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Tschechische Gründer Israels

Junge Israelis wissen gar nicht, dass ihr Staat ohne die Lieferung tschechischer Waffen vor 60 Jahren nicht überlebt hätte. "Wenn die Waffen nicht an Frankos Spanien gehen, könnt ihr verkaufen, an wen ihr wollt" – das hat angeblich Moskau an die Anfrage aus Prag wegen einer Lieferung an Israel geantwortet…

Von Milan Rokos, Lidove Noviny v. 10.05.08

Petr Munk wurde vor 81 Jahren in Vitkovice geboren. Heute lebt er unter dem Namen Yehuda Manor in einem ruhigen Tel Aviver Viertel. Er ist einer der israelischen Kriegshelden. Zur Luftwaffe kam er eher zufällig, außer im Unabhängigkeitskrieg kämpfte er im 6-Tage-Krieg und auf der Seite von Ariel Scharon sechs Jahre später im Jom Kipur Krieg. "Ich träumte nie davon, ein Kampfpilot zu werden, sie haben mich dorthin geschickt, da bin ich gegangen", sagt er über die Entscheidung seines Einsatzes in der Luftwaffe. Manor kam 1947 zurück aus Palästina in die Tschechoslowakei und suchte jüdische Freiwillige für die Ausbildung bei der Luftwaffe. Viele der Freiwilligen haben die Gesundheitstests nicht bestanden, er selber ja, und die Ausbildung absolvierte er schlussendlich auch.

"In Olomouc (Olmütz) übten wir eine Woche, erst mit der Waffe marschieren, alle militärischen Körperhaltungen und andere Sachen. Nach einer Woche haben sie 10 zurückgeschickt, wir sind dann 35 Männer geblieben und fingen an zu fliegen. Es sind unglaubliche Sachen passiert", sagt Manor mit einem Lächeln. "In Bulgarien gab es damals keine medizinische Fakultät für Zahnärzte, und alle Zahnärzte aus Bulgarien studierten in Prag. Unter ihnen fand ich 12 bulgarischen Juden und alle haben sich als Freiwillige gemeldet. Sie waren super, sehr intelligent, aber mussten immer brechen." Die Ausbildung in der Tschechoslowakei war nicht leicht, obwohl sie relativ schnell ablief. Probleme hatten sogar erfahrene Soldaten. Ein Teil der von Manor ausgewählten Freiwilligen hat die Ausbildung nicht geschafft, 3 sind verunglückt. Übergeblieben sind 22.

Manor ist einer von Hundert tschechischen Gründern des jüdischen Staates. Davon, was für eine Rolle sie bei der Gründung spielten, zeugen die Worte von Ben Gurion: "Es war die Hilfe von Jan Masaryk und Vladimir Clementis (die ehemaligen tschechischen Außenminister). Ich werde sie nie vergessen. Außer diesen 2 Männern, mit denen wir verhandelten, hat uns im Namen des tschechischen Volkes die tschechische Regierung geholfen. Ich möchte, dass jeder Jude über diese Hilfe weiß und sie auch schätzt. Ohne deren Waffen hätten wir keinen Erfolg gehabt."

Die tschechoslowakische Hilfe nach der Gründung des Staates kann man in drei Bereiche teilen. Der erste ist die Hilfe für die jüdischen Flüchtlingen, die während des 2. Weltkrieges und danach nach Palästina wollten, damals noch unter britischem Mandat. Der zweite Bereich ist die politische Unterstützung der zionistischen Bewegung, in der die tschechoslowakischen Regierungen an Thomas G. Masaryk anknüpften. Der dritte Bereich ist der bedeutendste – die direkte militärische Unterstützung, die von Anfang des Jahres 1949 bis Frühling 1950 dauerte. Diese militärische Hilfe hatte einige Aspekte: Verkauf von Handwaffen und Flugzeugen, Ausbildung jüdischer Piloten und Bodentruppen und schlussendlich die Bildung einer tschechoslowakischen jüdischen Brigade. Für die Beziehungen beider Länder spricht auch die Tatsache, dass die Tschechoslowakei als viertes Land die Unabhängigkeit von Israel anerkannte, bereits am 19. Mai 1948, 5 Tage nach der Ausrufung des jüdischen Staates.

