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Weltjudentum oder Schtetl?

Einerseits werden überall neue Synagogen eingeweiht, andererseits regelmäßig antisemitische Sprüche entlarvt. Erfreulicherweise folgen dem Synagogenrausch sowie der Jagd nach Antisemiten Gedanken, wozu das alles gut sein soll: Was wird wohl aus den Juden in Deutschland?...

Von Grigori Pantijelew

Das einwanderungsfreudige Deutschland unterscheidet immer noch zwischen deutschen und nichtdeutschen Bürgern, auch wenn sie alle den deutschen Pass haben. Nichtdeutsche Deutsche? Egal wie sie genannt werden - die Mehrheit der Gesellschaft sieht sie als genehmen oder ungenehmen Zusatz. Nichtdeutsche deutsche Bürger werden allerdings sowohl nach dem Gesetz als auch in der öffentlichen Meinung eher ihrer jeweiligen Religion zugeordnet: Von Juden, zum Beispiel, wird erwartet, religiös zu sein, sonst sind sie keine Juden. Betrachtet der säkulare Jude sich aber selbst als Jude? Wie sieht seine Beziehung zu seiner Gemeinde aus und umgekehrt? Wird er dort als volles Mitglied akzeptiert?

Zwei Juden, drei Meinungen. Das kennt jeder. 120.000 Juden, wie viele Meinungen - wer weiß das schon? Die Frage lautet leider in Wirklichkeit anders: Wer will das wissen? Denn sie selbst, die Juden, wissen voneinander viel zu wenig.

Die hierzulande in überwiegender Mehrzahl lebenden Russischsprachigen lesen kaum Deutsch, umgekehrt noch weniger. Meist verstehen sie einander gar nicht. Dies spiegeln Publikationen in jüdischen Zeitungen und Gemeindeblättern wider - in Russisch geschrieben, oft anonym. Darin erklären die älteren Immigranten auch warum - nämlich aus Angst vor angeblicher Verfolgung in der eigenen Gemeinde. Eine der größten Sorgen der russischen Juden gilt den nichtjüdischen Verwandten, die zwar nicht zur Gemeinde nach dem für sie neuentdeckten jüdischen Gesetz gehören, aber doch als Familienmitglieder im früheren Sowjetleben so viel mitgelitten haben. Anstatt diesen Wunsch, die Angehörigen in die Gemeinde mitzunehmen, als ureigenen Ausdruck judischer Mitmenschenliebe zu verstehen und eine würdige Lösung zu finden, wird aus dem Problem ein Dogma gemacht, um dessentwillen man einander ideologisch bekämpft. Von hier aus ist es nur ein kleiner Schritt zum Lieblingsthema, nämlich wer der bessere Jude sei.

Die deutschsprachigen Juden hingegen ziehen sich eher zurück. Wenn sie sich in eine Kulturveranstaltung ihrer Gemeinde verirren, verstehen sie nichts: Es wird in Russisch moderiert und selten übersetzt. Einmal genügt normalerweise, keiner von ihnen kommt wieder. Die meisten gehören fast ausschließlich zu den traditionell geprägten Familien der ehemaligen Displaced Persons und können ihr Wissen den Neuangekommenen kaum vermitteln, viel mehr sind sie Träger der einen, ihnen als einzig wahr bekannten, deutlich reduzierten, aber verbissen verteidigten Tradition. Auch hier ist unterschwellig das Lieblingsthema dasselbe, wer eigentlich der richtige Jude sei.

Versuche, das liberale Judentum wiederherzustellen, sind weniger den Forderungen der Realität entsprungen als dem historischen Denken - dem an sich berechtigten Verlangen, das jüdische Leben in Deutschland wieder so herzustellen, wie es einmal war. Ein kleiner Teil der neubekehrten, vom Sowjetsystem geprägten Menschen entdeckt für sich dagegen die Frömmigkeit der Orthodoxie und orientiert sich an hassidischen Relikten, dazu noch in einer bizarr verzerrten Form, wie in einem Schtetl. Der Buchstabe des Gesetzes gilt ihnen mehr als sein Geist und wird für sie zum Ersatzdogma, so zeigen sie sich feindselig gegenüber kleinsten Abweichungen.

Es sind unterschiedliche jüdische Ideen, die aufeinanderprallen. Wie soll das wohl weiter gehen? Eine mögliche Perspektive wird in Israel vorgelebt. Mit einem Wort: Toleranz. Genauer gesagt: Teilung des kulturellen Spektrums. Was sakral und was säkular ist, bestimmt der Staat. Der Kultus begleitet das Leben zeremoniell. Beide Teile der Gesellschaft einigen sich auf diesen Kompromiss: Wer streng gläubig lebt, kommt damit klar, dass sich die Mitmenschen anders verhalten und trotzdem zu ihm gehören. Wer atheistisch ist, ordnet sich der Macht der Tradition in allen wichtigen Momenten seiner Existenz unter (Geburt, Hochzeit, Tod etc.). Sie sprechen eine Sprache, streiten sich aufs heftigste und beeinflussen einander, ohne das zu wollen oder gar gegen ihren Willen. Daraus wächst eine neue junge Kultur. Ist das kein Vorbild für jüdisches Leben in Deutschland?

Diese Russen…

Aktuell leider nicht. Einige Beispiele aus dem Umfeld der russischsprachigen Juden. Mehrere Monate lang wird in der "Evrejskaja Gazeta" die Meinung eines deutschen Juden diskutiert, die von einem russischen Juden als eine Art Interview wortgetreu eingeführt wurde. Dieser beschrieb den alten Mann ausführlich und nannte ihn beim Namen. Schön und gut, nur beim Versuch ihn anzusprechen, entpuppt er sich als Phantom, eine literarische Fiktion, was die Redaktion selbst nicht weiß und nicht wissen will. Die Autoren streiten beharrlich weiter, ob der alte Mann recht hat. Das zeigt, dass der talentierte Erfinder den Nerv getroffen hat. Kurz zusammengefasst: "Jüdische Gemeinden hätten in Deutschland keine Zukunft. Die meisten Mitglieder seien nicht gläubig. Die nächste Generation wachse auch ungläubig auf - im christlichen Land und fern des Judentums (somit auch des Antisemitismus) - und interessiere sich nicht für das Gemeindeleben". Se non è vero, è ben trovato.

Nicht schlechter ist die andere Anekdote. Die gleiche Zeitung behauptete vollen Ernstes, jüdische männliche Chromosomen seien etwas Besonderes (dies hätten "Forscher" in Israel ganz genau festgestellt). Daraus folgt das entscheidende Argument zugunsten der wiederum ernsthaft debattierenden Erneuerung der Halacha: Ein Jude sei nun nicht mehr nach der Mutter, sondern nach dem Vater zu bestimmen.

