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haGalil TV-Radar: Fernsehtipps der Woche

Vom 28.09. bis 04.10.2009 …

Montag, 28.09.2009

02:55 Uhr; N24
N24 History – Die Geschichte der Deutschen

Hermann Göring und der Nürnberger Prozess
Mit der Verkündung der Urteile am 30. September und 1. Oktober 1946 geht der Hauptkriegsverbrecherprozess vor dem Internationalen Gerichtshof in Nürnberg zu Ende. Zwei der ursprünglich 24 Angeklagten sind der „Architekt des Führers“, Albert Speer, und der Reichsmarschall Hermann Göring. N24 zeichnet mit seltenen Filmaufnahmen, Fotos und Dokumenten beeindruckende Porträts zweier der interessantesten und widersprüchlichsten Persönlichkeiten deutscher Nazi-Geschichte.

05:00 Uhr; Phoenix
Meine Geschichte – Überfall auf Polen (6/6)

Franz Schall
Franz Schall ist Jahrgang 1920. Er stammt aus Bayern und war schon vor dem Krieg zur Wehrmacht eingezogen. Er war bei den Gebirgsjägern, die während des ganzen Krieges zu besonderen Einsätzen, oft hinter der Front verwendet wurde. Franz Schall hat später auch in Russland, auf dem Balkan und in Italien gekämpft und wurde mehrfach verwundet. Das erste Mal allerdings in Polen. Einer seiner besten Freunde wurde getötet, das war sein schlimmstes Kriegserlebnis – und er machte viele schlimme Erfahrungen.
Als Kind seiner Generation war er damals mit Begeisterung in den Krieg gezogen. Und seine Generation Männer ist zu einem sehr großen Teil im Krieg gestorben. Franz Schall aber hat Glück gehabt, den Krieg zu überleben. Heute sagt er, Krieg ist etwas Schreckliches, es gibt keine Helden. Später ist er Zahnarzt in München geworden.

Mittwoch, 30.09.2009

06:00 Uhr; arte
Kammermusik aus Jerusalem

Jelena Baschkirowa, in Moskau geboren, gilt als herausragende Pianistin mit einer besonderen Affinität zur Kammermusik. Die Ehefrau von Daniel Barenboim wirkte bei zahlreichen Uraufführungen mit. 1998 gründete Jelena Baschkirowa das Jerusalem Chamber Music Festival , das im September 2008 bereits zum elften Mal stattfand. Die Kammermusik-Konzerte im YMCA Jerusalem zeichnen sich durch eine freundschaftlich-ungezwungene, dabei aber hochkonzentrierte Atmosphäre aus, bei der die musikalischen Werke im Mittelpunkt stehen.
Die Konzert-Aufzeichnungen versammeln die Höhepunkte des 2008er Jahrgangs. Neben den Pianisten Jelena Baschkirowa und Kirill Gerstein sind namhafte Musiker wie Guy Braunstein und Michael Barenboim an der Violine, der Klarinettist Mathias Glander, Ori Kam und Madeleine Carruzzo an der Viola sowie Zvi Plesser, Nicolas Altstaedt und Gary Hoffmann am Violincello zu erleben.
Auf dem Programm stehen im Einzelnen:
– Wolfgang Amadeus Mozart: Andante und Variationen in G-Dur, KV 501
– Robert Schumann: Klavier-Quintett in Es-Dur, op. 44

