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Vierter Geburtstag in Gaza: Kommt Gilad Shalit nach Hause?

Gilad Shalit wird am 28. August 23 Jahre alt. Dies ist sein vierter Geburtstag nach seiner Verschleppung durch die Hamas. Nach arabischen Quellen zeichnen sich nun aber Fortschritte in den Verhandlungen ab. Netanjahu sei bereit, auch „Terroristen mit Blut an den Händen“ freizulassen, warnten der Siedlersender Aruz7. In Jerusalem dementierte ein Regierungssprecher, Israel habe vor keinen Forderungen kapituliert…

„Es gibt Anlass zu Optimismus. Die Gespräche wurden an dem Punkt wieder aufgenommen, an dem sie unterbrochen wurden. Wir befinden uns jetzt in einer sehr empfindlichen Phase“, sagen ägyptische Quellen, die an den Vermittlungen zwischen Israel und der Hamas beteiligt sind. Das Abkommen sei noch nicht ausgereift. Es sei noch nicht möglich, einen Termin zu nennen, an dem das Tauschgeschäft beginnen soll – und an dem Gilad Shalit nachhause zurückkehrt.

Auch die Amerikaner sind im Bild: Sie üben hinter den Kulissen Druck auf Syrien aus, und geben Bashar Assad zu verstehen, dass er, wenn er auf dem Weg zur Ausarbeitung eines Deals „positive Involvierung“ zeigt, einen Bonus von der Regierung Obama zu erwarten hat.

Wie zu Anfang der Verhandlungen vereinbart wurde, wird das Geschäft, wenn es abgeschlossen ist, in zwei Phasen durchgeführt werden. Zuerst werden Hunderte palästinensische Häftlinge freigelassen werden, während Gilad Shalit von Gaza nach Ägypten gebracht wird. Danach sollen alle Häftlinge freigelassen werden und Gilad wird nach Israel zurückkehren.

In Ägypten wurde inzwischen eine komplette Informationssperre über die Bemühungen verhängt und es wurde der offiziellen Presse und den Zeitungen der Opposition verboten, in den Gesprächen „herumzustochern“, die mit dem Abschluss des Geschäfts in Verbindung stehen. Präsident Mubarak sei über alle Einzelheiten informiert.

Auffällig seien wohl auch die Unterschiede in der Vorgangsweise des israelischen Sonderbeauftragten Hagai Hadas im Vergleich zu seinem Vorgänger Ofer Dekel. „Die Enthüllungen gegenüber der Presse sind auf Null“, sagen ägyptische Stellen
zufrieden und betonen, dass Hadas eine „lange Leine“ habe, um das Geschäft abzuschließen. „Zu Olmerts Zeiten sind wir an einem Punkt der Entscheidung angekommen, und Olmert hat im letzten Augenblick kalte Füße bekommen“.

In Israel haJom ist Dan Margalit optimistisch. Er meint alle Beteiligten hätten ein Interesse daran, das Geschäft unter Dach und Fach zu bringen. Nur eine übermenschliche und nicht-menschliche Einmischung könne Gilads Rückkehr nachhause noch verhindern. Die Nation sehnt sich danach, Gilad zuhause zu sehen, und dem Leiden der Familie ein Ende zu setzen.