Der grundsätzliche Widerspruch all dieser Diskussionen äußert sich darin, dass dieselbe Stimme einerseits selbst bestimmen will, wer ein Jude ist (und zwar nicht nach den jüdischen Vorschriften, sondern wie es gerade passt), andererseits, den Jüdischen Gemeinden die Zukunft abspricht: Wenn wir das Judentum nicht verstehen, dann soll das rigide Judentum sich ändern, nicht wir. Und schon zeigen sich Gurus, die bereit sind, alles zu erneuern: Ein russischgeprägter Rabbiner schlägt vor, „dem Judentum den Status einer welt- und menschenoffenen Religion zu verleihen und die Tore der uralten Weisheit für alle zu öffnen!“ Er missioniert weiter: „Wir müssen die Juden und Nicht-Juden erreichen, die verloren gehen, wenn eisern und unflexibel an den Bestimmungen der Halacha festgehalten wird.“

Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? Daran wird nicht gedacht, vielmehr geht es direkt weiter zum Streit um die Machtverhältnisse: Die "Russen" sehen sich in der Mehrheit und wollen sich behaupten - aufgrund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit, quasi ganz demokratisch. Diese Mehrheit will ein anderes Judentum, von welchem sie ebensowenig weiß, und will das durchsetzen. Die älteren brummen, kennen sich aber in der Materie zu wenig aus, viele verstehen nicht einmal die Notwendigkeit, Mitgliedergebühren zu zahlen und erwarten alles kostenlos wie im Paradies. Die jüngeren fühlen sich nicht angesprochen, bleiben fern, zahlen auch nicht. Die denkbare Folge - das Aussterben der Gemeinden, wie der oben zitierte fiktive Denker auch prophezeite. Die meisten Schreiber sehen das Problem und wissen, wer die Misere zu verantworten hat: Schuld daran seien die leitenden Personen, die ihre Vorstellung vom Judentum nicht korrigieren. Außerdem auch die nichtjüdischen Deutschen, die Juden nur dulden, um besser in den Augen der Weltöffentlichkeit auszusehen. Was Regierung und Politiker sagen und was das Volk meint, gehe vollkommen auseinander und verspräche nichts Gutes.

Was soll das?

Auch wenn diese Darstellung verkürzt ist und ihre Kanten zugegeben scharfgezeichnet wurden, spiegelt sie nicht nur Ambitionen, sondern auch die Realität. Die Gesellschaft ist säkular und hat wenig Verständnis für spirituelle sowie geistige Bedürfnisse der Immigranten, die ihr altes, durch die Emigration zerbrochenes Selbstwertgefühl vermissen und es in der eigenen, jedoch für sie verschlossenen Tradition nicht wiederfinden. Denn was geschieht, wenn ein russischer atheistisch erzogener Jude zum ersten Mal in seinem Leben in den Gottesdienst kommt und die Schrift vor sich sieht?

Ein Mensch der Tugend entdeckt für sich in den Geboten die Selbstbestätigung und Stütze wieder. Ein dem normativen Denken verbundener Mensch entdeckt etwas anderes: Durch das bloße Tragen der Zizit ist er schon ein Jude. Der erste liest die Torah, um daraus die moralische Bestätigung für sein Handeln zu bekommen, der andere - um sich von der Welt abzugrenzen. In seinem neuesten Artikel hat Jürgen Habermas die Folgen der Auseinandersetzung zwischen Religion und Vernunft angesprochen. Er sieht uns in einer postsäkularen Gesellschaft. Ist eine Diskussion darüber innerhalb der jüdischen Denkweise vorstellbar?

Der zweite Kreis

Indem ich die zum Teil rührenden, zum Teil grotesken Bilder russischsprachiger Juden in Deutschland zu zeichnen versuche, wächst mein eigenes Unbehagen. Werde ich durch den denunziatorischen Drang überrannt, den anonyme Autoren der Evrejskaja Gazeta, Neophyten und Konvertiten aufweisen, und tue ihnen nach? Tja, es kommt darauf an, wie ein Rabbiner an dieser Stelle sagen würde. Mir geht es eher darum, die Verbindung zwischen vorhandenen Strömungen zu fördern. Wie erreicht man die Immigranten, die kaum Zeitungen lesen und dem Mainstream der deutschen bzw. russischen TV-Medien ausgeliefert sind? Wer will und kann vermitteln - die jüdische Tradition, die Kultur, auch die der Diskussion?

Die deutschsprachigen Juden sind als Angehörige von Überlebenden aufgewachsen und sind viel mehr Enkelkinder des osteuropäischen Judentums. Das bedeutet, die meisten Repräsentanten gehören nicht wirklich zu der liberalen Tradition, wie sie in Deutschland vor 1933 gepflegt wurde, und wie sie es von sich denken, sondern bilden selbst eine eigene Tradition. Es ist eine Mischung für sich: Die selbstauferlegte Strenge des Ritus und eine gesuchte Nähe zur Politik eines säkularen (aber doch im vielem christlich geprägten) Staates sind schon ein Widerspruch. Daraus erfolgt ihre Grunderfahrung, wie zum Beispiel die Notwendigkeit jahrein, jahraus Politiker oder Vertreter der christlichen Kirchen daran zu erinnern, dass eine Veranstaltung, zu der eine Jüdische Gemeinde eingeladen wird, nicht für einen späten Freitag anberaumt werden kann. Das will sich einfach nicht ändern. Mal wollen sie eine Synagoge für „ihre lieben“ Juden bauen, mal Stolpersteine verordnen, mal reden sie von "ihrer" Bibel, mal fragen sie, "wie es euch bei uns geht". Jüngst haben gar Bischöfe die Zeit gefunden, als Touristen nach Israel zu reisen, und fanden dabei kein Wort der Empörung über Missstände im eigenen Lande (antisemitischer Angriff auf eine Kindertagesstätte), posaunten aber ihre private Meinung über das bedrückende Elend der Palästinenser groß heraus. Auf diesem Wege verfügen die nichtjüdischen deutschen Eliten weiter darüber, wie die Zukunft des Judentums in Deutschland auszusehen hat: Synagogen als Festungen, starre Shoa-Gedenkfeste, bei denen das Leid der Palästinenser zunehmend mehr angesprochen wird und Juden sich immer weniger zeigen, alltägliche Polizeipräsenz um die jüdischen Einrichtungen und die Selbstbeschwörung um den angeblich unwägbar kleinen Antisemitismus in der Geselllschaft.

