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Israels Botschafter warnt: Gegen Nazis sind weniger Sonntagsreden und mehr Alltagshandeln dringend geboten

Rechtsradikalismus in Deutschland keine Randerscheinung!

Im Interview mit Jürgen Wermser und Christof Haverkamp von der NOZ (21.10.06, http://www.neue-oz.de) fordert Botschafter Shimon Stein eine nachhaltige Bekämpfung des Nazismus. Hier ein Auszug:

Neue Osnabrücker Zeitung: Herr Botschafter, wie ist die Situation der jüdischen Bevölkerung in der Bundesrepublik?

Botschafter Stein: Ich habe den Eindruck, dass die Juden in Deutschland sich unsicher fühlen. Sie sind nicht immer in der Lage, ihr jüdisches Leben hier frei zu führen. Wer an Synagogen oder Gemeindehäusern vorbeifährt, sieht, dass sie streng bewacht sind. Die Sehnsucht nach Normalität lässt auf sich warten.

Wie gefährlich ist denn der Rechtsradikalismus für Deutschland?

Das ist nicht so, dass die deutsche Demokratie gefährdet ist. Es handelt sich aber meiner Meinung nach nicht mehr um Randerscheinungen, wenn die Rechtsradikalen den Weg in die Landtage von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen gefunden haben. Der Antisemitismus, die Zahl der Neonazis und die Gewaltbereitschaft haben zugenommen.

Was ist dagegen zu tun?

Als Beobachter glaube ich, dass der gegenwärtige Trend als beunruhigend bezeichnet werden kann und deshalb eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung nötig ist. Diese Herausforderung an die deutsche Gesellschaft sollte daher nicht länger vernachlässigt, sondern mit größerer Entschlossenheit angepackt werden. Diese Aufgabe muss auch im Hinblick auf die Mittel eine höhere Priorität bekommen. Sie kann nicht allein mit Sonntagsreden bewältigt werden.

Was verlangen Sie von der Politik?

Verlangen sollen es alle, die über diese Entwicklung besorgt sind. Und zwar, dass die Gemeinden, Länder und der Bund dort, wo sie aus finanziellen Gründen ausgestiegen sind, wieder einsteigen. Der Rechtsradikalismus ist ein langer Prozess, kein Event. Er lässt sich daher nur mit einer nachhaltigen Politik bekämpfen, nicht mit kurzfristigen Taten. Es kann nicht sein, dass man zur Tagesordnung zurückkehrt, wenn das Problem vom Bildschirm weg ist. Nötig ist zum Beispiel eine stärkere Unterstützung von Sozialarbeitern, der Jugendarbeit und der Sportverbände.

Wie sieht es mit dem deutsch-israelischen Jugendaustausch aus?

Viel ist getan worden, aber der Austausch ist noch ausbaufähig. Ziel ist es, möglichst viele junge Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Jugendaustausch ist sowohl für Deutschland als auch für Israel eine Investition in die Zukunft. Nur so lassen sich in einer globalisierten Welt Vorurteile vermeiden. Je früher man von anderen Ländern Kenntnis hat, umso besser.

Wie sicher ist denn derzeit Israel für Ausländer?

Israel ist viel sicherer, als dies öffentlich wahrgenommen wird. Die Zahl der Israelis, die bei Autounfällen ums Leben kommen, ist viel höher als die Zahl der Israelis, die bei Terrorunfällen ums Leben kommen. Israel ist ja nicht der Wilde Westen, es wird nicht jede Minute vom Terror heimgesucht.

Stichwort Sicherheit: Wie beurteilen Sie den Libanon-Einsatz der Bundeswehr?

Die Entscheidung für den Einsatz hat die Bundesregierung getroffen. Es entspricht auch deutschen Interessen, die Resolution des Weltsicherheitsrates umzusetzen, denn es ist das Ziel, den Libanon und den Nahen Osten insgesamt langfristig zu stabilisieren.

Im Streit über das Atomprogramm des Iran befürwortet die EU Sanktionen der UNO, betont aber zugleich weiter ihre Gesprächsbereitschaft. Was halten Sie davon?

Die Europäer haben ihre Gesprächsbereitschaft in den vergangenen drei Jahren zum Ausdruck gebracht, aber der Iran beharrt seit drei Jahren auf seiner Position. Der Iran hat uns 18 Jahre lang belogen, er will über die zivile Nutzung der Atomkraft hinaus Nuklearwaffen herstellen. Es ist ein Zeichen der Schwäche, dass noch immer keine Sanktionen verhängt worden sind.

