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Urlaub in Pakistan oder beabsichtigte Teilnahme am Jihad?

In Großbritannien wurden die Gesetze gegen den Terror verschärft und ein Londoner Gericht fällte am 29. April ein bemerkenswertes Urteil. Richter Peter Gross verurteilte Waheed Ali, 25 und Mohammed Shakil, 32 aus Leeds wegen des Besuchs eines Terroristenlagers in Pakistan zu sieben Jahren Haft…

Von Karl Pfeifer

Sie waren mit den vier muslimischen Attentätern befreundet und teilten nach Angaben der Polizei deren extremistische Überzeugungen. Die Männer besuchten auch dieselbe Moschee im Stadtteil Beeston in der nordenglischen Stadt Leeds. Eine direkte Beteiligung an der Ausführung der Anschläge wurde den Angeklagten jedoch nicht vorgeworfen. Bei den Anschlägen auf die Londoner U-Bahn und einen Bus am 7. Juli 2005 wurden 52 Fahrgäste und die vier Täter getötet. Britische Anti-Terror-Experten glauben nun gemäss «Guardian», dass nie jemand wegen der Terrorattacke verurteilt werden wird, obwohl sie von mehr als 20 involvierten Personen ausgehen und die Untersuchung mit Kosten von rund119 Millionen Pfund Sterling die aufwändigste in der jüngeren britischen Geschichte war.

Die beiden Täter wurden vom Richter belehrt:

„Sie können nicht die Vorteile des Lebens in Beeston in einer anständigen und toleranten Gesellschaft genießen, wenn Sie sich für diejenigen, die unsere Soldaten töten entschieden haben und sich zu ihnen gesellen.
Die simple Realität ist, Sie haben ein Terrorlager gesucht und besucht, und damit das Land verraten, das Ihren Familien eine Heimat gegeben hat. Sie wurden nicht hier geboren, sie haben gewählt, hier zu leben. Leider lassen Sie jegliche Loyalität vermissen.“

Der Richter sagte auch, es könne kein „à la carte“ Herangehen an die Staatsbürgerschaft des Vereinigten Königreichs akzeptiert werden, wo Männer wie die beiden Angeklagten wählerisch sein können, welche Elemente der Zugehörigkeit ihnen am besten passen.

Die Staatsbürger müssen entweder das ertragen, was sie nicht gerne haben, den demokratischen Prozess der Lobby benützen, um es zu ändern, oder in ein „angenehmeres“ Land übersiedeln, wenn sie es nicht weiter ertragen können.

Laut gegenwärtigen Schätzungen besuchten zwischen 1998 und 2003 an die 1.000 junge britische Muslime Terroristenlager.

Die beiden Angeklagten, die sich naiv stellten, behaupteten einerseits auf Urlaub nach Pakistan gefahren zu sein, andererseits, dass es ihre Pflicht wäre muslimische Länder zu verteidigen.
Richter Gross akzeptierte diese widersprüchliche Argumente nicht: „Das war kein einmaliger naiver Spaß zweier Tölpel – Sie haben gewusst was Sie tun. Sie wussten was sie beabsichtigten zu tun. Ihre Absicht war es, ein wirkliches Terror-Lager zu besuchen und wirkliche Waffen zu benützen. Das war keine Schauspielerei. Sie waren entschlossene Akteure.“

Dieses Urteil wird Signalwirkung haben, denn die meisten jungen muslimischen Briten, die von radikalen jihadistischen Anführern rekrutiert werden sollen, werden sich überlegen müssen, ob sie wirklich ihr bisheriges Leben aufgeben wollen.