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Antisemitismusbekämpfung

Jährlich erscheinen in deutscher Sprache Hunderte Bücher über den Antisemitismus, ein bereits 2005 erschienenes bemerkenswertes Buch hat leider erst jetzt den Weg zu mir gefunden: "Antisemitismusbekämpfung als gesamteuropäische Herausforderung / Eine vergleichende Analyse der Maßnahmen der OSZE und der EUMC". Diese Arbeit zur Erlangung des Magistergrades der Philosophie von Elisabeth Kübler verdient größtmöglichste Aufmerksamkeit. Denn in der Regel gehen die meisten dieser Bücher nicht auf die Frage ein, wer kann was, wie und wo gegen den Antisemitismus tun...

Rezension von Karl Pfeifer

Manchmal beim Lesen solcher Bücher gewinnt man den Eindruck, Antisemitismus sei eine 2000 Jahre alte Konstante europäischer Geschichte und kann nicht bekämpft werden. Oder aber wird ein moralischer Zeigefinger gehoben und es werden unrealistische Schritte vorgeschlagen. Andere Forscher versuchen den Antisemitismus verständlich zu machen. Johann Wolfgang Goethe schrieb 1790: "Was wir verstehen, das können wir nicht tadeln". Und tatsächlich ist es heute politisch korrekt für alles auf der Welt, die wirtschaftlichen, politischen Bedingungen verantwortlich zu machen. Doch gerade den Antisemitismus kann man nicht ein- oder zweidimensional verstehen und erklären.

Elisabeth Kübler geht einen anderen Weg, sie überlegt, wie die Judeophobie langfristig wirksam bekämpft werden kann. Sie klagt nicht nur judenfeindliche Einstellungen und Handlungen an, sondern zeigt auf welche Gegenstrategien anwendbar sind. Dabei half ihr Nebenfach Judaistik, das ihr einen tiefen Einblick gab in jüdische Geschichte und Religion.

Besonders interessant und lehrreich habe ich die Kapitel über "Abgrenzungen zu den Konzepten ‚Rassismus’ und ‚Xenophobie’ gefunden und die aktuellen Problemfelder Antizionismus, Israel-Kritik, arabischer und islamischer Antisemitismus, Antisemitismus in den ehemals realsozialistischen Staaten Mittel, Ost- und Südosteuropas und Ausgrenzung unter umgekehrten Vorzeichen – Philosemitismus.

Elisabeth Kübler bringt einen komplizierten Sachverhalt klar und doch nuanciert zum Ausdruck. Zum Beispiel so: "Die Tatsache, dass an Israel ebenso Kritik geübt werden kann und muss wie an anderen Staaten, impliziert denn auch, dass diese Kritik mit jenem Respekt, jener Differenzierung und jener Fairness erfolgen soll, die auch anderen Staaten entgegengebracht wird. Respekt bedeutet, dass das Existenzrecht aller BewohnerInnen Israels keinesfalls in Frage gestellt wird. Differenzierung impliziert, dass historische und religiöse Zusammenhänge trotz ihrer Komplexität untersucht und beim Vortragen kritischer Ansichten mitberücksichtigt werden. [...]

Zwei Entwicklungen im Bereich dieser Problematik fallen auf und sind letztlich auf ihren antisemitischen Gehalt hin kritisch zu hinterfragen. Erstens wird selten der Vorwurf nicht nur gegen Israel, sondern gegen JüdInnen generell in den Raum gestellt, bei jeglicher Kritik an Israel würde die sprichwörtliche Antisemitismuskeule geschwungen, es bestünde gleichsam ein Kritikverbot. Von derartigen unbegründeten Behauptungen ist der Weg zum antisemitischen Stereotyp der jüdischen Beherrschung der Medien und überhaupt einer jüdischer Allmacht nicht mehr allzu weit. Zweitens können wir konträr dazu eine vor allem von NichtjüdInnen betriebene, oft künstliche Abschottung des Staates Israel von jeglicher Kritik verbunden mit antiarabischen oder antimuslimischen Klischees beobachten."

Tatsächlich kann man diese beiden Entwicklungen nicht gleichsetzen, denn während die Israelkritik vieler Politiker und mainstream Medien zu oft in den sekundären Antisemitismus abrutscht und so den in den Nachfolgestaaten des "Dritten Reiches" sowieso in Österreich mehr und in Deutschland weniger bemerkbaren antisemitischen Konsensus bestärkt, ist der Versuch Israel von jeglicher Kritik abzuschotten schon von vornherein zum Scheitern verurteilt und beschränkt sich auf eine kleine Gruppe von Menschen, die in der Regel keinen Zugang zu den Massenmedien haben.

Die kritischen Kapitel "Die Antisemitismusbekämpfungsarbeit der EUMC und der OSZE" kann man mit Gewinn lesen. Denn das meiste was diese Behörden bislang leisteten gehört in das Ressort Deklamation. Zustimmen kann man Kübler: "An der entsprechenden Ausstattung mit Kapazitäten und Ressourcen wird sich künftig ablesen lassen, ob das gesamteuropäische Auftreten gegen den Judenhass ein Kernanliegen einer europäischen Integration, die mehr als nur wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit beabsichtigt, bildet."

Zu befürchten ist, dass die gegenwärtige Tendenz der EUMC auch weiterhin dazu führt, die Gefahr des Antisemitismus zu verharmlosen und diejenige einer Islamophobie in das Zentrum der Aufmerksamkeit zu setzen. Schon aus dem einfachen Grund, weil es viel mehr Moslems als Juden in der EU gibt und weil die ökonomischen Beziehungen mit muslimischen Ländern (Öl) wichtiger scheinen, als Menschenrechte. Das konnte man unlängst feststellen, als die britische Regierung eine Untersuchung wegen Korruption abgebrochen hat, nur weil Saudi-Arabien damit gedroht hat für den Fall, dass die Untersuchung fortgesetzt wird, ein paar Dutzend Eurofighter nicht in Großbritannien einzukaufen.

Kübler stellt drei Desiderate der politikwissenschaftlichen Antisemitismusforschung fest:
"Erstens konstituiert der Antisemitismus nicht lediglich ein Vorurteil der paradigmatisch für alle Unterdrückungsmuster abzuhandeln ist. Der Judenhass kann auch nicht ausschließlich zur wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Holocaust addiert werden. Vielmehr beinfluss(t)en und präg(t)en judenfeindliche Einstellungen und Praktiken politischen Handeln und letzteres bestimmte wiederum die distinkten Ausprägungen der Judeophobie. Zweitens läge es in der Kompetenz der Politikwissenschaft einen Beitrag zur Bildung pluralistischer Antisemitismustheorien zu leisten, um vorgeblichen Universalerklärungen und dem mit ihnen einhergehenden Reduktionismus entgegenzutreten. Und drittens muss die umfassende Beschäftigung mit Maßnahmen gegen die Judenfeindschaft als absolut notwendig zur Erarbeitung effektiver Gegenstrategien bezeichnet werden. Eine sich als kritisch-emanzipatorisch begreifende Politikwissenschaft ist hier gefordert."

Das Buch umfasst 219 Seiten und beinhaltet auch wertvolle bibliographische Angaben.

Elisabeth Kübler: "Antisemitismusbekämpfung als gesamteuropäische Herausforderung / Eine vergleichende Analyse der Maßnahmen der OSZE und der EUMC". UNI PRESS Hochschulschriften Bd. 148, LIT Verlag, Wien 2005, Euro 25.60

Category: Bücher
Posted 02/16/07 by: admin