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Folgen des Hamas-Regime in den Autonomiegebieten: Schon Hunderte Palästinenser nach Israel geflohen

Von der Weltöffentlichkeit fast unbemerkt, hat sich die Menschenrechtssituation in den Palästinensischen Autonomiegebieten seit der Machtübernahme durch die islamofaschistische Hamas dramatisch verschlechtert. Die Folge: Hunderte Palästinenser sind bereits aus dem Machtbereich der Extremisten geflohen – nach Israel...

Von Jörg Fischer

Bedroht vom Terror der neuen Machthaber sind Palästinenser, die den muslimischen Glauben abgelegt haben oder schon immer keinen oder einen anderen Glauben hatten, Frauen und Homosexuelle. In den Palästinensergebieten werden nicht nur Grundrechte wie Religionsfreiheit oder Frauenrechte massiv abgebaut, sondern Homosexualität gilt als "Verbrechen", das härteste Strafen, auch die Todesstrafe, zur Folge haben kann.

Nach Schätzungen der israelischen Schwulen- und Lesbenorganisation Aguda sind bereits mindestens 500 schwule Palästinenser und mehrere Dutzend lesbische Palästinenserinnen nach Israel geflohen und leben dort seitdem illegal. Genaue Zahlen gibt es nicht, da die Flüchtlinge nicht gemeldet sind und auch keine Arbeitserlaubnis haben – Israel ist von dieser unerwarteten Entwicklung völlig überrascht und nicht auf diese eingestellt.

Gleichzeitig zeigt dies erneut auf, welche Bedeutung Israel als einziger demokratischer Staat mit einer offenen und pluralistischen Gesellschaft auch für die Menschen in arabischen Ländern, die unter dem Despotentum ihrer Machthaber zu leiden haben, hat. Palästinensische schwule Männer, denen die Flucht nach Israel gelang, berichteten, das sie auf Polizeiwachen mißhandelt und gefoltert wurden – manche ihrer dortigen Peiniger seien Mitglieder der islamistischen Terroristenorganisationen Hamas und "Heiliger Krieg" gewesen.

Oft wird über einen Homosexuellen das Gerücht verbreitet, er sei ein "Kollaborateur", der mit Israel zusammenarbeitet. Das Schicksal von als angeblichen "Kollaborateuren" Denunzierte ist, daß sie oft auf belebten Plätzen, vor den Augen der tatenlos zusehenden Polizei und voyeuristischer Zuschauer ermordet werden. Allein 2005, so schätzt die israelische Menschenrechtsorganisation "Betselem", seien im Gazastreifen und in der Westbank mindestens 15 angebliche "Kollaborateure" getötet worden.

Die in München erscheinende "Süddeutsche Zeitung" berichtet beispielhaft von dem Fall eines heute 23-jährigen schwulen Palästinensers. Seit fünf Jahren lebt er auf den Straßen von Tel Aviv. Er kommt aus einem kleinen palästinensischen Dorf in den heutigen Autonomiegebieten. Ihm war klar, daß es sein Todesurteil bedeuten würde, wenn er sich dort als schwul outen würde. Als er sich seinem Bruder anvertraute, stellte ihn dieser vor die Wahl, entweder aus dem Leben der Familie zu verschwinden oder zu sterben. Wenn er heute bei seiner Mutter anruft, legt diese sofort wortlos den Telefonhörer wieder auf. "Für seine Familie existiert er nicht mehr, denn er hat ihre Ehre verletzt", heißt es in dem Bericht der Münchner Tageszeitung. Zur Tarnung, damit er von Polizeistreifen nicht kontrolliert wird, trägt der junge Mann einen Davidstern, denn durch die derzeit noch geltende Gesetzeslage lebt er illegal in Israel, der Stadtpark von Tel Aviv ist sein "Wohnzimmer".

Dennoch: Im Vergleich zum Palästinensergebiete fühlt er sich in der israelischen Metropole "wie im Paradies". Schwule und Lesben müssen sich hier nicht verstecken, Männer laufen händchenhaltend durch Tel Aviv, jedes Jahr zur Gay-Parade strömen jedes Jahr mehrere Hunderttausend Israelis nach Tel Aviv, darunter viele Heterosexuelle und Familien. Seit kurzem werden auch im Ausland geschlossene Ehen homosexueller Paare in Israel anerkannt und der Grad der rechtlichen Gleichstellung von Homosexuellen hat in Israel den in europäischen Ländern schon lange nicht nur erreicht, sondern teilweise sogar deutlich überschritten. Das israelische Tourismusministerium will sogar eine großangelegte PR-Kampagne starten, um die Weltoffenheit und Toleranz der israelischen Gesellschaft bekannter zu machen und vor allem in den "Gay-Metropolen" wie Berlin, Köln, San Fransisco oder New York für einen "rosa Urlaub" am Strand und in den Clubs von Tel Aviv zu werben.

Pogrom-Stimmung nimmt zu

Gleichzeitig steigert sich in den Palästinensischen Autonomiegebieten die Hetze der Extremisten weiter zu einer regelrechten Pogromstimmung gegen sogenannte "Kollaborateure des Zionismus" und Homosexuelle. Erst kürzlich warfen palästinensische Extremistenführer und fundamentalistische islamische Geistliche bei einem Zusammentreffen in Ramallah Israel vor, es wolle "Aids in die Autonomiegebiete expandieren". Dies solle, so die Fanatiker, durch "die Einführung verkommener Sitten geschehen". Ein hoher islamischer "Würdenträger", Scheich Tajsir Tamimi, hetzte vor Pressevertretern: "Israel versucht, der Palästinensischen Autonomiebehörde und dem palästinensischen Volk zu schaden - auch durch die Ausfuhr der Aids-Krankheit, Drogenhandel, laxe Normen und die Legalisierung der Prostitution."

Das schwul-lesbische Internetportal queer.de berichtete bereits am 18.18.08.2006: "Der Anführer der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden hat einen baldigen Sieg gegen die 'schwule' israelische Armee vorhergesagt. 'Wenn wir tun, was die Hisbollah erreicht hat, kann diese Armee voller schwuler Soldaten und voller Korruption mit altmodischen Kriegsmethoden auch in Palästina geschlagen werden', so Brigadechef Abu Oudai zu 'WorldNetDaily'. Al-Aksa ist der militärische Arm der Fatah-Partei von Präsident Mahmud Abbas." In vielen Medien wird die Fatah-Partei immer als "gemäßigt" bezeichnet.

Links zum Thema:

Islamo-Faschisten hängen Kinder: Iran läßt schwule Teenager hinrichten
Deutsche Website der Aguda, der Verband für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle in Israel
Website Yachad – Verein schwuler, lesbischer und bisexueller Jüdinnen und Juden in Deutschland

Posted 12/31/06 by: admin



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