Die russischsprachigen Juden sind mit vollkommen anderen Lebenserfahrungen ausgestattet. In der Atmosphäre des staatlichen Antisemitismus aufgewachsen, opferten sie ihr Judentum zuerst, um dann geopfert zu werden. Um sich vom Antisemitismus zu befreien, haben sie auf ihre Religion verzichtet. Dann wurden sie an ihre Nationalität brutal erinnert und diskriminiert. Jeder kann seine eigene traurige Biographie erzählen, wie es einmal war. Wenn sich also die Russischsprachigen orientieren, dann stellen sie fest, dass sie außer ihren Lebensgeschichten nichts Jüdisches an sich haben, nicht einmal die Sprache. Anstatt aber die verlorenen Wurzeln neu zu pflegen, suchen sie nach der Schuld und finden sie nicht bei sich, sondern – wie gesagt - unter den deutschsprachigen Juden. Diese verweigern die Umstellung des Gemeindelebens auf die russische Sprache und Kultur. Keine Jubiläumsfeier für Puschkin? Kein Treffen mit einem ehemaligen Stalinisten, der so gerne aus Russland kommen würde, um über sein bewegtes Leben zu erzählen und Kleingeld zu verdienen? Keine Änderung der religiösen Prinzipien zugunsten der nationalen? Den sich unermüdlich weiter drehenden Kreis habe ich somit schon zweimal beschrieben.

Spachbarriere

Wie bringt man die beiden Seiten zu einem Dialog? Die Sprachbarriere ist das Haupthindernis. Muss es so bleiben? Juden haben es doch in jeder Sprache ihres Wanderweges geschafft, sich zu äußern, unverkennbar zu machen. Shimon Markish unterschied zwischen der russisch-jüdischen Literatur und der russischen Literatur der Juden. Ähnlich formulierte es Semjon Dubnov, als er von der Aneignung der anderen Form und dem Beibehalten des eigenen Wesens sprach. Ist das das exklusive Thema der osteuropäischen Juden? Warum fehlt eine vergleichbare Selbsterkenntnis der deutschsprachigen Juden von heute? Für sie endet die eigene Geschichte vor 1933, immer noch und immer wieder. Kann einer sich einen Kunstfilm über das Leben eines Ignatz Bubis vorstellen? Muß man sich nur auf die Shoa fixiert sehen? Anders formuliert: Genügt es, ein Jude zu sein, um ein Buch über Hitler schreiben oder gar einen Film über Hitler drehen zu „dürfen“? Kann daraus eine jüdische Aussage oder gar jüdische Moral abgelesen werden? Ein jüdischer Blick auf die Welt und ein jüdisches Schicksal – ist das dasselbe? (George Taboris „Mein Kampf“ ist eine Ausnahme, die viel zu wenig Beachtung findet.)

Lieblingsbeschäftigung vieler Juden ist es zu zanken - wer denn unter den Berühmtheiten Jude war. Man streitet sich auch heute, ob Karl Marx ein Jude und Charlie Chaplin gerade keiner war. So sitzt man immer noch wie gebannt vor dem Nazi und spricht seine Sprache.

Die wahre Tradition ist da, in Büchern, in Deutungen, die Rabbiner vermitteln könnten, falls sie danach gefragt würden. Warum denn werden jüdische Witze als ausschließlicher Ausdruck der Jüdischkeit wiederkehrend erzählt (von Juden wie Nicht-Juden - wie neulich Joachim Kaiser in der „Süddeutschen“)? Wie viel wird Elie Wiesel gelesen? Wer hat Gedichte von Karl Wolfskehl mit denen von Haim Lensky in einem Programm vorgetragen? Welcher Historiker kümmert sich darum, dass nicht nur Tony Judt, sondern auch Ephraim Karsh ins Deutsche übersetzt wird? Wer protestiert, wenn Juden nach Belieben und aus unermeßlichen Gründen in den Medien in gute und böse selektiert werden? Wo ist dann eigenes Wort, unangepasst und authentisch?

Der Widerspruch zwischen Religionszugehörigkeit und Nationalitätsbestimmung ist existenziell und kann sich nur innerhalb des Judentums lösen. Der christliche - wenn man will, paulinische - Blick von außen hilft dabei herzlich wenig. Die Trennung in deutschsprachige und russischsprachige Juden muss aufhören. Eine staatliche Integration allein genügt nicht – vielmehr bedarf es eines Konzeptes der Integration in die jüdische Gemeinschaft (also mehr als nur die eine oder andere Einheitsgemeinde das beim besten Willen schaffen kann). Die Suche nach der Identität kann nur im Dialog innerhalb der gesamten jüdischen Gemeinschaft in Deutschland zum Thema werden. Und wenn es auch eine Aufgabe für mehrere Generationen ist, sollten die Thinktank-Maschinen etwas schneller rattern.

Zauberworte aus meiner Sicht wären Pluralismus und Toleranz. Ist es eine Gebetsmühle, wenn dieses Wort schon wieder auftaucht? Nein, es ist eine Tatsache, dass heute weltweit mindestens vier Strömungen im Judentum koexistieren, die alle historisch bedingt herausgebildet sind (orthodox, liberal, konservativ, rekonstruktionistisch). Warum nicht noch mehr, aus Bedürfnissen einer neuen jüdischen Gemeinschaft, die gerade hier und jetzt entsteht? Andererseits müsste „das Wort, das mir fehlt“ (Moses bei Schönberg), auch erst – wieder neu - gefunden werden, das, einmal ausgesprochen, gilt und bewahrt. Da hilft nur lesen, die eigene Geschichte endlich kennenzulernen und zu durchdenken (eben nicht nur Gebete blind lernen, nicht nur die Sprache im Kurs für Touristen aneignen). Warum ist Sabbatai Zwi möglich gewesen und was bedeutet sein Schicksal? Was hat zum Aufblühen der Hassidim geführt und was bedeutet deren Denksystem heute? Was ist jüdisch und was deutsch an der Philosophie Leo Baecks? Was jüdisch, was amerikanisch - an der Mordechai Kaplans? Was jüdisch, was russisch - an den Visionen Semjon Dubnows? Welche Kultur mischt sich da zusammen und bleibt sich treu, wo sind Begriffe, Namen dafür, Folgen daraus? Erkennen sich russische Juden in der russischen jüdischen Literatur? Bestehen sie darauf, dass Romane von Wassili Grossman und Anatoly Rybakow von deutschsprachigen Juden rezipiert würden? Bringen sie sie ins deutsche jüdische Leben mit? Oder beschäftigen sie sich lieber mit eigenen Eitelkeiten bis zur Übelkeit?

Na, haben alle ein bisschen ihr Fett abgekriegt? Träumer vom wiederhergestellten Schtettl und die vom verklärten Weltjudentum auch? Was wird also aus den Juden in Deutschland?

