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Bundespolitik: Gedenken an Pogromnacht vor 70 Jahren

In der mit 1200 Plätzen größten Synagoge in Deutschland an der Berliner Rykestraße fand Sonntag, den 9. November die zentrale Veranstaltung zum Gedenken an die Pogromnacht vor 70 Jahren statt, zu der die Bundesregierung und der Zentralrat der Juden geladen hatten...

Vor Bundeskanzlerin Angela Merkel und zahlreichen prominenten Gästen erinnerte Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch mit „Anteilnahme, Zorn und Sprachlosigkeit" an die Nacht des 9. November 1938, sie dürfe nie zur Fußnote der Geschichte degradiert werden, sondern müsse heute und zukünftigen Genrerationen Mahnung sein. In bewegenden Worten schilderte die Präsidentin ihre eigenen Erlebnisse in der Nacht, die den Auftakt zur Shoa bildete. „Ich habe seitdem jeden Tag Tränen vergossen", sagte Knobloch. „Die gesamte Generation der Opfer vergießt ihr Leben lang diese Tränen und kann sich nicht dagegen wehren."

Mit Blick auf die heutige Gesellschaft verwies sie darauf, dass die Pogromnacht nicht aus heiterem Himmel kam, viele Menschen zuvor und danach weggeschaut und geschwiegen hätten. Daraus müssten Lehren gezogen werden. Es gelte, sensibler zu sein „für die leisen und weniger leisen Signale" undemokratischer, rassistischer und antisemitischer Haltungen. Erneut sprach sich Knobloch für ein Verbot der NPD aus und verlangte auch ansonsten mehr Durchsetzungskraft im Umgang mit den „braunen Rattenfänger". Nur „gelebte, lebendige Demokratie" könne ihnen entgegen wirken. Charlotte Knobloch schloss ihre emotionale Rede mit dem Appell an die Jugend: „Lasst euch von niemanden in der Welt einreden, wen ihr zu lieben oder zu hassen habt."

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete in ihrer Gedenkansprache die Pogromnacht als „Verbrechen, das alle Dämme brechen ließ". Sie könne und wolle nicht richten, doch sei es ihr, an die Folgen zu erinnern. Das Schweigen „vom Einzelnen bis in weite Teile der Kirche" habe zum „Zivilisationsbruch der Shoa" beigetragen. Wie ihre Vorrednerin forderte sie, aus der Geschichte zu lernen und aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus einzutreten. Der Irrglaube, nicht betroffen zu sein, führe ins Unglück, sagte Merkel. Ausdrücklich bekannte sie: „Die Sicherheit Israels zu schützen, ist Teil der Staatsräson Deutschlands". Zudem sei es Aufgabe jeder Bundes- und Landesregierung, jeder Stadt und Kommune, jüdischen Leben und jüdische Kultur hierzulande zu fördern. Jüdisches Leben müsse heute «eine gute Heimat in Deutschland haben.» (09.11.2008)

Category: Gemeinden
Posted 11/11/08 by: admin



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