt ins Chemnitz der 20er- und 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. In jener Zeit eine wohlhabende Stadt, weltweit bekannt für ihre Maschinenbau- und Textilindustrie.  Diese „Spur der Ahnen“ führt ins Chemnitz der 20er- und 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. In jener Zeit eine wohlhabende Stadt, weltweit bekannt für ihre Maschinenbau- und Textilindustrie. Mit Hilfe der MDR-Sendereihe „Die Spur der Ahnen“ möchte Liane Breuer in Chemnitz das Geheimnis um ihren unbekannten Großvater lüften. Jahrzehntelang wurde in ihrer Familie über ihn nicht gesprochen. Seine Existenz schien ein unangenehmes Familiengeheimnis zu sein, eine Schande für die ganze Familie. Erst auf dem Sterbebett lüftete die Großmutter von Liane Breuer dieses Geheimnis. Mit ihrer Enkelin sprach sie über jenen Mann, mit dem sie in den 20er-Jahren eine leidenschaftliche Affäre hatte. Herbert Berger hieß er, erfährt Liane, in jener Zeit soll er ein reicher Textilfabrikant in Chemnitz, dem sogenannten sächsischen Manchester, gewesen sein. Mit der Kutsche habe er sie immer von zu Hause abgeholt und durch Chemnitz gefahren. Ein Mann aus den besten Kreisen der Stadt, ein wohlhabender Jude. Eine Christin und ein Jude – eine Verbindung, die in jener Zeit nicht sein durfte. Die beiden mussten sich trennen und das obwohl Lianes Großmutter ein Kind von ihrem Herbert erwartete. Die beiden haben sich nie wiedergesehen. Was ist mit Herbert Breuer nach der Trennung geschehen? In den Wirren der NS-Zeit verliert sich seine Spur. Hat er den Holocaust überlebt oder wurde auch er zu einem der sechs Millionen jüdischen Opfer der Nationalsozialisten? 70 Jahre später macht sich Liane Breuer auf die Suche nach ihrem unbekannten Großvater. Von der Genealogin Martina Wermes bekommt sie einen entscheidenden Tipp, der sie auf die Spur von Herbert Berger bringt. Sie wird viel über ihn und über das jüdische Leben in Chemnitz erfahren.

Do, 12. Nov

· 03:05-06:00 · MGM
Anatevka
Russland, vor der Oktoberrevolution: Der jüdische Milchmann Tevje (Chaim Topol) lebt mit Frau und Töchtern im beschaulichen ukrainischen Dorf Anatevka. Nicht nur die üblichen Probleme des „Schtetl“-Lebens machen Tevje zu schaffen. Die zaristischen Machthaber wollen die Bewohner aus ihrer Stadt vertreiben. – Verfilmung des berühmten Broadway-Musicals mit Oscar-gekrönter Musik. An der Violine: Isaac Stern!

Do, 12. Nov · 22:00-22:30 · ZDFinfokanal
Aus der Hölle ins Leben
Die Kinder von Indersdorf Film von Bettina Witte
Der 23. April ist für sie ihr 2. Geburtstag: an diesem Tag im Jahr 1945 wird eine Gruppe jüdischer Kinder, Überlebende aus dem Konzentrationslager Flossenbürg, von den Amerikanern befreit. In einem kleinen Ort in der bayerischen Oberpfalz werden sie von Bewohnern aufgenommen und aufgepäppelt. Und dann beginnt für die Kinder ein historisch einmaliges Experiment: Sie kommen in das Kloster von Indersdorf. 1945 wurde dort unter US-Aufsicht eine Sammelstelle eingerichtet, die jüdischen Kindern aus Konzentrationslagern medizinische und psychologische Versorgung bieten sollte. Die Protokolle und Filmaufnahmen der jahrelangen Arbeit in Indersdorf zeigen, wie schwer der Weg zurück sein kann, aus der Hölle ins Leben. Dieses Jahr treffen sich die Kinder von Indersdorf erstmals wieder – an dem Ort ihrer Befreiung, mit den Menschen, die ihnen damals geholfen haben. Die Überlebenden, alles inzwischen ältere Herren und viele erfolgreiche Geschäftsleute, kommen aus der ganzen Welt zusammen. Mit dabei sein wird auch Helen Patton, die Enkelin von General Patton, dem damaligen US-Befreier. Der Film dokumentiert die persönlichen Schicksale ebenso wie das schreckliche System der Todesmärsche von KZ-Insassen am Ende des Zweiten Weltkrieges. Zudem wird mit Interviewpassagen der damaligen Indersdorf-Psychologin Greta Fischer gezeigt, wie schwierig die Aufarbeitung historischer Extremsituationen ist. Ein Film von Bettina Witte

