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Sikhrono liWrakhah: Kurt Goldstein verstorben

In tiefer Trauer gab die VVN bekannt, dass am 24. September 2007 nach kurzer Krankheit Kurt Julius Goldstein, Ehrenvorsitzender der VVN-BdA und Ehrenvorsitzender des Internationalen Auschwitz-Komitees, Spanienkämpfer, Auschwitz- und Buchenwaldhäftling im Alter von 93 Jahren in Berlin verstorben ist...

Mit ihm verlieren wir und die internationale antifaschistische Bewegung eine der namhaftesten Leitfiguren des Widerstandes gegen den deutschen Faschismus, der bis zuletzt alles in seiner Macht stehende getan hat, an die Verbrechen des Hitler-Regimes zu erinnern und vor einem Wiederaufleben des Faschismus zu warnen. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau Margot und allen Familienangehörigen.

Biographie:

Kurt Goldstein wurde 1914 in Dortmund-Scharnhorst geboren. Bereits in der Schule machte er Erfahrung mit dem aufkeimenden Antisemitismus in Deutschland. 1928 schloss er sich dem Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD) an und trat 1930 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. 1932 wurde er „wegen kommunistischer Umtriebe“ von der Schule gewiesen. 1933 konnte er den Nazis entkommen, die ihn doppelt verfolgten – als Juden und als Kommunisten.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 floh er zunächst nach Luxemburg, dann nach Frankreich und arbeitete dort in der Landwirtschaft und als Gärtner. 1935 ging er für zwei Jahre nach Palästina. 1936 bis 1939 kämpfte Goldstein als Interbrigadist im Spanischen Bürgerkrieg. Nach dem Sieg Francisco Francos wurde er in Frankreich im Internierungslager Le Vernet für drei Jahre gefangen gehalten und nach der deutschen Besetzung an Deutschland ausgeliefert und nach Auschwitz deportiert. Bei der Zwangsarbeit im Nebenlager Jawischowitz in den Kohlengruben leistete er weiter Widerstand und erhielt von der SS den Spitznamen „Judenkönig“. Goldstein überlebte 30 Monate im Konzentrationslager und im Januar 1945 den „Todesmarsch nach Buchenwald“. Hier wurde er am 11. April 1945 befreit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg [Bearbeiten]Nach dem Krieg engagierte sich Goldstein zunächst in Berlin in der KPD/SED. Er arbeitete als Jugendsekretär der KPD und wurde Vorsitzender des Landesjugendausschusses in Thüringen. 1946 kehrte Goldstein in seine Heimatstadt Dortmund zurück und agitierte auch hier für die KPD. Als 1. Sekretär des FDJ-Zentralbüros in der Bundesrepublik siedelte er 1951 in die DDR über.

In der DDR wurde Goldstein politischer Mitarbeiter der Westabteilung des Zentralkomitee der SED und wechselte 1956 zum Rundfunk der DDR, wo er bis zu seiner Pensionierung 1978 als Funktionär in leitender Stellung tätig war. 1957 kam er zum Deutschlandsender, dessen Intendant er von 1969 bis 1971 war. 1971 bis 1978 war Kurt Goldstein Intendant des Senders Stimme der DDR. 1976 wurde Goldstein Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees und von 1982 bis 1991 Sekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer in Wien. Seit 1994 war er Ehrenvorsitzender des Interessenverbandes der Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, der Verfolgten des NS-Regimes und der Hinterbliebenen (IVVdN).

Goldstein war Träger des Bundesverdienstkreuzes, arbeitete für viele internationale Organisationen, war Ehrenpräsident des Internationalen Auschwitz Komitees und Ehrenvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten.

Seit 1996 war er Ehrenbürger Spaniens. Der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit ehrte am 20. Mai 2005 Kurt Julius Goldstein im Auftrag des Bundespräsidenten mit dem „Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“. Auf die Frage, warum er dem 60. Gedenktag in Auschwitz fernblieb antwortete er: "Ich hatte keine Lust, in eisiger Kälte an der Rampe zu stehen und mir von den Rednern, unter anderen den deutschen, anzuhören, wie gut sie doch alle mit der Vergangenheit umgehen. Ich finde das zum Kotzen."

Bis zu seinem Lebensende berichtete er unermüdlich in Zeitzeugengesprächen, bevorzugt an Schulen, über die NS-Zeit.

Goldstein war seit 1951 verheiratet und hatte 5 Kinder.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Goldstein_Journalist

Category: Kurzmeldungen
Posted 09/26/07 by: admin