23:30 Uhr; ARD
Faszination Orient

Das Leben des Max von Oppenheim
In einer gewaltigen Anstrengung fügen Wissenschaftler des Vorderasiatischen Museums seit 1994 das wohl größte Mosaik der Welt wieder zusammen. Mit der Wiederauferstehung eines der bedeutendsten archäologischen Funde des Vorderen Orients auf der Museumsinsel in Berlin wird auch die Erinnerung an ihren Entdecker wieder wachgerufen.
Das Leben Max von Oppenheims steht an Abenteuern und Ereignissen seinem ungleich bekannteren Vorgänger Heinrich Schliemann in nichts nach – nicht nur als Archäologe, auch als Entdeckungsreisender, Beduinenforscher und Diplomat des Kaisers, der im Ersten Weltkrieg zum Gegenspieler von „Lawrence von Arabien“ wurde. Über allem steht Oppenheims Faszination für den Orient, die ihn zum Mittler zwischen den Welten werden ließ. Eine Rolle, die seinem Lebenswerk unter dem Aspekt der gegenwärtigen Irritationen zwischen dem Westen und der Welt des Islam eine neue Aktualität verleiht.
Die Dokumentation „Max von Oppenheim“ erzählt auf der Basis solider historischer Forschung ebenso spannend wie unterhaltsam zum ersten Mal im Fernsehen von seinem Leben. Dabei führen faszinierende Neudrehs aus Ägypten, Syrien und der Türkei in die fremde Welt des Orients; mit aufwendigen CGIs werden die Funde Oppenheims anschaulich gemacht, exklusive Bilder berichten von ihrer Wiederherstellung und dem Fortschritt dieses einzigartigen Restaurierungsprojekts.
Enge Familienangehörige Oppenheims, international anerkannte Wissenschaftler oder etwa auch der deutsche Außenminister Steinmeier erinnern an Oppenheim und ordnen sein Lebenswerk ein. Abgerundet wird der Film durch ungewöhnliche, teilweise nie gezeigte frühe Film- und Fotoaufnahmen, die das Leben Oppenheims ebenso wie seine Expeditionen in eine mittlerweile untergegangene Welt wieder auferstehen lassen.
Am Ende seines Lebens musste Oppenheim miterleben, wie der von Hitler entfesselte Weltkrieg sein Lebenswerk vermeintlich in Schutt und Asche legte. 60 Jahre nach seinem Tod soll seine Arbeit jetzt die Würdigung erfahren, die sie schon zu Lebzeiten verdient hätte.

Donnerstag, 01.10.2009

00:00 Uhr; N24
N24 History – Die Geschichte der Deutschen

Operation Walküre
Die Dokumentation rekonstruiert mit Filmen, Fotos und originalen Dokumenten den Verlauf der Ereignisse. Sie besucht die Originalschauplätze in Berlin und Ostpreußen und befragt noch kurz vor seinem Tod Philipp von Boeselager, einen der letzten Zeitzeugen des Staatsstreichs. Die Historiker Peter Steinbach und Bernhard Kroener beleuchten die Figur Stauffenberg und analysieren aus heutiger Sicht den Plan „Walküre“.

Freitag, 02.10.2009

21:00 Uhr; arte
Die Hetzjagd

Es ist 1971 und die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg verblassen, erschreckenderweise auch die an den Holocaust. Tausende von bekannten Nazikriegsverbrechern leben unbehelligt in Deutschland oder andernorts. In Frankreich ist ein Paar – der französische Jude Serge Klarsfeld und seine Frau Beate, eine deutsche Protestantin – entschlossen, für die Gerechtigkeit zu kämpfen und diese Kriminellen vor Gericht zu bringen.
Als das Münchener Gericht das Verfahren gegen Klaus Barbie, den „Schlächter von Lyon“, aus Mangel an Beweisen einstellt, handeln Serge und Beate. Beeindruckt von ihrem Enthusiasmus, deutet ein deutscher Staatsanwalt an, dass Barbie in Südamerika leben soll. Die Nachforschungen der Klarsfelds decken auf, dass Barbie dort tatsächlich unter dem Namen Klaus Altmann lebt. Barbie weiß, dass er dank seiner engen Beziehungen zu der rechtsstehenden bolivianischen Diktatur unantastbar ist. Aber die Klarsfelds geben nicht auf und riskieren ihr Leben bei den Versuchen, ihn zu finden oder gar zu entführen.

Samstag, 03.10.2009

20:10 Uhr; n-tv
n-tv History: Hitlers Berlin

Wer heute durch die Straßen von Berlin geht, wandert möglicherweise unmittelbar über einen von mehr als 1000 Bunkern, die zur Zeit des Zweiten Weltkriegs dort errichtet wurden. Ihren Ursprung haben sie in Adolf Hitlers Plänen, Berlin zur „Welthauptstadt Germania“ auszubauen – verborgen, sicher und von der Außenwelt abgeschottet im Untergrund. Bis heute haben diese gewaltigen Bunkersysteme nichts von ihrer unheimlichen Faszination eingebüßt und sind seit je her Zeitzeugen des wohl dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte. In dieser Reportage begeben wir uns auf eine Zeitreise dorthin und rekonstruieren mit moderner Computeranimation die Baupläne Berlins zu Zeiten des Krieges.

