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Ein Leben für den Fußball: Wer war Kurt Landauer?

Kurt Landauer, am 28. Juli 1884 in Planegg bei München geboren, war Urbayer, Jude und Präsident des FC Bayern München. Unter seiner Führung entwickelte sich die „Bayern“ zu einem der bedeutendsten Vereine in Deutschland. Landauer legte damit entscheidende Grundlagen für die spätere Erfolgsgeschichte des FC Bayern München…

Schon vordem 1. Weltkrieg, von 1913 – 1914, übernahm er Verantwortung als Präsident. In den darauf folgenden Amtszeiten zwischen 1919 – 1933 wuchs sein Verein stetig. Zwei süddeutsche Meisterschaften (1926 und 1928) und das Vordringen in die Endrunden zur Deutschen Meisterschaft (1926, 1928 und 1929) belegen in diesem Zeitraum den sportlichen Aufstieg der „Bayern“.

Der Gewinn der ersten Deutschen Fußballmeisterschaft am 12. Juni 1932 markierte den Höhepunkt dieser Entwicklung.

Die sog. „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten mit ihren menschenverachtenden Ausgrenzungs- und Vernichtungsmaßnahmen zwangen Kurt Landauer am 22. März 1933 zum Rücktritt als Vereinspräsident. Nach der Reichspogromnacht (9. November 1938) wurde er von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Nach vier Wochen entließ man ihn mit der Auflage, unverzüglich das Land zu verlassen.

Freunden gelang es, ihm im Frühjahr 1939 ein Visum für die Schweiz zu besorgen. In Genf überlebte er. Vier seiner sechs Geschwister und ihre Familien wurden in den Konzentrationslagern ermordet.

1947 kehrte Kurt Landauer in seine Heimstadt München zurück. Mit 66 Jahren wurde er noch einmal für vier Jahr Präsident des FC Bayern. Er finanzierte seinem Club die erste Spiellizenz. Es gelang ihm die Amerikaner davon zu überzeugen, dass der Spielbetrieb im Fußball sehr bald wieder aufgenommen werden konnte.

Am 21. Dezember 1961 starb Kurt Landauer in München.

Kurt Landauers weltoffene Sportpolitik und sein Engagement für die Bürgerinnen und Bürger seiner Heimatstadt bleiben unvergessen. In Erinnerung an den jüdischen Präsidenten des F.C. Bayern München an seinem 125. Geburtstag, findet am Dienstag, 28. Juli 2009, 19.00 Uhr, an der Baracke Nr. 8, Stube 4, in der KZ-Gedenkstätte Dachau, ein Gedenken mit Kaddisch und Schweigeminute statt. Robby Raiber (Maccabi München) hält eine Ansprache.

Um 19.30 Uhr beginnt der Einführungsvortrag von Dietrich Schulze-Marmerling in der Evang. Versöhnungskirche / KZ-Gedenkstätte Dachau. Danach folgt ein moderiertes Gespräch mit Uri Siegel, dem Neffen von Kurt Landauer.

Veranstalter: Maccabi München / Evangelische Versöhnungskirche Dachau