Wenn auserwählt, dann bitte schön - zum Überleben. Wenn alte Traditionen mitgenommen werden - dann zum Weitergeben. Bewußt. Aus sich heraus. In eigener Verantwortung, auch für die Kindeskinder. Damit diese den Spagat schaffen – sich vom Russischen ins Deutsche zu übersetzen, ohne das Jüdische unterwegs zu verlieren.

Dr. Grigori Pantijelew ist stellvertrender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bremen. Weitere Texte von ihm sind in seinem Blog zu lesen: http://grigorip.blogspot.com

Russische Juden in Deutschland:
Unechte Juden, echte Probleme
Nach Jahren quälender Suche hat sich der Schleier der Unwissenheit gelüftet. Endlich weiss ich, wer ich bin – ein unechter Jude! ...

Vielfalt anerkennen:
Die Arroganz der Altvorderen
Ein Wunder ist dadurch definiert, dass es nur mit einer verschwindend geringen Wahrscheinlichkeit eintritt. Keiner hat bei der Wahl des neuen Präsidenten des Zentralrats der Juden mit einem Wunder gerechnet. Und siehe da, kein Wunder ist eingetreten. Die Gesichter sind die alten geblieben, auch wenn die Reihenfolge der Personen eine andere wird...

Category: Gemeinden
Posted 06/20/07 by: admin



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Comments

wrote:
.
Das Judentum hat in Deutschland offensichtlich keine grosse Zukunft, es wird mittelfristig untergehen bis auf einen kleinen Rest tiefgläubiger Juden.

Die massenhafte Zuwanderung von russischen Kontingent-Juden ist da auch nur ein Strohfeuer, das allenfalls vorübergehend den Anschein eines präsenten Judentums vermitteln kann. Solche Parolen wie "Die Judeneinwanderung nach Deutschland ist grösser als die Judeneinwanderung nach Israel" oder "Deutschland, am stärksten wachsende jüdische Gemeinde in Europa" etc sind irreführend, denn gezählt werden da schliesslich alle Russen, denen es gelungen ist, auf dem Judenticket nach Deutschland zu kommen. Ganz egal, ob sie nun Jude sind oder nicht, gläubig oder nicht, ob sie verfolgt wurden oder nicht, ob sie aus religiösen oder aus wirtschaftlichen Gründen gekommen sind. Und hier leben sie dann zu über 80 Prozent dauerhaft auf Staatskosten, und sind trotz immenser Förderung und Bevorzugung nicht integrierbar in den deutschen Arbeitsmarkt. Sowas hat keine Zukunft.

Und dann das Verhältnis zwischen Deutschen und Juden. Die Juden selbst werden ja nicht müde, immer wieder aufs Neue zu betonen wie unbeliebt sie bei den Deutschen doch sind, wie antisemitisch die Deutschen sind, dass ihre Synagogen unter Polizeischutz stehen müssen, dass sie verfolgt und diskriminiert werden, dass sie eigene jüdische Schulen brauchen, dass sie sich in der Öffentlichkeit gar nicht mehr als Juden zeigen, etc etc.

Und welchen Vorteil haben die Deutschen von dieser jüdischen Zuwanderung? Kommen sie etwa in den Genuss der ach so hochgelobten "jüdischen Kultur"? Was die Deutschen an "jüdischer Kultur" zu sehen bekommen, ist doch immer dasselbe und es ödet sie mittlerweile an: Immer mehr Juden-Denkmäler und Mahntafeln in jeder Stadt, immer mehr jüdische "Stolpersteine" an jeder Strassenecke, und immer penetranter tönende Tiraden vom Zentralrat der Juden: Schuldvorwürfe, Verhetzungen gegen Deutsche ("Deutschland Land der Mörder"), verlogene Doppelmoral in Bezug auf Israel, Antisemitismus-Gekreische, masslose Einmischungen in die deutsche Politik, und ewige Forderungen nach mehr Geld und "Wiedergutmachung".
DAS ist die "jüdische Kultur", so wie die Deutschen sie wahrnehmen.

Aber der ausschlaggebende Faktor für das Verschwinden des Judentums ist die Assimilation. DAs Judentum hatte sich über die Jahrhunderte gehalten durch strikte Befolgung archaischer Talmud-Gesetze. Aber solche mittelalterlichen jüdischen Gesetze wie z.B. das Verbot von Mischehen zwischen Deutschen und Juden haben in einer aufgeklärten Gesellschaft nichts zu suchen, und werden demnach auch von immer weniger Juden eingehalten.
Mit drastischen Folgen: Mehr als zwei Drittel der Juden in Deutschland haben nichtjüdische Partner, und die Kinder aus diesen Partnerschaften sind zu 90 Prozent Nichtjuden. Und besonders hoch ist die Assimilationsrate unter den russischen Kontingent-Juden, die hier unter einem enormen Anpassungsdruck stehen: 80 Prozent werden nicht auf Dauer im Judentum verbleiben, insofern sie überhaupt gläubige Juden sind. Zuerst fällt der Glaube weg und das Judentum wird auf reine Folklore reduziert, dann bricht auch das noch weg und nichts bleibt.

Da muss man kein Mathematiker sein, um mit diesen Zahlen einen dramatischen Schwund des Judentums in Deutschland prognostizieren zu können.
.
06/20/07 17:07:29

wrote:
Ich will ein anderes Bild aufzeigen.
Ich habe nur positive Erfahrungen mit unseren Glaubensbrüdern aus den ehemaligen GUS - Ländern gemacht. Seit geraumer Zeit besuche ich regelmäßig das Rohr- Chabatzentrum in Dresden. Unser Rebbe ist ein ausgezeichneter Vermittler zwischen den deutschen und den russischen Juden ( obwohl schon diese Bezeichnungen falsch sind, denn : Ein Jude ist ein Jude ! Mit einem G-tt, einem Land und einer Tradition). Ich bin aufgenommen worden, wie in einer Familie, zu der ich schon immer gehört habe, man gibt sich wirklich Mühe in meinem Beisein und mit mir Deutsch zu sprechen. Und gerade durch Diese habe ich meine jüdische Seele erst richtig entdeckt.
Die sogenannten Kontingentjuden sind eine Bereicherung für das jüdische Leben in Deutschland. Sie sollten nicht weggestoßen werden, sie erwarten von uns, dass sie in bestehende Gemeinden aufgenommen und angenommen werden.
Jeder von uns hat seine Eigenheiten und Fehler, aber eins haben wir doch gemeinsam : Wir sind Juden ! Das G-ttesvolk ! Benehmen wir uns also auch so ! Shalom !
06/20/07 22:02:04

wrote:
Der Judenhasser Weyde weiß was jüdisches Leben in Dtl. ist, selten so brüllend gelacht.

Der ganze Beitrag trieft danach. Wer hier Voruteile hat und ständig von den bösen Juden spricht und diese vor allem auf dieser Seite ausstreut, ist eindeutig. Also wundern Sie sich nicht, dass man Sie als das sieht, was Sie sind: ein widerlicher Antisemit->> Ursache und Wirkung, schon mal gehört?