Während der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Gründung haben die tschechischen Kriegshelden viel zu tun. Die tschechische Verteidigungsministerin Vlasta Parkanova besuchte im April Israel und zeichnete die Veteranen aus. Ausgezeichnet wurden nicht nur die Piloten, sondern alle, die die Ausbildung in der Tschechoslowakei absolviert hatten. Alle trafen sich bei der Vernissage der Ausstellung über die tschechoslowakische Hilfe, die das tschechische Institut für Militärgeschichte für das "Haus der Luftwaffe" in Herzlija vorbereitet hat. Einige Soldaten habe die Ehrung nicht mehr erlebt, aber viele von ihnen sind in ihrem hohen Alter über 80 unglaublich vital: einer von ihnen arbeitet als Flughafenplaner auf der ganzen Welt, übersetzt und schreibt Bücher, ein anderer leitet eine Firma, die Navigationsgeräte herstellt.

Die Geschichte dieser Männer und gleichzeitig der tschechoslowakischen Hilfe für Israel beginnt zwar schon vor und während des Krieges, zu den wichtigsten Ereignissen kam es aber erst nach 1945.

Juden in Palästina kämpften um die Entstehung ihres Staates. Sie hatten kaum Waffen, da auf den Waffenimport nach Palästina ein Embargo gelegt wurde. Deswegen traf sich Ben Gurion im November 1947 mit Ehud Avriel (später der erste israelische Botschafter in der Tschechoslowakei) und übergab ihm eine Liste der Waffen, die die damalige Untergrundorganisation Hagana benötigte. Kollegen von Avriel reisten durch ganz Europa und versuchten ohne Erfolg, Waffen zu beschaffen. Erfolg hatte erst Avriel selbst, der in der Tschechoslowakei einen gewissen Robert Abramowitz traf, der Kontakte zu den tschechischen Rüstungsfirmen hatte. Avriel fuhr nach Brün zu der Firma Zbrojovka: "Ein Dienstwagen erwartete uns. Wir kamen ins Büro und innerhalb einer Stunde war der Vertrag unterzeichnet", beschreibt Avriel die Verhandlungen über die erste Waffenlieferung in dem zweiteiligen Dokumentarfilm des israelischen Fernsehen "Tschechen in Israel". Die Waffen, die für Israel bestimmt waren, hat in Brün Avraham Harschalom ausgesucht. Ein Weißrusse, dem die Flucht aus Auschwitz gelungen ist und der die letzten 6 Kriegswochen in einem Versteck in Prag überlebt hatte. Er bekam die tschechische Staatsangehörigkeit und meldete sich 1948 als Freiwilliger zur Pilotausbildung nach Olmütz.

Kurz nach Abschluss des Vertrages über die Waffenlieferung kam es in der Tschechoslowakei zum Februarumsturz (kommunistische Machtergreifung – A.d.Ü.) – die Politik der Regierung wurde jedoch nicht geändert. Das Entgegenkommen der tschechoslowakischen Regierung gegenüber der zionistischen Bewegung war vollkommen in Einklang mit der Politik der Sowjetunion. "Die Sowjets verstanden damals den entstehenden Staat Israel –auch mit Hinblick auf die linken Tendenzen der zionistischen Bewegung – als einen möglichen Stützpunkt ihres Einflusses in der Mittelmeer-Region. Schon Berija vermerkte 1944, dass Amerika und die Briten ihr Interesse an dieser Region verstärkten und dass sich die Sowjet Union dort auch einbringen sollte", erinnert Professor Vladimir Nalevka von der Philosophischen Fakultät der Karls Universität. Außerdem spielte Geld auch eine Rolle – die westlichen Staaten legten auf die Tschechoslowakei nach dem Umsturz im Februar 1948 ein Dollarembargo und die Summen aus Israel halfen der kommunistischen Regierung, diese Krise zu überwinden. Man spricht über eine Summe von einer Dreiviertel Milliarde Dollar. Die Frage bleibt offen, ob diese Hilfe nach direkten Befehlen aus Moskau erfolgte oder ob hier die Sowjets der Gottwald Regierung freie Hand ließen.

Dokumente, die die erste Variante belegen würden, wurden in den Archiven nicht gefunden. Der Historiker Nalveka meint, dass dies nichts zu bedeuten hat – in diesen Zeiten galt so genanntes Telefonrecht. "Friedrich Geminder, ein Agent Moskaus, übergab die Instruktionen telefonisch", beschreibt Nalevka die damalige Kommunikation zwischen Prag-Moskau. Darüber, dass es sich um eine Kombination der fortwährenden prozionistischen Politik der Regierung Masaryks und des Einflusses der Sowjetunion handelt, ist auch der Direktor des Institut für Militärgeschichte Ales Knizek überzeugt. Eine wichtige Rolle in der Motivation des kommunistischen Regimes spielte nicht nur Geld, sonder auch Verbindlichkeiten und Verträge, die einzuhalten waren. "Aus diesem Zug konnten sie nicht mehr aussteigen, dieses Spiel mussten sie bis zu Ende spielen", sagt er über die Gottwald Regierung.

