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Daniel Libeskind: Engagement für den Bau einer Liberalen Synagoge in München

Die Liberale Jüdische Gemeinde Beth Shalom in München gedachte des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht mit über 300 Freunden und Mitgliedern im jüdischen Museum. Das sehr große Interesse am Gedenkgottesdienst war überwältigend und aufgrund des großen Andrangs mussten kurzfristig zwei Gottesdienste nacheinander organisiert werden, nachdem man bereits in die Räume des Jüdischen Museums ausgewichen war, da die eigentlichen Räumlichkeiten der Gemeinde zu klein sind...

Pressemeldung - Die bewegenden Gottesdienste wurden von Rabbiner Dr. Tom Kučera geleitet und musikalisch umrahmt durch Kantor Fahlenkamp aus Berlin und einen gemischten Chor mit Mitgliedern des Chores der evangelischen Lukaskirche und der Gemeinde Beth Shalom. Die Lukaskirche war zeitgleich und vom selben Architekten, Albert Schmidt, wie die schon im Sommer 1938 auf Befehl Hitlers abgerissene Münchner Hauptsynagoge erbaut worden. Die musikalische Leitung hatten Gerd Kötter und Beth Gahbler. Anschließend traf man sich zum Kidusch (Segen über Brot und Wein) und einen Imbiß im Museumsfoyer.

Einen überraschend hoffnungsvollen Akzent setzte gegen Ende der Veranstaltung die Ankündigung der Gemeindevorsitzenden, dass der weltberühmte Architekt Daniel Libeskind sich nicht nur bereit erklärt habe, den Plan für eine neue liberale Synagoge in München zu entwerfen, sondern die Gemeinde auch bei ihrer Initiative von ganzem Herzen unterstützen wolle. Mit der Initiierung dieses Projekts baut die Gemeinde Beth Shalom eine Brücke zwischen der deutschen liberalen Tradition der Vorkriegszeit und der Zukunft; sie leistet einen Beitrag zur Verwirklichung der Vision von religiösem und kulturellem Pluralismus im modernen Deutschland.

Die Unterstützung von Daniel Libeskind ist Startsignal für die Einrichtung eines Beth-Shalom-Synagogenfonds, in den auch Spendengelder aus dem privaten und öffentlichen Bereich fließen sollen. 2009 wird Daniel Libeskind für ein Treffen mit Gemeindemitgliedern und Unterstützern des Synagogenbaus nach München kommen. Als nächste Schritte sind der Erwerb eines geeigneten Grundstücks und die konkrete Planung für das Gebäude vorgesehen.

Seit ihrer Gründung 1994 wächst die Liberale Jüdische Gemeinde in München, Beth Shalom, stetig. Im Jahr 2006 konnte sie mit Dr. Tom Kučera ihren ersten Rabbiner in Vollzeit einstellen. Beth Shalom gehört der weltweit größten jüdischen Organisation an, der World Union of Progressive Judaism, die 1926 u.a. von Rabbiner Leo Baeck gegründet wurde. Das liberale Judentum (auch progressives oder Reformjudentum) war vor dem Krieg in München und in Deutschland die bedeutendste Strömung des Judentums und ist auch heute noch in den USA und weltweit die zahlenmäßig stärkste Richtung innerhalb des Judentums.

Category: Gemeinden
Posted 11/11/08 by: admin



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Comments

HPK wrote:
Eine tolle Nachricht, dass Beth Shalom von Daniel Liebeskind unterstützt wird.
Nur der Hinweis im Zusammenhang mit Rabbiner Leo Baeck ist nicht ganz korrekt: Er war einer der wichtigen Initiatoren zur Gründung der World Union for Progressive Judaism. Die eigentliche Initiative ist aber - soweit ich weiß - schon vor dem 1. Weltkrieg aus Deutschland gekommen und wohl von ihm und seinen Freunden. Die Gründungskonferenz war dann 1926 in London, und Leo Baeck war nicht dabei. Von ihm wurde allerdings durch Rechtsanwalt Heinrich Stern eine Rede verlesen unter dem Titel 'Die Botschaft des Judentums an das Individuum'. Dagegen spielte Leo Baeck bei der 1. ordentlichen Konferenz der World Union 1928 in Berlin auch durch seine Präsenz eine wichtige Rolle.
11/11/08 17:50:13

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