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NS-Morde nach 1990: Todeszahlen weichen um das 3-fache voneinander ab

Die Innenexpertin der Links-Fraktion, Petra Pau, zweifelt an den offiziellen Zahlen zu „rechtsextremistisch motivierten Tötungsdelikten. In der Presse waren schon im Jahr 2000 über einhundert Tötungsdelikte dokumentiert. Seither sind weitere hinzugekommen. Die Bundesregierung nennt jedoch nur 41 Fälle von 1990 bis 2007. Eine unabhängige Beobachtungsstelle für Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus sei deshalb dringend notwendig, so Pau…

Bundesweit sollen laut Bundesregierung seit 1990 mindestens 41. Menschen “bei Tötungsdelikten mit tatsächlichem oder vermutetem rechtsextremen Hintergrund ums Leben gekommen sein”. Die Bundestagsfraktion DIE LINKE hatte dazu eine parlamentarische Anfrage gestellt.

Nach Mitteilung der Bundesregierung sind beim Bundeskriminalamt (BKA) im Zeitraum 1990 bis 2007 von den Ländern 34 vollendete Tötungsdelikte mit insgesamt 40 Todesopfern aktenkundig sein. Für 2008 sei beim BKA bis zum Stichtag 22. Dezember ein Tötungsdelikt mit einem Todesopfer registriert worden, wobei diese Zahl nur vorläufig sei.

Petra PAU, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE und im BT erklärte dazu, der Berliner TAGESSPIEGEL habe bereits im Jahr 2000 einhundert Tötungsdelikte dokumentiert. Seither seien weitere hinzugekommen. Pau: “Auch wegen dieser anhaltenden Differenzen fordert DIE LINKE eine unabhängige Beobachtungsstelle für Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Denn so lange die Analyse nicht stimmt, so lange bleiben auch Gegenstrategien fehlerhaft.” Die meisten Todesopfer hatte es 1992 gegeben, als laut Bundesregierung bei elf Delikten insgesamt 13 Menschen ums Leben kamen.