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Antisemitismus: Iran greift nach Lateinamerika

Der Iran, der bereits beste Beziehungen zur Regierung Chavez (Venezuela) unterhält, bemüht sich eifrig, seinen Einfluss in Lateinamerika weiter auszubauen. In Israel ist man darüber zunehmend besorgt, nicht zuletzt wegen des anwachsenden Antisemitismus in Venezuela…

Auch im Jerusalemer Außenministerium hat man inzwischen begonnen, verschiedene Staaten, die sowohl mit Israel als auch Venezuela diplomatische Beziehungen pflegen, auf das Problem aufmerksam zu machen. Der Einsatz internationaler Vermittler ist notwendig geworden, da der lateinamerikanische Staat in Reaktion auf die Militäroperation in Gaza alle israelischen Diplomaten des Landes und die Beziehungen mit Israel abgebrochen verweisen hat.

Innerhalb der jüdischen Gemeinde Venezuelas, eine der ältesten in Lateinamerika, ist man beunruhigt. Ein Mitglied der Gemeinde in der Hauptstadt Caracas, das nicht namentlich genannt werden wollte, erzählt, dass Chavez die antisemitischen Umtriebe stillschweigend unterstütze und ihnen Einhalt gebieten könne, wenn ihm der Sinn danach wäre. „Es herrscht eine Atmosphäre der Einschüchterung gegenüber den Juden.“

Während der Operation gegossenes Blei war die größte Synagoge von Caracas von Vandalen heimgesucht worden, und einige Juden wurden körperlich angegriffen. Vor zwei Wochen wurde eine Bombe auf das jüdische Gemeindezentrum der Stadt geworfen.
„Es hat dort einen heftigen Ausbruch von Antisemitismus geben, und wir wollten Venezuelas Präsident [Hugo Chavez] über mehrere unterschiedliche Kanäle Botschaften übermitteln, um den Ernst zu verdeutlichen, mit dem wir die Situation betrachten“, teilte eine hochrangige Regierungsquelle mit. „Wir wollten sie wissen lassen, dass nach Israels Ansicht Chavez für das Wohlergehen der jüdischen Gemeinde verantwortlich ist.“

Die US-amerikanische Zeitschrift Commentary hat schon im vergangenen Sommer eine Analyse zu Antisemitismus und Antiisraelismus in Venezuela veröffentlicht.

Lust auf mehr: Ecuador

Neue Handelsabkommen mit Ecuador sollen nun zusätzlich die wirtschaftlichen Außenbeziehungen der Islamischen Republik verbessern und eine pro-iranische Stimmung in dem südamerikanischen Staat befördern. Der stellvertretende iranische Energieminister, Hamid Chitchian, traf sich in der vergangenen Woche mit Präsident Rafael Correa in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito, wo sie mehrere Abkommen unterzeichneten, darunter ein 120-Millionen-Dollar-Geschäft zum Bau von Kraftwerken.
Außerdem hat Teheran sich verpflichtet, 40 Millionen $ in kleinere Unternehmen zu investieren. Bereits im vergangen Jahr hatte die Islamische Republik Ecuador 280 Millionen $ für den Bau einer Ölraffinerie geliehen.

Während des Besuchs Chitchians äußerte Präsident Correa gegenüber der Presse, dass kein Grund dafür bestehe, die Beziehungen mit dem Iran abzubrechen; dieser habe „nichts Falsches“ getan. Correa hatte im vergangenen Jahr den Iran besucht und dort einen Vertrag über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnet.

Der Iran hat in den vergangenen Jahren verstärkt in südamerikanischen Staaten Fuß gefasst, die als Gegner der USA in Erscheinung treten. In Venezuela, Bolivien, Chile und Nicaragua wurden iranische Botschaften eröffnet, und es besteht Verdacht auf Geheimdienstaktivitäten. Im israelischen Außenministerium betrachtet man die Entwicklung einer fortdauernden Durchdringung Südamerikas durch den Iran mit großer Sorge. Sprecher Yossi Levi: „Wir bedauern, dass Ecuador entschieden hat, sich in die Richtung eines Bündnisses mit einem Staat wie Iran zu begeben.“

(Quellen: haArez, Commentary, El Pais)