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Deutschland protestiert: "Nativ" bringt Juden aus deutschem Staatsgebiet nach Israel

Die Aufnahme der Tätigkeiten von "Nativ", dem Verbindungsbüro in Kreisen der Juden,
die aus der GUS nach Deutschland gekommen sind, bereitet der deutschen Regierung
einige Sorgen...

"Nativ", eine zum Teil geheime Einrichtung im Amt des Ministerpräsidenten, die in den 50er Jahren mit dem Ziel gegründet wurde, die Juden aus der UdSSR nach Israel zu holen, begann im vergangenen Monat, in Deutschland tätig zu werden, wobei ein ähnliches Ziel verfolgt wird. Die deutsche Regierung hat bisher jedoch keine offizielle Mitteilung der israelischen Regierung über die neue Entwicklung erhalten. Die Deutschen befürchten, dass die Tätigkeiten von "Nativ" ihre Bemühungen beeinträchtigen werden, die jüdische Gemeinde in Deutschland wieder aufzubauen.
Außerdem gefällt den Deutschen der geheime Charakter von "Nativ" nicht. Die deutsche Regierung hat jedoch noch keinen offiziellen Protest bei der israelischen Regierung eingereicht und wartet nach wie vor auf eine israelische Mitteilung.

In Hintergrundgesprächen sagen hohe Beamte in der deutschen Regierung, die sich mit den Beziehungen zur jüdischen Gemeinde befassen, sie hätten erwartet, dass Israel ihnen eine offizielle Mitteilung zukommen lässt, anstatt von den Vorsitzenden der Gemeinden über die Entwicklungen informiert zu werden. "Wir hätten von einem Land, mit dem wir so freundliche Beziehungen unterhalten, ein anderes Benehmen erwartet. Wir beabsichtigen auf jeden Fall, unserer Gemeinde zur Seite zu stehen", sagte einer der Beamten. "Es stehen uns natürlich keine rechtlichen Mittel zur Verfügung, die Aktivitäten zu verhindern".

Die Verantwortlichen für die Beziehungen zu Israel und der jüdischen Gemeinde werten die Erweiterung der Aktivitäten von "Nativ" als Ergebnis der politischen Abkommen und Verpflichtungen von Ministerpräsident Olmert. Olmert hat die Verantwortung für "Nativ" vor Kurzem an den Minister für strategische Bedrohungen übergeben, Avigdor Liebermann.

Alle deutschen Regierungen nach dem 2. Weltkrieg unterstützten den Wiederaufbau des jüdischen Lebens in Deutschland uneingeschränkt. Dennoch lebten in Deutschland 40 Jahre lang nur einige Tausende Juden, und die Politiker in Berlin betrachten die Ankunft der Russen als einmalige Gelegenheit, die Gemeinde zu vergrößern. In den Jahren 1991-2006 kamen 206.000 Juden aus der GUS nach Deutschland, aber nur knapp die Hälfte von ihnen haben sich bei den jüdischen Gemeinden angemeldet.

Die Bundesregierung unterstützt die Gemeinden bei der Aufnahme dieser Juden. Im kommenden Jahr soll der Etat, den die Regierung an die Gemeinde überweist, von drei Millionen Euro auf fünf Millionen Euro erhöht werden, dies zusätzlich zu den einmaligen Zuwendungen für den Wiederaufbau von Synagogen und anderen Gemeindeinstitutionen.

"Wir versuchen immer, den russischen Juden das Gefühl zu übermitteln, dass sie hier willkommen sind, und zwar nicht als Gäste, sondern als Mitbürger, und wir wollen nicht mit dem Staat Israel um diese Juden streiten", sagt einer der deutschen Verantwortlichen für die Beziehungen zu der Gemeinde. Obwohl die deutsche Regierung derzeit versucht, die Einwanderung aus anderen Ländern zu verhindern, ist es Juden aus der ehemaligen Sowjetunion erlaubt, sich in Deutschland niederzulassen und schnell die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben. "Das sind die einzigen Einwanderer, die wir wollen", sagt einer der deutschen Beamten. "Sie ermöglichen es uns, den Traum von der Wiederentstehung einer prächtigen jüdischen Gemeinde in Deutschland zu erfüllen."

