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Judentum und Israel
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Kritische Stimmen: Es ist nur noch ermüdend - und so frustrierend!

Über ein (unangenehmes) Déjà-Vu-Erlebnis klagt B. Michael in Jedioth achronoth: "Der immer wieder kehrende Déjà Vu Krieg ist da... Und wieder werden die ganzen großen Worte herausgeholt, wie Heldentum und Überraschung, Schlauheit und Erfolg, obwohl es im Moment nicht ganz klar ist, was diese „Überraschung“, die wir der Hamas bereitet haben, eigentlich bedeutet...

Wie? Hat sie es nicht mehr ganz geschafft, ihre Panzer und Flugzeuge aus den Lagerhäusern zu holen oder ihre Patriot-Raketen aufzustellen? Ha, ha!
Und überhaupt - warum soll man es abstreiten - es gehört nicht allzu viel Mut oder Schlauheit dazu, mit einer supermodernen Kampfmaschine über einem riesigen Gefangenenlager zu schweben und Bomben abzuwerfen. Dieses ganze gegossene Blei wird nur Hass und Trauer und Schmerz und Rachegelüste hervorbringen, sowohl hier, als auch dort. Vielleicht auch ein paar Mandate für die eine oder andere Partei. Das alles ist nur noch ermüdend - und so frustrierend!

Sehr kritisch äußert sich auch Jonathan Geffen in M'ariw. Für ihn steht schon jetzt fest, dass die "Kreisel-Aktion" ein Misserfolg ist:
"Vielleicht haben sie die Hamas wirklich überrascht, mich jedoch nicht. Ich verstehe durchaus, dass ein Staat seine Bürger schützen muss. Aber ich weiß auch, dass es andere Wege gibt, uns zu schützen, als hundert Tonnen Bomben abzuwerfen. „Die größte Luftaktion seit 1967“, schreien die Schlagzeilen. Ich bin beeindruckt! - Herzlich willkommen zur Aktion „Gegossenes Blei“. Bravo! - Wieder beginnt ein Krieg, an dessen Ende wir ein Untersuchungskomitee einrichten werden.

Natürlich gilt unser ganzes Mitgefühl den Menschen in Sderot, aber können wir in unserem Herzen nicht auch ein klein wenig Platz für die Menschen in Gaza finden, diese armen, jämmerlichen Menschen, die unter einem Terrorregime leben müssen? Jemand muss es klar aussprechen: Wenn wir Tonnen von Sprengstoff auf ein brutales und gewalttätiges Regime abwerfen, dann beteiligen wir uns an der Grausamkeit der Hamas gegenüber einem armen und hilflosen Volk...

Wie in den ersten Tagen des Libanonkriegs befinden wir uns auch jetzt wieder in Euphorie. Die Medien schwätzen wieder endlos über die moralische Rechtfertigung dieses Krieges. Haben wir denn noch immer nicht gelernt, dass jeder Krieg, so gerechtfertigt er auch sein mag, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist? Sicherlich werden noch zwei oder drei Journalisten mit mir gemeinsam fordern, den Krieg zu stoppen, bevor die Zahl der Opfer auf beiden Seiten in die Tausende steigt, nur damit wir nach dem Krieg wieder sagen können: „Wir haben es euch ja gleich gesagt“. Die Mehrheit der Öffentlichkeit ist jedoch in dem einzigen Konsens vereint, den wir je hatten: Krieg und Trauer, Schoah und Katastrophen.

Category: Gaza
Posted 12/30/08 by: admin



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