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Veranstaltungshinweis: Wanderskulptur von Sinti und Roma

Sinti und Roma stellen unter dem Motto „Geschichte erinnern – Zukunft gestalten“ eine Wanderskulptur im Alten Münchner Rathaus aus. Die Eröffnungsveranstaltung findet am 16. Mai statt, dem Tag des Aufstands der Sinti und Roma im KZ Auschwitz vor 65 Jahren…

Von Katharina Schwaiger, Alexander Diepold und Robert Schlickewitz

Am 16. Mai 2009 findet ab 16.30 Uhr im Alten Münchner Rathaus die Eröffnungsveranstaltung mit Ansprache des OB Christian Ude, Zeitzeugenvorträgen und Redebeiträgen zur Wanderskulptur statt. Sintimusik und ein Buffet für etwa 300 Gäste werden für eine entspannte Atmosphäre sorgen.

Als Termin für die Eröffnungsveranstaltung haben wir bewusst den 16 Mai gewählt. An jenem Tag vor 65 Jahren führte der Vater des Holocaustüberlebenden Hugo Höllenreiner einen erfolgreichen Aufstand im „Zigeunerlager“ des KZ Auschwitz-Birkenau-Lager II an. Es gelang ihm und anderen Häftlingen den Abtransport von Menschen in Gaskammern und Krematorium aufzuhalten sowie eine für die SS-Soldaten bedrohliche Situation herbeizuführen.

Die Veranstaltung bezweckt darüber hinaus an den ‚Geist des Ortes‘ zu erinnern: Im gleichen Saal im Alten Rathaus (ehemaliger Reichspogromsaal) wurden einst Rassegesetze erlassen, die sich gleichermaßen gegen Juden und „Zigeuner“ richteten. Man geht davon aus, dass dem deutschen sogenannten „Dritten Reich“ bis zu 500 000 „Zigeuner“ zum Opfer fielen.

Die Wanderskulptur steht unter dem Motto „Geschichte erinnern – Zukunft gestalten“. Wir wollen an diesem historischen Tag jener schmerzlichen Phase der mitteleuropäischen Sinti-und-Roma-Geschichte gedenken. Zudem wollen wir den Blick auch auf die Gegenwart und auf die Zukunft richten und Raum schaffen für ein offenes Aufeinander-Zugehen und aktives Gestalten der Zukunft.

Bereits in den vorangegangenen Jahren hatten Ausstellungen, Vortragsabende, Kulturtage der Sinti und ihrer Freunde und Unterstützer aus der Mehrheitsbevölkerung in München gezeigt, dass die Minderheit beginnt selbstbewusster aufzutreten, dass sie Aktivitäten entwickelt, dass sie allmählich wahrgenommen wird und dass bei einem (leider bisher noch viel zu) kleinen Teil der großen Mehrheit der Wille vorhanden ist mit den alten schändlichen Traditionen des Stereotypendenkens und der Vorurteile zu brechen. Als Initiatoren bzw. Sponsoren solcher Veranstaltungen traten auf: Das „Projekt Sinti“ der Diakonie Hasenbergl; Alexander Diepold von der MADHOUSE GmbH, DER CLUB eine Einrichtung des KJR München-Stadt, Karl Horvath aus Mattersburg/Österr., die Stadt München, die Caritas, der BMW-Konzern.

Nähere Auskünfte erteilt das „Projekt Sinti“, Tel. 089 (München) 37 00 38 19.

Gäste sind am 16. Mai in München herzlich willkommen.