Aber noch einmal danke, dass Sie die Nürnberger Gesetze von 1935 im nachhinein bestätigen, wenn deutsche Juden bei Ihnen keine Deutschen sind.

Und noch etwas: Die hochgelobte jüdische Kultur haben die damaligen Deutschen ausgerottet. Also beschweren Sie sich bei denen und verwechseln Sie nicht ständig Ursache und Wirkung.

Würg!
06/20/07 22:17:48

wrote:
@AntisemitenWeyde:

Immer noch schöne Grüße von Herrn Pfeiffer:

http://www.hagalil.com/01/d...

Karl Pfeifer wrote:
Weyde Sie beschuldigen mich "die Juden als Rasse/Volk/Religion schon immer für wertvoller gehalten" als Araber.
Bitte belegen Sie das wenigstens mit einem Zitat von mir.
Wenn Sie mich, der ich 36 nahe Angehörige als Opfer der deutsch-österreichsischen nazistischen Volksgemeinschaft verloren habe als "Nazionisten" hinstellen, dann sind Sie ein mieser Antisemit, der die Juden mit ihren deutschen und österreichischen Verfolgern gleichstellen will. Das ist sekundärer Antisemitismus.
06/20/07 22:24:28

wrote:
@Michael, Yael
An diesem Punkt habe ich eine Frage an euch , ohne Euch zu nahe treten zu wollen.
Ihr redet immer von " Deutschen Juden ".
Ich habe damit ein Problem ! Meine Vorfahren , mütterlicher Seite kommen aus Littauen, meine Mutter ist jedoch in Rumänien geboren; mein Vater ist Amerikaner; ich wurde in Deutschland geboren und habe neben der deutschen , auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Ich fühle mich in Deutschland zwar integriert, jedoch nicht assimiliert. Als Deutscher fühle ich mich jedoch garnicht. Meine Eltern haben mich jüdisch erzogen und ich erziehe meine Kinder ebenso. Die Erziehung meiner Eltern hatte immer die Aussage: Gib dein bestes für Deutschland, denn du lebst schließlich hier, aber zum Schluß bist du immer Jude !
Ich möchte es Euch nicht nehmen, Euch als DEUTSCHE zu sehen, bitte laßt mir aber auch meine Identifikation.
06/20/07 22:50:30

wrote:
Ich lass dir das was du bist, ich bin aber deutsche Jüdin und habe damit keine Probleme. Außerdem wer ist "ihr"?
06/20/07 23:08:05

wrote:
Arik, dass es Juden in Deutschland (sowieso die Mehrheit) gibt, die keine deutschen Juden sind, ist doch klar. Außerdem bedeutet deutsche Jüdin oder deutsche Jude zu sein, nicht, dass man assimiliert ist, bei mir ist das Gegenteil der Fall und bei vielen die ich kenne. Ich denke, du setzt das gleich. Das ist aber falsch.

Schalom

Yael
06/20/07 23:15:12

wrote:
Ich bin nur Jude ! Nichts weiter ! Leben kann ich überall auf der Welt. In Deutschland lebe ich zwar gern ( Familie, Arbeit, Freunde) , aber DEUTSCHER möchte ich nicht sein !( Von meinen Verwandten in Littauen ist nicht ein Einziger übriggeblieben !)
06/20/07 23:23:45

wrote:
Ich schrieb ja, das muß jeder für sich selbst entscheiden.

Laila Tov!
06/21/07 00:04:01

wrote:
@ Arik

Sie haben Ihre Sicht der Dinge sehr verstaendlich beschrieben (Ihr erster Kommentar).
Danke dafuer.

@ Weyde

Sie langweilen.
06/21/07 12:39:48

wrote:
ich finde ein jude ist ein jude - das "deutsch" kann man ruhig weglassen. ich sage ja auch nicht ständig "deutscher" katholik, oder "deutscher" atheist... wozu also die betonung? auch der pass macht aus mir keine "deutsche" jüdin, sondern eine jüdin mit einem deutschen pass. die deutschen juden sind mit dem deutschen judentum vernichtet worden, hier müsste sich ein solches "deutsches" judentum zunächst erst einmal bilden. mir reicht aber vorläufig, wenn sich ein lebendiges judentum bildet - ganz ohne attribute.
06/21/07 12:55:24

wrote:
Es geht aber darum, dass Antisemiten ständig einen Gegensatz zwischen deutsch und jüdisch sehen, genau wie es die Nazis taten. Und Juden, die Deutsche sind (also nicht in dem Sinne, dass sie die deutsche Staatsbürgerschaft haben) geben denen auch noch Recht. Und das stört mich.
06/21/07 13:57:22

wrote:
Mit den Nürnberger Gesetzen haben die Nazis Juden nicht nur religiös, sondern vor allem rassisch beurteilt. So war es denen möglich, Juden das Atribut Mensch abzuerkennen. Darin liegt das eigendlich Perverse im Faschismus.
Auf der einen Seite der Deutsche Herrenmensch, auf der anderen die Juden(Sau - Schwein - und wie sie uns betitelten und es schon wieder zu oft tun)
06/21/07 14:33:14

wrote:
yael, warum sollte ich mich von den motiven der antisemiten bzw. der nazis bestimmen lassen, wie ich mich nenne/ definiere?
06/21/07 14:46:15

wrote:
Da hast du Recht, aber was spricht dagegen, wenn ich mich als deutsche Jüdin definiere, so wie andere auch? Ich schrieb ja, dass jeder sich so definieren soll, wie er/sie möchte. Aber dass man anderen Juden auch (aber natürlich nicht nur) das Deutschsein abspricht, dagegen habe ich etwas. Ich lasse nicht zu, dass mir jeder dahergelaufene Nazi oder Antisemit, mein Deutschsein (mein Judentum sowieso nicht) abspricht, nur weil er in der Rassentheorie steckengeblieben ist. Insofern definiere ich mich nicht nach deren Motiven.
06/21/07 15:49:44

wrote:
tja, vielleicht spricht dagegen, dass meist überhaupt nicht klar ist, warum so sehr auf das "deutsch" vor dem "jüdische" wert gelegt wird ... ich bin dagegen, weil ich erstens zuerst jüdin bin, und zweitens damit - ohne attribut - das gemeinsame mit anderen juden teile. das attribut trennt uns in "deutsche", "russische", "französische" etc. juden. wozu? untereinander brauchen wir das nicht.

was die nazis mir zugestehen oder aberkennen interessiert mich im übrigen überhaupt nicht. warum sollte ich ihnen zuhören? wer weiss denn besser als ich selbst, wer ich bin?
06/21/07 16:04:21

wrote:
Darum geht es doch gar nicht, du kannst auch jüdische Deutsche sagen, wie herum ist doch völlig unwichtig. Ich frage einfach, warum man deutsch-jüdische gegenseitig ausschließen muss.

