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Weltkulturerbestätte verwüstet

Unbekannte haben in der Nacht zum Montag großen Schaden im Avdat Nationalpark in der Negevwüste angerichtet. Zahlreiche mehr als 2.000 Jahre alte archäologische Funde wurden ganz zerstört oder schwer beschädigt. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um Beduinen handelt, die sich für die Zerstörung ihrer illegal errichteten Häuser rächen wollten…

Von D. Nowak, inn v. 06.10.2009

Die Randalierer warfen 15 Säulen um, die dabei in Stücke zersprangen. Sie beschmierten die Überreste einer alten byzantinischen Kirche mit Graffiti, zerstörten deren Wände und beschädigten den Altar. Der Nachrichtendienst „Arutz Scheva“ berichtet von Hunderten beschädigten antiken Funden. Der Nationalpark wird nachts von nur einem Wächter beaufsichtigt.

Auch in der Umgebung von Avdat richteten die Randalierer schweren Schaden an. Sie zerstörten den Zaun eines Weinberges und eine dortige Wasserleitung. Das in Israel so kostbare Wasser floss über mehrere Stunden ungehindert davon. Rund 7.000 Quadratmeter des Weinberges mit seinen Pflanzen wurden zerstört. Auch die Wasserleitung, die nach Har Harif führt, wurde demoliert. Mehrere Touristen in der Gegend berichteten davon, dass ihre Autos beschädigt wurden.

Die Verwüstungen ereigneten sich wenige Stunden nachdem die israelische Regierung mehrere Gebäude einer illegal errichteten Beduinengemeinde abreißen lassen hatte. Die Polizei geht daher davon aus, dass es sich bei der Tat um einen Racheakt von Beduinen handelt.

Zwei Verdächtige festgenommen

Die Beamten verhafteten am Montagabend zwei verdächtige Beduinen im Alter von 47 und 51 Jahren. Bei einem von ihnen handelt es sich um den Wachmann des Nationalparks. Die Männer wiesen die Beschuldigungen bislang jedoch zurück. Sie sollen in den kommenden Tagen weiter verhört werden.

Die alte Nabatäerstätte Avdat war im Jahr 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden. Sie zieht jährlich Tausende Besucher aus Israel und dem Ausland an. Nachdem sie am Montagmorgen geschlossen blieb, wurde die Stätte bereits am Nachmittag wieder geöffnet. Bis der Schaden behoben ist, dauert es jedoch noch mindestens sechs Monate, heißt es laut einem Bericht der Tageszeitung „Jerusalem Post“.

Die Beduinen in der Negevwüste beschuldigen die israelische Regierung, ihr Land zu stehlen. Sie gehen davon aus, dass diese Wüste ihnen gehört und sie daher keine Baugenehmigungen brauchen. Schätzungsweise 80.000 von ihnen leben in Dutzenden Dörfern im Negev, die illegal errichtet wurden und daher keine staatlichen Zuwendungen erhalten. Einige der Ortschaften hat die Regierung später anerkannt, andere wurden zum Abriss freigegeben.