Medienspiegel der Deutschen Botschaft Tel Aviv

Category: General
Posted 09/07/07 by: admin



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Comments

wrote:
Demnach ist die deutsche Regierung antiisraelisch und nicht antisemitisch eingestellt. Das heisst, den Rest besorgen die Neonazis. Das ist ein Beispiel der idealen Arbeitsteilung.
Wenn es nicht so traurig wäre, koennte man darueber lachen.
09/07/07 14:02:38

wrote:
Es ist absurd, uns Deutschen deshalb zu unterstellen, antiisraelisch zu sein (auch wenn ich viele, vor allem sog. Linke, kenne, die es sind). Diejenigen, die in Deutschland antisemitisch sind, wollen Juden weder in Deutschland noch in Israel.
Das Problem liegt wohl eher bei den aus der GUS kommenden Juden selbst. Wie ich in Israel gehört habe, bekommen diese Einwanderer bei uns in Deutschland 5 Mal so hohe Unterstützung wie in Israel.
Es hat also eher materielle Gründe, wenn sie hierher kommen. Diese Unterstützung bekommen aber auch alle möglichen anderen Einwanderer. Sie ist nicht deshalb so hoch, um damit Juden hierher zu locken.
Wenn sich nur die Hälfe dieser sog. "Kontingentflüchtlinge" bei den jüdischen Gemeinden melden, erscheint es auch zweifelhaft, ob die übrigen sich wirklich als Juden fühlen.
09/07/07 15:59:00

wrote:
Nicht jeder Jude muss zwingend in einer juedischen Kirchendatei gefuehrt werden.
Wir haben keinen Glaubenszwang mit Nachweis von besuchten Veranstaltungen oder Personenbeziehungen.

Nativ- Navigation oder Dativ?
Oder beides zusammen?
Sogar Russlanddeutsche, welche nicht Russlanddeutsche, sondern Deutsche genannt werden wollen und nach Deutschland einwanderten,
haben es in Deutschland nicht leicht, sich zurechtzufinden.
Deshalb werden oft eigene Glaubensformen gesucht, welche der eigenen Persoenlichkeit entsprechen.

Die Voelkerwanderung ist eben immer noch nicht vollkommen abgeschlossen.
Mobilitaet ist ein Zauberwort.
Wenn ein Mensch sich nur noch so weit bewegen darf, wie dieser Mensch es von anderen erlaubt bekommt, ansonsten ausserhalb einer geringen Distanz...
bedroht wird, ist es natuerlich, dass Alternativen gesucht werden,
Auswanderung aus der ehem. Sowjetunion, um in Deutschland als Deutsche zu leben.
Natuerlich duerfen Juden auch Deutsche sein?
09/07/07 18:58:57

wrote:
.
Selbst erlebt:

Es kam ein Kontingentflüchtling-Pärchen mit Kleinkind aus Russland und zog, unterstützt von der jüdischen Gemeinde, die sich um die Formalien wegen des Verlassens des Auffanglagers kümmerte, auf der Etage ein.

Der Mann und das kleine Kind lernten erstaunlich schnell Deutsch. Die Frau kaum. Der kleine Junge bekam nach einem Jahr ein Brüderchen. Die Gemeinde, die schon einen Mohel bestellt hatte, beklagte sich: "Schlechte Juden" - sie gingen nicht in die Synagoge.

Kein Wunder: in ihrer Wohnung hingen Bilder von zwei berühmten Juden an der Wand - Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm.

So kanns laufen. Bestimmt kein Einzelfall.

.
09/08/07 11:47:56

wrote:
Nativ hat in Deutschland nichts verloren, sobald die Mitarbeiter hier aktiv werden, müpssen sie ausgewiesen werden und mit einreiseverbot in der EU belegt werden.

Ich erinnere mich noch serh gut an die arbeitsweisen von NATIV in Russland ende der 80er und anfang der 90er. telefonische bedrohungen, zettel mit hetze im briefkasten, verteilung von falschinformationen.

sobald die erste synagoge in deutschland brennt - wisset es war NATIV!!!
09/08/07 14:55:38

wrote:
Es ist legitim, wenn Israel versucht, möglichst viele Juden zu motivieren, nach Israel zu kommen, wenn hier mit Mitteln der Überzeugung gearbeitet wird. Die Kehrseite der Medallie ist aber, dass auf diesem Wege russische Nazis nach Israel gekommen sind.
09/08/07 15:27:34

wrote:
@ Pegasus

von welchen Nazis redest du bitte - meinst du die Jungs in Hebron mit Kipa Sruga und verkürzter M16 in der Hand? Die kamen aus Amerika und hiessen unter anderem Dr. Baruch Goldstein.

