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Religionskongress: Peres ruft saudischen König zu Treffen auf

Israels Staatspräsident Schimon Peres hat den saudi-arabischen König Abdullah zu einem Treffen in „Jerusalem oder Riad oder in Kasachstan“ aufgefordert, um israelisch-arabische Friedensverhandlungen in die Wege zu leiten. Peres sprach am Dienstag auf dem 3. „Kongress der Weltreligionen“ in Kasachstans Hauptstadt Astana. Die iranische Delegation verließ während Peres‘ Rede den Saal…

ASTANA (inn) – Israel sei sich dessen bewusst, dass sich die Haltung vieler arabischer Länder hinsichtlich eines Friedens mit Israel verändert habe. Dem früheren „nein zu Verhandlungen, nein zur Anerkennung, nein zum Frieden“ stünde nun die saudi-arabische Friedensinitiative gegenüber. „Zusammen mit anderen arabischen Führern werden wir alle in der Lage sein, unsere Vision zu verwirklichen“, sagte Peres an den saudi-arabischen König gewandt.

„Religion von Terror trennen“

In seiner Ansprache rief Peres zum Frieden auf. Leider gebe es eine Minderheit, die einen Gott verehre, der „Massaker erlaubt, Gräueltaten vergibt und seine Gläubigen dazu aufruft, zu zerstören, zu töten, zu lügen und zu ruinieren“. Dies sei eine Verleumdung Gottes. „Das ist keine Religion, das ist ein Verbrechen, ein Verbrechen gegen Gott und die Menschheit. Wir müssen Religion vom Terror trennen. Das sollte das gemeinsame Streben aller Gläubigen sein, ungeachtet ihres Glaubens, ihrer Überzeugung und ihres Geschlechts“, so Peres. „Ich habe kürzlich mit seiner Heiligkeit dem Papst gesprochen, als er das Heilige Land besucht hat, und er unterstützt diese Bemühung. Sein Besuch fand zu einer Zeit statt, in der unsere Wissenschaftler die Entwicklung einer neuen Weizensorte abgeschlossen hatten. Diese hat vier Ährenköpfe, statt einem. Wir nennen ihn angereicherten Weizen. Die Menschen sollten lieber Weizen anreichern statt Uran.“

Iranische Delegation will Peres nicht hören

Während Peres‘ Rede verließ die iranische Delegation den Raum. Sie seien gekommen, um religiöse Führer zu hören und Peres sei keiner, sagte ein Vertreter des Iran gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Vor Journalisten bezeichneten die iranischen Delegierten Israels Staatsoberhaupt als einen „Landdieb“, einen „Eroberer“ und eine „abscheuliche zionistische Person“.

Oberrabiner macht auf Gilad Schalits Schicksal aufmerksam

Auf dem Kongress sprach auch Israels Oberrabbiner Jona Metzger. Während seiner Rede zeigte er ein Bild des vor drei Jahren von Palästinensern verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit. „Keiner weiß, wo er ist, und wie es ihm geht“, sagte Metzger. Er forderte die religiösen Führer dazu auf, Druck auf die Hamas im Gazastreifen auszuüben, damit diese einer „Person des Glaubens“ einen Besuch bei ihrem Gefangenen gestattet. Er rief zudem „alle religiösen Führer dazu auf, Gebetshäuser nicht zu benutzen, um dort zum Terror aufzuhetzen“.

Der „Kongress der Weltreligionen“ fand bereits in den Jahren 2003 und 2006 in Astana statt. Die Veranstaltung wurde vom kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew ins Leben gerufen. Sie soll den Dialog der Völker und Religionen stärken und Brücken zwischen Ost und West schlagen.

Israels Staatspräsident Schimon Peres befindet sich derzeit mit einer hochrangigen Delegation von mehr als 60 Ministern und Geschäftsleuten in Kasachstan. Zuvor hatte er Aserbaidschan besucht. Es ist das erste Mal seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen, dass ein israelisches Staatsoberhaupt diese beiden Länder bereist.