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Unklares Votum der Israelis

Zipi Livni steht an der Spitze der größten Partei Israels. Aber Benjamin Netanjahu führt den rechtsnationalen Block an. Königsmacher ist der aus Russland stammende als „Faschist“ verrufene Avigdor Liberman…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 11. Februar 2009

Mit seinen Vorschlägen, die vermeintlich unloyalen Araber mitsamt ihren Dörfern in die palästinensische Autonomie abschieben zu wollen, entfachte er bei jenen Arabern einen ebenso scharfen Nationalismus, der im Zuwachs der anti-zionistischen arabischen Parteien ihr Spiegelbild fand. Mit palästinensischen Flaggen bei Demonstrationen gegen den Gazakrieg und Schweigen während des Raketenbeschusses durch die Hamas sowie mit Diskussionen über die Abschaffung des jüdischen Staates, haben die arabischen Politiker Liberman in die Hände gespielt und umgekehrt.

Die bange Frage außerhalb Israels, ob nun der Friedensprozess abgeschrieben werden müsse, kann dennoch nicht klar beantwortet werden. Ausgerechnet rechtsgerichtete Ministerpräsidenten, Menachem Begin, Benjamin Netanjahu (!) und Ariel Scharon, haben den Arabern mehr Land überlassen als die linken Premiers Rabin, Peres und Barak. Der rechtsextreme Liberman will sogar israelisches Kernland abstoßen, um sich der Araber zu entledigen. Das gewaltige Anwachsen des weltlich nationalistischen Blocks bedeutet vor allem, dass die Israelis pragmatisch und unideologisch ihren Staat stärken wollen, ohne ihn durch missverstandene Friedensgesten zu gefährden.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com