Sa, 14. Nov

· 00:15-02:00 · WDR
Ghetto
Joshua Sobols berühmtes Theaterstück GHETTO wurde – geschrieben auf Hebräisch – 1984 in Israel uraufgeführt und bis heute in zwanzig Sprachen übersetzt und überall auf der Welt aufgeführt. Sobol schrieb auch selbst das Drehbuch zu dieser ersten deutsch-littauischen Koproduktion. Der Film erzählt die Geschichte des jüdischen Theaters im Wilnaer Ghetto während der Nazi-Okkupation im Zweiten Weltkrieg. Winter 1941/42. Eine fatale und unmögliche Anziehung zwischen dem Nazioffizier Kittel (Sebastian Hülk) – Schauspieler und Jazzliebhaber – und der ehemaligen jüdischen Starsängerin Haya (Erika Marozsan) führt zur Wiederbelegung des Theaters mitten im Wilnaer Ghetto. Gens (Heino Ferch), der Chef der jüdischen Ghetto-Polizei, benutzt dieses Theater, um so viele Menschenleben wie möglich zu retten, gerät dabei aber in unlösbare moralische Verstrickungen. Um seinen eigenen Fronteinsatz zu verhindern, bewahrt Kittel das Ghetto immer wieder vor der totalen Liquidation, es kommt aber zu etlichen Massenexekutionen, die auch Gens nicht verhindern kann. Jeden Tag aufs Neue spielen die Schauspieler um ihr Überleben.

Sa, 14. Nov · 15:40-16:40 · Spiegel Geschichte
Jerusalem – Hauptstadt der Religionen

An keinem anderen Ort der Welt liegen die Heiligtümer von 3 Weltreligionen so dicht beieinander wie in Jerusalem. Überlieferungen zufolge stand hier der Tempel von König Salomo; hier wurde Jesus Christus gekreuzigt, und hier fuhr der Prophet Mohammed in den Himmel auf. Die Wiege des Judentums und des Christentums ist auch dem Islam heilig. Doch obwohl der hebräische Name Jeruschalajim „Ort des Friedens“ bedeutet, scheint dort ein friedliches Miteinander unmöglich.

So, 15. Nov

· 00:10-02:05 · RBB
Lili Marleen

Willie Bunterberg ist eine mäßig talentierte deutsche Sängerin, die 1938 durch Zürcher Bars tingelt und von einer großen Karriere träumt. Ihre Liebe zu dem jüdischen Musiker Robert Mendelsson steht unter keinem günstigen Stern.  Willie Bunterberg ist eine mäßig talentierte deutsche Sängerin, die 1938 durch Zürcher Bars tingelt und von einer großen Karriere träumt. Ihre Liebe zu dem jüdischen Musiker Robert Mendelsson steht unter keinem günstigen Stern. Robert schmuggelt für die Untergrundorganisation seines wohlhabenden Vaters David gefälschte Pässe nach Deutschland, um bedrohten Juden die Ausreise zu ermöglichen – und um jüdisches Kapital in die Schweiz zu schaffen. Als Robert Willie in seine heimlichen Unternehmungen einweiht, sieht der Vater seine Pläne gefährdet. Durch eine Intrige sorgt er dafür, dass Willie nach einer Deutschlandreise nicht mehr in die Schweiz zurückkehren darf. Auf sich allein gestellt, besinnt Willie sich auf einen ihrer Verehrer. Der Nazi-Kulturfunktionär Hans Henkel arrangiert die Plattenaufnahme des Liedes „Lili Marleen“, mit dem Willie überraschend zum Star und bald zu einer Ikone der Nazi-Propaganda avanciert. Willie wird nun sogar vom „Führer“ empfangen. Um herauszufinden, ob seine Geliebte tatsächlich eine „Nazi-Braut“ geworden ist, riskiert Robert Kopf und Kragen und reist mit gefälschtem Pass nach Berlin. Robert wird von der Gestapo verhaftet, kommt aber durch einen Gefangenenaustausch wieder frei. Aus Liebe zu Robert versucht Willie auf einer Tournee einen Film mit Informationen über Vernichtungslager im Osten nach Berlin zu schmuggeln, als Henkel ihr auf die Schliche zu kommen droht. Doch Willie überlebt und trifft nach dem Krieg Robert wieder, der nun ein berühmter Dirigent und mit einer anderen Frau verheiratet ist.  Hintergrundinformationen: Frei nach dem Leben Lale Andersens erzählt Rainer Werner Fassbinder in seinem elegant inszenierten Melodram die Geschichte einer Sängerin, die als Gegenleistung für Karriere, Geld und Privilegien ins Räderwerk der Nazi-Propaganda gerät. In der Hauptrolle brilliert Hanna Schygulla, die auch in den nächsten beiden Filmen, die das rbb Fernsehen im Rahmen der langen Filmnacht zu Ehren des großen deutschen Regisseurs sendet, ihre Schauspielkunst unter Beweis stellt: Im Anschluss folgen noch Fassbinders Werke „Die Ehe der Maria Braun“ und „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“.