Der israelische, in Prag geborener Historiker Jehuda Bauer erinnert an das Treffen des Zentralkomitees der tschechischen KP. "Jemand sagte, dass man die sowjetischen Kollegen fragen muß. Es wurde geantwortet, das bereits gefragt wurde und die Antwort war – wenn ihr nicht an das Frankos Spanien verkauft, könnt ihr machen, was ihr wollt."

Das Resultat der Verhandlungen von Avriel war eine Lieferung im Jahre 1948 von 20 Tausend Gewehren, Maschinengewehren und Munition. "Die tschechischen Gewehre halfen, die Belagerung von Jerusalem zu verhindern.Dort hatten die Leute nichts mehr zu essen gehabt, sie aßen sogar Kakteen" erinnert sich der Pilot Manor. Die größere Gefahr für die jüdischen Einheiten war nicht die ägyptische Armee, sondern die jordanische, die in England trainiert wurde. Die Waffenausrüstung der Juden, die sie bis dahin hatte, war, laut Bauer, lächerlich. Die tschechischen Waffen wurden wegen dem UNO-Embargo heimlich über eine Luftbrücke geliefert. Bis heute sind im Holocaust Museum in Yad Vashem die tschechischen Gewehre ausgestellt, mit der Bemerkung, diesen Waffen verdanktIsrael die Unabhängigkeit.
Eine noch größere Rolle als die Gewehre spielten Flugzeuge. Die Tschechoslowakei verkaufte an Israel mehrere Flugzeuge vom Typ Avia S-199 (ursprünglich deutsche Messerschnitt Me109 bzw. Bf109) und Spitfire, das tschechischen Piloten aus England mitgebracht hatten. Zu der Lieferung der Flugzeuge kam es im Mai 1948, nach dem der Konflikt mit den benachbarten arabischen Staaten ausgebrochen war. Die Flugzeuge hat Israel sehr teuer eingekauft.

Bestandteil des Vertrages über den Verkauf der Flugzeuge war auch die Ausbildung der israelischen Piloten in Böhmen. In Mähren wurden israelische Panzerfahrer ausgebildet, in Nordböhmen Flugzeugmechaniker und Fallschirmspringer. In Budweis wurde unter anderem der spätere israelische Präsident Eser Weizman ausgebildet.

"Wir hatten Pilotenoveralls und Fallschirme der Luftwaffe, bis heute habe ich ein paar deutsche Schuhe, die wir dort bekommen haben. Echte deutsche Schuhe, mit Pelzfutter für den Winter. Später, im Winter 1948/49 haben wir sie in Israel gut gebraucht. Und so übten wir für den im Kampf gegen die ägyptische Luftwaffe, die die britischen Spitfire hatte", schilderte Weizman seinen Aufenthalt in Böhmen in der Fernsehdokumentation "Tschechen in Israel".

Die Spitfire, mit der er flog, ist bis heute in Israel ausgestellt und er flog sie sogar ab und zu während einer Flugschau. Weizman erinnerte sich sehr gerne an die Ausbildung in Südböhmen und noch kurz vor seinem Tod plante er, diese Stätte nochmals zu besuchen. Leider hat er es nicht geschafft, bei seinem letzten offiziellen Besuch der Tschechischen Republik musste er überraschend schnell mit dem ehemaligen Präsidenten Vaclav Havel nach Paris fliegen, zur Beerdigung von Francois Mitterand – einen Teil des Fluges flog er sogar selbst.

Bis zum Kauf der tschechischen Flugzeuge hatte Israel nur alte Flugzeuge von den Briten zur Verfügung. Laut dem Historiker Knizek handelte es sich um Flugzeuge aus den Segelclubs oder um Kurierflugzeuge. Mit solchen Flugzeuge flogen damals die Mitglieder der Palmach, der Eliteneinheit der Hagana. Einer der Piloten von Palmach, der die Ausbildung in Böhmen absolvierte, ist der 85jährige Moshe Peled. Er erinnert sich mit Wehmut: "Während des Unabhängigkeitskriegs haben wir verrückte Sachen gemacht, wir warfen Bomben, transportierten Verletzte und Schwangere, landeten auf ganz schmalen Streifen. Wenn es heute jemand machen möchte, würde es ihm nicht erlaubt. Nachdem wir Kriegserfahrungen gesammelt hatten, sagten wir uns, wie verrückt das alles war."