Aus Russland kamen überwiegend Akademiker, die als Putzen und schlecht bezahlte Wachmänner arbeiten müssen. Das wird auch mit den Juden aus Deutschland passieren.
09/09/07 03:09:48

wrote:
09/09/07 15:29:06

wrote:
Nein, sieh doch heute mal die Nachrichten.
Aus Russland sind leider nicht nur Akademiker gekommen. Genau wie wir in Deutschland mit einigen Spätaussiedlern unsere Probleme haben.
Ansonsten habe ich Siedler aus Gush Kativ kennengelernt. Die würde ich nicht als Nazis bezeichnen.
Wie lange würden Juden in Hebron ohne M 16 überleben? Nachdem sie bzw. die Überlebenden des Pogroms 1929 unter Anleitung von Hitlers späterem "persönlichem Berater in Judenfragen", dem Großmufti von Jerusalem vertrieben wurden, sollte n sich Juden lieber nur bewaffnet dort aufhalten. Sie haben das gleiche Recht dort zu sein, wie die Araber.
Nazis sind eher schon Leute, die "Ungläubige" als "niedriger als das Vieh" betrachten.
09/09/07 17:56:35

wrote:
@ anti-nativ
Wo gibt es Informationen darüber, wie es Einwanderern nach Israel ergangen ist? Ist es wirklich so, dass ein Großteil der russischen Einwanderer als Putzen oder Wächter arbeiten muss?
09/10/07 08:02:24

wrote:
Es gibt sogar Leute, die aus Israel wieder auswandern, wenn sie dort sozial nicht zurechtkommen.

Vor 1933 hatte Deutschland ca. 10 Prozent Juden oder Deutsche, welche irgendwann mal juedisch gewesen waren oder juedische rote Politiker oder Buergerliche oder Arbeitslose oder Behinderte oder Auslaender, obwohl Auslaender wohl der geringste Teil, der winzige Rest waren. Die Auslaender als Juden sind gemacht worden, indem eine Umsiedelungspolitik entstand.
Also Umsiedlungen kenne ich als deutsche Person seit meiner Geburt und davor, wenn ich es ganz krass aussagen soll oder kann.

Nicht alle Deutsche bringen es fertig, deutsch oder Vergangenheit als nur negativ zu bezeichnen. Leider...

Es kann sein, auch Deutsche wollen den Juden gegenueber von deutschen Aengsten sprechen.

Ich fuer mein Teil... wuerde es vorziehen, wenn Juden keine Parallelgesellschaft sein muessen, mit Betonung auf muessen.
Andererseits moechte ich auch nicht
meine eigene Identitaet verlieren.
Aber die Gestaltung oder der Freiraum dazu wird unterschiedlich gelebt.

Jeder Mensch sucht so viel Freiheit wie moeglich.

Nativ - kann auch heissen Nation Israel soll leben...
eine neue Partisanenbewegung?
Wohl kaum.

Kann sein, Israel hat es verstanden, Schluesselstellungen und Schluesselpersonen zu finden und zu suchen... und dann kommt das Ausland Israel mit anderen Vorstellungen zur Einwanderung als die Zusammensetzung
der Immigranten.
Auch Deutschland hat Tuecken
Probleme fuer Deutsche,
nicht nur fuer Eingereiste.
Also ich bin fast Auslaender in eigenem Land... ist das dann mein Land?
Mein Land ist der Himmel.
heaven

Welcher Mensch hat das Vorrecht zu wissen, woher er/sie kommt und wohin er/sie geht? Glaubende.
Das ist ein Prozess.

Ich bedauere ausserordentlich die Tatsache, dass die Politik Deutschland zu irgendwelchen Kriegen gefuehrt hat
und ueberhaupt Tote produziert worden sind.

Manchmal denke ich, die Tatsache der Holocaustleugnung ist nur ein Vorwand des Iran, um in Deutschland groessere Probleme zu schaffen, die Feindschaft zwischen Juden und Deutschen, zwischen Deutschen und Juden zu produzieren,
damit eine Vernichtungsidee weitergefuehrt wird.
Blutrache ... hervorzubringen oder irgendsoein Schreckgespenst, welches im Islam oder der Scharia verankert ist.

Mit Angst sollten Menschen nicht erzogen werden und auch nicht gelenkt werden. Drohungen sind wertlos, um Menschenwuerde zu erzeugen oder den Paragrafen 1 zu gestalten.
In allen Lebensgebieten privat und gesellschaftlich.

Bevor wir den Paragrafen 1 nicht verstanden haben, wird auch alles andere nichts nutzen.
Man sollte mal das 1.Gebot aus der Thora, aus den Gesetzen Mose...
ins neue Deutsche uebersetzen
und fuer die Allgemeinheit zugaenglich machen.
09/10/07 20:52:23

wrote:
Ich bin der Überzeugung, dass NARIV hier nur eine wohlgemeinte Vermittlerrolle spielt. Israel hat aus Russland kommenden Juden ja auch etwas zu bieten -
Eine Staatsbürgerschaft !!!!!
Während s.g. Russlanddeutsche die Deutsche Staatszugehörigkeit mit sofortiger Wirkung, direkt nach der Einreise verliehen bekommen, müssen sich s.g. Kontingentflüchtlinge 7 Jahre gedulden.
In dieser Zeit haben sie nur den Flüchtlingsstatus, also fast keine Rechte in Deutschland.
11/05/07 13:41:43

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