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Bischöfe und Herrenmoral

Gegen Ende der denkwürdigen Reise deutscher Bischöfe nach Israel machte Kardinal Lehmann in einer Ansprache nach dem Besuch der Holocaust-Gedächtnisstätte eines deutlich: „Es bleibt unserem Volk das Eingeständnis zugemutet, dass Auschwitz auch deshalb möglich wurde, weil zu wenige den Mut zum Widerstand hatten“...

Von Hans-Peter Raddatz
Frankfurter Neue Presse vom 12.03.2007


Die Frage, wieso darin eine „Zumutung“ liegen soll, erübrigte sich rascher, als dem Vorsitzenden lieb sein konnte. Nach Besichtigung des Schutzzauns bei Ramallah verwechselten einige Bischöfe den „Mut zum Widerstand“ mit der islamistischen Propaganda von der „Shoa in Palästina“. Sie sprachen vom „Warschauer Ghetto“, das „an Rassismus“ grenze und die Menschen „wie Tiere“ behandele. Israel-Botschafter Stein und der Zentralrat der Juden in Deutschland reagierten „mit Entsetzen und Empörung“. Wer die Leiden der Juden mit der Lage der Palästinenser gleichsetze, zeige sich weder historisch noch moralisch lernfähig, sondern begebe sich auf ein demagogisches Feld, das eher zu neuem Antisemitismus als zur Versöhnung anrege.

Wie war eigentlich solches Versagen von Klerikern erklärbar, die sich noch kurz zuvor zu Schuld und Verpflichtung gegenüber den „nachwachsenden Generationen“ bekannt hatten? Die stumme „Antwort“ gaben sie selbst: Mit keinem Wort hatten sie die arabisch-iranischen Beiträge zur Bedrohung Israels und zur Misere Palästinas erwähnt. Ohne Bedeutung schienen die Korruption der Autonomiebehörden und die Aggression der Terror-Organisationen, aus denen sich die endlose Kette von tödlichen Anschlägen, die ebenso endlose Konservierung der „Flüchtlingslager“ und der schützende Zaun ergeben haben.

Indem für die „kritischen“ Bischöfe dieser so banale wie böse Kontext keine Rolle spielt, pflegen sie eine Herrenmoral, die sich auf die Seite des Stärkeren schlägt. Was ihr fehlt, ist jene Fähigkeit, auf die sich Christen besonders viel zugute halten: die „Unterscheidung der Geister“, die Fähigkeit zur Rücksicht auf den Anderen, also die ausgewogene Wahrnehmung gegensätzlicher Interessen.

Da eine solche Herrenmoral auf „natürliche“ Weise herrscht und den „Mut zum Widerstand“ weder kennt noch braucht, arrangiert sie sich mit dem islamisch erzwungenen Kriegszustand in Israel sowie der Unterdrückung der Christen im „Heiligen Land“ und beschränkt sich auf eine vertrauliche Vatikan-Statistik über die in der Islamregion jährlich getöteten Christen. Diese eher ethikfreie Moralform muß verschweigen, dass die Ghetto-Insassen, statt Attentate an den Nazis zu begehen, zur Vernichtung abtransportiert wurden, und die Israelis keine Verbrennungsöfen betreiben, die sie mit Todestransporten aus Ramallah oder anderen Städten bestücken könnten.

Während es zum Beispiel in Bischof Reinelts Wahrnehmung keine Bedrohung, also auch keine Terroropfer in Israel gibt, versprach der Vatikan-“Chefhistoriker“ Brandmüller in einem Interview, diesen Zustand zu „ändern“, verriet allerdings nicht, wie er die Muslime zum Gewaltverzicht bringen will. Um von unliebsamen Fakten verschont zu bleiben, erschien es den Bischöfen ohnehin ratsamer, das Gespräch mit Mahmud Abbas zu suchen, dem Führer der PA, aber auch Mitgründer der PLO, Mitplaner des Münchner Anschlags auf das israelische Olympiateam von 1972 und Verfasser einer Dissertation, in der er den Zionisten eine – später widerrufene – Beteiligung am Holocaust unterstellt.

Das klerikale Verhalten kann kaum überraschen. Als klassische Machtorganisation hat die Kirche oft genug inneren, ethischen Widerstand als „Kampf gegen Gott“ unterdrückt. Auch heute besteht kein wirklicher Gegensatz zur EU-Politik, die unentwegt „Respekt“ vor dem Islam fordert, den Mythos von den Palästinensern als „vertriebenen Arabern“ predigt und ungeniert deren Terrortruppen finanziert.

Der Klerus offenbart innere Spaltungen, indem er sich teilweise gegen den Papst selbst wendet, der deutliche Zeichen der Annäherung an „die jüdischen Brüder“ gesetzt hat. Allzu gern gibt man dem komfortablen Opportunismus der interkulturellen Korrektheit nach, denn im gängigen Trend bringt die Dämonisierung des „Terrorstaats Israel“ mehr Applaus als der Einsatz für die Menschen – ob Juden oder Palästinenser –, der intellektuell und ethisch so manchen zu überfordern scheint.

Umso wichtiger wird Widerstand „von oben“. Kardinal Lehmann lehnt es ab, „heutige Problemlagen oder Situationen des Unrechts in irgendeiner Weise mit dem nationalsozialistischen Massenmord an den Juden in Verbindung zu bringen“. Unter dem Druck des islamischen Antisemitismus kann solche Schadensbegrenzung eine einfache Tatsache heilsam in Erinnerung bringen: Auch Juden sind Mitmenschen.

Hans-Peter Raddatz ist Islam-Experte. Sein neues Buch heißt „Allah und die Juden – Islamische Renaissance des Antisemitismus“.

Category: General
Posted 03/13/07 by: admin