Sonntag, 04.10.2009

20:15 Uhr; Phoenix
Index

Die schwarze Liste des Vatikan – Teil 1
Über Jahrhunderte hinweg beanspruchte die katholische Kirche die Deutungsmacht über die Ordnung der Welt. Sie ließ neues Gedankengut, neue wissen-schaftliche Erkenntnisse zu oder ächtete sie. Sie entschied über Richtig und Falsch, erlaubte Fortschritt oder versuchte, ihn zu verhindern. Doch ihre Überzeugung, die ewige Wahrheit zu besitzen, war nicht unumstritten. Gutenbergs Druckerpresse ermöglichte es immer mehr Freidenkern, ihre Gegenwelten mit Hilfe des gedruckten Buches in tausendfacher Auflage zu verbreiten und neue Erklärungen der Welt zu wagen, die oft gefährlich im Widerspruch zu den päpstlichen standen.
Der Vatikan erfand deswegen den Index, die Liste der verbotenen Bücher. Wer sie trotzdem las, dem drohte die ewige Verdammnis. Von nun an tobte ein Machtkampf um die Seele des Menschen und die Ordnung der Welt. Es war auch eine Propagandaschlacht, die im Lauf der Geschichte ihresgleichen sucht. Aber auch innerhalb des Vatikan wurde um den richtigen Weg gerungen. Es gab heftige Diskussionen darum, welches Buch verboten werden sollte und welches nicht.
Das ZDF stellt sich mit „Index – Die schwarze Liste des Vatikan“ in zwei Folgen einer journalistischen Herausforderung. Die Öffnung der geheimen Archive der Inquisition und Indexkongregation im Jahr 1998 ermöglicht erstmals den Zugang zu bisher unbekannten Schauplätzen und unveröffentlichten Akten. Die zweiteilige Fernsehdokumentation rollt die wichtigsten geheimen Prozesse auf, die im Kampf um das Seelenheil der Menschheit geführt wurden. Immer wieder geht es um entscheidende Wendepunkte in der Geschichte, deren Diskussion bis heute nicht an Brisanz verloren hat.
Der Journalist Wolf von Lojewski, Protestant, und der renommierte Kirchenhistoriker Hubert Wolf, Katholik, öffnen Pforten, die über Jahrhunderte verschlossen waren. Klug und unterhaltsam streiten sie um die Rolle von Zensur damals und heute. Sie betreten Orte, die bisher der Öffentlichkeit verschlossen waren. Labyrinthe von Aktengängen erwarten sie, unzugängliche Dokumente, die seit Jahrhunderten nicht mehr von Menschenhand berührt wurden. Welche Fälle wurden in den geheimen Prozessen verhandelt? Wieso wurde Luthers in hunderttausenden Exemplaren verbreitete Bibelübersetzung verboten, Galileo Galilei verurteilt, der Müller Menocchio verhaftet und verbrannt? Was war in den Augen der Zensoren so gefährlich an Büchern von Heinrich Heine? Warum wurden die Werke von Darwin und Marx nicht verboten? Und warum kam „Mein Kampf“ nie auf den Index der verbotenen Bücher?
Die Fragen von Wolf von Lojewski reichen bis in die Gegenwart. Wie schon mit der Erfindung des Buchdrucks erlebt die Gesellschaft heute mit dem Internet eine mediale Revolution. Die Folgen sind gravierend. Wäre Zensur heute vielleicht hilfreich im Kampf gegen Terrorismus, Kinderpornographie, Rassismus? Brauchen wir heute eine Instanz, die uns davor schützt? Benötigen wir einen neuen Index?
Der Vatikan sieht sich als alleiniger Hüter der Wahrheit. Nur er kann die Welt erklären. Doch Reformatoren und Naturwissenschaftler stellen dieses Erklärungsmonopol in Frage – und damit auch die Institution Kirche.
Europa, Mitte des 16. Jahrhunderts: Der Vatikan beschließt als Reaktion auf die Reformation die Gründung der Indexkongregation. Sie soll alle Bücher überprüfen, ob sie ketzerisches Gedankengut enthalten. Gefährliche Werke setzt der Vatikan auf den Index der verbotenen Bücher. Gemeinsam mit Hubert Wolf rollt Wolf von Lojewski die Fälle Luther, Galileo und Darwin neu auf.

21:00 Uhr; Phoenix
Index

Die schwarze Liste des Vatikan – Teil 2
– siehe auch 20:15 Uhr – Teil 1 –

Zusammenstellung: Holger Raak