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Dann hat er halt nicht um Verzeihung gebeten

Die Beziehungen zwischen Juden und Christen sind seit jeher spannungsgeladen und stützen sich auf gegenseitiges Misstrauen, dessen theologische Wurzeln tief sind und von Generation zu Generation übertragen werden…

M’ariw brachte einen Beitrag von Rabbi Yechiel Eckstein, dem Präsidenten und Gründer des „Fonds für Freundschaft“, aus dem wir Auszüge bringen

2000 Jahre lang betrachteten die Christen die Juden als gemeine Verräter und die Repräsentanten des Teufels auf Erden. Am schlimmsten wog der Vorwurf, die Juden seien für die Hinrichtung des Jesus von Nazrath verantwortlich. In den letzten 50 Jahren vollzog sich jedoch eine Grund legende Änderung dieser Einstellung.

Papst Johannes Paulus II brachte eine neue und frische Haltung zu den Juden und zu den Beziehungen der Kirche zu ihnen. Sein Nachfolger, Benedikt XVI, ähnelt seinem populären und beliebten Vorgänger nicht. Seine Erklärungen sind manchmal problematisch, seine Rede in Auschwitz war nicht besonders gelungen. Hier in Israel verurteilte er den Antisemitismus jedoch in klarer und eindeutiger Form und rief dazu auf, die neuen antisemitischen Erscheinungen zu bekämpfen.

Für mich, einen orthodoxen Rabbiner, der viele Jahre seines Lebens der Schaffung eines echten Dialogs zwischen Juden und Christen widmete, ist dies eine sehr wertvolle Äußerung. Wer zu einem Boykott gegen den Papst aufruft, der versteht nicht, dass die engen Beziehungen zwischen der Kirche und den Juden und dem Staat Israel keine Selbstverständlichkeit sind und mit großen Bemühungen erarbeitet wurden. Ich rufe alle auf, diese Erfolge nicht zu gefährden. Setzten Sie sich für Einheit und Toleranz ein, nicht für Spaltung und Zerstörung.