Sie wünschen sich also ein härteres Vorgehen?

Das ist längst fällig. Am 31. August lief die Frist ab, in der die EU eine Antwort vom Iran erwartete. Noch immer sind keine Sanktionen in Sicht. Der Preis, den man heute zahlen muss, verblasst gegenüber den Auswirkungen, die es gibt, wenn der Iran in den Besitz von Nuklearwaffen gelangt. Man muss den Iran vor klare Alternativen stellen, und das hat man leider bis heute nicht getan.

Normalfall:
Rechtsextremismus in Deutschland
"Nicht die rechtsextremistischen Exzesse der letzten Monate allein sind der Skandal, sondern vielmehr die bagatellisierende Haltung der Politik", so die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch...

Alarmierender Anstieg um 28 Prozent:
Rechte Gewalt in Deutschland
Auf Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei teilte das Bundesinnenministerium mit, von Januar bis August dieses Jahres seien insgesamt 7994 rechtsextreme und fremdenfeindliche Straftaten registriert worden. Gegenüber 2005 bedeutet dies einen Anstieg um 21 Prozent, gegenüber 2004 sogar um 56 Prozent...

Category: General
Posted 10/23/06 by: admin



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Comments

admin wrote:
Normalfall:
Rechtsextremismus in Deutschland
"Nicht die rechtsextremistischen Exzesse der letzten Monate allein sind der Skandal, sondern vielmehr die bagatellisierende Haltung der Politik", so die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch...
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10/23/06 19:16:21

admin wrote:
David Records & haGalil onLine präsentieren:
Nizzas Tour durch die Neuen Bundesländer
Nizza Thobi zieht den Faden vom historischen Wilna nach Jerusalem und bringt vertonte Gedichte u.a. von Chaim Nachman Bialik, Jehuda Amichai, Pinchas Sadeh, Abraham Shlonsky, Itzik Manger. Alle sind aus Europa stammende Autoren, die ihr Schaffen aus dem Jiddischen und Hebräischen in ihrer neuen Heimat, Israel, fortsetzten...
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10/23/06 19:17:16

admin wrote:
Interview mit Botschaftsrat Joel Lion:
"Deutschland leistet einen wichtigen Beitrag"
Wir machen uns aber große Sorgen im Hinblick auf die Überwachung der syrisch-libanesischen Landgrenze, über die der Hauptstrom des Waffenschmuggels läuft. Die Hauptfrage ist, ob Syrien einen positiven Beitrag zur Implementierung der UN-Resolution leisten will und ein grundsätzliches Interesse an der Stabilisierung des Libanon zeigt...
http://www.hagalil.com/arch...
10/23/06 19:20:51

wrote:
Normalfall:
Rechtsextremismus in Deutschland
"Nicht die rechtsextremistischen Exzesse der letzten Monate allein sind der Skandal, sondern vielmehr die bagatellisierende Haltung der Politik", so die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch...
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Die NPD als Schaf im Wolfspelz (meine Metapher der Bagatellisierung; lese "Antisemitische Welle in der Welt", Schmischi), die es in ihrer deutschtümelnen Theatralik zum Nationalen schwarz-rot-goldene Fahnen der Freiheit zur rechtsstaatlichen Demokratie missbraucht, um sie von innen nach außen auszuhöhlen wie ein Schmarotzer gegen deutsche Ideale der Freiheit ob der Menschenrechte, wird mehr geduldet als die israelische Geschichte in ihren andauernden Verteidigungsmaßnahmen zur Existenzwahrung jüdischen Lebens. Denn würde von Israel genommenes Land zurückgegeben werden, wäre doch der Boden bereitet für vermehrten Raketenhagel gegen Israel.

Der ehrwürdigen weisen Frau Charlotte Knobloch übermittele ich meine Herzensgrüße und wünsche ihr weiterhin die Kraft und den Mut im Zusammenwachsen einer gesunden Völkergemeinschaft in Deutschland. Denn ihres Geistes Seele gibt es nicht so viele.

Ich habe übrigens herausgefunden, dass Schillers „Ode an die Freude“ stammt aus unseres G’ttes Feder, dem Psalme Davids 19.5,6 der Heiligen Schrift. Darin steht:
"Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, zu laufen ihre Bahn."
Und wären wir „ein Buch im Leven“, wer würde unser Leser sein?

Schalom!
Grüße,
Marc le Talleyrandiste
10/29/06 12:20:30

wrote:
"Alltagshandeln" wird als Schizophrenie von User Michal verworfen!
09/14/07 15:01:05

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