Peled, dessen Familie nach der Shoa in einem Kibbutz nahe Haifa lebte, absolvierte die militärische Ausbildung zuerst dort. Die Hälfte der Zeit verbrachten die jungen Freiwilligen auf den Feldern bei der Arbeit, die andere Hälfte beim Üben kleiner Aktionen gegen die Briten. "Auf den Segelfliegern haben wir mit dem Fliegen angefangen, später haben wir die A-Lizenz für Privatflugzeuge gemacht. Ich hatte kein Geld und bin deswegen zurück in den Kibbutz gegangen. Ein Freund erzählte mir, dass eine Gruppe Leute organisiert wird, die die B-Lizenz für kommerzielle Flüge machen kann. So gingen wir in Tel Aviv in die Schule, um Englisch, Meteorologie und Navigation zu lernen", beschreibt er die Lage zum Beginn des Unabhängigkeitskrieges. Als er ausgewählt wurde, die Ausbildung in der Tschechoslowakei zu absolvieren, trug er zum ersten Mal in seinem Leben ein Jackett. "Wir waren sehr arm und hatten keine ordentliche Kleidung. Wir wurden in ein Geschäft in Tel Aviv gebracht und man kaufte uns Jacketts und Hemden. In dieser Kleidung haben wir uns vor dem Abflug in die Tschechoslowakei fotografiert."

Der ehemalige Pilot lebt mit seiner Frau in Jerusalem, er verbringt die meiste freie Zeit in seinem Arbeitszimmer, das mit Fotos von damaligen Flugzeugen und jungen Männern in Uniform bestückt ist. Ein Bild mit der tschechischen und israelischen Flagge fehlt natürlich nicht. Auch die militärische Auszeichnung, die die tschechische Verteidigungsministerin Parkanova bei ihrem Israel Besuch Moshe Peled übergeben hat, hat er hier. Dieser Mann, der aus Bessarabien – heute Moldawien – stammt, bekam den Titel des Kommandanten der tschechischen Luftwaffe.

Der Einsatz der Flugzeuge bei der Verteidigung von Israel überraschte die Armee der arabischen Staaten. "Die arabischen Staaten rechneten nicht mit dem Einsatz der Flugzeuge. Es war ein Schock für sie", sagt der Historiker Knizek. Zum entscheidenden Einsatz der Flugzeuge kam es beim Kampf um Tel Aviv. Die Verteidigungslinie war nur noch 20 km von der Stadt entfernt, es gab keine Möglichkeit, sich weiter zurückzuziehen, westlich der Stadt ist nur noch das Meer. Tel Aviv wurde von den Flugzeugen Typ S-199 gerettet. Diese wurden von den Tschechen wegen der umständlichen Bedienung "Maulesel" genannt, das von den Israelis übernommen wurde – sie nannten sie "mula", aber auch eine andere Bezeichnung wurde populär – "sakin" – das Messer.

Diese Flugzeuge haben eine interessante Geschichte. In der Tschechoslowakei wurden nach dem Krieg ursprünglich deutsche Messerschmitt mit dem Motor von Daimler Benz produziert. Das Motorenlager brannte aus und die Tschechen ersetzten die Motoren mit den Motoren der Firma Junkers, die man früher bei den Bombenflugzeuge einbaute. "Es war, als bauten sie den Motor von einem Lastwagen in ein Taxi", erinnert sich Manor an die schwer bedienbaren Maschinen. Das größte Problem war, dass die Flugzeuge beim Start die Spur nicht halten konnten und oft mit einem Flügel am Boden schrammten und Feuer fingen. So kamen drei junge Israelis bei der Ausbildung in der Tschechoslowakei ums Leben. Die Konstruktion Messerschmitt ermöglichte auf der anderen Seite, sie einfach auseinander zu nehmen und sie in Teilen zu transportieren, was für diese geheime Aktion von Vorteil war.
Avia hat damals an die 500 Flugzeuge vom Typ S-199 gebaut, Israel hat davon 25 Flugzeuge abgenommen.