Außerdem, noch einmal, ist es völlig egal, wie Nazis das sehen, die drehen es doch sowieso wie es denen gerade passt.
Ich frage mich einfach, was wir für eine Zukunft in diesem Land haben, wenn sich soviele ständig gegen "das" Deutsche so abgrenzen? Was wollen wir dann eigentlich hier, was wollen wie erreichen, wozu sind wir hier?
06/21/07 19:56:37

wrote:
PS: Lies mal das Eingangstatement auf Hagalil von Barbara Honigmann, ich verstehe was sie meint und es ist eigentlich schlimm, dass sich daran bisher nichts geändert hat.
06/21/07 20:02:13

wrote:
Etwas wirklich positives ist hier geschehn.Man ist sich (fast) einig ! Das WIR dominiert ! Darüber freu ich mich mal.
schoschana hat Recht, untereinander brauchen wir das Atribut nicht. Wir wissen, dass wir zusammengehören.
Nur nazis und anderen Antisemiten erlaube ich nicht, zu unterscheiden zwischen Deutschen Juden und z.B. Russischen Juden.
Dieses Pack meint auch etwas anderes. Sie versuchen uns zu trennen. Die ewig gestrigen in Deutschland klassifizieren uns in gute(deutsch) und böse(russische) Juden. Diesen Platz dürfen wir ihnen nicht lassen.Deshalb ist es gut zu sagen, wir sind Juden - weiter nichts !Alles Andere wird die Zeit bringen. Erst wenn die Deutschen unsere gemeinsame Ethnie anerkennen, können wir beginnen unseren Weg in Deutschland zu suchen. Krumm werden wir uns jedoch nicht machen und Angst werden wir in Deutschland auch nie wieder haben. Wir werden uns auch nicht von israelischer Politik distanzieren, nur um in ihren Augen gute Juden zu sein.Vieleicht werde ich einmal ein deutscher Jude, oder erst meine Kinder oder Enkel, vieleicht wird es aber auch nie. Das hängt jedoch nicht von uns ab.
06/21/07 20:24:42

wrote:
"Die ewig gestrigen in Deutschland klassifizieren uns in gute(deutsch) und böse(russische) Juden."

Ich bin sicher, denen geht es nicht darum. Juden sind, egal wo sie herkommen, ein und dasselbe "Pack" für diese Unmenschen.

"Wir werden uns auch nicht von israelischer Politik distanzieren"

Ich denke, auch Juden müssen auch israel. Politik kritisieren dürfen, ohne sich von Israel an sich zu distanzieren. Das hat ja nichts mit dem nazistischen Juden/Israelhassern oder den deutschen Gutmenschentum zu tun.

"schoschana hat Recht, untereinander brauchen wir das Atribut nicht. Wir wissen, dass wir zusammengehören."

Natürlich.

Ansonsten kann ich dein Statement unterschreiben.

Schönen Abend noch.
06/21/07 20:41:09

wrote:
Einem zwischen Atheismus und Katholizismus lange gewanderten Deutschen, der sich auf diesen Seiten über jüdische und israelische Fragen und Debatten informieren möchte, schwirrt, wenn er eure Statements liest, der Kopf. Da ein nicht-jüdischer Deutscher durch die Konfrontation mit der Geschichte und durch die Begegnungen mit den leider in jedem dritten (nur deutschen?) Kopf herumgeisternden antisemitischen Kurzschlüssen immer seine Unsicherheiten mit der jüdischen Identität haben muss, ist es beinahe tröstlich, dass ihr sie auch habt.
06/21/07 21:14:25

wrote:
"Darum geht es doch gar nicht, du kannst auch jüdische Deutsche sagen, wie herum ist doch völlig unwichtig. Ich frage einfach, warum man deutsch-jüdische gegenseitig ausschließen muss."

das tue ich doch gar nicht. ich habe einen deutschen pass, das sagte ich doch bereits. aber ich bin eben weder "deutsche" jüdin, noch "jüdische deutsche", ich bin jüdin. und haben einen deutschen pass.

(tsss - hier soll man wohl getestet werden, ob man in geographie in der schule aufgepasst hat... ;))
06/21/07 21:46:13

wrote:
ps das eingangsstatement von barbara honigmann kenne ich auswendig (im ernst, ich habe das buch vor vielen jahren gelesen, und es ist mir wie sonst wenig im gedächtnis geblieben).

alle menschen grenzen sich immer wieder ab. es wäre naiv zu behaupten es wäre anders, wir brauchen das ein stück weit, um uns selbst zu definieren. abgrenzung ist doch an sich nichts schlimmes. zumal ich nicht überhaupt den zusammenhang nicht finden kann, nicht finde, dass man sich abgrenzt, wenn man auf das attribut "deutsch" verzichtet. dass ich durch die deutsche sprache und kultur geprägt bin, können die, die mich kennen, unschwer erkennen, und ich würde das auch nie verleugnen. deutsch ist meine erste sprache, sie kann ich immer noch am besten, auch wenn ich zwei andere sprachen fliessend, mit kleinen fehlern, spreche. es gibt viele dinge, die ich an deutschland schäzte, hier bin ich aufgewachsen, und hier kenne ich mich am besten aus. aber ein anderer, starker teil ist eben das jüdische, davon bin ich nicht minder geprägt, und ehrlich gestanden, dieser teil ist mir der wichtigere. da bin ich z.b. am engagiertesten. darum bin ich zuerst jüdin, und dann erst kommt das deutsche.

dazu kommt, was ich weiter oben ja auch bereits sagte, dass ich nicht einsehe, zwischen verschiedenen juden zu trennen. ich habe sehr viel mit den sog. "russischen" juden zu tun, eine meiner freundinnen ist sefardin, eine andere französin etc. ich denke nie zuerst an das attribut, sondern zuerst denke ich daran, dass wir alle juden sind. die kulturellen unterschiede sind spürbar (und bereichernd), aber die gemeinsamkeit noch mehr.
06/21/07 21:58:50

wrote:
"aber ein anderer, starker teil ist eben das jüdische, davon bin ich nicht minder geprägt, und ehrlich gestanden, dieser teil ist mir der wichtigere. da bin ich z.b. am engagiertesten. darum bin ich zuerst jüdin, und dann erst kommt das deutsche."

Ja, da hast du wirklich Recht, dem kann ich ohne Punkt und Komma anschließen.

