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Israel und Nahost
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Deutsch-israelische Befindlichkeiten

Es ist nicht das erste Mal, dass problematische Äußerungen, wie etwa ein Vergleich der israelischen Politik mit dem Vorgehen der Nazis, Aufregung in Deutschland auslösen, in Israel jedoch kaum beachtet werden. Als in Lübeck zum ersten Mal seit der Kristallnacht 1938 wieder eine Synagoge brannte, gab es in Deutschland Lichterketten entrüsteter Bürger. Israels Zeitungen druckten dazu nur auf den hinteren Seiten winzige Agenturmeldungen...

Ähnlich war es während der sogenannten Möllemann-Affäre. Monatelang machte sie in Deutschland Schlagzeilen und verwandelte die politische Landschaft, ehe sie durch Zufall, wegen der Verhaftung des Leiters der FDP-nahestehenden Naumannstiftung in Jerusalem erwähnt wurde. Michel Friedmann ist in Israel praktisch unbekannt.

Unterschiedliche Befindlichkeiten trifft man immer wieder bei Begegnungen deutscher Besuchergruppen mit Israelis an. Die Deutschen verspüren Ängste, wegen der Vergangenheit angepöbelt oder beschuldigt zu werden. Deutsche Älteren Jahrgangs können oft nicht mit dem Begriff „Jude“ umgehen. „Darf ich das Wort überhaupt benutzen? Das klingt doch wie ein Schimpfwort“, meinte eine ältere Frau, während es für Juden völlig „normal“ ist, Juden in ihrem jüdischen Staat zu sein. Auch wenn die deutschen Israel-Reisenden den Krieg nicht mehr selber miterlebt haben, so steckt die Angst vor einem Fehltritt doch sehr tief. Deutsche Jugendliche sind da unbefangener, zumal solche, die bei Aktion Sühnezeichen volontieren und schnell Kontakt mit Altersgenossen knüpfen.

Genauso wie sich in Deutschland die Verantwortlichen schwer tun, das Gedenken an die Schoah wach zu halten, müssen sich israelische Verantwortliche stets Neues ausdenken, um die persönliche Beziehung junger Israelis zu den ermordeten Vorfahren frisch zu halten. Die Gedenkbehörde Jad Vaschem gestaltete das Museum neu um. Am Holocaust Gedenktag ging man dazu über, die Namen aller Opfer einzeln zu verlesen, weil der Begriff „Sechs Millionen“ zu abstrakt wurde.

Auf der deutschen Seite, als Volk der Täter, herrscht ein schlechtes Gewissen vor, mit dem diffusen Wunsch, sich von Schuld- oder Schamgefühlen zu befreien. Das geschieht teilweise durch eine aggressive Haltung gegenüber Israel, etwa indem die heutigen Juden mit den Nazis von damals verglichen werden. Der Spruch, „sie haben aus der Geschichte nichts gelernt“ verwischt dabei die Perspektive. Denn Deutsche sollten aus ihrer Geschichte lernen, unschuldigen Menschen kein Leid anzutun, während die israelische Lehre aus dieser Geschichte lautet: „Nie wieder wie Lämmer zur Schlachtbank.“ Deshalb empfinden die meisten Israelis kein moralisches Problem mit einem Sperrzaun oder einer Mauer, solange die mit Erfolg palästinensische Selbstmordattentäter davon abhält, neue Massenmorde an Juden zu vollbringen.

Die Israelis reagieren ziemlich gleichgültig zu horrenden Vergleichen Ramallahs mit dem Warschauer Ghetto, weil sie täglich mit solchen Sprüchen überschüttet werden: Präsident Ahamanidischad verleugnet den Holocaust oder Hamaspolitiker prophezeien Israels baldiges Ende. Wenn da ein paar Bischöfe jener katholischen Kirche, die nach Ansicht vieler Israelis im Zweiten Weltkrieg geschwiegen hat, vermeintlich antisemitische Äußerungen machen, so hat das fast keinen Neuigkeitswert. Und wenn es noch dazu deutsche Bischöfe sind, so verwundert das nicht sonderlich. Das gewandelte und geläuterte Deutschland hat in Israel durchaus einen guten Ruf, aber Friedhofsschändungen und unsägliche Versprecher könnten auch das Gegenteil beweisen.

Hinzu kommt, dass die Mehrheit der Israelis aus der arabischen Welt geflohen ist oder aus Ländern wie Russland stammt. Die Juden dort oder ihre Vorfahren waren vom Holocaust nicht direkt betroffen. Gleichwohl können sogar äthiopische Juden die Leiden der europäischen Juden nachempfinden, weil sie, nur weil sie Juden sind, unter Qualen durch Sudan um ihr Leben fliehen mussten.

Einen Unterschied macht auch die Lebensqualität in beiden Ländern. In Deutschland lebt man seit über 60 Jahren in einer friedlichen Umgebung, befürchtet keinen Krieg und glaubt sich sogar gegen den globalen Terror gefeit. Die Israelis jedoch haben seit der Gründung ihres Staates 1948 mindestens neun Kriege durchgemacht, schützten sich 1991 gegen Raketen aus Irak mit Gasmasken und erleben in ihren Straßen einen tödlichen Terror, der für Deutsche heute kaum nachvollziehbar ist. Die Israelis bewegt deshalb viel mehr, dass gestern und heute schon wieder ein Palästinenser mit Sprengstoffjacke oder Messer „auf dem Weg war, Juden zu töten“, als unpassende Worte einer Gruppe ausländischer Geistlicher in schwarzen Kutten und Lila Käppchen. Die deutschen Bischöfe haben zwar einen Kranz in Jad Vaschem niedergelegt und „bewegende Worte“ zur Vergangenheit gefunden, sich aber nicht die Mühe gemacht, Angehörige der über tausend israelischen Terroropfer zu besuchen oder die Krüppel, die heute noch in Reha-Kliniken vegetieren. Aktuelle Bestürzung mitsamt mit Nazi-Vergleichen äußerten die Bischöfe nur angesichts der monströsen Schutzmaßnahmen, zu denen sich die Israelis seit 2002 gezwungen sahen, als wieder mal ihre physische Existenz wegen ideologischem Hass gefährdet war.... wie vor 1945. Für die Israelis ist so der Bezug zur Nazizeit ein ganz anderer als bei Deutschen.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

Category: Deutschland
Posted 03/08/07 by: admin