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Ost wie West: Rechtsextremismus reicht tief in die Mitte der Gesellschaft

Rechtsextremes Gedankengut findet sich nicht nur am rechten Rand der Gesellschaft, sondern auch in deren Mitte, quer durch alle Bevölkerungsschichten, Bundesländer, Generationen und bei den Wählern aller Parteien. Dies erbrachte eine bundesweite Studie, die im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung an der Universität Leipzig konzipiert und ausgewertet wurde...

Leipziger Wissenschaftler erarbeiteten eine Studie für die Friedrich-Ebert-Stiftung. Am 8. November werden deren Ergebnisse in Berlin vorgestellt.

Vom Rand zur Mitte – Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland

„Rechtsextrem ist eigentlich ein irreführender Begriff“, so Decker. „Er suggeriert, dass es sich um klar abzugrenzendes Rand-Phänomen handelt. Das ist aber keinesfalls so. Noch weiträumiger wird die Problematik, wenn wir nicht die sichtbaren rechtsextremen Handlungen betrachten, sondern Denkweisen, also die mehr oder weniger unausgesprochene Zustimmung zu Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Antisemitismus. Selbst Menschen, die sich selbst als ‚links’ bezeichnen, lehnen nicht alle rechtsradikalen Aussagen ab.“ Umso komplizierter ist die Erarbeitung eines Fragebogens, der den Interviewten nicht eine vermeintlich erwünschte Antwort aufdrängt.

Das von Brähler und Decker vorgegebene Herangehen konfrontierte die Befragten mit rechtsextremen Aussagen und gab die Möglichkeit, die stufenweise zwischen „lehne völlig ab“ über „teils/ teils“ bis zu „stimme voll und ganz zu“ zu kommentieren. Die Diktatur als die unter Umständen bessere Staatsform betrachten beispielsweise 9,0 Prozent aller Deutschen; 15,2 Prozent sehnen sich nach einem Führer mit starker Hand; 26,0 Prozent nach einer einzigen Partei, die die Volksgemeinschaft verkörpert. Dass die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen seinen, meinen 14,8 Prozent der Gefragten; 10,1 Prozent stimmen der These zu, es gäbe unwertes Leben.

Während bei den meisten Fragestellungen die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland unerheblich sind, fallen sie beim Thema Ausländerfeindlichkeit ins Auge. Dass Ausländer nur nach Deutschland kommen, um den hiesigen Sozialstaat auszunutzen, meinen 43,8 Prozent der Ost- aber 35,2 Prozent der Westdeutschen. Andererseits ist in den alten Bundesländern der Antisemitismus deutlicher ausgeprägt. „Juden arbeiten mehr als andere Menschen mit üblen Tricks“, meinen 6,1 Prozent der Ost-, jedoch 15,8 Prozent der Westdeutschen. Auch was die Verharmlosung des Nationalsozialismus betrifft, ist man im Osten zurückhaltender. 5,1 Prozent der Befragten in den neuen Bundesländern meinen, die Geschichtsschreibung übertreibe, in den alten Bundesländern sind das 9,2 Prozent. Deutlich weniger Widerhall finden im Osten sexistische Aussagen.

Zu interessanten Aussagen kommt die Studie auch mit Blick auf die soziale Situation der Personen, die rechtsextreme Aussagen unterstützten. So stimmen Befragte mit hohem Bildungsabschluss denen im Durchschnitt weniger zu, Frauen seltener als Männer. Eine unter allen Aspekten größere Zustimmung erteilten Arbeitslose, gefolgt von Befragten im Ruhestand. „Dennoch lässt sich zusammenfassen“, so Decker „dass sich die Gruppe der rechtsextrem denkenden aus allen Schichten der Bevölkerung rekrutiert. Das bedeutet auch, dass sich Interventionen nicht nur auf Jugendliche und Personen in schwierigen wirtschaftlichen Situationen beschränken dürfen.“

Auf der Suche nach Einflüssen auf rechtsextreme Einstellung betrachten die Autoren der Studie auch soziale und psychische Faktoren. So ergab die Studie unter anderem, dass nicht nur so augenfällige Umstände wie Arbeitslosigkeit eine Rolle spielen können, sondern auch die Sicht des Menschen auf sich selbst. Ein kalter Umgang in der Familie, insbesondere Ablehnung oder Überforderung durch den Vater, eine insgesamt depressive Grundstimmung und Ängstlichkeit, das Gefühlt der Überforderung oder der Anspannung bereiten nicht selten den Boden für rechtsextreme Einstellungen.

„Diese Ergebnisse machen deutlich“, so Decker, „dass Rechtsextremismus kein Problem ist, das alleine durch Ermittlungen des Verfassungsschutz oder ordnungsrechtliche Regelungen zu lösten ist. Hier ist – weil Menschen mit rechtsextremen Einstellungen eine sehr heterogene Gruppe sind – jede gesellschaftliche Institution gefragt. Das beginnt bei der Betreuung von Familien, in denen ein liebloses Klima herrscht, bis zur Unterstützung von Mandatsträgern politischer Parteien, die auf diesem komplizierten Politikfeld nicht alleine gelassen werden dürfen.“

So schlagen die Autoren auch eine Reihe von Konsequenzen aus den Ergebnissen ihrer Studie vor. „Besondere Aufmerksamkeit“, so Brähler, „sollte der Ausländerfeindlichkeit als der ‚Einstiegsdroge’ in den Rechtsradikalismus gelten. So muss die Beschäftigung mit der Zuwanderung zu unserem politischen Alltag gehören. Ein schulischer ‚Projekttag’ zur Ausländerfeindlichkeit hilft da wenig, solange weder in den Schulbüchern noch in den Lehrplänen Deutschland als Einwanderungsland behandelt wird.“ „Wir brauchen ein ‚Migrations-Mainstreaming’, damit endlich ins Bewusstsein kommt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist“, meint Decker.

Um den rechtsextremen Parteien nicht zusätzliche Legitimation zu verschaffen, müssen demokratische Parteien auf ausländerfeindliche und diskriminierende Aussagen verzichten: „Jede stigmatisierende Aussage signalisiert: ‚So etwas darf man sagen’. Dann wird es schwierig, zu argumentieren, was das Problem mit rechtsextremen Inhalten ist“, so Brähler.

„Vom Rand zur Mitte – Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland“ heißt das Buch, das die Befragung zusammenfasst. Die wissenschaftliche Leitung der Untersuchung lag bei Prof. Dr. Elmar Brähler, Leiter der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig und dessen Mitarbeiter Dr. Oliver Decker, die bereits mehrere Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt haben. Mit der praktischen Durchführung der Repräsentativerhebung unter 5000 Deutschen wurde ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut (USUMA) beauftragt.

Posted 11/08/06 by: admin