"dazu kommt, was ich weiter oben ja auch bereits sagte, dass ich nicht einsehe, zwischen verschiedenen juden zu trennen. ich habe sehr viel mit den sog. "russischen" juden zu tun, eine meiner freundinnen ist sefardin, eine andere französin etc. ich denke nie zuerst an das attribut, sondern zuerst denke ich daran, dass wir alle juden sind. die kulturellen unterschiede sind spürbar (und bereichernd), aber die gemeinsamkeit noch mehr."

Ich meinte mein Statement auch nicht abwertend gegenüber anderen Juden, G´tt bewahre bzw. ich trenne da ganz sicher nicht.
06/21/07 23:30:26

wrote:
.
schoschana wrote:
"aber ein anderer, starker teil ist eben das jüdische, davon bin ich nicht minder geprägt, und ehrlich gestanden, dieser teil ist mir der wichtigere. da bin ich z.b. am engagiertesten. darum bin ich zuerst jüdin, und dann erst kommt das deutsche."

Yael wrote:
Ja, da hast du wirklich Recht, dem kann ich ohne Punkt und Komma anschließen.

Eben, genau so ist es. Yael und Schoschana haben es auf den Punkt gebracht.
Das sollten aber auch die Deutschen mal zur Kenntnis nehmen, dass die sogenannten "deutschen" Juden immer zuerst einmal originäre Juden sind, und dann erst, wenn überhaupt, Deutsche sind.
.
06/22/07 01:51:26

wrote:
@ Weyde

Sie sollten ein Buch schreiben.

Titel:

"Die Wahrheit ueber D I E Juden".

In Damaskus wird man Sie dafuer adeln.
06/22/07 07:42:51

wrote:
@ Weyde wrote:

siehe

http://www.hagalil.com/01/d...

In Teheran sind Sie Held!
06/22/07 07:52:31

wrote:
@Fred
Gut erkannt !
Wir haben wirklich " Unsicherheiten " mit unser jüdischen Identität in Deutschland.
es gab einmal eine Solche; sie wurde jedoch im 3. Reich fast vollständig ausgelöscht.
Jetzt sind wir auf der Suche.
06/22/07 11:50:21

wrote:
Die Suche nach der jüdischen/deutschen Identität zieht sich durch die gesamte deutsche Kulturgeschichte (Heine, Marx, Freud, Karl Kraus u. v. a. m.), und sie ist Teil derselben wie der europäischen. Was wäre uns erspart geblieben, hätte die "Nation" stärker Anteil daran genommen!
Heute darf man sich eigentlich freuen, im Internet an einem offenherzigen Austausch interessiert beobachtend teilnehmen zu können. Um uns aber immer wieder zu ernüchtern und daran zu mahnen, wie Ungeist heute wie damals aus dieser Frage seinen Honig saugt, hat haGalil den "Weyde" erfunden, als pädagogische Maßnahme quasi. Wieviel erhält dieser Ghostwriter für diesen undankbaren Job? Ich würde ihn gern auszahlen, damit Ihr ihm was anderes zu tun gebt.
06/22/07 11:53:46

wrote:
@Gerd Schulz (Nicht: Schulz )
Weyde ist nicht nur ein Antisemit. Solche Typen hassen alle, die nicht dem deutschen Herrenideal entsprechen. Man würde ihn in Damaskus nicht adeln und in Teheran nicht zum Held erklären. Dort würden sich bestimmt Religionswächter finden, die den Ungläubigen aufknüpfen.
06/22/07 12:02:57

wrote:
fred,
hagalil hat den weyde nicht erfunden, sondern solche leute als lebendiger spiegel der aussenwelt gehören halt auch dazu.
was nicht heissen soll, dass man ihnen übermässig viel aufmerksamkeit schenken sollte ;-).

alles gute,
schoschana
06/22/07 12:34:56

wrote:
Der Weyde hat den pawlowschen Reflex, sobald er Jude hört oder liest, sabbert er. Und der ist leider sehr echt, solche muss man nicht erfinden.
06/22/07 13:14:44

wrote:
Ich glaube ja nach wie vor, dass der "W" erfunden ist, um hier produktive Unruhe zu erzeugen. Eine an sich gute Idee, die aber auf Dauer doch zu eklig und klebrig wirkt. Dahinter sitzt ein armer Student, der sich die Finger wundschreibt. Zu lehrbuchhaft sind die abgesonderten antisemitischen Klischees, so dass er sie einfach irgendwo abkupfert. Darum würde ich ihn gern abwerben zum Gartenmähen und lege noch 1 Euro/Std. drauf. Wäre er "echt", wie Sie, Yael, meinen, dann kämen Sie mit Pawlow alleine nicht weiter. Dann wäre noch die seltsame Besessenheit zu erklären, mit der er auf diesen jüdischen Foren herumgeistert, dieses Verbissensein in sein Feindbild. Er wäre also von der Struktur seiner psychotischen Fixierung her einem Stalker vergleichbar. Insofern könnten weitere Duftmarken von ihm nützlich sein für die Analyse der Pathologie des Antisemitismus. Eine sehr unangenehme, aber vielleicht auch für haGalil einmal interessante Arbeit!
06/22/07 14:38:50

wrote:
"Yael wrote:
Der Weyde hat den pawlowschen Reflex, sobald er Jude hört oder liest, sabbert er. ..."

Nachon, Yael!
Genau davon bin ich überzeugt.

Man kann mittlerweile sein sabbern hoeren noch bevor seine krankhaften Kommentare erscheinen.

Weyde atmet taeglich "Jude" und "Juedisch" anstatt Sauerstoff.

Mindestens 3x am Tag muss Weydes Futtertrog mit "Jude" und "Juedisch" gefuellt werden.

Vielleicht (Ulai, ulai - Wer weiss?) muss man ihm soviel "Jude" und "Juedisch" vorwerfen, dass er seinen Geschmack aendert, um andere Nahrungsgruende zu erschliessen.

Aber daran glaube ich nicht.

Deshalb noch eine Ration fuer Sie, Weyde, die Sie sich bitte ueber die naechsten Stunden einteilen moegen:

"J U D E".

Nach zwei Stunden - aber nur, wenn Sie der GROSSE (!) Hunger packt - duerfen Sie auch noch die Packung

"J U E D I S C H"

oeffnen.

Ansonsten kommen Sie, Weyde, doch einfach wieder hierher und saugen sich kugelrund, um schliesslich wieder einmal gestaerkt von Ihrem Wirt haGalil abzufallen ... .

Gleiches gilt fuer den Typ, der nach einem 70er Jahre Kaugummi klingt. Vielleicht war es auch der Name eines "Kaempfers" oder "Maertyrers": Bubba, Babba - oder so.