Außer den technischen Problemen gab es bei der Ausbildung auch andere. Die Trainer waren tschechische Piloten, die aus England zurückkamen und englisch sprachen. Aus Israel kamen außer den Elitesoldaten der Palmach auch junge Freiwillige und die Verständigung war schwierig. Schwierig war es auch, weil die Kurse oft verkürzt wurden, die israelischen Piloten musste so schnell wie möglich zurückkehren und kämpfen. Für die tschechoslowakische Armee waren die Israelis sozusagen Versuchskaninchen, da die kommunistische Regierung plante, die erfahrenen Piloten, die in England waren, bald mit neuen zu ersetzen, die von diesen ausgebildet wurden.

Der letzte Bereich der tschechoslowakischen Hilfe war die Bildung einer jüdischen Brigade, die in Mähren ausgebildet wurde. Der Kern dieser Brigade, in der an die 1000 Männer waren, waren Mitglieder der während des 2. Weltkrieges in der Sowjetunion gebildeten tschechoslowakischen Armee von General Svoboda (A.d.Ü.: Svoboda wurde 1968 tschechoslowakischer Präsident). Die Schlüsselfigur war Major Antonin Sochor. Diese Brigade sollte später den Einfluss Moskaus in Israel stärken. Israel wurde sich dieser Gefahr bewusst und teilte deswegen die Brigade in Israel auf, so dass sie nicht als eine Einheit wirken konnte. Die sowjetischen Spione haben daraufhin Israel verlassen. In den 50er Jahren, als der Sowjetunion klar wurde, dass Israel kein kommunistischer Staat im Nahen Osten sein würde, endete die tschechoslowakisch-israelische Romanze. In den ersten Wahlen des israelischen Parlaments im Januar 1949 bekam die kommunistische Partei nur 3,5 % Stimmen, was ein klägliches Ergebnis war. In der ersten Knesset saßen nur 4 kommunistische Abgeordnete.

Der Historiker Nalevka erinnert an das tragische Schicksal der Tschechen, die Ende der 40er Jahren die Hilfe organisierten haben. Lange Gefängnisaufenthalte und auch Todesurteile waren keine Ausnahme. Major Sochor wurde heimtückisch ermordet, die Umstände wurden nie aufgeklärt.

Heute, wenn der jüdische Staat 60 Jahre seiner Existenz feiert, erinnern sich nur Zeitzeugen oder Leute mit besonderem Interesse für Geschichte an die tschechoslowakische Hilfe. Es handelst sich aber nicht um eine vergessene Geschichte. Die Fotos von der Ausstellung des tschechischen Instituts für Militärgeschichte über die tschechoslowakische Hilfe erschienen auf der Titelseite der Tageszeitung Ha'aretz. Für junge Israelis ist es eine entferne Geschichte. "Es ist 60 Jahre her. Ich frage Sie – wieviele Tschechen wissen über das Jahr 1948 mehr, als dass die Kommunisten die Macht ergriffen haben? Wenn ich meine Enkelinnen frage, sagen sie mir, dass sie davon gehört haben und das ist auch alles", sagt der Historiker Bauer.
"Unter den jungen Menschen sind viele, die Geschichte nicht für wichtig halten und auf die Tschechische Republik schauen sie mit den Augen eines Touristen oder Fußballfans. Der Name Nedved sagt ihnen mehr als Masaryk," sagt mit einer versteckten Skepsis der tschechischer Botschafter in Israel Michael Zantovsky. Und ein ähnliches Gefühl bekommt man bei einem Gespräch mit jungen Israelis. "Tschechoslowakei? Ja, kann sein, dass wir darüber in der Schule gelernt haben, ich kann mich aber nicht erinnern", lacht der 25jährige Eli.

Deswegen schreibt auch Yehuda Manor alias Petr Munk sein Buch "Geschwader, das dem Holocaust davon flog". "Ich schreibe für unsere Enkel und ihre Kinder. Es ist wichtig zu wissen, was damals hier los war", sagt der vitale Rentner, für den die Geschichte der Lebensinhalt ist. Auf dem Rechner zeigt er die einzelnen Kapitel, in denen er das Schicksal seiner Familie und von ca. 20 Mitkämpfer aus dem Ausbildungslager beschreibt. Über jeden von ihnen kann er erzählen und bei der Recherche nach deren Schicksal durchlebt er erneut alles, was sie zusammen durchmachten. "Viele von uns sind schon gestorben. Ich muss alles aufschreiben, so lange ich kann. Wenn wir alle gestorben sind, macht es keiner mehr."

Übersetzung von Eva Ehrlich

Category: Tschechien
Posted 05/25/08 by: admin