P.S.
Dennoch hoffe ich, Sie (Weyde, Buba, SCHULZ und Konsorten) suchen weiter nach den Trueffeln in haGalil.
06/22/07 18:15:19

wrote:
Das Problem ist, Fred, dass es hier keine Moderatoren gibt, die sich mit sowas abgeben könnten, weil einfach das Personal fehlt, die es tun könnten.
06/22/07 19:01:36

wrote:
Schade. Gruß!
06/22/07 19:53:52

wrote:
Wir haben doch eine Moderatorin - Yael !
Sie hat ein gutes Gespür für Nazis und deren Argumente. Auch ihre religiöse Bildung ist hervorragend, von ihr können wir alle lernen - zumindestens ich*g*
06/22/07 22:33:22

wrote:
Danke für die Blumen, aber das wäre nichts für mich. Babu und Konsorten würden unter meiner Moderation hier nicht zu Worte kommen, denn deren gibt es überall zuviele.

Schawua Tov!
06/24/07 00:11:08

wrote:
Yael, das glaube ich dir, dass du es bestimmt besser machen würdest. Hier wird einfach zuviel durchgelassen. Weil ich das skandalös finde, habe ich einen geharnischten Protest verfasst. Fred und Yael und alle anderen sollten sich anschließen, damit man in der Redaktion endlich mal aufwacht!
06/24/07 03:01:09

wrote:
@Miki
Für eine redaktionelle Beträuung ist kein Geld da, leider. Alle arbeiten ehrenamtlich.
So gut Du es also meinst, ein solcher Protest ginge an die falsche Stelle.
06/24/07 10:18:36

wrote:
Wir können die Nazis nur links(oder rechts *komisches Wortspiel*)liegen lassen, ihre Artikel unbeachtet lassen und uns um das Kümmern, wozu wir hier sind.
Ich halte die jeweiligen Blocks für Denkanstöße, zu denen Menschen guten Willens aufgerufen sind, konstruktiv nach Antworten und Lösungen zu suchen.
06/24/07 10:25:35

wrote:
Das ist schon richtig, Arik, aber dann hätte ich an Hagalils Stelle keine Blogs gemacht, um die sich dann keiner kümmern kann.
06/24/07 14:35:18

wrote:
Im Augenblick ist mir das alles egal. Der Weyde hat mich in einem anderen Block so massiv beleidigt, dass ich heulen könnte.
Jetzt könnte ich Eure Hilfe brauchen.
06/24/07 14:50:28

wrote:
@ Arik

Welcher Blog denn - wo genau?
06/24/07 15:08:13

wrote:
@Gerd Schulz (NICHT: Schulz)
Wiedergutmachung oder U - Boote
06/24/07 15:14:59

wrote:
Ich denke, ich ziehe mich aus den Blogs zurück, ich habe echt keine Lust mehr, mir diese Nazibande anzutun.

Machts gut!
06/24/07 18:49:52

wrote:
Also euer wehleidiges Gesülze ist ja echt supermies!
Ihr tut gerade so, als sei der ganze Thread voller Nazis, meine Güte ihr Armen.
Ist ja echt übel.

Ich an Stelle von Hagalil hätte längstens aufgegeben, wenn ich auf solche Weicheier hören würde.
06/24/07 19:47:23

wrote:
@ Yael

Toda raba, Yael.
06/24/07 20:21:37

wrote:
@BenD

"als sei der ganze Thread voller Nazis"

Beweise das Gegenteil, fange am besten bei dir selber an, anstatt dumm herumzuzülsen. Ansonsten einfach Klappe halten.

@gerd

Nicht dafür. Schawua Tov!
06/24/07 20:24:40

wrote:
Shavua tov!

------

Und BenD:

Gehen Sie doch naechstens auf die Seiten, die fuer Sie vom BMFSFJ finanziert werden.
06/24/07 20:30:41

wrote:
bleib bitte bei uns Yael, ohne Dich wird es schwerer den Unverbesserlichen entgegenzutreten.
06/24/07 21:30:04

wrote:
Habe mich inzwischen bei Hagalil beschwert und auch auf diesen Thraed aufmerksam gemacht.
Ich hoffe, dass hier bald geschlossen wird!
06/24/07 21:57:09

wrote:
Der Vorteil der hier angesiedelten Blogs und Foren ist doch, dass der an Fragen des Judentums Interessierte auf erstaunlich gut Informierte trifft, die ungewöhnlich geduldig alle möglichen Fragen beantworten. Das zeigen auch die von Hagalil dokumentierten älteren Runden, bei denen man den Namen Yael, Schoschana u. a. begegnet. Die Störungen durch Duftmarkensetzer oder Stalker - so lästig sie sind - zerstören nach meinem Eindruck selten den Dialog der Interessierten. (Dass Sie, Arik, sich von einem Weyde, der offensichtlich zwanghaft neurotisch handelt, dennoch beleidigt fühlen können, sollte verhindert werden.)
Auf jeden Fall erschiene mir ein Rückzug wichtiger Stimmen aus den hier bisher aufzufindenden mutig-offenen Diskursen ein Sieg jener Beinchenheber.
06/24/07 21:58:08

wrote:
Hallo Fred,

um einigermaßen ungestört diskutieren zu können, kann man das Hagalil-Forum nutzen, ab und zu knallst da auch mal, aber es wesentlich angenehmer als hier, weil hier jeder schreiben kann, ohne angemeldet zu sein. Die Anmeldung dort ist kein Problem.
06/24/07 22:11:41

wrote:
Danke, ich werde mich dort umsehen.
06/24/07 22:20:11

wrote:
@ Weyde

"...Und welchen Vorteil haben die Deutschen von dieser jüdischen Zuwanderung? Kommen sie etwa in den Genuss der ach so hochgelobten "jüdischen Kultur"? Was die Deutschen an "jüdischer Kultur" zu sehen bekommen, ist doch immer dasselbe und es ödet sie mittlerweile an: Immer mehr Juden-Denkmäler und Mahntafeln in jeder Stadt, immer mehr jüdische "Stolpersteine" an jeder Strassenecke, und immer penetranter tönende Tiraden vom Zentralrat der Juden: Schuldvorwürfe, Verhetzungen gegen Deutsche ("Deutschland Land der Mörder"), verlogene Doppelmoral in Bezug auf Israel, Antisemitismus-Gekreische, masslose Einmischungen in die deutsche Politik, und ewige Forderungen nach mehr Geld und "Wiedergutmachung".
DAS ist die "jüdische Kultur", so wie die Deutschen sie wahrnehmen. ..."

Sie werden nicht gezwungen in der Bundesrepublik zu leben.

Und zur Zuwanderung sei nur angemerkt, dass Deutschland bekanntlich diese Zuwanderung braucht.
06/26/07 23:33:51

wrote:
Ergaenzung

Sie, Weyde, werden nicht gezwungen in der Bundesrepublik zu leben.
06/27/07 04:45:56

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